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e00054842U
K.HIBl, . H.VUCL
800064942U
E.BIBL.RADCL
'597-5' ^ 12,
Index
der
Petrographie und Stratigraphie
der
Schweiz und ihrer Umgebungen
von
B. Stnder^
Professor der Geologie.
I i mi I
BERN.
Yph^ Ut J. DALFlMtai BWk- «nd KuutkuiflttBg OLflctaid).
1872.
SUnpflrücli« BacbJradiefvi ia Ban.
Vorwort.
«^t^N^^^MM^i^htfft
Eine neae Bearbeitung der Geologie unseres Landes möchte wohU
zwanzig Jahre nachdem die , Geologie der Schweiz* erschien, nicht
fiberflüssig» vielleicht sogar wünschbar sein. In einer Einleitung,
glaubte ich damals, durch eine Uebersicht der mit der Schweiz in
näherem Zusammenhang stehenden ausländischen Gebirge, auf die
Kenntniss der inländischen vorbereiten zu sollen. Unsere Alpen bilden
den mächtigen Knoten, in welchem die wesentlich verschiedenen West-
und Ostalpen sich verschlingen, jene weiterhin sich verzweigend in
den Apenuin und den Jura, diese in die Karpalhen und die nach der
Türkei hinziehenden Gebirge, alle jedoch, in ihren Steinarten und
Fossilien, einen nicht zu verkennenden gemeinschaftlichen Typus be-
wahrend. Es war zu hoflen^ dass, in den auseinander getretenen
Systemen, die jedem eigenthümlicben Charaktere sich leichter würden
erkennen lassen, als wo sie sich enger zusammendrängen und unter
sich verbinden. Dedenkt man aber, wie viel Neues wir seither über
den Apennin und Italien gelernt haben, dass weder Lory noch Favre
ihre Werke über die Westalpen geschrieben hatten, dass, besonders
durch die Reisen von Oppel in Frankreich und England, das jurassi-
sche System, auf der Grundlage der Paläontologie, eine allgemeinere,
nicht nur auf Schwaben berechnete Anordnung gewonnen hat, dass,
▼or Allem, durch die vor zwanzig Jahren kaum begonnenen Arbeiten
der Reicbsanstalt in Wien und die sich an dieselben anlehnenden
Aufnahmen in B a i e r n und in der Lombardei, die früher beinahe
unbekannten Ostaipen uns nicht nur eine neue sehr reiche Fauna,
IV
soDderD ungeahnte, von den nord- und westeuropäischen auffallend
abweichende Gebirgsveihältnisse kennen gelehrt liaben, so wird man
leicht einsehen, dass die Einleitung zu einer Geologie der Schweiz
jetzt anders geschrieben werden müsste.
Inzwischen haben wir auch in der Schweiz das Studium unserer
Gebirge nicht als abgeschlossen betrachtet. Es bezeugen diess die
z. Th. noch sich fortsetzenden paläontologischen Werke von Heer, Pictet»
DE LoRioL, Desor, Ooster u. A. Noch bestimmter sprechen darur
die von der geologischen Gommission, auf Kosten des Bundes, ver-
öffentlichten geologischen Blätter des eidgenössischen Atlasses von
Dufour, bearbeitet von Theobald, Müller, Mösch, Kaufmann, Jaccard,
Greppin, Gerlach, mit acht Quartbänden, denen bald noch andere
Lieferungen nachfolgen werden. Von den 23 Blättern des Dufour-
Allasses, welche Terrainzeichnung enthalten, sind, im Laufe der letzten
zehn Jahre neun, geologisch colorirt und durch Text erläutert, er-
schienen, ein zehntes wird nächstens herauskommen, und es ist nicht
zu bezweifeln, dass die Geologie der beschriebenen Gebirge hiemit
erst eine sichere Grundlage gewonnen hat. Es wird aber wohl noch
Jahrzehende dauern, bis die noch fehlenden Blätter werden erscheinen
können. Von den neun herausgekommenen enthalten vier nur fossil-
leere, sogenannte Urgebirgsarten, deren Grenzbestimmung nicht lange
aufhält, fiinf betreffen den Jura, wo frühere Arbeiten vorlagen und
die Lagerungsverhältnisse wenig Schwierigkeiten darbieten, das zehnte
gehört fast ganz der Molasse an. Die noch ausstehenden betreffen
aber grossentheils die Kalkalpen, deren unglaublich in einander ver-
wickelte Formationen, mit Hülfe der seltenen und oft ganz fehlendea
Fossilien erst noch zu bestimmen sind. Nach Vollendung dieser Auf-
gabe, und nicht früher, wird es dann an der Zeit sein, die in diesen
Arbeiten niedergelegten Ergebnisse zu einem Ganzen zu vereinigen,
und unter den Jüngern Geologen, die jetzt sich an den Aufnahmen
betheiligen, wird sich dann wohl ein tüchtiger Bearbeiter dieses ein-
ladenden Stoffes finden.
Einstweilen fühlt aber Jeder, der sich um schweizerische, alpine
oder jurassische, Geologie bekümmert, das Bedürfniss, den gegen-
wärtigen Standpunkt derselben zu kennen, und, da eine systematische
Darstellung spaterer Zeit vorbehalten bleibt, möchte eine alphabetisch
L.
geordoete, aphorisüscho Zasammenstellang am zweckmässigsteo er-
scheinen. Es haaft sich überdiess die Synonymie in der Petrographie
und Stratigraphie auf eine bedenkliche, den Fortschritt der Wissen-
schaft und die Verbreitung ihrer Ergebnisse im grössern Publikum
wahrhaft gefährdende Weise an. Man benennt Sieinarlen oder For-
mationen nach Ortschaften, die man vergeblich auf den besten Karten
sucht, nach Fossilien, die nur wenigen Fachgelehrten bekannt sind
und, da dieselbe Felsart oder Formation in verschiedenen Gegenden
sich anders gestaltet hat, trägt sie so viel besondere Namen, als Ab-
änderungen derselben bekannt sind. Die Bedeutung dieser Namen
muss aber oft in vielbändigen Zeitschriften, Jahrbiichern, oder grössern,
nicht Jedem zagänglichen Werken aufgesucht werden, und es geht
darüber Zeit und Fleiss verloren, die besser hätten verwendet werden
können. Ein Index dieser Namen, mit gedrängter Angabe ihrer Be-
deutung und der Quellen, die nähere Belehrung geben, wird auch
aus diesem Grunde nicht unerwünscht sein. Der Index macht nicht
die Ansprüche eines Lehrbuches, er beschränkt sich auf kurze Notizen
zur Orientirung ; nur in den Artikeln , welche specieli die Schweiz
betreffen, geht er mehr in's Einzelne ein und sucht den gegenwärtigen
Standpunkt unserer Kenntnisse darzustellen, lieber die allgemeinen,
auch im Auslande verbreiteten Steinarten und Schichtencomplexe findet
man bessere Belehrung in den trefflichen Werken von Naumann,
Zirkel, Sknft, Cotta etc.
Es ist kaum nöthig, beizurugen, wie sehr meine Arbeit der
Nachsicht bedarf. Die zu berathende Litleratur ist so sehr an-
gewachsen, in so vielen, nur zum Theil mir zugänglichen Schrillen
zerstreut, und jeder Tag beinahe bringt so viel Neues, dass wohl zu
erwarten ist, es werde Jeder in dem mit Vorliebe von ihm bearbeitetea
Fache auf Unrichtigkeiten stossen, oder Wesentliches vermissen.
Ben» im October 1871.
B. STÜDER
Aalenien^ G. Matib.
Etage Aalenien. Zum Bajoden d'OBB. oder tiefem Braunen Jura
gehörend. Enth< die Zonen der Ammon. torulosus bis und mit Ammon.
Sauzei Opp. Nach den Eisenerz führenden Schichten Ton Aalen in
Wflrtemberg benannt.
C. Mater, tabl. 1864.
Aarganersandsteln v. Himn.
S. Molasse.
T. Humboldt, Gis. des Roches 1823.
Ackererde«
S. J)ammerde.
Aeumlnatasclüehteii.
Marnes ä Ostrea acunUnata Thubil; Mame$ vistMennes Mabc,
Ftillersearth (?) — Gelblich oder bläulich graue Mergel, abwechselnd mit
Schichten Ton merglichtem Kalk, oft reich an Fossilien, besonders 0. acu-
minata, Belemin. gigarUeuSj Amm. Parkinsoni etc. lieber Oolite sub-
compacte (Calc. Leedomen Mabo.), unter Great-Oolite. Am M. Terrible
4** m&ditig. — Nach Oppil im Niveau der Parkinsoni-Zone des oberen
Bajoden, dem Hauptrogenstein eingelagert.
Thubmasiv, SoqI. jor. M. de Str. 1832 ; Maboov, Jur. Sal. M. S. G.
ni. 1848 ; Ofpel, Jara 1858 ; Gbeffin, Jara Bern. 1870.
Adamellogranlt.
Tonalit y. Rate. Nach der trefflichen Beschreibung des Herrn Vom
Ratb ein kömiges Gtemenge von weissem triklinem Feldepath, zwischen
Andesin und Labrador stehend, graulich weissem Quarz in unregel-
mässig gerundeten Körnern, an Menge dem Feldspath kaum nachstehend,
schwärzlich braunem Magnesiaglimmer in 1 bis 3 Linien grossen
1
Alberese. — Allaviam. 3
Alberese
in Toscana, ein graner oder gelber thoniger Kalkstein, oft schiefrig,
zBiraäen dnrch Infiltration, 2. Tb. zonenartig, gefilrbt, so im Btunenmarmor
von Florenz. Ais organische üeberreste enth< er die Fwxriden
des ÜTSches. Gooobi nnterscheidet einen ftltern Alberese ^ der obem
Kreide angehörend, AmoMniten n. a. Fossilien dersdben enthaltend, mit der
Fietrarforte in Yerbindong und Ton Nnmmnlitenkalk bedeckt, nnd einen
jlkngeren, dem Nnmamlitenkalk anfgelagerten nnd von Macigno bedeckten
Äibere^e.
COCGHI, Bull. gM. 1656 ; GSATTABOLA tUs. Viale dei Colli. Bell. geol.
N« 4» 1870.
AlMen.
Terrain. S. Gault.
AlgftascMefer«
Fleckemnergd. AmaUheefUhan Schafe. Dankelgrane, selten rothe
fleckige Sddefer von thonigem Kalkstein, mit Ammofdien des mitü^*en
Liaa. Bezeidmend ist Inooeranms Falgeri. Dem eocenen Flysch oft
tftnsdieEd ähnlich, mit Fucoiden, die von den Flyschfncoiden abweichen.
AJs Einlagerangen kieslige schwärzliche Kalksteine nnd rothe Homsteine.
Nach OoxBEL im hintern Algftn, aber Adnete$*kalk , in grosser Mächtig-
keit an der Nordseite der Mädelergabel. Thxobald fand die Algäo-
sdueCer, z. Th. vdi BekmnUen uadBivalven, am Rhätikon, im nntem
Engadin nnd in LiTignonnd khigt Ober die Schwierigkeit, sie vom
B^ndnarschiefer za trennen, daher er beinahe geneigt ist, diesen nnr als
eine Fortsetzung derselben zu betrachten. Ein Yerzeichniss von Petrefacten
gibt ZinsL.
Eflcraa, Vorarlberg , Schw. Dksch. XIII , 1853 ; QüMBSL, Bair. Alpen
1861; Y. BiGBTHOFEN, Vorarlberg, Geol. RA. X. 1859; Theobald,
Graab. I und II, 1863 und 1865 ; ZiTTEL, Jb. d. RA. 1868.
illuTion anclemie.
Terrain de iransp. anden. Nach Nxokxb nnd Elh dx B. die nnter
dem erratischen Schntt liegenden geschichteten Kiesbildnngen in den Um-
gelmngen von Genf und im südöstlichen Frankreich.
KSGEXa, Etades 1841 ; EUB DB BSAITKONT, R^vol. da globe Aon. des
sc. nai. 1829—1830.
llluyiiim
bezeichnet die noch in der Fortbildung begrüTenen Ablagerungen der
Jetztzeit, wie Dammerde, Torf, Flossgeschiebe n. s. w.
4 Alpengranit.
Alpengranit.
Protogingranit. Erystallinisch körniges Gremenge von Feldspath,
Quarz und Glimmer. Der Feldspath ist theils Orthoklas, theils Oligoklas.
Der Orthoklas weiss, perlmutterglänzend , selten blassroth bis rosenroth,
in krystallinischen Partie'n, zuweilen auch in zoUgrossen, gut begrenzten
Zwillingen ausgesondert, stets Torherrschend ; der Oligoldcu, weiss oder
blass grün, wenig gl&nzend bis beinahe matt, mit den flbrigen Elementen
yerwachsen , krystallinisch mit Zwillingsstreifung , in kleineren Partie'n und
gegen den Orthoklas zurflckstehend. — Der Quarz , wasserhell, grau
oder blassviolett , glasig, dicht oder feinkörnig, fast sandig, die unregel-
mässigen Zwischenräume ausfallend. — Der Glimmer ^ ein zweiaxiger
Eisenglimmer, in hexagonalen dicken Blättchen, schwer spaltbar und nicht
elastisch, dunkelgrün, wenig glänzend, durch Aussatz an der Luft bronze-
farbig. Früher als Ghlorit oder Talk betrachtet, daher man Protogin Ton
Granit glaubte trennen zu sollen. Meist ist nämlich der Glimmer in fast
mikroskopischen Schuppen zu kleinen unregehnässig begrenzten Nestern
und kurzen Streifen angehäuft, die wie Aggregate Ton Chlorit aussehen.
Liegen diese Streifchen paraUel, so entsteht der Granit vdni von Saüssubb.
Obgleich grüner Talk und Ghlorit nicht fehlen, sind sie doch nicht con-
staut und nicht wesentlich. Der Oligoklas besonders ist oft mit kleinen
Talkblättchen gemengt und mag ihnen seine grüne Farbe yerdanken. In
den mittleren, rein granitischen Partie^n fehlt der Talk oft ganz, ersdieint
dann häufiger, so wie die Steinart in Gneiss übergeht und wird Torherr-
schend in den schiefrigen Abänderungen. In Abänderungen tritt audi der
Glimmer sehr zurück, die andern Bestandtheile sind enger verwachsen und
der Granit nähert sich dem Eurit,
Elufträume sind gewöhnlich mit Quarz ausgefüllt. Zuweilen erweitern
sie sich klafterhoch, der Quarz sitzt dann, als Bergkrystall , seltener
als Rauchquarz ^ an den Drusenwänden, auch wohl in Individuen, die
viele Kilogramm wiegen. Andere £lüfte sind mit Eurit angefüllt und ent-
halten in Drusenräumen Krystalle von Adular oder gemeinem Orthoklas.
Häufig bildet erdiger Chlorit Ueberzüge auf diesen Quarz- und Feld-
spathkrjstallen , oder erfüllt auch, in grösserer Menge, die noch leer ge-
bliebenen Räume der Drusen, erscheint aber, umgekehrt, auch wieder als
Einschluss der Bergkrjstalle. In diesen Krystallhöhlen fiindet man den
meist oktaedrischen rothen Flussspath, wasserhellen Apatit , Eisenglanz,
seltener Bleiglanz (Tiefengletscher). Selten wird der Stein von Molybdün-
glanz^ in grössern blättrigen Aggregaten, durchzogen.
Alpenkalk, — Alpenkohlen. 5
In den grossen Massen ist der Alpengranit, ohne in der Anordnung
seiner Elemente Neigung zum Gneiss zu verrathen, in dicke Tafeln ab-
gesondert, die in der Mitte der Masse in der Begel verücal stehen und
auf beiden Seiten der Axe zufallen, wie ein nach oben sich öffnender Fächer.
Ausnahmen fehlen indess nicht. In der Yerl&ngerung dieser Hauptmassen
verliert sich die Fächerstructur, die Tafeln fallen, obgleich immer sehr steil,
nach gleicher, gewöhnlich südlicher Richtung. Zuweilen auch erscheint der
Granit in horizontale Bänke zerklüftet. Mit der Tafelstructnr verbindet
sich, nach der Aussenseite der Gebirgsmassen, oft auch eine innere Ab-
änderung. Es erscheint gewöhnlicher Glimmer, in schwarzen, glänzenden
Blättchen, oder der frühere chloritische Eisenglimmer und Talk mehren
sich, die Blättchen ordnen sich parallel. Das Gestein wird, im ersten Fall,
ein gewöhnlicher Gneiss, im zweiten ein Alpen- oder Proiogingneiss,
Der Alpengranit bildet die Kernmasse und meist die Gipfel der
äusseren, d. h. westlichen und nördlichen Mittelzone des Alpenzuges, der
Aiguilles Rouges, des Montblanc, der Grimsel und des
Gotthard. Die Granite der inneren oder südlichen Alpen, Baveno-
granit^ Coderagranit, JuliergranU^ Adamellogranit, Beminagranit u. s. w.
unterscheiden sich vom Alpengranit vorzüglich durch deutlicher entwickelten
Glimmer.
D. SaubsüBE, Voyages; JUIUNS, J. des Mines XIX, 1806*, FOUSNET,
Alpes entre le Valais et l'Oisans , A. de Lyon IV , 1846 \ Delessb,
Mem. Bur la Protog. Bull. geol. VI, 1849; HtLLEB, Baal. Verh.
1865-1870.
Alpenkalk^
eine nicht mehr übliche Benennung des Kalkes der Kalkalpen, bevor, mit
Hülfe der Paläontologie, eine genauere Altersbestimmung und Gliederung
desselben möglich war. Man unterschied altern und jungem Alpenkalk
und glaubte jenen als Uebergangskalk , diesen als identisch mit dem
norddeutschen Zechstein zu erkennen, daher die Benennung Alpenkalk
mngekehrt auf diesen übergetragen wurde.
Flubl, Geb. von Bayern 1792 ; REU88, Lehrb. d. M. 1806 \ v. HUMBOLDT,
Gisem. des Boches, 1823; v. Leonhabd, Felsarten, 1823.
Alpenkohlen
heiflsen die in den Kalkalpen von Oesterreich, westlich von Baden und
Neustadt, vielfach ausgebeuteten Steinkohlen, begleitet von Pflanzen-
abdrOcken und marinen Mollusken. Sie gehören zwei Formationen an.
Die einen Flötze sind den Greatnerschiefem eingelagert und sind Lias^
kohlen, die Gruben liegen am Südrand des Wienersandsteins , bei
6 AlpinH. ^ AmaltheenthoD.
Bernreat, Grasten, Hinterholz, Grossav, im Pech-
grab e n. Die andern gdiOren den LunstersckicMen an und sind Keviper-
kohlen; ihre Omben liegen bd Baden, Kirchberg a. d. Pielach,
Tflrnitz, Scheibbs, Lnnz, Oppenitz n. s. w. — In den
Schweizer- nnd SaTOier- Alpen lassen sich diesen Kohlen anreSien 4IA&
EoeenkoMen Ton Beatenberg, Diablerets, Pernant, Entre-
yernes, nnd die Kimmeridgekohlen Ton Boltigen nnd Darbon.
LXPOLD, Kohlengebiet, Jb. d. RA., 1865; Studbb, G. d. S. 1853,
Fatbb, Savoie 1861.
Alpinlt^ SncLiB.
Ein zwisdien Vermcano (s. d.) und Oneiss schwankender qnarzreicher
grflner Schiefer, von Thiobald seinem Casannaschiefer beigezfthlt. Smun
erweiterte später den Begriff nnd dehnte den Namen auf andere alpiniache
Oneisse ans.
SnOilB, PetrogeDese, 1862; — Peträa, 1866.
Altmannschlchten^ Esobib.
Ein Olied des unteren alpinen Neocom. Schwärzlich grttner Sandstein;
an der Anssenfläche oft rostbraun durch zersetzten Olanconit oder Schwefel-
kies. In Appenzell, am Altmann und an den flbrigen Gebirgen der
Sentisgruppe 100 bis 200°', am Pilatus nur 1 bis 3"" mächtig. Ein
Gemeng von GlauconU- und Quarzkömchen , schwach aufbrausend, ohne
zu zerfallen, der Schwefelkies in mikroskopischen EOmem, oder auch
haselnnssgrossen Knollen eingemengt. — Als Petrefacten yorzftglich grosse,
aber schwer trennbare Cephalopoden , femer Toxa$ier SeniigianuB , Dis-
coidea maoropyga^ CoUyrUes oüukm. Die Altmannschichten liegen auf
dem neocomen Kieselkalk nnd werden bedeckt Ton den DmsbergscJnchten
oder dem Knollenkalk.
SchrifU. Mitth. von EscHEB; Kattfmahn, Pilatus, 1867.
Amaltheenthon.
Amaliheenmergel , SoHAm. Fleckenmergel ^ Algöuschiefer , Gomb.
Graue, schwarz gefleckte über dem rothen Adneterkalk liegende, in
Platten spaltende Mergelkalke mit Anmwn. amaltheiu (margarUatus)
u. a. Fossilien. Dem mittleren Lias, Schwarzen Jura d Qu. ent^rechend.
Weithin anhaltend in den deutschen Nordalpen. S. Algäuschiefer.
SOHAfSiimi, LboHH. Jb., 1847, p. 804; GtMBIL, Bftir. Alp. 1861.
AmmonifeenkAlk. — AmuiotiiteB-Zonen. ^
Attunonlteiikalk.
Die Benennong ist aof ammoiütenreiche, meist rothe Kalksteine (Calc.
ammonitico rosso) yerschiedenen Alters, Tom Lias bis in den Neocom
angewandt worden nnd hat daher, ohne n&here Bezeichnung, keinen wissen-
schaftlichen Werth. •
Im Tessin, oder doch ztm&chst der schweizerischen Grenze, zeigt sich
der rothe Ammonitenkalk , dem oberen Lias entsprechend, als Decke des
imteren Lias von Saltrio nhd Yiggitt, aof dem M. Oeneroso, zwischen
Arzo nnd GüTio, bei Ligornetto, Induno u.a. Stellen. Es ist der-
selbe rothe Ammonitenkalk, der in der Brianza, bei Erba, Suello etc.
Torkommt und längs dem Fuss der Alpen, noch weiter östlich, stets mit
grossem Ammonitenreichthum , fortsetzt. Er ist nicht zu Tcrwechseln mit
ebenfikUs rothem Ammonitenkalk, d«r bei Trient und RoTeredo gebrochen
wird, Mf ißt Orelize von Jura nüd Kreide liegt und Ton Bbniki dear
KflMMridgetftnCe beigeordnet, von Opk^n. als der tMidnischen Stufe ange-
hörend bezeichnet wird.
Beide, nach der Steinart leicht zu verwechselnde, aber paläontologisch
weit auseinander liegende rothe Ammonitenkalke zeigen sich, obgleich in
etwas verschiedenem Niveau, auch in den nördlichen Kalkalpen. Der rothe
Adneterkalk enthält Ammoniten aus allen drei Stufen des Lias.
Man kann ihn dem AmmoniHco rosso von Mendrisio und der Brianza
Tergleichen. Weiter westlich finden wir dieselbe Stufe in Vorarlberg,
im Alfenz- und oberen Lechthal. Der obere rothe Ammonitenkalk
der tithonischen Stufe am Haselberg bei Ruhpolding, S. von Traun-
stein, die Muschelbreccie von Rogoznik in den Karpathen, die Ammo-
nitenlager bei Ghambery und Grenoble, dagegen können dem Kalk
Ton Rover edo entsprechen.
Embich, österr. u. bair. Alp. Jb. d. RA., 1853 ; HsBiAir, Basl. Verh.
1853, p. 71; ▼. HAtJüB, Trias, Lias und Jura. Jb. d. RA. 1853;
ESCBO^ Yorarlb. Schw. Dks. 1853 ; ▼. RlCBTHOFnr, Forarlb. Jb. d.
RA. 1859; GÜKBEL, Bair. Alp. 1861; Oppel, die tith. Etage, D.
Z toch . 1865 ; Benxkb, Beitr. 1868; Neobi e Sfbeafico, Varese e Lugano,
Ist. Lomb. 1869; Stoppani, Paleont. Lomb. IV^ 1867.
Anm^iriteii-Zmieii.
Oppkl hat 21 der 32 Zonen, in welche er den Lias, Dogger und Malm ein-
getheilt, nach den fflr sie charakteristischen Ammonitenspedes, die flbrigen 1 1
nach Arten anderer Geschlechter, bezeichnet. Ton diesen Namen hat Mösoh
für seine 24 Zonen oder Schichten nur 5 beibehalten. Nach seinem Tor-
gang findet man, in diesem Index die OppiL*schen Zonen, ualer dem durch
3 Ammonitioo-rosao. — Ancepa-Zone*
Weglassnng des Greschlechts oder der Species abgekflrzten Kamen, z. B.
Zone des Ammon. Humphriesianus anter Humphriesianuszonef Zone der
Äsiarie supracoralina anter AstartenmergeL
Opfel, Jnraformat. 1858.
Ammonltieo-rosso.
S. Ammonitenkalk.
AmpUbolith.
S. Homblendfels.
AmphlstegineiikAllu
Dem Leithakalk des Wienerbeckens angehörend, als Baostein bei
St. Margarethen gebrochen. Weiss oder lichtgelb, weich and porOs»
ein sandiges Agglomerat organischer Trümmer and Torherrschenden
Afnphisteginen.
SUBSS, Boden von Wien, 1862.
Amygdalold.
S. Mandelstein.
Anag^nlte^ Hact.
Conglomerat Yon Granit, Gneiss, Glimmerschiefer, Qnarz- a. a.
krystallinischen Felsarten, verkittet darch ein sandiges oder schiefriges
. Cement. Es gehört dahin der VerrucanOy das Conglomerat Ton Valorrine,
die grosskömige Qrauwacke des Harz.
Anamesite«
Feinkörniger Doleiit, den Uebergang bildend in Basalt.
Anceps-Zone, Oppxl.
Zone des Amm. anceps Rein. Mittleres Callovien, antere Omaren*
schichten Mosoh. üeber Amm. maarocephalus , anter Amm. cUhleia.
Im Aargaaer-Jara findet Mosch die Omatenschichten zwar in zwei petro-
graphisch verschiedene Stafen getrennt, eine antere aas braanen Eisen-
oolithen and eine obere aas gelben Thonkalken bestehend, erkennt aber
in der reichen Faana beider keinen Grand, sie von einander za scheiden.
Opfil, Jura, 1858 ; Möscb, Aarg. Jura 1867.
Andr6 St.- ^ Anhydrit. 9
Andr« 8t.-
-Eorallenfels. Mabcoü. Ausgezeichnetes Korallenlager auf dem Fort
St Andr6 bei Salins, lO"" mächtig. Unten, 8"*, der graue, dichte, sehr
z&he Kalkstein, mit Kieselnieren und voll Korallen; über ihm, 2"^, weisser
dichter, dflnngeschichteter Stinkkalk mit Belemniten, Nerineen und Myen.
Nach Oppil AUt die Stufe in das Niveau der Humphriesianus-Zone.
Mabcoü, lettres s. 1. Jura 1857-, Ofpbl, Jaraf. 1858.
Angulatas-Zone , Oppkl.
Zone des Amm. angulalus^ im untern Lias, über Amm. planorbis,
unter Amm. Bvldandi^ Insedenmergel Mosch z. Th.
Anhydrit«
Der wasserfreie schwefelsaure Kalk bildet in den Alpen überall, wo
man tiefer in das Oebirge eindrang, den Kern der Gypsmassen und wird
an der Aussenfiäche nicht sichtbar. Der Anhydrit, sagt t. Chabpsntiks,
wird in den Salzwerken von Bex oft erst 60 bis 100 Fuss vom Tage
einwärts erreicht. Nur an sehr steilen Gehängen, deren aufgelockerte
Oberfläche fortdauernd abfällt, zeigt er sich unverändert an der Aussenseite
des Gebirges. — Der Anhydrit von Bex ist feinkörnig bis schuppig,
raachgrau bis dunkelgrau, wird aber, dem Wechsel der Temperatur und
Feuchtigkeit ausgesetzt, blasser bis weiss, verli^t seine Härte und sein
Gefflge, blAht sich auf und geht in Gyps über, der zuweilen noch das
recfatwinklichte Gefüge des Anhydrits erkennen lässt. Einlagerungen von
Thonschiefer , und auch der Anhydrit selbst, enthalten Steinsah, fein
eingesprengt, oder in Adern und als Gement kleiner oder grösserer
Trümmer von Anhydrit, Thonschiefer und dunklem thonigem Kalkstein.
Die Anhydritmasse selbst bildet eine stockförmige Einlagerung im Liaskalk.
Ueber die Verbreitung und geologische Lage des Anhydrits s. Gyps.
Im äussern Jura konmit der Steinsalz enthaltende Anhydrit, in den
durch Bohrung erhaltenen Salinen von Schweizerhall, Äugst, Rhein-
felden, Ryburg, unter gleichen Verhältnissen wie im Neckarthal, als
Einlagerung im Muschelkalke, vor.
V. Chabpkntibb, J. des min. 1819; — Leonh. Jbch. 1861*, — Poggd.
1825; ▼. Albebti, salurg. Geol. 1852; HSBUN, Bafll. Ver. 11. 1836;
VI. 1844 ; MÖ6CH, Aarg. Jura 1867.
10 Anäiradt.
Anthradt.
Eisensdiwarz , sanmitschwan , pechschwarz, giUnlidi sAirafs, halb
metaffisdi gttnsend his beinah matt, zuweilen bunt angelaufen; fidit mfl
mnsdüigem Brach, Bdinppig bis erdig nnd zerreiblidi. Die Hftrte 4es
dichten 2 bis 2,5 , das s. 0. 1,4^1,7. Wesentlich reiner Kohlenstoff,
in der B^;el 90 bis Aber 90 V^, mit Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und
Asche, in schwankenden Verhältnissen, durch Uebergänge sich an die
Steinkohle anschliessend, so dass dasselbe Lager zuweilen an einer Stelle
aus Steinkohle, an einer andern aus Anthracit besteht. Im Feuer, bei
starkem Luftzuge, ohne merklichen Geruch verbrennend, mit oder ohne
Flamme, aber nicht schmelzend.
Der Anthradt bildet in unserer Hittelzone der Alpen meist dflnse
Lager, Streifen und Nester, begleitet yon grauem oder schwarzem, zuweilen
sandigem Thonschiefer, der z. Th. als Dachschiefer benutzt wird und
auf Col de Balme und bei Erbignon, am Westabfall der Dent de
Mordes, Abdrücke der Steinkohlenpflanzen enthält, die z. Th. durch weissen
oder gelben Talk vertreten sind. In grösseren Massen erscheinen, als
Nebengestein, oder mit dem Schiefer abwechselnd, meist dünn geschichtete,
graue und schwarze Sandsteine, mit vielem, dunklem, vereinzelt auch mit
weissem Glimmer, der z. Th. das Cement vertritt, so dass es schwer hält
die Steinart von Gneiss zu unterscheiden und wirklich auch Ueberg&nge
stattzufinden scheinen. Mit dem Sandstein wechseln Conglomerate , oft
ohne Grenze damit verbunden, erbsen- bis kopfgrosse Trümmer von Quarz,
Homstein, Kieselschiefer, selten Granit, niemals Kalkstein einschliessend,
durch das Cement des Sandsteins, oder durch z. Th. mit Gneiss zu ver-
wechselndem Sandstein fest verkittet, grau bis schwarz, auch violett oder
grün (PoudUngues de Valorsine).
Die ÄnthracUbildung tritt aus Dauphin^, durch Savoien,
auf beideh Seiten der Montblancmasse, in das Wallis ein. Die
nördliche Zone erscheint zwischen Martigny und St Maurice, links
und rechts von der Rhone, in einer wohl eine Stunde betragenden Mächtig-
keit, mit verticaler Schichtung, in der Höhe ftcherfömug sich verbratend,
zwischen Gneiss eingeklemmt und wird auf der östlichen Hochfläche, auf
Foullyalp, von mächtigen Kalkgebirgen überlagert, ohne weiter östlich
deutlich wieder hervorzutreten. Am Bristenstock in üri kommen
Nester von Anthracit vor, die früher abgebaut wurden. Ob die Anthradt-
streifen, die am Bifertengrat, auf der Ostseite des Tödi, auf Kalk-
schiefer liegen und von schwarzen Schiefem und Sandsteinen, überein-
stimmend mit denjenigen des Bhonethales, begleitet werden, derselben
AniigoriogneisB. \\
Fonnation angehören, kann 4T8t daroh das Auffinden TOn Pflanzenabdrücken
entsohieden werden. Erst am Brenner, in Tirol bei Steinach, hat
Pi(nDJEB wieder gut bestimmbare Steinkohlenpflanzen nachgewiesen. —
Die sfldliche Anthracitzone streidit Ton La Salle im Aostathal, in der
Richtong des Meridians, westlich vom Bemfaardspass , die Hanptkette
flbersteigend, Aber Liddes, den Col d'Etablon und Is^rable nach
dem Rhonetbal and lässt sich, längs dem Fnss der linken Thalseite, ILber
Ghandoline and Bramois bis nach Tnrtmann yerfolgen. Einen
Anthradtstreifen, der, westlich tob dieser Zone, zwischen Bon rg &aint-
Pierre nnd Yal de Ferret, dorch Dolomitgebirge von ihr getrennt
erscheint, glaubt Faybx als der Trias angehörend betrachten za sollen,
was jedoch Ton Gkslaoh bestritten wird. Dagegen erscheinen die Steinkohlen
der Nommnlitenbildong , an einzelnen Stellen, wie am Mittaghorn S. Ton
Fratigen and auf der Gadmenflnh, als Anthracit. — Bei Hanno, NW
TOD Lngano, in Tessin, sind zahlreiche, aber kaom näher bestimmbare
Abdrücke Ton Kohlenpflanzen in einem dem Glimmerschiefer eingelagerten and
als Baostein ausgebenteten Gonglomerat vorgekommen, ohne jedoch von
beträchtlicheren Anthracit- oder Kohlennestem begleitet za sein. Das
Conglomerat enthält GeröUe von Quarz, Glimmerschiefer, Gneiss^ Granit,
nicht aber von Porphyr oder Kalkstein.
De SAUBSOBB, Voy. 1779 ; Negkkb, Valorsine, H. de Gen. 1828 ; FAvnB,
Anthr. M. de Gen. IX \ - Savoie 1867 ; STÜDEB, W. A. 1834 ; — G. d. S.
1853; - t. anthr. de« alpes, Bali. g. XIU, 1855 ; GEBLACH, SUd- Wallis,
1871-, Pichleb, Ferd., ym. 1859-, Nkgbi e SFBEAnoo, Varese e
Lugano, Jst. Lomb- 1869.
JlntigoriogiieiflSy Gbblach.
Brianlich schwaner iilmimer mit etwas hellgraaem Olmmer ge-
mogt, weisser feinkörniger Feldspaih in dünnen parallelen Streifen mit
tt abwechselnd, selten, nach Art des Augengneisses , ans-
, heller ghisiger Quarz , in einzehien KOmem oder in sandigen
parallel den Feldspathstreifen, mit diesen oft verwachsen. Nach
ScHBnon stimmt die diemlsche Zasammensetznng flberein mit deijemgen
des granem Oneiues oder onteren PluionUa des sächsischen Erzgebirges.
Nadi Qiblaoh steigt dieser Gneiss, als schmaler Keil, ans der Gondo-
lehhKht am Simplon aof and zieht dann NO nach Pommat, Bavona,
Peeeia und weiter Ostlidi. Mineralogisch nnd chemisch scheint er nicht
verschieden von der herrschenden, vieUach za Weinirfeilem nnd Platten
gsbrodieiien Stebmrt der oberen Tessinthäler nnd der Umgebungen von
Dotto-d'OsBola.
QOLACB, sehw. Dka. ZXIO, 1869 ; SOBIBMB, Faetsohr. 1866, p. 173.
12 Antiklinale-Linie« — Aphanit.
AnttUlnale-Lliile«
Sie scheidet die sttdlich, den Alpen zufallende Nagelfluh and Molasse,
welcher die Höhen bei Than, die Bäachlen im Entlebuch, der Rigi
Q. 8. w. angehören, Ton der nördlich fallenden and zeigt sich, bald als
ein Gewölbe, wie an der Falkenfluh, zwischen Bern and Thun, bald
als antiklinales Thal, wie im Entlebuch, bald dachförmig als ein
nach unten sich öffnender Fächer, wie bei Luzern, ütznach und in
Appenzell.
An einigen Stellen wiederholt sich die Biegung, zwei antiklinale Linien,
mit dazwischen liegenden Synklinalen, erscheinen parallel neben einander,
wie KAuncAiTK es in der (regend yon Luzern und weiter östlich nach-
gewiesen hat.
Studbb, Hol. 1825 j — G. d. S. 1853 -, KAUFMANN, schw. Dksch. ZVII.
1860.
AonscUefer Mojs.
Obere Abtheilung der HallstAdterkalke mit Amm, aonoides, A. tria-
dicuSy A, Wengensis, A. cywbifoi*mis, A, Haidingeri, HcUobia Lommelü
u. a. unter ihnen liegt, als tiefere Abtheilung des Hallstädterkalks, der
Metiemichikalk ; Aber ihnen, nach Wegbleiben mehrerer Stufen, die in
andern Gegenden vorkommen, der Wetlersteinkalk.
MOJSraoyiOB, Obere Triasbildongen, Jb. d. RA. 1869.
Aphanit.
Dichter OrOnstein. Trapp, Com^nne, Pierre de come, Spilit
Dicht oder Terschwindend krystallinisch-kömig, grfln bis grttnlich
schwarz. Inniges Gemeng der Bestandtheile des Diorits, also Ton Hombhnde
und OUgoklas oder des Diabas, d. h. von Pyroxen und Labradoi\
Die üebergänge in klein- und grobkörnige Abänderungen, mit deutlich
getrennten Elementen, oder mikroskopische Untersuchungen müssen ent-
scheiden, ob der Aphanit als ein Diorit oder als ein Diabas zu betrachten
sei; von chemischen ist kaum Hälfe zu erwarten. Nächst der Hornblende,
dem Pyroxen, der als Augit oder Diallag eine verschiedene Rolle spielt,
und den Feldspathen, vermitteln aber auch Epidot^ Chlarity Glimmer^
Serpentin wieder andere Verbindungen, besonders mit der vielgliedrigen
Familie der GrQnen Schiefer (s. d.)
Dioritische Aphanite, von dunkler Färbung, sind in der Mittelione
der Alpen ziemlich verbreitet, nicht in grossen Massen, eher lagerartig,
im Gneiss und in krystallinischen Schiefem. Auch DiaUag-Aphanite fehlen
Aphanitporphyr. — Aptmergel. 13
nicht in den Serpentinregionen von Wallis nnd Bünden. Dagegen
sind angitische Aphanite, die mit dem nordischen Trapp verglichen werden
könnten nnd dem Basalt sich nähern, nnsern Alpen nnd der Schweiz
flherhanpt, wie der Basalt selbst, fremd. Den Aphaniten mnss man aber
wohl anch die granUch grünen, oder anch violetten nnd rothen, dichten
Gesteine beizählen, die, bei Stalla am JnUer nnd an andern Stellen,
als eine Abänderung der Grünen Schiefer auftreten, öfters mit Säuren
aufbrausen und in innigem Gremenge Epidot oder Chlorit zu enthalten
scheinen. Es sind diese Aphanite anch als Spilit bekannt und an
mehreren Stellen gehen sie, theils mMandektein, theils in Varhlit über.
De Saiibsuhs, Voy. *, Studer, Glarns n. Graub. Leonh. Jb. 1827 ^ ^
G. d. S. I, 1853 j Theobald, Graub. 1866.
Aphanitporphyr.
S. DioritporphTr.
AptanergeL
Terrain Aptien. Zur untern Kreide gehörend, über Urgonienj
unter GatUt. In den Alpen als gelbe, graue oder schwarze Mergel, oder
dunkle Kalksteine, zuweilen mit grünen Körnern. Lagerstätte von Orbit.
lenticuUaris u. a. Petref. Am Pilatus ist dieser Aptkalk, nur 1"* bis lO""
mächtig, etwas eisenhaltend, dem obersten Urgonien eingelagert So
auch in andern Gebirgen der Ostschweiz. In Savoien folgt unmittelbar
auf ihn der Gault, mit dem er auch früher vereinigt wurde. In
Dauphin^ (Dröme) bilden die schwarzen oder dunkelblauen Aptmergel
hohe von Graben durchfurchte Halden und zeigen sich arm an Petrefacten.
— Im Jura kennt man den Aptien vorzüglich bei der Asphaltgrube in
Val-de-Travers, bei S'* Groix und an der Perte-du-Rhöne.
Das untere Aptien, oder Bhodanien Rbnev., besteht aus blauen, rothen
oder gelben Mergeln, in einer Mächtigkeit von höchstens lö"" nnd ent-
hält zahlreiche Fossilien, unter denen Belemn, senUcanaliculatuSy Pteroc.
pelagi, Plicatula placunea bezeichnend sind. Eine einzelne Schicht besteht
beinah nur aus Orbiiulites lenticularis. Der obere Aplien von ge-
ringerer Mächtigkeit, ist ein grünlicher oder gelber Sandstein, z. Th. als
Breccie zertrümmerter Korallen nnd Echinodermen, die auch, besser erhalten,
mit verschiedenen Acephalen im Sandstein vorkommen.
Favbe, Saroie 1861 ; Kaufmann, Pilatus , 1867 \ Renevieb, Perte da
Rhone, Schw. Dks. XIV, 1855; PiCTET, PaUont. suisse I— IV 1854
bis 1867 ; JACCABD, Jura Vaud. 1869.
14 Aptychenkalk. — Aqnitanien.
Aptyclienkalk.
Die Benennung leidet, wie viele von palftontologischen Geschlecht»
namen hergenommene, an dem Uebelstande, dass sie, je nach der vor-
kommenden Aptychenspedea , anf yerschiedene Formationen angewandt
worden ist. Die Hornstein fahrenden, weissen, grünen, rothen, kiesligen
Wetzsteinschiefer Ton Ammergan in Bayern, mit Apt. alpinus,
OüMBEL, Apt, latus, Apt. punctatus n. a. werden von Gombbl als ober-
jnrassisch, von Oppkl und ZrmL als tithonisch betrachtet. Derselben Stufe
entsprechen die granen Kalkstein- und Mergelschichten von Oberalm bei
Hallein, die nach Lipold bis 1000 Fnss Mächtigkeit erreichen, und die
rothen Aptychenkalke des Klippenkalks der Karpathen. Nach der
Schweiz hin gehört wohl der lichtrothe Aptychenkalk von Kren, S. von
Yils, derselben Zone an. In der nördlichen Kalkkette der Ostschweiz
glaubt MösoH, in der Basis der tithonischen Stufe, diesen Aptychenhalk auf-
gefunden zuhaben. S. Baifriesschichten. In den Alpen derLombardie
entspricht demselben die Majolka, oder ein hellrother Kalk mit Aptychus
der, enge mit ihr verbunden, sie vom rothen, liasischen Ammonitenkalk
scheidet. Damit flbereinstimmend fand Zittsl auch in den Gentral-
Apenninen feuersteinreiche, graue, grflne oder rothe Schiefer, imt Apt.
Mus, Apt. punctatvSf als Grundlage der tithonisdien Stufe. — Verschieden
von dieser weit verbreiteten Aptychenzone scheint eine jüngere, dem Neocom
angehörende, bezeichnet durch Apt, Didayi oder verwandte Arten. Dahin
gehören die SchrammbachersMchten in Salzburg, auf welchen die Ross-
felder- oder Neocomschichten liegen; dahin femer die Aptychenscfaichten,
hellgraue, merglichte, V^ ^^ ^ ^^^^ ^^^^ Kalkb&nke, an der Ganisfluh
in Vorarlberg. Im alpinen Neocom der Schweiz kommt Apt. Didayi ver^
einzelt vor (Justithal, Stockhorn, Freiburgeralpen, Chablais),
erfaUt aber nicht für sich ganze Schichten. Zahlreicher findet man ihn in
Dauphin^ und in der Provence.
SCHAFHitmi, Leonh. Jb. 1B46 a. 1853 ; ESCBER, schw. Dkscb. 1853 :
EXMXBICH, Jb. d. RA. 1853; r. Haueb, Jb. d. RA. 1853; GtMBSL,
B. A. 1861; ▼. RIGHTHOFEN, Jb. d. RA. 1862; WlAOBf, Benecke
B. 1866 ; Offbl, die tilb. Etage d. g. Ztech. 1865 ; ZlTTlL, Centr. Ap.
in Benecke Beitr. H. 1869.
Aqnitanien.
Etage Aqnitanien heisst nach C. Matib die untere Süsswasser-Mdaaae
mit Einlagerungen von Pechkohle und Sttsswasser- oder Landconchylien ent-
haltenden bituminösen Kalksteinlagem, aber mit Ausschluss der bei Lau-
sanne auf der Pechkohlenstufe liegenden Grauen- oder BlAtter-Holasse.
Archampaandsteia. — Aresefaenerge]. 15
Areliaiiipsaiidstebi.
Chpte d'Archamp od^ de Yembres. Weisser oder hellgraner fein-
kOroigeF Sa&dstein mit EalkoemeBt, fest nnd in der Witterung ausdauernd,
daher in vielen Steinbrüchen abgebaut und zur feinem Architectur, Säulen,
Gesimsen etc. verwendet Mit den Sandsteinlagem, die mehrere Meter
mftchtig sind, verbinden sich blaue Mergel und bituminöse Kalklager, alle
mit SO«' NW fallend und sich an den NWFuss des Salöve bei Genf
anlehnend. Die Schichtflächen des Sandsteins zeigen deutlichen Wellen-
schlag und cyündrische, sich kreuzende WtUste, wie die Zop^latten. Von
organischen Ueberresten fand sich ein Chamaropsblatt, und es steht
wohl ausser Zweifel, dass die Büdnng der untern Sflsswasser-fMolasse
angehdre.
NlCKKB, Etudes g^l. 1841.
Ardesekalk.
Galcarea metallifera Ccmoia. Grauer, selten röthlicher doloButischer
Kalk und Dolomit, z. Th. wie zerfressen, oder mit rundlichen Höhlungen,
die concentrisch schalig ausgefüllt sind und einen gesuchten Marmor
(Oddadino , Rtesenoolüh) liefern. Fossilien sind selten und kaum be-
stimmbar, dagegen enthält er Adern und Nester von Bleiglanz, Blende,
Galmei, Eisenkies, auf die wiederholt Bergbau versucht worden ist. Un-
deutlich geschichtet Eine mächtige Gebirgskette bildend, die bei Ardese,
in der oberen V. Seriana, nach Leuna in Y. Brembana durchstreicht
Nördlich und unter ihr liegen schwarze, merglichte Kalksteine, die dem
Perledo- und Varennakalk gleichgestellt werden, und zuletzt folgt, bei
Cromo, der Verrucano. Ueber dem Ardesekalk liegt Raiblkalk, die
Sdüchten von Gomo und Dossena, und der Ardesekalk wird daher dem
Hallstädterkalk gleichgesetzt. Um diese Annahme mit der angenommenen
Formationsfolge in Einklang zu setzen, vergleicht Mojsisovics die im
liegenden vorkommenden fossilreichen Mergelkalke den Partnachmergeln.
Früher hatten Cubioni und v. Haijkb den Ardesekalk mit dem Esinokalk
vereinigt und, nach einer Aeusserung (Note 1867. § 752) scheint Stofpanx
mcfat immer sicher, beide Dolomite trennen zu sollen.
V. Hau», Lomb. Schichtf. Jb. d. RA. IX , 1858 ; Stofpani, Bivista,
1859; CUBIoia, Appnd. Ist Lomb. 1858 ; — ter. di Besano, üi. Lomb.
1863 ; — y. Trompia, Ist. Lomb. 1870 \ — HOJSIBOVICS, Jb. d. RA
1869.
Areschemergel^ Maboov.
Bandige, graue Mergel, in meierdicken Bänken abwechselnd mit san-
^geD| in Sandstein ttbergehenden fnssdicken Kalkmergellagem, mit Amrn.
Iß Argoyien. — Arietenkalk.
opalinusy Amm. hifrons^ Amm. Aalenris n. a. Bei Ar esc he, 4 Eilom.
SO Yon Salins 8*" mächtig. Dem tieferen Bajocien angehörend, zanftchst
aber den Mergeln TOn Pinperdu, unter dem unteroolithischen Eisen-
rogenstein.
MlBCOü, Lettres, 1857.
ArgoTien^ Maboou.
Scyphienkalk. Bläulich graue thonige Mergel, abwechselnd mit
bläulichen, dichten Thonkalklagem, von 1 bis 3 Fuss Dicke, die sich oft
als an einander gereihte rundliche, kopfgrosse Knollen gestalten, bei 30""
mächtig. Mit Arnm, biplex, A, polyplocus, A. cordatus, Oryph. düatata,
Tereb. insignis, Trig. clavellata, vielartigen Myen und Spongien.
Ueber den Oxfordmergeln, unter dem Corallien. — Im Aargau mächtig
entwickelt und z. Th. die Chaillesstufe des westlichen Jura vertretend, auch
in Franche-Gomt6 indess, bei Salins, Ghampagnole u. a. Orten
vorkommend.
MASCOU, J. Sal. M. Soc. g6ol. III. 1848; — Lettrea 1857.
Arietenkalk^ Mosoh.
Gryphitenkalk. Unterer Lias z. Th. Umfasst die Zonen Oppkl's
von Amm. Bucklandi, Peniacr. tvberculatus , Amm. obtusus, Amm.
rarico8tatus , die sich zwar im Schweiz. Jura auch finden, aber schwer
trennen lassen. Bläulich graue oder schwarze dichte Kalksteine, öfters
bituminös, von bedeutender Festigkeit, in deutlichen durch Mergelblätter
getrennten Bänken; im Basler Jura hie und da als Baustein verwendet,
im Aargau 2 bis 6*" mächtig ; südlich vom Bemer Jura im schweizerischen
Jura nicht mehr entblösst. Meist reich an Petrefacten, besonders der
Arietenfamilie, und an Gryphiten. — In Steinart und Petrefacten dem
nordjurassischen und schwäbischen Arietenkalk sehr ähnlich, tritt derselbe
am Nordrand der Kalkalpen, in Savoien bei Meillerie, in der West-
schweiz in den Umgebungen von Bex und Aigle und am Langeneck-
grat bei Blumenstein, in geringen Spuren auch noch am Thuner-
see hervor; dann fehlen weiter östlich sichere Anzeigen, bis er, obgleich
beschränkt und ohne den gewohnten Beichthum an Ammoniten, in Glarus
wieder hervortritt; bis jetzt sein letztes sicher gestelltes Vorkommen in der
Ostschweiz. Jenseits dem Khein tritt die Stufe, mit verändertem Gharakter,
als rother Adneterkalk auf. — Ein Uebergang zwischen dem schwarzen
und rothen Arietenkalk scheint sich in den Tessiner und lombardischen
Gebirgen darzubieten. Der Kalk von Saltrio, mit Amm, Buddandi
und Gryph. arcuata, aber auch jüngeren Arten, ist schwarz oder graa,
Arkesin. |7
mit Tielaa Eieseloiereii, and hat die grösste Yerbreitnng Tom SAdab£all des
Ciimpo ddi Fiori über die Madonna di Yarese, Induno und Saltrio
an den Kordabüall des Monte Generöse; der Brocalello Ton Arzo,
mit Wien Terebratdn, Spirifer and Otnoiden, selten mit Anunoniten,
ist roth, gelb and weiss, gefleckt and in einander yerlaofend, der KaUc
Ton Yiggit ist aschgraa, oolithisch oder breccienartig.
MOSCH, Aarg. J. 1867 ; Studeb, G. d. 8. 1853 ; Faybb, Savoie 1£67 ;
BAGHMAim, Berner Mitth. 1863 ; Ulyizzaiu, Bocce del Ticino, 1849 ;
Mebian, Basl. Hitth. 1853, p. 71 ; Neobi e Spbsafioo, Mem. d. Jst.
Lomb. 21. 1869.
Arkesin.
JuBiNx definirt den Arkesin als bestehend ans Quarz, Feld^aih,
Hornblende, SteatUj Chlorii nnd meist anch Sphen, Gutot, der in neuerer
Zeit die Benennung wieder benutzt hat, beschreibt die Steinart als eine
grflniich gelbe, meist schiefrige, talkige oder chloritische Grundmasse
mit zahlreichen Erystallen Ton Qtuirz, Feldspath^ Hornblende und hie
und da sehr kleinen Sphenkrystallen. Keine der vielen im südlichen
Wallis geschlagenen und im hiesigen Museum befindlichen Stücke entspricht
ganz dieser Charakteristik, und auch die in der Genfersammlung Ton Jübins
als Arkesin bezeichneten Stücke stimmen nicht überein mit der, nach Gütot,
Jetzt Arkesin genannten Steinart. Kurze Hornblendprismen fehlen nie und
Bind zuweilen streifweise h&ufig, meist auch ist Sphen yorhanden; der
Quarz ist in erbsengrossen , gerundeten, nicht krystallisirten , getrennten
Partie'n eingewachsen, fehlt auch wohl ganz; die Grundmasse endlich ent-
spricht wohl z. Th. der Beschreibung yon Gmror, sie ist aber weder Talk
nodi Chlorit, sondern ein Gemenge eines weissliehen, Torherrschenden und
dnes donkelgrOnen Minerals, beide schiefrig und enge yerwachsen; der
weisse Bestandtheil lässt sich leicht ritzen und schmilzt ziemlich leicht zu einem
schwarzen Glas, der dunkelgrüne scheint nicht yerschieden yon den chlorit-
Ihnlichen Glimmeraggregaten des Alpengranits. Feldspath glaubt man in
Dicht ritzbaren, wmssen, mit der weissen Grundmasse Terwachsenen, dichten
Theüen, die schwierig zu weissem Glas schmelzen, zu erkennen, krystalliniseher
Feldspath fehlt. Der schiefrigen Beschaffenheit der Grundmasse entsprechend
zeigt der Arkesin nähere Verwandtschaft zum Gneiss als zum Granit. Die
ersten Stücke dieser Steinart wurden von Jübihx unter den Trümmern des
Miagegletschers , auf der SW Seite des Montblanc gefunden. Später
wurde Gutot, in Folge seiner Untersuchungen über die Fündlinge, auf sie
aufinerksam und fand sie auch anstehend auf dem Gol de Crdteseche,
über den man aus Germontane nach Y. Pellina gelangt Ein Stück
2
18 Arkoee.
habe ich Yom AroUapass, Ton der Felsstofe, auf welcher das Kreuz steht,
mitgebracht. Sie ist stark yertreten in den Moränen der Ferpecle-^Moirj*
nnd Zinalgletscher. Nach Geblaoh bildet indess der Ärkerin nnr
untergeordnete Massen im Gneise- und Schiefergebirge der Hochalpen.
Aus Arkesin besteht der grosse Block yom Steinhof nnd eine grosse
iZahl anderer dieser Gegend, zwischen Bnrgdorf nnd Herzogen*
bnahsee.
JUBnvB, J. d. IGnes ZIX, 1806*, GtrrOT, Boches da basain errat, du
Rhone, Bull, de Neach. 1847 ; Studee, 6. d. S. 1853; 6BBL4GH, Penn.
Alpen, iSchw. Dks. 1869, p. 88; — Söd- Wallis, 1871.
Arkose.
Sandstein, ans Qtiam nnd Feldspalhköm&m bestehend, mit Olknmer
nnd Kaolin. Ein Zerstömngsprodnct Ton Gneiss oder Granit. Klein oder
grobkörnig; bald der Qnarz, bald der Feldspath Toriierrschend, letzterer
bald frisch, bald kaolinartig. Das Cement thonig, kaolinartig oder kiesUg,
znweUen anch fehlend nnd die Masse als loser Granitgms. Bozn nnter-
scheidet zwischen einer Arkose mit kiesligem Cement, die er dem Bont^
Bandstein gleichstellt, nnd einer Arkose mit kalkigem dement, die Liaa»
oder Jnrapetrefacten enthält
Die Steinart wnrde zuerst, als geschichtetes Zwischenglied zwischen
Granit nnd aufgelagerten Ealksteinbildnngen, Yon ra Bomabd nnd Baon-
oNiABT in Bnrgnnd nachgewiesen, später bei Waldshut, Carla*
bad, in der Pfalz. — Fatbb wendet die Benennung auch auf einen
quarzigen, in Quarzit flbergehenden Sandstein an, der in grosser Ana-
dehnung in den Westalpen und Schweizeralpen zwischen dem Gneiaa
oder Anthracit und dem Lias oder Jurakalk liegt und Ton ihm, sowie
schon Yon Rozir, Foübnit und Lobt, als Bnntsandstein betrachtet wird
(siehe Quarzit, Yerrucano, Zwischenbildnngen). Eine 3 bis 5* mächtige,
leicht mit Gneiss zu yerwechselnde Arkose, Torherrschend Quarz mit weissen^
grOnen oder blassrothen Feldspaththeilen und Talk fest yerwachsen, m
dicken NW fallenden Schichten, bildet, auf der SW Seite der Jungfrau,
dem Gneiss unmittelbar aufliegend, die Grundlage der Zwischenbildungen
und des Kalkgebirges.
BBOHONIABT, de 1' Arkose^ A. des sc. nal. 1826 , ROUT, mont. entre U
Loire et le Rhone, M. de la S. g. IV. 1840; FODBinET, Ball. g. 1850;
LORT, Daaph. 1860; FATBB, Rech, en Sa^oie, 1867; STUDIE, W.
Schw. A. 1834, p. 192.
Arlbergkalk. — AroUagneies. 19
Arlbergkalk.
Partnachdolomit, Kenper-Trias. Schwärslich graner, fester, poröser
Kalk, abwechselnd mit hellerem Dolomit, leicht in Sand zer&dlend, Ranch-
wacke und glimmeriger Sandsteinschiefer. Anf beiden Seiten des Arl-
berges, in Vorarlberg nnd Tirol, yerbreitet. Ueber den Partnachmergeln,
der tiefsten Stufe, worin Halobia Lommelii yorkommt, nnd unter dem
Hasel- und Salzgebirge Ton Hall in Tirol. V. Biobthofkv setzt den Arl«
bergkalk in das Niveau des Hallst&dterkalks (S. Cassian, unterer Eeuper),
M0J8I8OW108 in das tiefere, des Partnachdolomits, der mit seiner Unterlage
Ton Mergehi über dem Muschelkalk liegt Thsobald glaubt, nach strati-
graphischen Folgerungen, ohne Unterstfltzung durch Petrefacten, den Arl-
bergkalk, sowohl im nördlichen , als im südlichen Bünden nachweisea
zu können.
E8CHEB, Vorarlb. Schw. Dksch. 1853 ^ GÜHBEL, B. A. 1861 •, v. RiCHT-
HÖFEN, Jb. d. RA. 1862 ; MOJSDSOWICS, Jb. d. RA. 1869 ; Theobald,
Bünden, 1864 und 1866.
AroUagnelss.
Talkgneiss. Die erstere Benennung verdient vor der zweiten, früher
für dieselbe Steinart gebrauchten, den Vorzug, weU diese auch auf Protogin-
gneifls, was eine andere Steinart ist, angewandt wurde; weil femer eine genauere
Untersuchung erst entscheiden wird, ob der bl&ttrige Bestandtheil Talk,
Chlorit oder Glimmer ist Die Farbe ist ein reines, etwas gelbliches Gras-
grün. Der Glanz der kleinem Bl&ttchen talkähnlich, v. d. L. schmelzen
ae leicht zu schwarzem Glas. Die Blättchen sind meist zu ausgedehnten,
die Schieferabsonderungen ganz bedeckenden üeberzügen vereinigt und so
innig verwachsen, dass nur durch den Schimmer getrennter Pünktchen und
ein flasriges Gefüge die Zusammensetzung erkennt wird. Nester und
Aederchen wie im Protogingneiss , kommen nicht vor. Diese Ueberzüge
umhüllen weisse, sehr feinkörnige Platten und flache Mandeln, die z. Th.
reiner Quarz zu sein scheinen; in andern haben sich perlmutterglänzende
Partie'n von Orthoklas ausgeschieden und die randlichen dickeren Mandeln
bilden einen sogenannten Augengneiss; in noch andem ist die ganze, (rft
zollgrosse Mandel ein gut begrenzter Orthoklaszwilling.
Man erkennt diesen Gbeiss unter den Steinarten, die Saussübb vom
Col St Theodule beschreibt und der grüne Bestandtheil wird auch von
ihm ab Glimmer bestimmt Es ist die vorherrschende Gebirgsart der
Pemiinischen Alpen von oberhalb Aosta nach NO bis ans Weisshorn;
ne bildet die Hauptmasse des Matterhorns, der Dent Blanche, des
G^ Cornier, des Weisshorns, und erscheint in enger Verbindung mit
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jl^jcoc, Cafc. conffieo
Astartenmergel. — Athleta-Zone. 21
zuweilen blassrothem oder gelb und violett geflecktem Kalk, auch weiss,
kreidefthnfich, oder oolithisch, mit z. Th. grossen Eömem. Petrefacten,
meist N e r i n e e n oder Grinoiden, sind nicht häufig. — Oberer Theil
der Astartenstufe Thübm., welche im oberen oder weissen Jara den Corallien
oder Diceraskalk zur Grundlage, die Eimmeridgestofe zur Decke hat. Mächtig
entwickelt im westschweizerischen and französischen Jnra. Bei Salins gibt
Mabooü diesem Kalk eine Mächtigkeit von 28"*.
Thibiua, H. d. Str. 1830; AUbcou, Jura Saliaois, Mdm. S. Gdol. m,
1848-, Etallon, Leth. brunt. Schw. Dkach. XVIII, 1861-, JACCABD,
Jura Yaud. 1869.
Astartenmergel.
Grane oder gelbliche, sandige Mergel, mit Einlagemngen yon mer-
gfichten Kalkbänken. Reich an Petrefacten, die zuweilen Lumachelllager
bilden. Charakteristisch ist Astarte supracaralKna d'OsB. Unter dem
A s t a r t e n k a 1 k (s. d.) und mit diesem , im westlichen Jura , die
Astartenstufe bildend. Die Mächtigkeit dieser Mergel im Neuch&teler Jura
erreicht nach Jaccabd SO"", im Jura von Salins nach Mabooü 3"".
Astarten-Zone Opp.
Astartien Thubh; Sequanien Mabo. Von Oppsl der Kimmeridge-
gmppe eingeordnet, über der Diceras arietina, unter der PtBroce$'a Oceatu.
Als Ldtmaschel Astarte supracorallina d^Onn. Die Stufe zerfällt in einen
Ästartenkalk und Astartenmergel, jener oben, dieser unten. Thubhann
theilt das Astartien noch in ein Epiastartien , Zone Astartienne und ein
Hypoastartien.
Masoou, Jura Sal. M. s. g. III. 1848; Oppel, Juraf. 1858; THUBMANN ET
Etallon, Leth. Brunt. Schw. Dks. XVIII, 1861.
Astlen.
Etage Astien C. Mateb. Die pliocenen, fossilreichen, grauen Mergel
von Ast i, Gaste 11-Ar qua to, Mas ser an o u. a. Gegenden. In
der Schweiz setzt C. Mateb in diese Zeit die letzte Erhebung der Alpen
nnd die Auswasdiung der Thäler.
C. Mateb, tabl. 1868«
Athleta-Zone Opp.
Z(me des Arrnn. athleta PhUl., im oberen Calloyien. Omatenschichten
UosoH. Ueber Amm. anceps, unter Amm. biarmatus. S. Anceps-Zone.
22 Aubcrsonien. — Austernlager.
Anbersonleiu
Nach rAnberson, W von S. Croix im Waadtländer Jura. Eine
Abtheilnng des Yalangien. Mabcoü bezeichnet als Rockes d'Aüberson das
untere Yalangien, zwischen dem Pnrbeck und dem Limonit, und nennt als
Leitmoscheln: Strombus SaiUieri, Sigaretus PidanceU, Naiica Sautieri,
Ooniopygus decoratus und yorzugsweise Toxaster Campichei. Die mittlere
Mächtigkeit schätzt er auf 80 Foss. Jaggabd dagegen will fftr diese Ab-
theilnng den Namen Yalangien stehen lassen nnd den Limonit nnd roth-
braonen Kalk, die ohnehin bei Yalangin zu fehlen scheinen, als Auber-
sonien bezeichnen. Die Fauna dieses oberen Yalangien ist weit reicher
und mannigfaltiger, als die des untern.
Mabcoü, Bibl. aniv. Arch. 1862 ; JAGCASD, Jura Yaud. Suppl. 1870. p. 51.
Anerkalk.
Dichter, dunkelgrauer Kalk, dünngeschichtet, die Schichtflftchen mit
fettem Thon bedeckt. Die nicht seltenen Ammoniten und Terebrateln
bezeichnen ihn als Ozfordkalk. Steile Schichten bei Au im Bregenzerwald
unter den neocomen Aptychusschichten der Canisfluh.
ESCHEB, Schw. Dks. Xin. 1853 ; v. RiGHTHOFEK, Vorarlb« Jb. d. R A.
1862.
Angengneiss.
Gneiss mit Aussonderung grosser elliptisch begrenzter Feldspathkr3r8taUe,
oder euritischer kleinkörniger Aggregate yon weissem Feldspath und Quarz,
um die sich der Glimmer herumbiegt. Bei Andermatt in ürseren, bei
Obergestelen am Sfldfusse der Grimsel, bei Zinal in Anniyiers.
Austernagelflnli.
S. Austemlager.
Anstemlager.
Petrefactenlager, die TOrherrschend oder ausschliesslich Schalen von
Austern enthalten, kommen vorzugsweise in jungem Tertiärbildungen Tor.
So im südlichen Frankreich mit Ostrea crassissima und 0. undata, bei
Paris die Austembank mit 0. longirosiris , 0. callifera, 0. cyathula.
In der Molasse der Schweiz ist seit alter Zeit das Austemlager bei Hüt-
ligen, zwischen Bern und Thun, fast nur aus Schalen yon 0. irassissima
bestehend, bekannt. Im Elettgau bei Schaffhausen liegt eine Bank
Yon Nagelfluh mit 0. undata, 0. canadensis, 0. virginiana auf der
untem Blättermolasse.
Stüdkb, Molasse, 1825 ; Bachmamn, Thierreete bei Bern, 1867 ; WÜBTBM-
BKBOEB, Klettgau, Zs. d. D. G« 1870.
ATicula-contorta« — Badenerschichten. 23
ATicula-eoiitorta-Stafe.
S. Bhätische Stufe nnd Contorta-Zone.
Azoische
Stemarten and Formationen heissen diejenigen, TOn denen man voranssetzt,
dass sie den Erdboden Tor dem Auftreten organischer Wesen gebildet
haben. S. ürgebirge und Urgebirgsarten.
Azzarolastnfe Stoppani.
Contortazone, Eössenerschichten, Infralias, Geryillienschichten. In der
Höhe hellgrane Mergel- und Ealklager, unten yoriierrschend schwarze
Hergelschiefer mit Einlagerungen von schwarzen Ealk- und Lumachell-
schichten. Mehrere hundert Meter mächtig. Beich an Fossilien, besonders
im höheren Theil der BUdung. Eine Eorallenbank (Banco mouireporico)
begrenzt sie gegen den aufliegenden Lias-Dolomit. Bei TAzzatola, auf
der rechten Seite der Yal Bitorta, gegenüber Lecco. — Stoppaih be-
Bchrftnkte firflher die Stufe auf den höheren hellgrauen Theil und betrachtete
den tiefem , schwarzen als der S. Gassianbildung entsprechend , überzeugte
sich indesB später, dass beide AbtheUungen paläontologisch nicht zu
trennen sind.
Stoppabi, Studii, 1857; — Rivista, 1859; — Paläont. Lomb. 1860.
Bächisandsteln.
Plattenförmige, feste marine Molasse, in steU aufgerichteten NW
bllenden Schichten, welche in Bach bei Richterswyl, am oberen Zürcher-
see gebrochen wird. Bläulich oder grünlich grau. Die Oberfläche eben,
oft mit Glimmer bedeckt, oder wellenförmig, von Kohlenstaub geschwärzt,
auch wohl mit warzigen Erhöhungen.
Zürcher Keajahrblatt 1862.
Bactryllienmergel.
S. Partnachmergel.
Badenerschichteii Moso'h.
Corallische 6r. Moüsson; Weisser Jura y Quknst.; Zone des Amm,
tmuUobatus. Oppxl. Thonige Ealkbänke, knollig mit merglichten Zwischen-
lagern, gelblich weiss oder bräunlich. Voll Scyphien Echinodermen,
Crinoiden, Brachiopoden, Acephalen, Gasteropoden^ Cephalopoden. Mosch
Murt 50 verschiedene Ammonitenarten an, besonders Planulaten. Die
24 Badiotische Groppe. — Bajocien.
Mächtigkeit betrftgt 10 bis 15"'. Die Büdang setst Ton der Schwäbischen
Alp fort nach dem Randen bei Schaffhansen, wo seit alter Zeit ihr
Beichthmn an Petrefacten berühmt ist, zeigt sidi dann im Aargan am
Schlossberg bei Baden nnd bei SchOnenwerth, yer&ndert aber nadi
Westen zu ihren paläontologischen Charakter und scheint in das westr
schweizerische Astartien (s. d.) flberzngehen.
MOüBSOH, Baden im A. 1840; Oppel, Palftont. Hitüi. 1862; MOaCH,
Aarg. Jura, L867.
Badiotlsche Gruppe Mojs.
Badioten nennen sich die romanischen Bewohner der ümgebimgeii
Ton S. Cassian in Süd-TiroL Mojsisowios benennt nach ihnen die
tiefere Abtheilnng seiner Koamischen Stufe, welche nntar der Khätischen
und Aber der ^omcAen Stnfe liegt. Die BadioHsche Qruppt enth&it des
oberen HalUtädterkalk , oder die Aonschiefer, nnd Aber diesen die
Cardilchorenaia' oder Raibelschichten. Unter ihr liegen, als unterer^
HalUiädierkalk , die Schichten mit Amrnon. Meitemichiij über ihr der
WeUer$teinkalk.
MOJBOSOTICS, Obere Trias, Jb. d. g. RA. 1869.
B^jMien.
Terrain Bajocien; Calcaire de Bayenx d*Obb. Es nmfasst den Inferior
Oolithe bis and mit Fullersearth yon Smidt; den Dogger Rom., den Braunen
Jura a, /?, Yi ^ nnd s pars Qu. ; nach Oppxl die Zonen des Amm. torulosus^
Trig. navis, Amm. MurcUsonae, Amm. Humphriesianus, Arnim. Parkinsan»;
nach Mosch die Opalimtssch., Murchisonaesch,, Sowerbyisch,, Humphriesich
nassch., Blagdenisch. nnd den Hauptrogenstein; nach Mabcoü das Gris
superliasique, die Oolithe ferrugineusej den Calccdre laedonien und Calc.
A Polypiers und die Mames visuUennes; nach TnüBHAjm das Qris
superliasique j die Oolithe ferrugineuse j Oolithe subcompacte nnd die
AcuminatamergeL
Der tiefere TheU des Unteren Jura, oder das Bajoden, ist, wie die
Gliedemng desselben zeigt, im schweizerischen Jura von grosser Bedeatnng,
und einige Glieder sind reich an Petrefacten. In den Alpen sind bis
jetzt durch entsprechende Petrefacten nur vereinzelte Vorkommen des
Bajocien, nicht aber in grössere Entfemnngen regdmftssig fortsetzende
Glieder desselben nachgewiesen worden.
TnUMUHN, Soul. jur. M. d. Strawb. 1832 ; MlKOOty, Jura salinois, M.
8. göol. ni. 1848 ; MOSGH, Aarg. Jura, 1867.
Balfriesscbichten — Bann^kalk nnd -mergel. 26
Balfriessekichten Escheb.
Donkelgraiie Schiefer und Ealkbänke, auf Balfriesalp, am West-
abfall des SO Auslftnfers der Charfirsten, 400 bis 600 Fass mächtig,
über dem Qnintenkalk, unter dem Neocom-Eieselkalk des Alviergrates.
HöscH tremit die untern, mehr schiefrigen, znweilen Fljrsch and Dach-
schiefer ähnlichen Schichten, die oft auch mächtiger sind, von den höheren,
in denen der Kalkstein vorherrscht. Beide AbtheUungen hat er vom ümer-
see bis an den Bhein und vom Pragelpass bis an das Schächenthal fast
ohne Unterbrechung verfolgt. In der untern Abtheilung fand er Bei.
bipartitus. Bei. dilatatuSf Bei. Orhignyanus, Amm. quadrisulcatns,
Aptyckus Bidayi, Apt, Gümbeli und betrachtet sie als entsprechend dem
Aptjchenkalk (s. d.), der ander^värts die Grundlage der tithonischen Stufe
bildet. Der aufliegende Kalkstein ist, theils dunkelgrau bis schwarz, theils
hellaschgrau und enthält Terebr. janitor (dUphya) u. a. Fossilien, die sie
als tithonische Stufe charakterisiren sollen. Die Fossilien der unteren
Abtheüung lassen indess eher auf Neocom schliessen.
Escheb a. MOsch, schrifll. Mitth.
Balingermergel Mabcoü.
Bläulich graue Hergel und merglichte Kalksteine, erdig mit Anlage
nun Schiefirigen. Die Kalklager rauchgrau, mit dem Mergel abwechselnd
und nach oben an Zahl abnehmend, 10 bis 12°" mächtig. Im tiefem Theil
Amm. Tumeri, Amm, oxynotttö, Amm. platUcosia, Bhynch. rimosa u. a.,
im bfibem Amm. raricofiatus , Tereb. nwniamalis n. a. Oberste Stufe
des untern Lias, über dem Kalk von Blegny, unter den Schwabenmergeln.
Bei Balingen im SW Württemberg, audi bei Pinperdu, in der Nähe
lon Salins.
HABC0T7, lettres b. 1. Jura, 1857.
Bann^kalk und -mergel Mabcoü.
Pt^roc^rien Thubm., Kimmeridgien d^Ons. unten graue oder gelbliche
sandige Mergel, 5"" mächtig, mit reicher Fauna, Naut. giganteuSj Amm.
gigas^ Pteroc. oceani, Natica hemisphaericaj Ostrea solitaria und mannig-
faltige Myen. Auf dem Mergel hellgraue, bis weisse, z. Th. röthlich ge-
fleckte Bänke von dichtem, flachmuschligem Kalkstein, zuweilen mit Neigung
zu Breccien, 40" mächtig. Als Leitmuscheln fahrt Mabcou Nerinea Elea
mA Clypeus acuttAS an. Verzeichnisse der bis jetzt gefundenen Fossilien
geben Thübmanh und Gbeppin. Der classische Fundort ist Bann 6 S von
Porrentruy. S. Kimmeridgien.
Haboou^ lettres, 1857-, Thübhann et Etalon, Leth. Brunt. Schw. Dks«
XVin— ZX-, GBEFPm, Jura Bern., 1870.
26 Bardellone — Bartonstofe.
Bardellone.
Schiefrige, graue Mergel, leicht zerstörbar, Zwischenlager in der Pietra
forte oder jungem B^reide bei Florenz.
Bellet, del Com. Geol., 1870, p. 122.
Bardiglio.
Weiss und grau, oder hell- und dunkelgrau geflammter Marmor, in
Italien häufig zu Platten verarbeitet und polirt. Der Bardiglio der
Apuanischen Alpen (Stazzema, Campiglia) liegt auf Yerrucano und
wird von weissem, salinischem Marmor bedeckt. Er wird als Umwandlung
des anderwärts in gleicher Lage vorkommenden dunkelgrauen, kieselfreien,
meist dichten Kalksteins betrachtet und, nach Petrefacten, der Trias beige-
ordnet. Der Bardiglio von Yolpino, am Ausgang der Y. Camonica,
ist Anhydrit (Yolpinit) und gehört ebenfalls der Trias an.
Fleusuu de B., J. d. Ph. an 6, IV ; Bbocghi, Min. di ferr. II, 1807 \
Savi e Meneghdu, Toscana, 1851.
Barr^mien.
Etage Barr^mien Coqüani). Dichter, fester Kalkstein, weiss oder
gelb, mitKnauem von gelbem oder braunem Feuerstein, bezeichnet durdi
Scaphites Yvanii, Ancyloceras Emerid u. a. aufgerollte Cephalopoden. Bei
60™ mäditig, zwischen dem Neocomien mit Toxaster complanatus und dem
ürgonien liegend. Nach Piotet entspricht das Barr6mien der alpinen Fades
des Neocomien, wie sie im Justithal, in der Stockhomkette , in den Frei-
burgeralpen, an den Yoirons, am Mole, bei la Gharce (Dröme) und in der
Provence entwickelt ist, und ist nicht als eine selbständige, getrennte Stufe
zu betrachten.
COQUAND, Bull. Soc. g^l. XIZ, 1862-, PICTET, Arch. Bibl. univ.. 1863.
Bartonstnfe
heisst G. Mateb die obersten marinen Lager des Pariser Grobkalkes, oder
die Oris et sables de Beauchamp. Paläontologisch stimmen, nach HfiBXBT
und Remevier, damit überein die Conchylienlager von Faudon, S. Bonnet,
Pernant, Entrevernes, der Diablerets und La Cordaz, sowie
auch von Ronca und Castel-Gomberto im Yicentinischen, im Bemer
Jura das Tongrien von Del^mont und Porrentruj. C. Matsb ver-
bindet damit die Petrefactenlager der Balligst öcke, des Nieder-
horns und des Pilatus.
Hebert et Renevieb, Bull. g^ol. 1854-, C. Mateb, tabl. 6ynchr.l865.
Basalt — Bavenogranit. 27
Augitisdie Felsarten« Basalt, Dolerit, Diabas, finden sich nicht auf
sdiweizerischem Boden, weder aof der Nordseite, noch anf der Südseite
des Alpenzngs, weder im terti&ren Mittelland, noch im Jora, wohl aber
«ndere Gesteine der Pyroxenfamilie, mit Diallag oder Diopsid. Die der
Schweiz am nächsten liegenden angitischen Massen sind nördlich die Dolerite
des Kaiser stahls, die Basalte des Hegans nnd der schwäbischen
Alp, südlich die Basalte des Monte Baldo und des Hügellandes von
Ticenza.
Bathonlen.
Terrain Bath. Es enthält den Stonesfield slaie, Greai-OoUthe, Brad-
/brdday, Forest-marble^ Con^brashSmm; den höheren I/n^er- oder Braunen
Jura € QüENST.; den Great-OolUhe et Forestmarble, Corribrash^ Maboou;
den Great'Oolithe et Calc. roux sableux, Dalle nacrie Thurmann; das
Digonabett und Lagenalisbett Oppel; die Variansschichten Mösoh. —
Das Bathonlen, das im SW England über 400 Fass mächtig entwickelt
nnd mehrfach gegliedert ist, hat im nordwestlichen nnd nördlichen Jura
eine Mächtigkeit von kanm 25^, als Mergel, merglichte Ealkplatten,
oder feste, oolithische und Lnmachell-Platten. Die Parallelisimng nach
yerschiedenen Gegenden ist sch?rierig, da der petrographische Charakter
nnd mit ihm aach die Fauna sich verschieden gestalten und einzelne
Glieder, die in der einen Gegend sehr mächtig auftreten, in andern oft
nahe liegenden fehlen. In den Alpen entspricht den Variansschichten
das petrefactenreiche Lager von schwarzem Kalk mit Nestern von Eisen-
oolith und Bothseisen in der zwischen dem Gneiss und dem Hochgebirgs-
kalk liegenden Zwischenzone am Nordrand der Finsteraarhorngruppe.
ThüRMAMN, Soulev. jar. M. de Straab., 1832; AUbcou, J. salin. H.
S. G. m^ 1848-, MÖSCH, Aarg. J., 1867 •, Gbeppin, Jura bernois, 1870;
Bachmask, Bern. Hitth., 1863.
Baveiiograiiit.
Granitit Rosx, Miarolit Foubnet. Körniges (xemeng von fleischrothem
Orthoklas y verwachsen mit Albit, weissem OUgoklas, graulich weissem
Quarz und stark glänzendem schwarzen Glimmer. In Drusenhöhlen fleisch-
rothe, undurchsichtige, oft mehrere Zoll lange Orthoklasfiwillinge und
Bergkrystalle, seltener Flussspath, Turmalin, Hornblende, Epidot, Dato-
lüh, mehrere Zeolitharten , Kalkspath. Stellenweise, besonders wo die
Steinbrüche tiefer eingedrungen sind, ist der Orthoklas weiss, so dass man
Handstflcke schlagen kann, die ohne Trennung rothen und weissen Granit
enthalten. Die Drusen fehlen im weissen Granit, dagegen ist er ziemlich
28 Beauchampgrappe — Belvedereschichten.
regelmässig, beinahe vertical zerklüftet, parallel der Schiefernng des an-
grenzenden Glimmerschiefers, ohne Neigung jedoch in Gneiss überzugehen.
Beide Granite werden in zahlreichen Steinbrüchen, bei Baveno and Fariolo,
tan Einflnss der Tosa in den Langensee, ansgebentet; bei den genannten
Orten Torzügtich die rothe Abänderung, am nördlich anstossenden , aber
isolirten M. Orfano die weisse.
▼. Buch, Berl. Akad. 1827 ; FOüBKer, Alpes entre le Valais et rOisans,
Ann. de Lyon, IV *, Stüder, G. d. S. I. 1851 ; SCHBBBEB, Festschrift,
1866; GSBLACH, Penn. Alpen, Scbw. Dies., 1869.
Beauchampgrappe.
Gres de Beauchamp.* Gr^s et sables moyens. Weisser oder hell-
grauer und gelber Quarzsand, der Bänke und Blöcke Ton Sandstein um-
schliesst und reich an mannigfaltigen, oft zerbrochenen marinen Fossiliett
ist. Die untere Stufe enthält die obersten Nummuliten der Pariserformation
und liegt über dem eigentlichen Grobkalk, oder häufiger auf einem sie
davon trennenden brackischen Mergel. Sie enthält viele Ealksteingeschiebe
und, nebst Numm. vanolaria, auch viele Korallen, Die mittlere Stufe besteht
unten aus Sand, oben aus sandigem festem Kalkstein; Fossilien, besonders
Ceriihien, Cyrenen, Cythereenj kommen vorzüglich nach oben hin häufig vor.
Die obere Stufe ist, theils feiner thoniger Sand, theils Hergel und Ealk-
mergel, und mehrere ihrer höheren Fossilien tragen bereits einen brackischen
Charakter. Die ganze Gruppe hat viele Fossilien mit dem eigentlichen
Grobkalk gemein. Auf ihr liegt der Calcaire lacustre moyen de
S* Ouen. — Nach HfossT und RBinevisB entsprechen der Beauchamp-
grappe die alpinen Fossilienschichten von S^ Bonnet und Faudon, N
von Gap, Pernant und Entrevernes in Savoien, Diablerets und
La Cordaz oberhalb Bex, sowie auch, am Südfuss der Alpen, diejenigen
der Yicentinischen Hügel. G. Matbr vereinigt damit auch die
Fossilienlager der Ralligstöcke, des Niederhorns und z. Th. des
Pilatus.
D*AKCHUC., hist. 11, 1849; — Bull, g^ol., 1860; EtSKRT et Resevibb,
Bull. geol. XI, 1854 ; C. Mateb, tabl. 1865; Kaufxann, Pilatus, 1867.
BelTedereschlehten.
Jüngste Tertiärbildung des Wiener Beckens, die höchsten Stellen der
Stadt und Vorstädte bildend; nur von quartären Ablagerungen bedeckt
In der Höhe gelber Sand, bis 6 Fuss mächtig, als Hauptmasse Gerolle
(Schotter) von Quarz und krjstallinischen Steinarten in rothgelbem Lehm.
Beich an üeberresten vorweltlicher Säugethiere.
StTEBS, Boden von Wien, 1862.
BerninagraDÜ — Beaauoschiefer. 29
Bemlnagraiiit.
Von mittlerem Korn. Weisser and . röthlich weisser Orthoklas nnd
•
grauer Quatm in ziemlich gleicher Menge; OligoUas grttn, matt; dnnkel-
graaer, feinschnppiger GUmmer^ zuweilen fehlend. GrQner Chlorit oder
Talky theils in getrennten Flasem, theils zn Bl&ttem yereinigt, die in
grosserer Menge eine sdiiefrige Stractor veranlassen and einen Ueber-
gang in Gneiss erzeugen. Nach Thiobald zeigt sich aacfa Hornblende als
Oemengiheil, oft in solcher Menge, dass die Felsart in Syenit ttbergeht.
Es ist auch sonst schwer, daselbst zwischen Granit, Syenit and Biorit feste
Grenzen zu ziehen, da sie auf geringe Entfernangen anter sich abwechsein,
sich gegenseitig durchbrechen, oder in einander ttbergehen.
Vom Rate, Berninageb. D. g. Ges. IX, 1857; Thbobald, Graub., 1866.
Besan^onkalk nnd -mergel.
Etage S^qoanien Mabcoü; Etage Astartien Thübmaitn. Unten weisse,
stark aufbrausende sandige Mergel mit eingelagerten plattenfOrmigen Bänken
Ton weisalichem dichtem Kalk und Sandstein, bis 5"* mächtig. Im tiefern TheO
Phasian. striata, Natica dubia, Mytilus jurensis, höher Ästarte tninirnaj
Ostr. sandaUnaj oben Ostr. Brtmtrutana, Myt. pectinatuSj Rhynch. pH-
eatella und mehrere Echinodermen. Einige dieser Arten finden sich auch im
aufgelagerten Kimmeridgien. — Auf diesen Mergeln liegt, 30* mächtig,
der Kalk von Besangen, dicht oder oolithisch, die OolithkAmer zuweilen
mit Spathcement (Pierre blanche), weiss, hellgrau, rosenroth, mit Trig.
geogr.j TVig, picta, Echinodermen und Korallen.
MaboOU, Lettres^ 1857.
BesanoscUefer.
Schwarze, bituminöse Schiefer z. Th. Ton Papierdioke, biegsam nnd
brennend, mit üeberresten Ton Fischen und einem Saurier, abwechselnd
mit Kalklagem. NO Ton Besano, S vom westlichen Luganersee, und von
da ostwärts fortsetzend, als Grundlage des M. Generöse und M. Ga-
prino, zu verfolgen bis Ben o zwischen Porlezza und Menaggio. — Diese
Schiefer liegen auf der mächtigen Dolomitbildung des Esinokalks und
mfissen der Rhätischen Gruppe, nach Nsobi und Spbxafioo dem Bonebed
aagdiören. Froher glaubte man sie mit den schwarzen Plattenkalken von
Periode, am Ostufer des Gomersees, worin ebenfalls Saurier vorkommen,
tereinigen zu sollen; derEalk von Periode liegt aber unter dem Esino-
kalk und fiillt in das Niveau der Gassianerschichten.
COBNAUA, Pachypl. Edwardsii, Jst. Lomb. VI, 1854; ßTOFPülI, SiadH,
1857, p. 283 ; — Kote ad un corso^ 1867, p. 306 ; COBIONI, t. triastd
di Besano, Jst. Lomb. 1863; MBOBI e SPBBAnco, Lugano, 1869.
80 Biancone — BimiunmatuB-Zone.
Biancone.
Dünngeschichteter, flachmaschliger Kalkstein, weiss, schwach glänzend his
matt, mit Ansscheidongen, in Enanern oder Adern, Ton grauem Feuerstein,
der anch wohl, innig beigemengt, den Kalk yerkieselt. Enrzklflftig und
eicht in prismatische Trflmmer zer&llend. Petrefacten sind selten. Aptychus
Didayi und Amm. Asterianus bezeichnen ihn als Neocom. In der
Brian za liegt der Biancone auf der MajoUca und dem rothen Am-
monitenkalk; im untern Etschthal, wo er eine Mächtigkeit yon 80 Fuss
zeigt , auf dem meist rothen Diphyakalk und wird bedeckt Ton rother
Scaglia. So auch weiter östlich.
misif Vicent., 1824; CUBIONl, Kotizie solla Lomb*, 1844;
Stofpabi, Studii, 1857, p. 69; BENECKE, Beitr. I, 1868.
Blarmatns-Zoiie.
Untere Oxfordschichten Oppxl. Zone des Amm. biarmatus, A. ariS"
iatus , A. ocukUuiy A. cordattLS. Mames ozfordiennes z. Th. Thübm.,
GhiBssLT, Masoou; Omatenthon, Brauner Jura € Qubnst. z. Th. — Im
westlichen Jura blaugraue Thone mit yerkiesten Petrefacten, meist sehr
zahlreichen kleinen Ammoniten; Aber dem Callovien und den Athleta- und
Anceps-Zonen, unter den Ghailles und Scyphien. Im nördlichen Jura treten
Eisenoolithe an die Stelle der Thone, die Petrebcten sind nicht Torkiest
und diejenigen der Zonen des A. anceps und A. athleta lassen sich nicht
dayon und yon einander scheiden. Mösoh yereinigt ebenfalls die Zone
mit den Omatenschichten, ttber den Macrocephalusschichten, unter den
Birmensdorferschichten, mit denen erst er die Oxfordgruppe beginnt. Die
Mächtigkeit im westlichen Jura erreicht selten 2"".
Ofpel, Jaraf. 1858 ; liABCOU, Jura sal. H. de la S. Q. BI, 1848 ; MOeCH»
Aarg. J., 1867.
Bimammatas-Zone.
Locherschichten Oppbl. Bezeichnet durch Ammon. bimammatus
QüSNST. Zum Weissen Jura y oder den Spongitenschichten Qoxnst. ge-
hörend und bis in den W. J. d oder die Wohlgeschichteten Kalkbänke
au&teigend. Im Aargauer Jura entsprechen dieser Zone die Crenularis-
schichten Mösoh. Im westlichen Jura ist Amm. bimammatus bis jetzt
nicht Torgekommen.
Ofpel, Jorass. Cephai. Uitth., 1862; H06CH, A. J., 1867.
Birmensdorfenchichten ^ Blättermolaase. 31
Binnensdorfersckicliteii.
Untere Lacnnosasch. Mosoh. Zone des A. transv&'sarius Opfkl ; Ar-
gOTien (pars inf.) Mabc; Spongitenlager, Weisser Jura / (z. Th.) Qxtenst.;
Calc ä scypbies Dxs. et Gn. Dflnne Lager Ton aschgrauem, rappig zer-
fressenem Kalkstein, abwechselnd, besonders unten, mit etwas dunkleren
H ergelschichten ; nach oben wftchst die Dicke der Mergellager bis zu 1™
Dicke. Die Mächtigkeit der ganzen Stufe erreicht kaum 15*°. Beiche
Fauna, meist eigenthflmlicher und einen wichtigen Horizont gewährender
Arten. Je nadi der Gegend unterscheidet sich eine Spongüen-FadeSj eine
Cephalapode/n-Fades^ eine MyacUen-Fades und eine Corallen-Fades. —
Die Stufe findet sich, als tieferer Oxford, ttber dem Omatenthon, mit
wechselndem petrographischem und paläontologischem Charakter, aber sehr
ungleicher Mächtigkeit, im ganzen Jura, von der Waadt her durch Solo-
thnm und Aargau bis in den Randen und die Alb. Sie fehlt auch in den
Alpen nicht und ist von Baohmank in Glarus nachgewiesen worden. Es
ist kaum zu bezweifeln, dass sie sich auch in der Westschweiz werde ent-
decken lassen.
MOeCH, d. FlötKgeb. im Aarg., Schw. Dksch. XIV, 1857 ; — Aarg. Jara^
1867 •, OPFEL u. WAAGEN, Bcnecke Beitr. I, 1866 ; BACHXANN, Bem^
Mitth., 1863.
Bitumen.
S. Asphalt.
8. Stinkstein.
Bitamlnoser Kalk.
Blagdenlsclilchteii Mosoh.
Blaue Kalke, Brauner Jura Yj ^ Qtxnst. Dunkle oder gelblich
braune Kalksteine, zuweilen dunkle OolithkOmer enthaltend; meist dicht
und fest, aber auch sandig, thonig und schiefrig. Petrefacten nicht häufig,
in den festen Bänken kaum trennbar. Bezeichnend ist Amm. Blagdeni
Sow. Die Mächtigkeit oft kaum 1"^, aber auch bis 25"*. — Die Stufe
liegt auf den Humphriesianusschichten des untern Braunen Jura und wird
Tom Hauptrogenstein, oder jflngem Stufen bedeckt Opfsl hat sie mit den
Humphr.-Schichten vereinigt Im Solothumer, Basler und Aargauer Jura
verbreitet»
MO0CH, Aarg. Jura, 1867*
BlUtennolasse.
Plattenf&rmig abgesonderte Molasse von mittlerer oder geringer Festig*
deren Schichtflächen mit braunen oder schwarzen Blattabdrttcken
B2 BlftUersteia — Blegoykalk.
bedeckt sind. Vorzüglich der nnt^n Süsswassennolasfle angehörend, aber
auch hoher in der Molasse nicht fehlend. Tnnnel and Umgebungen von
Lausanne, Aarwangen, Mnrgenthal, DeUmont.
HEBE, Tertiftr-Flora der Schweiz, 1855-1859; — Urwelt, 1865.
Blatterstein.
S. Variolit
BlanseUefer Tbsobald.
Ealkglimmerschiefer, Cipollin. Olimmer, Quarz und £att, oder auch
bloss Glimmer and Kalk. Eine Ab&nderang der im südlichen Granbünden
verbreiteten Schiefer, die Tbeobald theilfi der Trias, theils als Caaanna-
sohiefer der Dyas beiordnet.
Thsobald, Graub., 1666.
Bleglschlehten Eschkb.
Eisenoolith, 1 bis 6 Fuss mächtig, der sich l&ngs dem ganzen Nord-
rand der Finsteraarhommasse verfolgen lässt and za verschiedenen Zeiten
Bergban veranlasst hat. Die zahlreichen Fossilien werden gewöhnlich am
Oberblegisee, anf der SO Seite des Glärnisch, aas Blöcken ge-
wonnen, die von der hohen IB'irstwand herabfallen, oder von Krieg smatt,
am W Abfall der Jan gf ran. Es sind vorherrsdiend Ammoniten, die
grösstentheils dem obem Bathonien d'Obb, oder den Yariansschichten Mosoh,
in geringerem Yerhältniss dem Callovien d'Obb., oder den Macrocephalns-
schichten Oppel and nnr in sehr schwacher Zahl dem altem Oolith, den
Marchisonaeschichten entsprechen. Das Hangende des Eisenooliths in der
Ostschweiz bilden die Scfaildschichten, das Aeqaivalent der Birmensdorfer-
oder tieferen Ozfordzone, das Liegende die Echinodermenbrecde, die der
Homphriesianaszone za entsprechen scheint.
STUnEB, G. d. S., 1653; BACHlCAim, Bero. Mitth., 1863; ESCHBR, schft
Mitth., 1871.
Blegnykalk Mabooü.
Unterer lias; Bncklandi- and Pentacrinitenzone Opfki*. Bl&alich
schwarzer dichter Kalkstein, mit splittrigem Brach, die deatlichen ^/i bis
2 Fass dicken Kalklager oft darch dünne Zwischenschiditen von scbwarzem
Mergelschiefer getrennt, im Ganzen 4 bis 5™ mächtig. Leitmascheln eind
Bei. acutus, NaiU. striatus ^ Amm. Bucklandi^ Awm. Conyheari^
Pleurot. Marcousana^ Spirifer Wakotü, PeirUacr. tubercuUitus u. a. —
In vielen Steinbrüchen aufgedeckt bei Blegny, östlich bei SaliiiA.
MABOOU, Letlres, 1857.
Bleierze — Bohuerzthone. 33
Bleierze.
Der Bleiglanz, die einzige Bleiverbindung, die hier in Betracht kommt,
ist in ansem Alpen keineswegs selten; der, in alter and nenerer Zeit, an
einigen Stellen, besonders auch des Silbergehaltes wegen, unternommene
Abban ist aber beinah überall eingestellt worden. Am eifrigsten worde
in Bünden gearbeitet. Bereits im 14. Jahrhundert, und nach vielen Unter-
brechungen, auch noch im Anfang des jetzigen, wurden die vielfach den
Polomit durchbrechenden Bleiglanz- und Galmey^gänge in Scarl auf Ses-
venna, zwischen XJnter-Engadin und dem Münsterthal, abgebaut. So auch
die im Kalkgebirge aufsetzenden Gränge, von gleichem Gehalt, am Silber-
berg in Daves, auf der linken Seite des Landwassers. Auch oberhalb
Ardez in Y. Tasna wurde auf Bleiglanz gebaut. Mit nicht besserem
Erfolg wurden einst die Bleiglanzgänge oberhalb- Schmitten und auf
Despin in Schams und an andern Stellen in Bünden in Angriff genommen.
— In den Westalpen versprach man sich am Ende des vorigen Jahrhunderts
einen guten Ertrag von dem Abbau der von Schwerspath begleiteten Blei-
glanzgänge im Gneiss des hinteren Thalgrundes von Lauterbrunnen,
aber auch hier wurde die Arbeit bald, mit beträchtlicher Einbusse der
Actionftre, eingestellt Im Lötschthal, S. von Lauterbrunnen, wird da-
gegen die Förderung der silberhaltenden Bleierze, seit Jahren, mit Auf-
wendimg beträchtlicher Capitalien fortgesetzt. Auch an andern Stellen in
Wallis, inderMassaschlucht,beiNendazundIserable,sindGruben
in Arbeit gestanden. — Bei Servoz in Savoien, wo unter den verschieden-
artigen Erzen auch silberhaltender Bleiglanz gewonnen wurde, ist aller
Bergbau seit Ende des vorigen Jahrhunderts eingestellt.
V. Saus, Bergb. in B. K. Sammler II, 1806; SSLB, Stud. v. Leonh.
I, 1812 ; C. ESCHEB, über Lauterb. Alpina, II, 1807 *, GUETiUBD, J,
d. H., 1795 u. 1814; ▼. Sal», Graub. Jahrb. VI a. VIII, 1861.
Bohnerz.
S. Bohnerzthone.
BohneraEthone.
Argiles sid^rolithiques. Das Muttergestein der im Jura weit ver-
breiteten Bohnerze, Theils in weiter Ausdehnung, wie im Thale von Del6-
mont, den obersten Jurakalk in einer mittleren Mächtigkeit von 20 bis
30"* bedeckend, theils KlOfte und Vertiefungen im Jurakalk ausfüllend.
Der tiefere nicht geschichtete Thon, Bolus, worin vorzüglich das Bohnerz,
in einzelnen Körnern, oder in grossen Nestern und Streifen dicht gedrängter
KOmer, vorkommt, ist sehr fest, so dass die Schachte und Stollen oft keiner
3
\
j}4 Bohnerztbone.
Bekleidung bedflrfen, rauh und txodcen im AnAlhlen, feaerbesti&ndig, meist
roth oder blase gelb, auch yiolett, seltener blau, in Torscfaiedenen blassen
nnd dunkeln Nflancen gestreift oder geflammt Schwarze Streifen sind durch
Mangan erzeugt, das sich zuweilen reiner in Adern und Nestern aussondert
Häufig sind weisse Flecken, die aus feinem Eieselsand bestehn, der auch
wohl in grösseren Massen sich anhäuft, den Bolus yerdrängt und als
Hupererde für Glasfabriken ausgebeutet wird. Zuweilen hat sich die
Kieselerde, die als Sand im Bolus eingemengt ist, auch zu Knauem tou
Chalcedon yerdichtet Im nördlichen Jura, bei Aar au, kommen, wie bei
Liehl und Schliengen in Baden, graue und braune Jaspiskugeln tot.
Wasserheller Gypsspath ist nicht selten eingemengt und hat sich auch in
der Unterlage von Jurakalk entwickelt; seltener ist Kalkspaih, Die
Trümmer der abgetragenen Hochofen zeigen, dass auch Zink, Zi/rva^ Ar-
m
senik und andere, näher zu untersuchende Substanzen in unbestimmbar
geringem Yerhältniss beigemengt sein müssen. Von organischen XJeber-
resten findet man in dem Bolus niemals die geringste Spur, die man als
demselben eigenthtUnlich betrachten könnte; die Knochen und Zähne yon
Landthieren und die jurassischen Mollusken oder GeröUe, die besonders
in 'den Kluftausfüllungen vorkommen, sind offenbar mit der übrigen Masse
zufällig eingeschleppt worden.
Die oberen Thone, die vom Bolus oft durch etwas Kalknagelflub ge-
trennt werden, enthalten niemals beträchtliche Mengen von Bohnerz und
gewöhnlich nicht einmal einzelne Körner. Sie sind oft weit mächtiger, als
der Bolus, aber von Schichtung ist auch bei ihnen nichts wahrzunehmen.
Die Farbe ist ein oft lebhaftes Gelb, auch Grün und Grau und geht nur
nach unten in Hoth und die bunte Farbenzeichnung des Bolus über. Was
diese Thone aber besonders unterscheidet ist ihr fettiges Anfühlen, das
auf Kluftflächen auch durch FettgUnz sich ankündigt. Sie sind, besonders
nach der Oberfläche hin, kalkführend und enthalten in ihrem tiefem Theile
zuweilen Knauer von körnigem Kalkstein. Allgemeiner ist aber, auch hier,
wie im Bolus, die Einmengung von Gyps, theils Fasergyps, theils in grossen
Zwillingen (fer de lance), theils schaumig (niviforme). Organische üeber-
reste, die man als bezeichnend für das Alter der Formation betrachten
könnte, fehlen auch diesen oberen Thonen, und nur in den höchsten, horizontal
geschichteten Mergeln und Kalksteinen hat Gbeppin Chara$amen und eocene
Knochen gefunden. Die deutliche Schichtung und die Yerschiedenheit der
Steinart dieser obersten Massen erlauben jedoch kaum, sie mit den Bohnerz-
thonen als (eine unter gleichen Verhältnissen entstandene Formation zu
vereinigen.
Bohnerzthone. 35
Die BobnerzkOrner, concentrisch schalig, haben Erbsengrösse , doch
kommen anch grössere, aber weniger regelmässige Knollen yor. Sie haben
die Farbe des sie einschliessenden Bolus nnd sind daher meist roth. Es
sind Yerbindongen von Eisenoxyd mit Kieselerde, Thonerde nnd Wasser,
mit Spnren 7on Mangan nnd anderen Stoffen. Nach den yon Qüiqüsbez
mitgetheilten Analysen enthält das Bohnerz yon Del^mont auf 100 Theile
annähernd:
Kieselerde 1 1
Thonerde 10
Eisenoxyd . 65
Wasser 14
100.
Oefters sind die reicheren Bohnerznester theilweise umschlossen yon
einer zolldicken Kruste yon weissem oder bläulichem Thon (fleur de mine).
Die Bohnerzthone , mit oder ohne Bohnerze, zeigen sich, meist als
KluftausfOllung, oder an der Aussenfläche des Jurakalks, bereits in Dauphin^
(Lory), wo an mehreren Stellen der Kieselsand (Huper) beträchtlich ent-
wickelt ist und ausgebeutet vdrd, yerbreiten sich dann in den schweizerisch-
französischen Jura und erstrecken sich nach Franche-Comt^, Baden, Württem-
berg and Nordbaiern. Sie werden, wo sie nicht frei liegen, bedeckt yon
toQgrischen Ablagerungen, Kalknagelfluh oder Molasse. Im Schweizer Jura,
wo früher an yielen Stellen auf Bohnerz gearbeitet wurde (Solothurn,
Kfittigen bei Aarau, Klettgau) beschränken sich die Ausbeutungen
jetzt auf Matzendorf bei Baistal und den Bemer Jura (Del^mont,
Seprais, Gourroux). Hupererde wird gegraben zuLengnau, P6ry,
Court etc.
Das Alter der Bohnerzthone lässt sich nur aus ihren Lagerungs-
yerhältnissen bestimmen ; denn die Klüfte und Felstrichter sind offenbar in
selir yerschiedenen Zeiten, durch den yon der Oberfläche weggeschwemmten
Thon und Schutt ausgefüllt worden, da sie Petrefacten aus allen Stufen
des Jura und Knochen oder Zähn^^ yon Landthieren enthalten , die theils
der eocenen, theils der Diluyialzeit angehören. Im Thale yon Del^mont
werden die Bohnerzthone yon Kalk- und Sandsteinen bedeckt, die, nach
den darin enthaltenen Ueberresten, unzweifelhaft der tongrischen Stufe an-
g^ören, sind also älter als diese. Ist es nun ferner gestattet, wie auch Loby
annimmt, die Massen yon weissem und grauem Kieselmehl in Sayoien
und in der Dauphin e als Hupererde und Vertreter der Bohnerzbildung
zu betrachten, so kann diese nur in die Eocenzeit gesetzt werden, da jener
bei 50 Fuss mächtige Kieselsand, südlich yon St. Jean de Couz bei
Chambery, deutlich der oberen Kreide aufgehigert ist und yon Molasse
\
3Q Boifl'de-Raabe-Siafe — Bollschiefer.
bedeckt wird. Hiemit stimmt auch die grosse Mehrzahl der Knochen nnd
Zähne Ton Landthieren überein, die in den Elansfüllnngen Ton Mor-
mont, Solothnrn, Egerkingen, Montier nnd an mehreren Orten-
in Württemberg (Frohnstetten) gefunden worden sind, indem sie
den im Gyps von Montmartre vorkommenden Arten entsprechen.
Die Entstehung der Bohnerzthone hat man auf mehrfache Art zu
erklären versucht. Bbokqniabt und, nach ihm, Thibbia, Gresslt, Quiqsbez
u. A. dachten an Geysir ähnliche, Kieselerde und Eisen führende Quellen;
DxFFKXB, dem auch Fbaas sich anschliesst, betrachtet die Bohnerzkömer
als Pseudomorphosen, vorzüglich vod Schwefelkiesknollen, die sich mit dem
Thon, nach Art etwa des Limonits, und einer seichten Wasserbedeckung
abgelagert hätten. Auch abgesehen von einem pseudomorphen Ursprung
ist nach den von Stapff angefahrten Thatsachen eine Verwandtschaft
der Bohnerze mit den Sumpferzen nicht zu verkennen. Schon Mamvcl
(Höpfner^s, Mag. 1789) bezeichnet die Bohnerze als Sumpferze. Jedenfalls
stammen die damit vorkonmienden organischen Ueberreste nicht aus der Tiefe.
BBONomABT, Ann. des sc. nat , 1828 ^ BIEBIAN, Beitr.^ 1821 -, WALCHlfEB,
Mem. de Strasb., 1830; Gbessly, Jara sei. Schw. Dksch. V, 1841-,
Thibbia, Statitft. Hte. Saonne, 1833; — Ann. d. M. XIX, 1851;
QinQUEBEZ, Scbw. Dksch. XII, 1852; KOCHLIN, Bull. S. G. XUl,
1856; GBKPPm, Schw. Dks. XIV, 1855; - Jura Suisse, 1867; —
Jura Bernois, 1870; MÖ8CH, Aarg. J., 1867; Dbffneb, VVürttb. JH.
XV, 1859; Stapff, Zts. d. d. g. G., 1866 ; Wübtembebokb, Klettgau,
Zs. d. d. G , 1870.
Bois-de-Banbe-Stnfe.
S. Dinotherium-Sirde.
BolUnger-Sandstein.
Zur untern Süsswasser-Molasse gehörend. Steil N fallende, unklar
abgesonderte Schichten mit Einlagerungen von bunter Nagelfluh und blauen
Mergelnestem , bei Bollingen am oberen Zürchersee. Hier fand sich
darin ein Kiefer von Paläoth. Schmvü und gegen ütznach hin kommen
in demselben Sandstein Abdrücke von Chamcsrops vor. Der feste, in der
Witterung gut ausdauernde, z. Th. grobkörnige Stein wird als Quaderstein
oder zu Thür- und Fenstereinfassungen ausgebeutet.
Bollsehlefer Mabcoü.
Oberer Lias, Toarcien d'OBs. Schwarze oder dunkelgraue schiefrige
Mergel, mit Knauem von thonigem Kalk. Bezeichnend ist Posid. jBrotmü.
Bei Salins zu Pinperdu, Aresche und Blegny. — Berühmt durch
ihre Reptilien, Fische u. a. ueberreste zu B o 1 1 bei Kirchheim in Württemberg.
MABGOU, Lettree, 1857.
Bolus — Bradl'ord-flay. 37
Bolus.
S. Bohnerzthone,
Bonebed.
Eine oft kanin einige Zoll dicke Schicht, worin Enochentrttmmer, Zähne
und Schuppen von Fischen oder Reptilien, anch wohl Coprolithen durch
Sandstein oder Mergel verkittet sind. Zuerst in England, auf der Grenze
Ton Idas und Keuper, dann in Schwahen, in gleicher Lage, und auch im
oheren Muschelkalk nachgewiesen. Das ohere Bonehed mit den es he-
gleitenden Schichten entspricht den KOssenerschichten und hildet das untere
Glied von Gümbel's Rhätischer Gruppe, deren oheres Glied der Dachstein-
kalk ist. Beide Bonehed werden yon Mosoh im Aargauer Jura angefilhrt.
Das an der unteren Grenze des Lias vorkommende an der Ergolz, S
TonBasel-Augst, in rothem Mergel, 0,9°" mächtig, da^enige der Letten-
kohle auf der oberen Grenze des Muschelkalks, an der Bare n ha 1 de,
W Ton der Staffelegg hei Aar au, sandig, pechschwarz, und in der
Schambelen, bei Mailingen an der Reuss, als braune, dolo-
ndtische Sandmergel. In den Alpen ist bis jetzt das obere Bonehed,
bezeichnet durch zahlreiche Knochenüberreste, mit Sicherheit nur an zwei
^teUen aufgefunden worden, die eine bei Matringe im Chablais durch
Fatbb, auf der Grenze von Keupergyps und Lias, die andere durch Yallkt
in Manrienne auf dem linken Ufer des Are.
MOSCH, Aarg. Jura, 1867; FAVRE, Savoie, 1867.
Braekwasser-Molasse^
bezeichnet durch eine Fauna, wie schwach gesalzene Lagunen oder oceani-
sche Delta sie enthalten. Dazu gehört der BalUgsandstein, worin marine
und Süss- oder Brackwasserconchylien gemengt vorkommen. Auch einige
Bänke der Molasse von Luzern zeigen einen vielfachen Wechsel einer
marinen und Sttsswasserfauna.
Heeb, Urwelt, 1865^ p. 427-, Kaufmann^ Schw. Dks. XVII. 1860.
Bradford-clay.
In enger Verbindung und als obere Fortsetzung des Great Ooliths,
diesen von Forest-marble und Combrash scheidend. Dunkle Thone mit
Avicula costata, Tereb. digona^ Apioor, Parkinsaniy entsprechend dem
Calcaire de RanviUe und der Digona-Zone Oppel. Fbokhsbz wählte die
Benennung Bradfordthon fQr die über dem Hauptrogenstein liegenden
Mergel, die von Mkbiah als Discoideenmergel, von Thtbmank als Mames
ä Ostrea acuminata, von Mabgoc als Mames Y^uliennes, oft aber auch,
38 Brandschiefer — Braunkohle.
kurzer, als Bradford bezeichnet worden, ein Fehlgriff, der yerwirrenden
Einfloss auf die schweizerische Oeologie des Jura zur Folge hatte. Die
Fossilien dieser Mergel entsprechen yielmehr demjenigen des Combrash.
FSOIIHERZ, Jura des Breisguus, 1838; Ofpel, Juraform. 1858, p. 453;
MOLLIR, Bael. Jura, 18t>2; — Baal. Verh., 1870.
Brandschiefer«
Braun- oder pechschwarze, stark mit Bitomen imprflgnirte Schiefer,
die mit bUner, Tielen Boss absetzender Flamme and bituminösem Geradi
brennen, ohne za zerfallen. Meist in dftnne Tafeln spaltbar. S. SeeCsU*
fischsdiiefer.
Branner Jnra Quemst.
Von den Opalinnsthonen, Br^ J. a bis zu den Ornatenthonen Br. J. g.
QüKNBTBDT, Jura, 1858.
Braniikohle.
Schieferkohle, Lignit. Bräunlich schwarze, dicht zosammengepressie
Holzstllcke, Pflanzenstengel, Schilfarten, Moose u. a. Yegetabilien, durdi
eine homogene schwarze Masse filzartig verbunden und sich in dflnae
Schichten ablösend. In horizontalen Lagern, yon 1 bis 12 Fuss Mächtig*
keit, der diluvialen Kiesbildung oder auch dem Oletscherschutt, untergeordnet,
von denen sie unten und oben durch bläulich-graue Thonlager getrennt
werden, die auch wohl ausbleiben, so dass die Kohle unmittelbar von Kies
oder erratischem Schutt begrenzt wird. Die Kohle wird zuweilen durch
Zwischenlager von Thon« Sand oder Kies in mehrere Lager getrennt. Die
Pflanzen gehören, so weit sie sich erkennen lassen, noch jetzt im Lande
lebenden Arten an. Es finden sich Stämme und Tannzapfen der Roth-
icmne, der gemeinen und Bergföhre, der Lerche, Eiche, Birke, des
Ahorn, von Schüfrohr, Wasserpfeffer, Preisseibeere u. s. w., in gröester
Masse aber auch Moosarten« Von Thieren sind besonders zwei in unsem
Sümpfen noch lebende Käfer, Donada discolor und sericea, mit metallisch
glänzenden blauen Flügeldecken, stark vertreten, es kommen aber auch
andere Arten vor.
Bei Morsch wyl, zwischen Rorschach und St. Gallen, liogt das
2 Fuss mächtige Kohlenlager mitten in erratischem Schutt^ der es 14* bis
SO* hoch bedeckt Bei Utznach, wo die Kohle seit etwa 60 Jahren stark
abgebaut wird, liegt sie im Kies horizontal auf vertical stehender Molaase
and wird von abwechselnden Kies- und Sandbänken bedeckt Aehnlioh
sind die Yerhältnisse bei Dflrnten, N von BapperschwjL Bei Strätligen,
Breccie ^ Brixnergranit;. 39[
im alten Bett der Kander, liegt das im vorigen Jahrhondert bearbeitete
horizontale Lager wieder in erratischem Schutt
Nach Hkkb ist es nicht zweifelhaft, dass diese Brannkohienlager ala
alte Toifinoore za betrachten sind, die spater von Kies nnd Schutt bedeckt
wurden.
ZOLUKOIVB, Über Utanach, N. Alpina II, 1827; DSGKK, Bericht der
St. Call. Ges. 1861; Heeb, Drwelt, 1865; — d. Scbieferk. v. Uts-
nach, 1858.
Breeeie.
Ein ans eckigten TriUnmem bestehendes Gestein. Die Trümmer müssen
eine GrrOsse haben, dass ihre Gestalt mit blossem Ange leicht erkennbar
ist, sind sie kleiner, so bilden sie Sandstein. Nach der Steinart der
Trümmer unterscheidet man Granitbreccie , Porphyrbrecde, Kalkbreocie
v. 8. w. Die Yerkittong geschieht, mehr oder weniger fest, durch ein
deutliches dement, oder die Trümmer sind so innig in einander gefügt,
dass ein Cement gar nicht sichtbar wird. S. Homfluhgestein.
Brislacher Kalk.
Grobkalk Gbisslt. Gelber oder braunrother, sandiger Kalkstein,
mit Geschieben von Jurakalk, übergehend in jurassische Kalknagelflnh,
oder in groben bräunlichen Sand, oft in enger Verbindung mit grauen,
braunen oder rothen Mergeln, die gewöhnlich seine Decke bilden. Reich
an Steinkemen und Schalen von Conchylien der tongrischen Stufe, auch
lAmnazfthne und Halianassaknochen. — Im nördlichen Jura bei Coeuve,
Bodersdorf, Aesch, Brislach, Portlandkalk oder Bohnerz aufliegend,
bedeckt von Süsswassermolasse. Bezeichnende Fossilien sind HaUanassa-
knochen, Natica crasaatina, CeritMum plicatum, Cassidaria Nystii,
Oitrea cyaihala, Ost. callifera.
Mesun, Basler Verh., 1837 ; Gbesslt, Jura Soleur. Schw. Dksch. lY ;
Thusmann u. Studeb, Bern. Mitth., 1853; Studeb, Geol. d. Schw.
II, 1853; HKBKBT, t. tert du K. de TEorope Bul. göol. Xn, 1855;
GUPPIM, essai 8. le Jara^ 1867; — Jura Bemois, 1870.
Brixnergraiilt.
Mittelkömiges Gemeng von mattem, weissem oder gelblich weissem
OUgoklaa, lebhaft gl&nzendem, graulich weissem Orthoklas, graulich weissem,
durchscheinendem Quans in Körnern und br&unlich schwarzem, hexagonalem
QUmuner. Als Beimengung enthält er zuweilen schwarzen Turmalin, auch
^, l^*r«jK^»i'vr.
ttuid^M h^mfu^JUf n^ridUe ift liffü$Pt EblifCTvi^« tos scfcvanm Kalk-
«^^Mifff» bi^94^:Vt^ mA Ammern. Aon. üeber deo llesadolft-Dolmnit,
nw^ 4^ H^cbkiiUiu t^m W^nf». die fk Tom ScUem-IXolQniit trennen,
i^MT idi nmM ^ mumUjfifkur b^id^^kt. In der Umgebung Tcm Buchen-
#i«(M «m4 LivioftlliiogOf im Qoellgebiet des Carderole.
V. fU^mrwms», hn^-nuA. l^i: Sttb, S. Cassan Jb. d. RA. 1868,
BneklABdf-Zoiie Ofp.
Vl\iiU*f i*r Arii(^U!nlatlk , Möscb« Ueber der Angnlatns-Zone, unter
Avif 'rabi^rciiltttuf-Zone. Die 8 Zonen oder Bette, die Offkl im nntem
li\m ttiitorNdietdi^t, laünen sich, nach Mösch, im schweizerischen Jura nicht
%U ((Airontiti) Clliedor erkennen«
Ol'FKL, Jurftf*, 1858; M08CH, Aarg. J., 1867.
Bfindnersehiefer.
(^rauo Schiefer, Stud. z. Th. Grane nnd schwarze Thon- und Mergel-
Hc^liiAfor, meist aufbrausend, theils leicht zerfallend, theils durch stärkeren
KldNc^lgohalt foBt; durch zunehmenden Ealkgehalt übergehend in thonige
Oclor reinere Kalkschiefer; als Einlagerungen auch dickere Bänke Ton
dunkolgrauom Kalk; oft auch abwechselnd mit dunkelgrauen, festen Sand-
»tc^inon und Bandsteinschiefern. Nicht selten sind diese Schiefermassen
durchiüogc^u von farblosen Quarzbändem oder grosskömigen Gemengen von
glanlitt^m Quar« und Kalkspath, einige Zoll bis ein Fuss mächtig, der
Hohli^fnrnnic parallel oder Klüfte ausfüllend. Zuweilen auch erhöht sich
dor Ulaiu d«« Thonsohiefers bis zur Aehnlichkeit mit Glimmer, oder es ist
wirklich hollftrauer Glimmer ausgeschieden, mit welchem dünne Quarzstr^fen
Bunte Mergel. 41
rerwachsen sind, nnd man würde unbedenklich die Steinart für Glimmer-
schiefer erklären, wenn sie nicht mit der grossen Masse der Thon- und
Kalkschiefer in engster Yerbindnng stände. Auffallend sind die vielen
Biegungen und gewaltsamen Ejiickungen dieser Schiefer, so dass oft auf
eine Erstreckung weniger Meter in einer Schichtlage eine Menge von
Sätteb und Mulden auf einander folgen. Diesen Biegungen folgen auch
die Qnarzbänder und stehen an der Aussenfläche frei hervor, wenn der
Schiefer durch Verwitterung ausgefallen ist
Aus dieser Schieferhildung besteht ein grosser Theil der Gebirge des
nördlichen und mittleren Graubflndens, Prättigau, Schanfig, die
Lenzerhaide, Oberhalbstein, Domleschg, Savien, Lugnetz
sind Yon ihr umschlossen, man sieht sie an den Strassen des Schyns und
der Yiamala. Welcher geologischen Epoche sie angehöre, ist unent-
schieden. Thsobald schwankt zwischen Lias und Unterjura, ist auch
geneigt, sie mit den Algäuschiefem, von denen sie jedoch durch die breiten
Gneissgebirge von Montafun getrennt sind, zu vereinigen. Es ist möglich,
dass, trotz der Uebereinstimmung der Steinart, die Bttndnerschiefer mehreren
Formationen verschiedenen Alters entsprechen. Im Prättigau und
Schanfig enthalten sie Helminthoiden und Fucoiden, die man von den
gewöhnlichen eocenen Flyschfucoiden nicht unterscheiden kann; auf dem
Chnrwaldner Faul hörn glaubte Theobald Bdemmten und Orypheen
2n erkennen. In grossen Bezirken fehlt jede Spur organischer üeberreste.
Studbr, Davos und Mittel B., Schw. Dksch. 1837 u. 1839-, - Geol.
d. S. I. p. 376; Thbobald, Graub. 1864 u. 1866; Vom Rath, D.
geol. G. 1862.
Bunte Mergel.
Gelbe, grflne, vorherrschend rothe Mergel kommen in verschiedenen
Formationen vor.
Sie fehlen selten in der oberen und unteren Süsswassermolasse und
können zur Unterscheidung derselben von der marinen Molasse dienen, der
sie fremd bleiben. In der unteren Süsswassermolasse gewinnen sie in der
Westschweiz, besonders am oberen G^nfersee, eine bedeutende Mächtigkeit
nnd Festigkeit und wurden von Neckkr unter dem Namen Molasse rouge
als eine von der Molasse verschiedene, ältere Bildung betrachtet, was durch
die, zwar seltenen Pflanzenüberreste (Sabal, Cinnamomumy Acer) nicht
gerechtfertigt erscheint. Weniger fest, 5 bis lö*" mächtig bilden diese
rothen Mergel auch die Grundlage des Yullj, Jolimont, Jensberg
im Seeland und erstrecken sich nach Bern und dem Aargau hin. In
ähnlicher Lage wie bei Yevey finden wir sie in der Grundlage des Rigi
bei Wäggis.
42 Bante Schiefer.
Beschränkter, als in Schwaben and Lothringen, begleiten die bnnlBii
Mergel anch den Keuper und seinen G/ps, sowohl im nördlichen schweize-
rischen Jura, als in den Westalpen bei Matringe in Sayoien.
Studhr, Melasse 1825; ^ G. d. 8. 1853; NsOKBR, Stades 1841;
H3UB, Terk. Flora 1855; die Werke über den Jura von Mbbiah,
MüLUBB, Grbsslt, MÖ60B, Gbbppin ; Faykb, Sayoie 1867.
Baute Sehiefer.
Rothe, violette, gelbe, grOne Thonschiefer, rein oder sandig. Meist
yon beschränkter Yerbreitnng nnd als Begleiter oder ümwandlangen Ton
Steinarten angleichen Alters.
In enger Yerbindnng mit Qoarzit nnd dolomitischem Kalk bilden
bnnte, meist rothe Schiefer ein Glied der Zwischengesteine, die, am innem
Band der nördlichen Kalkalpen, den Kalk vom Gneiss trennen. Sie liegen,
wie die übrigen Zwischengesteine, dem aufgelagerten Kalk parallel, ab-
weichend auf den SchichtenkOpfen des Gneisses. Ibre Mächtigkeit über-
steigt selten einige Meter. Petrefacten fehlen ganz. Der aufgelagerte
Kalk ist mittlerer Jurakalk, und man hat in den bunten Schiefern bald
Keuper, bald Buntsandstein sehen wollen.
Nahe verwandt mit denselben scheinen rothe und grüne Schiefer,
ebenfalls mit Quandt verbunden, die auf dem Jochpass, zwischen Hasli
und Engelberg, auf Nummulitenkalk aufliegen und unter das jurassische
Kalkgebirge des Grauhorns einfallen, als ob hier der Jurakalk und die
Zwischengesteine abnorm über die eocene Bildung wären flbergescfaoben
worden.
Zwischen D r 6 n e und A r b a z , oberhalb Sitten, stehen rothe
und grüne Schiefer, letztere zu Wetzsteinen ausgebeutet, mit Gyps und
Rauchwacke in Verbindung und könnten vielleicht als verkieselte Keuper*
mergel gedeutet werden.
Einer andern Klasse von Steinarten gehören die rothen und violetten
Schiefer an, die in Mittelbünden beiTinzen, am Rothen Bflhel
in Domleschg u. a. Orten mit den grünen oder grauen Schiefem und
dem Serpentin dieser Gegenden verbunden sind. Sie erinnern an den
Galestro von Toscana und enthalten, wie dieser, Einlagerungen von rothem
Jaspis. Eine Analyse des rothen Schiefers von Tinzen verdankt man
YoM Rate.
NliOKjBR, Valorsine M. d. Gen. 1828; Favbjb, Saroie 1867; druDBBt
6 d. S. 1853; Vom Rath, Bemina. D. geol. Ges. IX. 1857.
BantSAndatein ^ Calcaire roux aableux. 43
Bontsandsteln.
6rts bigarr^. Klein- bis feinkörnig; randliche oder eckige, krystalli-
niflcbe Qoarzkömer durch ein kiesliges, thoniges oder merglichtes Clement
mehr oder weniger fest verkittet. Der Sandstein mit kiesligem Clement,
oder Quarzsandsteiny liegt in der Regel in der Tiefe, der Thonsandstein
in der Höhe. Im ersten tritt das Gement oft beinahe ganz zorAck. Yor-
herrscfaend roth, ab^ auch grfln, gelb, grau, weiss, oft mehrfarbig gestreift
oder geflammt; dentlich geschichtet, in dicken Schichten bis schiefirig.
Der Bnntsandstein greift ans Schwaben nnr sehr beschränkt in die
nördliche Schweiz ein, wo er bei Wallbach, Mampf and Znzgen
snfiancht, meist Yon jflngerm Eies nmgeben. Anf dem rechten Rheinofer
wurden frflher die Bnntsandsteine yon Rheinfelden stark abgebant,
gegenwftrtii^ werden, Ton Degerfelden vorzüglich, Schleifsteine in die
Schweiz eiagefflhrt. Waldshnt, wo der Bnntsandstein nnter Tag durch
Stollenarbeit ansgebeatet wird, liefert die bekannten Mühlsteine und dem
Mineralogen die schönen Qaarzdrnsen mit Ejdk- and Flossspath.
Ueber das Vorkommen des Bantsandsteins in den Alpen s. Qnarzit
und Yerracano.
MÖBCH, Aarg. J. 1867.
Caleaire Indonien Maboou.
S. Calc. sabcompacte.
Caleaire k polyplers Thouiu.
Graae dichte Kalksteine mit Kiesehiieren, gedrängt voll verkieselter
Corallen, regelmässig geschichtet Im Jora bei Sa lins aof der Höhe des
Fort S^ Andr6, über dem Calc. ledonien, anter den Yesnlmergeln,
Maboou. Nach Obbppin, im Bemer Jnra, lO*" mächtig, anter den Ham-
phriesianosschichten , mit Amm. Sowerbyi and hänfigen Corallen. Nach
Oppel im Niveau der Hamphriesianus-Zone des Bajoden.
Thibbia, Hie Saöne 1833; Maroou, Jura Sah M^m. 8. G. 1848 ; Oppbl,
Jnraf« 1858; Grbppin, Jura Bern. 1870.
Galeftire roux sablenx Thubmank.
Forest-marble ; Untere Lagenalissch. Oppel; Yarianssch. Mösoh;
Oberer Bathonien d'Obb.; Combrash Mülu». — Bräunlich rother san-
diger Kalkstein von geringer Festigkeit, mit Einktgerangen von gelben
oder grauen Mergeln, z. Th. oolithisch. Die ziemlich zahlreichen Fossilien
scUedit erhalten. Am Mont Terrible bis 10", an anderen Stellen bis
44 Calcaire subcompacte — Callovien.
30" mächtig. Unter der Dalle nacrie, über dem Great-Oolüe. Ein
reiches Petrefactenverzeichniss gibt Gseppin.
Thubmamn^ Soul. jur. M. de Strasb. 1832 ; Gbbppik, Jura Bern. 1870;
MfLLBR, Baal. Vcrh. 1871.
Calcaire snbcompaete Thushakn.
Calc. isedonien Mabcou. Dichter, gelblich oder röthlich grauer, zu-
weilen blan gefleckter Kalkstein, mit Spaththeilchen oder Oolithkömern, von
beträchtlicher Festigkeit. In dicke Bänke abgesondert, 40 bis 60"* mächtig.
Die Fossilien sind nicht häufig und schlecht erhalten. Es ist der untere
Hauptrogenstein des Basler und Solothumer Jura, über dem Eisenrogen-
stein, unter dem Calc. ä polypiers, oder, wo dieser ausbleibt, unter den
Yesulmergeln. Nach Oppbl im Niveau des Amm. Saussd, oder mittleren
Bajocien.
Thurmann, Soul^v. jur. M. de Str. 1832; Marcou, Jura Sal. M. d.
G. 1848; Grbppin, Jura Bern. 1870; Oppbl, Jura 1858.
Calciphyr Brononiabt.
Kömiger Kalk, der Krystalle von Feldspaih, Pyroxen, Granat oder
andere Mineralien einschliesst. Faybx führt weissen Kalkstein mit ein-
geschlossenen kleinen Feldspathkrystallen an vom Col Joli und Gol
de Bonhomme, Lory schwarzen dolomitischen Kalkstein mit Albü-
kry stallen aus der Maurienne; BBocHAira! gelblichen, seltener grauen
dichten Kalkstein mit Einschlüssen von Feldspaih und Quar» vom Kl.
St. Bernhard; vorzüglich ist auch der weisse körnige Kalk in Yal
Pellina, gedrängt voll Gi'anaten und Pyroxenkryst. zu erwähnen.
Brongniart, J. d. M. XXIII. 1808; Lory, Bull. 8. G. 1861, p. 751;
Favre, Savoie III. 1867; v. Rath in Gerlach, Süd- Wallis, 1871,
Calloyien d'OnB.
Kelloway-rock , Oxfordien inf^rieur , Br. Jura g Quknst. z. Th.
Das Callovien, oder die Grundlage der Oxfordgruppe, zer&Ut, nach Oppil,
von oben nach unten, mit Ausschluss der Ornaten- oder Biarmaten-Zone
Oppel, in die Athleta-Zone, Anceps-Zone und Macrocephalns - Zone ;
nach Mosch in Oberes C. oder Omatenthon und Unteres G. oder
Macrocephalusschichten; Thurmahk u. A. beschränken die Benennung auf
das Untere C. — Der schweizerische Jura enthält diese, meist fossilreichen,
z. Th. eisenoolithischen Glieder des Callovien vorzüglich in seiner nörd-
lichen Verbreitung, im Bemer, Basler und Aargauer Jura. — Die früher
Caldchiste — Casäannaschiefer. 45
in den Nordalpen, zwischen Gneiss and Hocbgebirgskalk , als CallOTien
bestimmte Eisenoolithbank gehört, nach der Mehrzahl ihrer Petrefacten,
* den Parkinsonischichten oder den Yarianschichten Mosgh an.
Habcou, Jura salin. M. See. geol. III. 1848-, Oppel , Juraf. 1858;
MöscH, Aarg. J. 1867; Bachmann, Bern. Mitth. 1863; C. Mayer,
tabl. 1864.
Calschiste Bbong.
S. Kalkschiefer, Grane Schiefer, Flysch.
Campilerschlehten y. Ricuthofen.
•
Oben und unten rothe , thonige glimmerreiche Schiefer , im mittleren
Theil graae und gelbe danngeschichtete bis schiefrige Kalksteine. Reich
an Petrefacten, besonders Gasteropodeny auch Ceratiten, Posidonomyen etc.
z. Th. aber einstimmend mit denen des deutschen Muschelkalks. — In Sttd-
Tirol, ttber den Schichten von Seiss, unter dem Yirgloriakalk, die
ebenfalls dem Muschselkalk angehören. — In den südlichen Schweizeralpen
bis jetzt nicht erkannt.
V« Richthofbn, Jb. d. RA. X. 1859; — Süd-Tirol 1860.
Caprimontanaschichten Mosch.
Merglichte Kalkschiefer mit Stacheln von Rhabdoddaris caprimon-
iana Des. Oberste Schichten der Crenularisstufej s. d. Die früher von
M08CH eingeführte Abtrennung wurde später yon ihm nicht festgehalten.
M68CH^ Schweiz. Verli. in Liizem 1862 : — Aarg. Jura 1867.
Gaprottnenkalk.
Rudistenkalk , Schrattenkalk , Hieroglyphenkalk , Neocomien sup6r.
IJrgonien d'OaB. — S. ürgonien.
Garditaschichten.
S. Cassianerschichten.
Cargnenle.
S. Rauchwacke.
Casannaschiefer Thbobald.
Aeltere Graue Sdiiefer Stüdeb; Thonglimmerschiefer; krystallinischer
Thonschiefer. Schwankend zwischen Thonschiefer und Glimmerschiefer.
In der Regel auf Gneiss, unter Yerrucano liegend. Abwechselnde Schiefer-
lagen, bald graue bis schwarze Thonschiefer, bald schmutzig grüne Chlorit-,
Talk- oder Hornblendschiefer, bald unvollkommene oder deutliche Glimmer-
4 6 Casfittanerschicbten .
schiefer, aüe durch üebergftnge verbanden, oder eine Abänderung ausge-
dehnt allein herrschend. — Mächtig entwickelt zwischen Bormio und
Livigno, auf den Pässen von Trepalle und Casanna, auch bei
Tan f f e r s und in der Umgebung des r 1 1 e s. Wahrscheinlich gehören ihm
auch viele Schiefer der westlichen Hochalpen an, die, wegen unbestimmter
Lagerung, nicht genauer bestimmt werden können, so die Schiefer in der
Umgebung von A ms tag und das Reussthal abwärts, die Schiefer femer
die, in der Axe der Bemeralpen, vom Tödi bis nach dem Lötschthal
fortsetzen. — In den östlichen Sodalpen erkennt Susss im Thongümmer-
schiefer, der Lagerstätte des Zinnobers von Vallalta bei Agordo und
Idria, von Kupfer- und Eisenerzen, die Fortsetzung des Casannaschiefers
von Banden. Derselbe liegt über der Steinkohlenbüdung der Stangalp in
Steiermark und unter dem rothen Grödner Sandstein, den Susss dem Yer-
rucano oder Rothliegenden gleichsetzt.
Studbr, G. d. S. 1851; Thbobald, Graab. 1864 — 1866; SuBflS,
Rothl. in deu Südalpen A. d. W. 1868.
Cassianerschichten.
Carditaschichten. Grauer, sandiger Mergel, mit eingeUigerten Kalk-
schichten, die an der Aussenfläche oft rostbraun und oolithisch verwittern, in
enger Verbindung mit schwarzen und braunen augitischen Tufen. Reich an meist
eigenthümlichen Petrefacten, unter denen Cardita crenata charakteristisch
ist; ausserdem Ammon. Aon, Goniat, Eryn, Orthoc. elegans, Nucula
Uneata, Cidaris alata, Encrinus vcaHanSy CiienUd, variabile u. a. Von
sehr ungleicher, mit den Tufen bis auf 2000 Fuss anwachsender Mächtig-
keit. Den Wengen- oder Halobiaschichten, die zuweilen derselben Gruppe
beigezählt werden, aufgelagert, bedeckt von den hohen Gebirgsstöcken des
Schlemdolomit. Zuerst bekannt auf den Höhen S oberhalb St. Cassian
und Gorfara, dann auch auf der Seisseralp, am Fuss des Lang-
kofels und Schiern u. a. Stellen in Süd-Tirol. Weiter westlich findet
man die Gruppe wieder in den Schichten von Gorno und Dossena in
den Alpen von Bergamo, weiter östlich in einem Theil der Schichten
von Raibl und im Muschelmarmor von Bleiberg. In den nördlichen
Alpen entsprechen den Cassianerschichten die Oppenitzerschichten in Oester-
reich und die Carditaschichten, die bei Hall in Tirol das Hangende des
Haselgebirges bilden, schwarz, in enger Verbindung mit Anhydrit und
Rauchwacke.
Münster u. Wissmann, Büdöstl. Tirol 1841 ; Klipstbin, östl. Alpen
1843; EmkbiOH, Sud-Tirol, in Schaubach deutsche Alpen 1846;
v. RiCHTHOFBN, Süd-Tirol 1860; Stur, S. Cassian Jb. d. RA. 1868;
Mojsisovics, oberer Trias, Jb. d. RA. 1869.
Celleporenkalk — CenoADBincrgel. 47
Celleporenkalk^
eine Ab&nderang des Leithakalks yorherrschend aus Knollen und Trflmmern
der Cellep, globularis bestehend; weich, zellig, technisch von geringerer
Bedeatnng. In den Brüchen von Stein abrann, Loretto u. a. bei
Wien.
SuBfiS, Boden von Wien, 1862.
Gementstein.
S. Hydraulischen Kalk.
Cenommnieiu
Terrain Cen. d^Osn., Rothomagien Jacoabd. — Gelblich oder grünlich
grane Mergel mit festeren Zwischenlagern von granlich weissem Mergelkalk;
bis 50" mftchtig. Im Jnra, anf Ganlt liegend, als oberste durch charao-
teristische Petrefacten bezeichnete Stnfe der jurassischen Kreidebildung, am
See St Point, bei Oje, S^^-Groix, Souaillon bei St. Blaise. —
In den Alpen zeigt sich diese Stufe auf Cheville, am S Fuss der Dia-
blerets, als eine sehr feste hellgraue Kalkbank zwischen dem Gault und
der Nummulitenbildung. In Sa^oien und in den mittleren und östlichen
Schweizeralpen ist dieselbe bis jetzt nicht nachgewiesen worden.
Jaccabd^ Jnra Vaudoie, 1869; Rbnbvibr, Ball. Vaud. IX. 1866.
Cenomisch.
S. Kainozoisch.
Cerlthienkalk
des Mainzer-Beckens. Beiner oder sandiger Kalkstein, übergehend in
Qoarzsandstein. Die zahlreichen Conchylien, besonders Cerithien (C, pli-
caium, C. submargaritaceum etc.) tragen einen brackischen Typus. In
enger Yerbindung damit steht der Landschneckenkqlk. Beide liegen im
unteren Miocen, aber dem Tongrien, und werden von G. Matkb in den
oberen Theil seiner Aquitanischen Stufe in das Niveau der Pechkohlen
der Paud^ze und der S fallenden Nagelfluh gesetzt. Güioikl dagegen
erkennt in dem Mainzer Cerlthienkalk die brackischen Mergel von Orten-
burg, die er dem Muschselsandstein der Schweiz parallel stellt.
Sakdbbbobb, Mainz B. 1858—1863; C. Matbr, tabl. 1858; Gümbbl^
B. Alpen, 1861.
Cemansmergel Marcou.
Marnes k Plicatules Mabcou, Spinatuszone Oppxl. Graue, sandige,
gtimmerreiche Mergel abwechselnd mit B&nken von merglichtem, oft sandigem
48 Ghablaiskalk — Chaillesschichtet);
Kalkstein, bis 6"* mächtig. Mit Amm. spinatfis, Plicatula spinosa, PecUn
CBquivalvis u. a. Unter den Schiefern von Boll, über den MargaritatuS'
oder Schwabenmergeln, an der obem Grenze des Mittleren Lias. — Bei
Gernans, von Salins.
Marcou, Lettres, 1857.
Chablaiskalk Favre.
Es ist kaum anzunehmen, dass alle Gebirge in dem grossen Baom
zwischen der Rhone und der Giffre, die Faybk als Lias bezeichnet, der-
selben Formation angehören, denn auch die Steinarten sind unter sich sehr
yerschieden, hier ein dem Glamer ähnlicher Dachschiefer, dort ein fester,
bräunlich verwitternder Sandstein, bald kiesliger schwarzer, bald thoDiger
rother Kalk. Eine Rhynchonellaj das einzige Fossil, das ich, nach längerem
Suchen, NO von der Pointe de Machillj, unweit der Alphatten So m-
man, fand, scheint, nach Bacumann, dem Kimmeridge anzugehören. Die
vorherrschende Steinart indess in diesem Grebiet, die im engeren Sinn als
ChablcUskalk bezeichnet wird, ist eine fest und dicht verwachsene Kalk-
foreccie, im frischen Bruch kaum als solche erkennbar und wie homogener
schwarzer Kalk aussehend, an der Aussenfläche aber deutlich als Agglo-
merat erscheinend. Die Trümmer von Sandkorn- bis über Zollgrösse, sind
fast ausschliesslich dunkle bis schwarze, meist eckige Kalksteinbrocken,
von denen die einen an der Aussenfläche blass werden, die andern in heil-
bräunliche Erde übergehen. In geringerer Menge sind Trümmer von
schwarzem oder hellgrünem Thonschiefer, Thonglimmerschiefer, noch seltener
von Granit beigemengt. An einigen Stellen wird der Kalk beinah ver-
drängt durch Quarzkömer und der Stein geht in einen dunkeln Sandstein
über, der sich mit einer rostbraunen Yerwitterungskruste bedeckt Häofig
sind Adern von Kalkspath. Felsbildung zeigt sich nur an Einlagerungen tod
homogenen schwarzen Kalkbänken, meist ist das Gebirge bis auf den
obersten Kamm bewachsen. Organische üeberreste scheinen der Kalk-
breccie ganz zu fehlen und auch aus den Lagerungsverhältnissen lässt sich
ihre geologische Stellung nicht beurtheilen. Bei Tanninge liegt sie aof der
Anthracitbildung , bei Matringe auf der Rhätischen Stufe, am Südrand
auf Nummulitenkalk. S. Hornfluhgestein.
Favre, Savoie 1867; Studbr, G. d. S 1853; — Bern. Mitth. 1851
und 1854.
Challlesseliichteii^ Thibbia.
Kieselnierenschichten Fbomh.; Zone des Cidaris fiorigemma Orr.
Blaue oder braune Mergel und merglichte, sandige Kalkbänke, welche &n^*
ChamoBit — Ch&telkalk. 49
bis kopfgrosse Engeln (Sphirües), oder Trümmer von Eugelschalen and
flache Linsen (Chaäles) yon rauchgranem Kieselkalk, schichtweise yer- '
theilt, enthalten. Aach die organischen Ueberreste, yorherrschend JScAmo-
dermen and KaraUerij sind meist yerkieselt and darch Chakedon ersetzt.
Die Mächtigkeit kann wohl aof 20" bis 30°" steigen. — Die ChailleS"
schidUen bilden die oberste Stafe der Oif ordgrappe , die Grandlage des
Goralrag, der z. Th. noch dieselben Petrefacten enthält, and entsprechen
den Orenidarisschkhten Mosch, dem Ärgoüien Mabooü z. Th., dem weissen
Jura ß — S Qu. •— Sie stellen eine besondere Facies des oberen Oiiford dar, die
im Jara yon Franche-Gomt6, Bern and Basel entwickelt ist, im sad-
lieberen Jara and im Aargaa aber darch Mergel- and Kalkbänke mit
yielen Scyphien ersetzt wird, denen die Ghailles and Kieselfossilien fehlen,
und die z. Th. aach paläontologisch abweichen.
Thibbia, Notice, M. de Strb. 1. 1830 ; — Stat. Hte Sadne 1833 ; Thub-
MANN, Soul. H. de Strb. I. 1830; Gbeppin, J. Bern. 1870; Mbrian^
Leonh. Jb. 1864.
Chamoslt
Chamoisit Bebthikr. — 10 bis 15"" mächtige Einlagerang im Kalk
and Kalkschiefer des nördlichen Seitenthaies Ghamoson im unteren
Wallis, an der oberen Holzgrenze, 1910*" Aber dem Meer. Eisenerz, das
za Ardon geschmolzen wurde, ein Eisensilicat mit Thonerde und Wasser,
nicht sehr yerschieden yon den Bohnerzen oder dem Hisingerit. Grün-
lich schwarz, an der Aussenfläche rostbraun, fein oolitisch, kömige Partie'n
mit dichten yerwachsen, rhomboedrisch oder prismatisch zerklüftet. Nach
den selten yorkommenden Ammoniten, Belemniten und Rhynchonellen
(lacunosa) der Oxfordgruppe angehörend.
GuETHABD, J. d. fliin. 1814; Berthieb, A. d. M. 1820; Studbb,
W. Alp. 1834; - G. d. S. 1853; FoURNBT, A. d'agr. de Lyon, 1849.
Channouthien.
Etage C. Mateb. Mittlerer Lias, yom Jamesonibett bis Spinatusbett
Oppxl. — Im ganzen französisch- und schwäbisch-schweizerischen Jura.
Nach Gharmouth in Dorsetshire bei Lyme Regis.
C. Mayeb, tabl. 1864.
Ch&telkalk.
Dicht, mit muschligem Bruch, hellgrau bis beinahe weiss, rauchgrau,
bläulich, grflnlich grau, roth, mehrere Farben in einander yerwaschen.
Dickere oder plattenförmige und knollige Lager, welche beinahe ein conglomerat-
4
SQ Cbloritgneiss
Ähnliches Ansehe erhalten ^ die SchichtflSchen nnd Knollen bedeckt nit
' grttnen oder rothen Thonbl&ttem. Die meist zahlreichen PetreCEurten, besonden
Atamofiiten and Aptychm, setzen den GhAtelkalk in das obere Oxford,
anf die Stofe der Eieselnieren- und ScTphienkalke, wenn man es nicht Tor>
zieht, ihn, statt mit spedell jorassischen, mit der tithonischen Stofe Oppb.'»
zu yergleichen, wofür auch seine nahe Verbindung mit NeocomsGhichten
za sprechen scheint. — Der Gh&telkalk, benannt nach GhlLtel-St. Denis
oberhalb Yevey, bildet eine bald nur 10, bald gegen 100* mächtige Yor-
stofe in der änssersten Kette der Westalpen, zwischen der Arre nnd den
Thnnersee, nnd wird Öfters zu baulichen Zwecken gebrochen. Er ist
bekannt an den Voirons, an der Yeyaise, am Niremont, bei Bot*
terens nnd am Gnrnigel, stets den Alpen znfallend, fiberlagert tqo
Neocom nnd Flysch, dem Klippenkalk der Karpathen ähnlich, aas dem
Flyschgebirge heransstehend.
Studbb, W. Alpen 1834; — G. d. S. 1853 j Favba, Savoie 1867;
GiLLiBBON, Arch. de la Bibl. Univ. 1870; E. Favbb, Mol^son, Arch.
B. ü. 1870.
CUorltgneigs.
Gremeiner Gneiss mit eingeme^gtem Ghlorit wird von Thxobau> als
nicht seltene Felsart im sfldlichen Bonden angefahrt — Yox Rate be-
zeichnet die Schiefer der linken Seite des Maderanthaies als Chiorit-
gneiss : < weisser Feldspath, weisser Oligoklas^ Qu/orz in runden Kömero,
Cblorii nnd Taüc theils in kugligen PartieVi, theils in zusammenhängenden
Lagen , zuweilen tritt auch Hornblende, ein. » Das herrschende Gestein
dieser Thalseite und des vorderen Etzlithales ist indess nicht ver-
schieden von dem Schiefer von Amsteg, der dem Casannasckiefer Tbiob.
nahe steht und es unentschieden lässt, ob der schinunemde Bestandtheil
Ghlorit oder Glimmer sei. Es streichen diese Schiefer, die auch den nörd-
lichen Bristenstock bilden, in der Fortsetzung der ähnlichen Steinarten,
welche, vom Lötschthal her, als die Kemmasse der Berneralpen
auftreten. In der Mitte des Maderanthales , von Ruppletenalp aus
das Oriestobel aufwärts kletternd, fand ich bis wohl 500"* Ober dem
Thalboden, stets diesen Thooglimmerschiefer , und auch der Schutt der
hohem Felswände bestand aus demselben. In dieser Höhe erscheint der
Schiefer jedoch mehr nnd mehr nach allen Richtungen durchschwärmt von
Adern, Streifen und Nestern, worin Bergkrystall^ Ädulcar und erdiger
Chlorit als Hauptbestandtheile auftreten, nicht selten aber auch basisch
zerspaltener KaOespaih^ Eisenglcmsi, Sphen, BrookU, rother Stilbü, Efidot,
BgsBolüh u. a. Mineralien vorkommen. Man glaubt sidi in dem Herde
zu befinden, wo ans dem Schiefer, doreh einen nieht «klärten Plrocess,
Chloritschierer •> Cipitkalk. 51
GBeias und Granit hervorgeht, wie man ihn Im hintern Etzlithal nnd
in der ümgebimg des Oberalpstocks, auf der Höhe des Brnnni-
gletschers findet, wo der FekUpath nicht nur in Dmsenrftamen, sondern
als Bestandtheil der Felsart selbst erscheint. — Nach Mcllsr sind Blöcke
Ton Gneiss mit blassgrünem Talk und donkelgrflnem , feinkörnigem oder
schuppigem CUorit durch ganz Made ran zerstreut Anstehend findet
man die Steinart in grösserer Verbreitung nach dem Ausgang des Thaies zu.
Studeb, Ball. S. 6. XIV, p. 292, 1856; y. Rate, Zts. d. g. G. 1862;
MCLLSR, BaBl. Vh. IV, 1867 ; Theobald, Bünden, 1866.
ChloritscUefer.
Hehr oder weniger deutlich schiefrige (xesteine von reinem, klein- oder
feinschuppigem, dunkelgrünem Chlorit, oder Gemenge von Chlorit und Quarz,
oder Yon Chlorit und zuckerartigem Kalk, oder Dolomit, auch wohl mit
Beimengung von Talk und Strahlstein. Die Felsart ist eine krjstallinischere
Entwicklung des GrUnen Schiefers (s. d.) und hat in den Penninischeu und
Bündner Alpen eine beträchtliche Verbreitung. Wie die Grünen Schiefer
steht sie oft in enger Verbindung mit Serpentin, und Serpentinschiefer ist
auch wohl, wie derjenige desRiffelhorns, als Chloritschiefer bezeichnet
worden. Ausgezeichneter Chloritschiefer findet sich in der Nähe auf dem
Oornergrat.
Stüdsb, G. d. 8. 1853; Thbobald, Bünden, 1866.
Ghloriteyeiiit.
Chloritfels Th. Chloritische Grundmasse mit Hornblende und schwarzem
OUmmer nnd eingemengten weissen Feldspathkrystallen , als Gänge und
Nester im Syenit und Coderagranit. Am Muretpass und im Bergell.
Thbobald, Bünden, 1866.
Clcerchlna^
in Toscana, ein grobkörniger Sandstein erbaengrosser Quarz- und Jaspis-
kömer; eine Abänderung des Macigno.
Tasoioni, Reisen, 1787.
Opitkalk.
Brauner, dichter, sdir zäher, bituminöser Kalkstein^ mit Höhlungen, die
mit Kalk^pathskalenoedeni auagekleidet sind, stark zerklüftet. Beich an
Korallen, Crmotdenfrümmern, GdariUnsiacheln, Brachiopoden etc. Diese
52 CSpoUino — Claeydsen.
50 — 100 Fnss mächtigen, ui Tersduedeoen Stellen in Sad-Tirol, anch am
Gipit an der Saisseralp, Torkonme&den Kalksteine bilden die Grund-
lage der Gassianerscliichten, als Ebilagenuig im Angit-Tnt
V. RiGBTHOFBX, Süd>Tirol, 1860.
CipoUlM.
Kalkglimmersdiiefer. Körniger, wtisser Kalk mit beigemengtem Glimmer
oder Talk, hiedarch oft in Platten spaltend oder scfaiefrig. Schon Saüssuu
hat die Benennung anch auf dnnkelgrane, köndge, mit Glimmer oder Talk
gemengte Kalksteine ausgedehnt — Der weisse oder durch grflne Talk-
blAttchen grOn aussehende CipoUino ist nicht selten dem grOnen Schiefer
untergeordnet (Evolena, Stall a); Öfters auch dem Glimmerschiefer,
mit dem man ihn leicht Terwechselt, indem man die Kalkspathkömchen
für Quarz ansieht. Besteht die Grundmasse aus zuckerartigem Dolomit,
80 entsteht die auf Campolongo bekannte Steinart Grauer GpolUno
ist nicht selten im kiystallinischen Grauen Schiefer. Saussuri f&hrt Um
an vom Gramont, Favbk Tom KL Bernhard u. a. Stellen dieser
Gebirge; man findet ihn nicht selten im Wallis, am Gotthard und
in Bünden.
Savssurb, Voy . § 915 ; Payrs. Saroie 1867 ; Lardt, S. Gotth. Schw.
Dks. 1833*, Th£OBALD. Büudea 1861—1866.
Cltadellenkalk Mabooü.
Galcaires de la Gitadelle. Dichte Kalksteine mit muschligem Bruch,
graulich weiss, rOthlich gefleckt, fuss- bis 3"* dicke Schichten, im
Ganzen 20* m&chtig. Fossilien sind selten und meist zertrümmert Auf
diesem Kalk steht das Fort Belin bei Salins und die Gitadelle von
Besangon. Früher Ton Marcoü als Forestmarble betrachtet, wurde er
sp&ter von Oppkl eher dem tiefem Theil seiner Lagenaliszone oder des
Gombrash gleich gestellt
Maroou, Lettresy 1857; Oppbl, Jaraf. 1858.
Clacyeisen.
Fer de Glucy Marooü. Gelbe oder graue merghchte Kalksteine,
hirskom-, linsen- bis erbsengrosse Kömer ron Brauneisenstein einsdiliesseiHL
Bei 5* mächtig. Als Fossilien werden Ämm, macrocephaius ^ AMi^
athUta^ Amm. anceps, Amm. Jason, Amm, hecticus u. a. genannt Kb
Stufe entspricht daher dem GalloTien im weiteren Sinn, d. h. den Macro-
eephalns-, Anceps- und Athletazonen Oppkl, oder den Macroc^halas- nai
Oraatenschicfaten Moses. — Glucy liegt SO in der lOihe von Salins.
Maboou, Lettret , 1857 •, Oppkl, Jonf. 1858.
Coderagranit — CoDglomerate. 53
Coderagranlt Tbiob.
Syenitgranit y. Gotta. Kleinkörnige Gmndmasse aus grauem Quarz,
weissem OUgoklas und schwarzem OUmmer, mit zahlreichen bis mehrere
Zoll grossen Zwillingen von weissem oder rosenrothem Orthoklas; durch
Aufnahme von Hornblende übergehend in Syenit y indem der Quarz und
Glimmer sich zurückziehen, die grossen Feldspathzwillinge dagegen anhalten.
Oft zeigt sich verticale oder Neigung zu prismatischer Zerklüftung. Die
schöne Steinart bildet die obersten, wild zerrissenen und abgestürzten Massen
der zwischen dem Berg eil und untern Yeltlin stehenden Gebirge.
Nach unten geht sie, in mittlerer Höhe, ohne scharfe Trennung, über in
einen kleinkörnigen weissen Granit, ohne grössere Krystalle, mit sehr
kleinen und sparsamen weissen und schwarzen Glimmerschüppchen. Die
Gnmdlage bilden dunkle Hornblende- und Ghloritgesteine , welche in allen
Bichtungen Ton Grängen des kleinkörnigen Granits durchsetzt werden. Der
Coderagranit stimmt nahe überein mit dem Puntaiglasgranit (s. d.) im
Yorder-Rheinthal.
Studbr, G. d. S., 1853; Theobald, Oraub., 1866.
Complanataschichteii Kaujicann.
Sandige, dunkelgraue Schichten des Nummulitenkalkes mit Numm,
complanata, der grössten in der Schweiz yorkommenden Nunminlitenart.
Am P i 1 a t u s bei 50 Fuss mächtig und von da nach dem Thunersee
fortsetzend.
Kaufmakk, Pilatas 1867.
Cioiicliylieii*
Terrain. S. Muschelkalk.
Congerientegel.
Tegel Ton Jenzersdorf. Unter dem Schotter und Sand bis in grosse
Tiefe den Boden der Stadt Wien bildend, mit Einlagerungen von Sand-
oder Oeröllschichten und Knollen von grauem Kalkmergel. Bezeichnend
sind Schalen von Congerien (C* subglohosa) und Melanopsis ; ausserdem
kommen üeberreste von Süaswasserschildkröteny Säugethieren und Land»
pflawien vor. Der Tegel wird vielfach als Töpferthon ausgebeutet
SUX8B, Boden ▼. Wien, 1862.
CoBglomerate.
Poudingnes. Durch ein Cement mehr oder weniger fest verkittete
randUche Trümmer von wenigstens Haselnnssgrösse. Sind die Trümmer
54 Contortazone — Corallien.
kleiner, so heisst ihre Yereinigang Sctndstein, sind sie eckig, so bilden sie
Brecden. Nadi der Steiiuurt der TrOmmer nnterscheidet man Qranitcongl,
Porphyrcongl. , Kalkcongl. u. s. w. S. Nagdfluh^ Verrucano, Valor'
sinecongl.
Zirkel, Petrogr. 1866, 1.
Contortazone v. Dittm.
Zone der Avicula contoria, Eössenersch., Azzarolasch., Infralias,
z. Th., Rhätische Gruppe z. Th., Bonebed, Oberer Muschelkenper Güxbel,
G^rviliiensch. Emmrigh, Oberes S. Cassian. — Bonkle bis schwarze Mergel-
schiefer, abwechselnd mit granen Ealkschichten. In den nördlichen und sfld-
lichen Alpen über dem Haapt4olomit , anter dem Badisteinkalk. Im
Rhatikon und Vorarlberg 30—40 Fnss mächtig, bei Kössen,
NO von Knfstein, mehrere hundert Fnss mächtig und weiter (tetlich
noch mehr anwachsend, so wie anch in den Lombardischen Alpen. Reich
an mannigfaltigen, in der Mehrzahl kleinen Fossilien, die einige Verwandt-
schaft mit deigenigen, der unter dem Hauptdolomit liegenden S. Cassian-
fossilien zeigen. Nächst Avicula contorta und OervilUa inflata^ sind
Mytilus fninutu8, Cardium rhäticum, C. atistriacum, Pecten taloniensis,
Plicatula intuastriata , Tereb, gregaria u. a. charakteristisch. — In den
schweizerischen Nordalpen zuerst aufgefunden am Rhatikon, später
bei S p i e z am Thunersee , an den Stockhorngebirgen, in den
Freiburger- und Waadtländeralpen, an der Dranse, bei
Matringe u. a. Stellen in S a v o i e n. Südlich vom Luganersee
fällt noch ein beträchtlicher Theil der dort durchstreichenden Contorta-
9one innerhalb der Schweizergrenze. S. Besanosch,
ESOHBR, Vorarlb. Schw. Dksch. XIII 1853; Emmrich, Jb. d. RA.
1853; V. RiCHTHOFBN, Vorarlb. Jb. d. RA. 1859-, Gühbbl, B. Alpen
1861 ; y. Dittmar, Cont. Zone, 1864-, Favrb, Savoie, 1867 ; Rbnb-
yiBR, Infraliae, Soc. Vaad. 1863, Vill, p. 39 ; v. Fi8CHBR-Oo6tbr.,
Bern. Mitth. 1869.
Corallieii.
Nadidem in England (1816) durch Surra der Coralrag als ein Glied
des mittleren Oolithsjrstems , dem Oxfordthon aufliegend, war bezeichnet
worden, trug Thirria (1830) die Benennung über auf die im französischen
Jura dem Oxford aufgelagerte Ealkbildung und unterschied darin, als
untere Stufe, einen Galcaire ä Nirinies, als obere eine Ärgile ä Madri-
pores et ChaiUes. TflüRMAim fand sich, im Bemer Jura (1832), zu mehreren
Abänderungen veranlasst. Er liess das Terrain ä ChaiUes direct auf den
Coralrag. 55
Oiford, als oberstes Glied dieser Gruppe, folgen und auf dieses ein Groupe
CaralUeny das, yon unten nach oben, zerfällt in den Calcaire corallieny
die OoUthe corallienne, den Calcodre ä NMnies und den Calcaire ä
Astartes. Mabcou (1848), bei Sa lins, setzt das Groupe coralUen
unmittelbar auf das Argopien^ trennt aber den Calc, ä Astartes davon ab
und bildet aus ihm eine selbständige Gruppe , als Groupe Siquanien. Dieser
Trennung trat später (1861) Thübmann auch bei, trennte femer auch das
T. ä Chailles vom Oxford, um es mit dem obem Jura, als tiefstes Glied
desselben, zu yereinigen, und liess, als Groupe CoralUen y auf einander
folgen: Argiles ä Chailles et Sphiriies, Calc. ä polypiers et Cidaris
florigemma, Calc. crayeux ä Diceras arietina et Nerinea bruntrutana und
Calc, compactes steriles^ auf welche dann das Groupe Astartien folgt.
Etwas einfacher theilt Gbepfik das Corallien in das T. ä Chailles, die
Ootithe corallienne, für welche Zwingen typisch ist, und den Calc. ä
N6rinies , mit Diceras arietina, vielen Echinodermen und mannigfaltigen
Korallen, welche an der Gaquerelle, am Pass der Rangiers, W
von Del^mont, oft gesammelt werden. In seinen Lettres theilt Mabcou
die Coralliengruppe, von unter nach oben, in den Coralrag von La Cha-
pelle (N von Salins) und die Oolite corallienne und den Coralrag femer
in Argiles ä chailleSy Couches ä coraux und Calcaire corallien. — Indess
hat sich gezeigt, dass Eorallenmassen auf verschiedenen geologischen Stufen
vorkommen und nur eine locale Facies, nicht den durchgehenden Charakter
emer Stufe bezeichnen; es entsprechen daher auch die in verschiedenen
Gegenden als Corallien oder Coralrag angeführten Bildungen oft Stufen
ungleichen Alters und, um Yerwirmng zu vermeiden, wäre es wünschbar,
die Benennung fallen zu lassen. Das Corallien des Bemer Jura verliert,
in seiner Ostlichen Fortsetzung, bei Ölten, seine Korallenfacies, die
Zoophyten treten zurück und werden ersetzt durch Cephalopoden und
Acephalen, welche, bis jenseit des Rheins, in den Wangenerschichten
MOBOH und den wohlgeschichteten Kalkbänken Quekst. die herrschende
Fauna dieser Stufe bilden.
Thirria, Mem. de Stbg. 1830 ; Thübmann, ibd. 1632 j — Scbw. Dks.
1861 ; Mabcou, Salios. Hem. S. geol. 1848 ; ~ Lettres, 1857 ; Oppbl,
Juraf. 1858 ; Waaobn^ CImb. des oberen Jara^ 1865 ; HOecH, Aarg.
J. 1867; Gbbppin, Bern. J. 1870.
Coralrag
und
Coralrag de la Chapelle Maboou.
B. Corallien.
56 Corbiculasehicbten — Coroe, pierre de«
CorbieulMeUehten Sakdb.
Grelblidie Kalksteine, sandige Mergel and Thone, worin, mit andern
Fossilien, C(Mrbioula Faujam sehr zahlreich ist. Im Mainzer Becken
anf dem Cerithienkalk oder auf Bläiteriondstein liegend ond yon LUari-
nelUnkalk, mit dem man sie sonst vereinigte, bedeckt.
Corg^enle^
oder Cargneule. S. Rauckwacke.
Combragh
heisst in England die oberste Stufe der hohem Abtheilong des Unter-
Ooliths, in welcher, nnter dem Combrash, noch Farest-marbU^ Bradford-
day, Great'Oolithe , Slorhesfield-slaies nnd Fullers-earth unterschieden
werden. Ueber dem Combrash folgt der Eelloway-rock und Oxford-day,
unter der Fullers-earth , als tiefere Abtheilung des Unter-Ooliths , der
Inferior-Oolith. Auf dem Continent, und in England selbst, lassen sich
diese Formationen selten mit Sicherheit wieder erkennen, und mehrere
sind, z. Th. unter neuen Namen, zu grösseren Gruppen yereinigt worden.
D*Omalius und d^Obbignt fsssten die ganze höhere Abtheilung, yom Com-
brash bis und mit der Fullersearth , zusammen, als Etage Bathonien,
ebenso Offkl, als Baihgruppe, mit Beziehung auf den Great- oder Bath-
Oolithe. Fbomhibz, dessen Eintheilung eine Zeit lang auch fOr den nörd-
lichen Jura Geltung fand, unterscheidet, zwischen dem Oiiford und dem
Inferior Oolith, nur Bradfordclayy Haupirogenstein, den er als dem eng-
lischen Great-Oolithe entsprechend ansieht, und Walkerde. In neuester
Zeit dehnt Mollsb die Benennung Combrash, for die er oft, nach älterer
üebung, den Namen Bradford gebraucht, auf das gesammte Bathonien aus,
mit dem er auch noch einen Theil des Callovien vereinigt, und theilt das-
selbe in einen Oberen Conibrash, der mit den Macrocephalusschichten
beginnt, und, tiefer, die Dalle nacrte Thubm. einschliesst , Mittleren Cm,
dem die Discoideenmergel Mebian angehören, und Unteren C, dem z. Th.
der Calcaire roux sableux Thübm. entspricht.
MOllbb, die Corabrashscb. des Baal. Jura, Baal. Verh. 1870.
Come^ pierre de.
Com^enne. Hornfels Wall. Während Saüssübk sich über die un-
sichere Charakteristik dieser Steinart beklagt, sieht er sich doch genöthigt»
den Namen zu benutzen. Im Anfang seiner Arbeiten yersteht er darunter
ein Mineral, wie es* scheint meist Hornblende. Später wendet er die
Gom^enne — GrenalarisBchicbteD. 57
Benemmng an auf Terschwindend gemengte Felsarten, Eurite oder Felsite,
wie amFnss der Aig. du Midi, Gneisse, me bei Valorsine, CMorü-
schiefer (?) , wie beiBionnayamC. d. Bonhomme. In neuerer
Zeit wird der Name besonders auf die durch Trapp, Porphyr, Granit aus
Grauwacke, Thonschiefer oder anderen Steinarten erzeugten metamorphischen,
scheinbar homogenen Contactgesteine angewandt, zuweilen auch statt Felsit,
Eurit, Aphanit, Mimosit, Trapp gebraucht. Die wahre Natur des Homfels
ergiebt sich am sichersten, wenn man denselben bis zu seinem üebergang
in deutlich gemengte Steinarten yerfolgt.
Corn^enne.
S. Pierre de Come.
Cornettone
heisst in der Brianza der sandige, an der Aussenfläche rostbraune,
Fljrschkalk llhnliche Kalkstein, der h&ufig als Baustein benutzt wird. Er
enthält die gewöhnlichen Flyschfucoiden , wechselt aber mit Lagern, von
einem aschgrauen, thonigen Kalkstein (Ceppo argentino), welcher Kreide-
petreEftcten einschliessen soll. Bestätigt sich Letzteres, so wäre der Cornettone
der Pietraforte und ihrem Alberese in der Umgebung von Florenz gleich
zu setzen.
Villa, Brianza, 1844.
Comubianlt.
PaUdop^tre Sauss. unklar verwachsene Gneisse oder in Gneiss aber-
gehende Thonschiefer, schmutzig grünlich, röthlich grau oder braun, fest
und schwer zersprengbar. Mit Einschlflssen von Granat^ Turmalin, Horn-
blende, Epidot, Pyrit. Meist in der Nähe von Granit, zu den metamor-
phischen Steinarten gehörend.
Naumann, Geol. 1, 1850; Zibkbl, Petrogr. II, 1866.
Crenularissehicliteii Mosoh.
Bräunlich weisse, oder bunte oolithische Kalkbänke, fest und zu Bau-
steinen benutzt, oder schiefrig. Mit reicher Fauna, besonders Scyphien,
auch Eddnodennm, Brachiopodeny Acephalen. Bezeidmend sind Hemi-
ddaris cremdaris und Rhabdoddaris caprimontana* Meist von geringer,
kaum einige Meter betragender Mächtigkeit , in der Gegend von Ölten
indess bis 33* mächtig. — Oberste Stufe der Oxfordgruppe im Aargauer
Jura, bedeckt vom Coralrag oder Diceraskalk. Im Solothumer und Bemer
Jura bis weit nach Franche-Ck)mt6 hinein auftretend als ChaülesschicIUen (s. d.)
M68CH, Aarg. J. 1867.
fK
OtMtfSL tkhrt sMcr ^ifiMi 3KjflK9 zwei mekäedar Siaft a
Zmä^.y^ 0ftm 40sr Trim tt^er i&Er Eäd^äsefea Grs^fe «ii^ilrufV , dem
flM^ylMuC «rfirlaffeit «ad t« Daffc«<mkin> kdeckt »Kfc als Oftener
tUmpenrnffd \tm^ilaitX% daaa eiw zd- ■Bten Kreidcgrappe gcMreode,
MumH all lUmfdder oder Sdkronnfcidkerfdiädktai.
fl^lbpvaer, fem- bis anttelkitoiiiger gnnitisder Gneiss, mit
FiUbyaik, waMerliellaB, zaweilen bla«r&thlirfafM , glasigaa Quarz und
nehmwnem oder auch hellgraaem Glimmer. Dieser, nadi iossern Kenn-
zeidien, rtm Antigoriognmi {%. d.) kaum za unterscheidende Gneiaa
gebdrt, zofolge seiner chemisdien Znsammensetzong, nadi Scbkkbxb, dem
oberen IliUonii, oder dem rothen Gneiss des sftdisisdien Erzgebirges an.
Er bildet eine beschrftnkte Masse N Yon Crodo in Antigorio, am Za-
Sftmmenflosf der Detera mit der Tooe.
ÜBBLACH, tchw, DlEScb. 1869; ScHEEBEB, Peatschr. 1866.
Cjrenenseliicliteiu
Abwechselnde Lager 70n Thon und sandigem Mergel mit Einlagerungen
y<m bitominösem Kallt nnd Braun- oder Pechkohle. Die Fossilien, Gyrena
iemiiftriata, Cerith. plicatum und margaritaceum tragen einen brackischen
Typus. Sehr yerbreitet im Mainzer becken, yon yerscbiedener, oft beträcht-
licher MAcbtIgkeit. Mit ihnen schliessen die oligocenen Bildungen ab und über
ihnen folgt liläUersandstein nnd Cerühienkalk. In Baiern entsprechen
ihnen die Pechkohlenbildungen yon Miesbach, in der Schweiz, nach
C. Matbr, die tieferen Massen der aquitanischen Stufe.
BANDDaROBB, Unters. U. d. Mainzerbecken , 1853; LuDWia, geol.
Karte ▼. HesBen; GOmbbl, B. A. 1861; C. Maybb, tabl. 1868.
Dachschiefer — Dachsteimkalk. 59
Daehsclilefer.
Ardoise, Schiste t^gulaire. Die in der Schweiz zur Bedachung ver-
wendeten Schiefer sind sehr yerschiedener Art. Die einen gehören dem
Flysch an. Nach frischem Brach schwarz, eben, in metergrosse Tafeln
spaltend, nadi längerer Aussetzung abblassend und auflockernd ; mit S&uren
stark brausend und nachher zwischen den Fingern zerreiblich, daher wenig
aasdauemd. Steinbrüche zu Matt in Glarus, Mühlenen undFrutigen
am Niesen , Abondance in Chablais. Vorzüglicher sind die ebenfalls
schwarzen Dachschiefer der Anthracitbildung , die bei SaWan an der
Pissevache und bei Chandoline und A p r z , gegenüber Sitten,
gebrochen werden. In den Hochalpen werden Schiefer und Platten aller
Art, theils geformt, theils roh, von oft mehreren Quadratfuss Oberfläche,
zur Bedachung benutzt, so die Grünen Schiefer aus dem Malenker-
thal, die durch ganz Yeltlin verbreitet sind, die Talkglimmerschiefer
von P s c h i a V u. a.
Dachsteinkalk.
Megaloduskalk. Oberer Dachsteinkalk, zur Unterscheidung von Haupt-
dolomit, der als Unterer Dachsteinkalk angefahrt wird, und bezeichnet durch
den Einschluss der grossen Bivalve Megalodus triqueter. Weiss, hellbraun oder
grau, dicht oder schuppigkömig, auch, besonders in seiner untern Masse, als
Dolomit, grau und feinkörnig, dick bis dfinngeschichtet. Er liegt, in einer
Mächtigkeit, die in den Ostalpen, besonders im Dachsteingebirge, S von
Hallstadt, mehrere tausend Fuss erreicht, auf der Grenze zwischen dem
alpinen Keuper und Lias, als Hauptglied der Rhätischen Gruppe.
Nächst dem Megalodus kommen zuweilen auch viele Lilhodendren vor,
und eine Einlagerung, bekannt als Starhembergerschickten (s. d.) enthält
die Fauna der Eössenerschichten. Von Wien her durchzieht der Dach-
steinkalk die nördlichen Ealkalpen bis Vorarlberg und Prättigau.
Im Rbätikon erscheint er, mit den charakteristischen Petrefacten, 20
bis 100 Fuss mächtig, ist aber auch, kaum trennbar, mit dem aufgelagerten
Lias vereinigt, zu ganzen Gebirgen angewachsen. Da derselbe in der süd-
liehen Ealkzone der Ostalpen stark entwickelt ist, so lässt sich wohl an-
ndunen, dass er auch in das südliche Bünden fortsetze. Thvobald glaubt
ihn als am Bernina und in Livigno vorkommend voraussetzen zu
dürfen, ohne jedoch paläontologische Gründe anführen zu können.
Ebgher, Schw. Dks. 1853; v. Riohthofen, Vorarlb. J. d. RA. 1859;
Stoppani, Paleont. Lomb. 1860; Qüubjsl, Bair. Alpen, 1861;
V. Hausb, Uebs. J. d. RA. 1867.
60 Dalle Dacr^e — Davsizone.
Dalle nacröe Thubm.
Aelterer Rogenstein Msrian, z. Th. Spftthige Gnmdmasse, welche
Oolithkörner und ein lomachellartiges Gemeng zertrflnimerter Fossilien ein-
schliesst, gelblich, röthlich, oder graulich weiss, mit Neigung zu Perlmutter-
glanz. Deutlich geschichtet in Platten von einigen Zoll, selten bis zu einem
Fuss Dicke. Die Schicht- und Bruchflächen uneben, kömig. Die Kalklager,
zuweilen verkieselt und übergehend in einen löchrigen Hornstein, dessen
Höhlungen mit Brauneisenocher angefüllt sind. Die Fossilien sind zu klein
zertheilt, um bestimmbar zu sein ; am häufigsten sind Crinoidentrünuner. Im
westlichen Jura von ausgedehnter Verbreitung, 6 bis 8°" mächtig. Als
Platten häufig benutzt zu trockenen Alpmauem, oder zur Bedachung von
Hütten. Bedeckt vom Gallovien und über dem Hauptrogenstein liegend,
fällt die Dalle nacr6e in die Gruppe des Bathonien d'Orb., der Yarians-
schichten Mosoh, des Cornbrash Molleb. Der letzteren Bildung ist sie
auch von Thibbu und Thubmakk verglichen worden. (S. Cornbrash.)
Thubmann, Soul. jur. H6m. de Str. I, 1832.
Dammerde.
Ackererde, Terre v^g^tale. Die obersten Massen des aufgelockerten
Bodens gemengt mit dem Humus (terreau), dem iSersetzungsproduct vege-
tabilischer, oder animalischer Stoffe. Von sehr ungleicher, wenige Zoll bis
über ein Klafter betragender Mächtigkeit. Auf Mergel-, Sand- oder Kies-
boden, ohne scharfe Grenze in diese übergehend. Auf festem, den Wur-
zeln keinen Halt gestattendem, schief liegendem Felsboden leicht weg-
geschwemmt und denselben nackt lassend.
Stüdbb, Phys. Geogr I, 1844.
DaT»izoiie Opp.
Zone des Ammon. Davsei. Im mittleren Lias, über der Zone des
Amm. ibex, unter deijenigen des Ämm. margaritatus. In den Alpen als
fester schwarzer Eüalk und Kalkschiefer. Der A, Datoßi hat sich bis jetzt,
im C h a b 1 a i s , weder am Mole, noch zu Meillerie, gefunden,
wohl aber andere Species dieser Zone; dagegen kommt er vor in dem
Salzgebirge von Bex und am Langeneckgrat bei Blumenstein.
OosTXB und Lavizzabi führen ihn an aus dem rothen Ammonitenkalk von
Mendrisio. — Im Jura zeigt diese wenig mächtige Zone hellgraue,
merglichte, leicht verwitternde Kalksteine, und A, Davcd^ mit andern Arten
gleichen Alters, fand sich, sowohl im Basler Jura, als, verkiest, östlich
von Fr ick im Aargau.
Oppbl, Juraf. 1858; Oobtbb; Geph., 1860; Lavizzabi, Escurs. nelC.
Ticino Y, 1859; HÖSCH, Aarg. J. 1867.
Defendente — Diallagschiefer, ßi
Defendente-Dolomit.
Dolomia di San-Defendente e Sasso Mattolino Stofpani. Zwischen
y. Sassina nnd Esino, Ostlich am Comersee. In der Tiefe, über den
Perledoschiefern, Banchwacke, höher übergehend in massigen Dolomit und
dolomitischen Kalk, hell- bis donkelgrau, in der Höhe z. Th. röthlich. Bedeckt
durch die Raiblerschichten, die diesen Dolomit von der Dolomia media
fldieiden. Der San -Defendente -Dolomit wird als Aequivalent des Hall-
stftdterkalks betrachtet.
Stoppahi, Riviata, 1859, p. 37^ - Note, 1867, II, p. 303.
Döl^montien.
Etage D^l^montien Gbeppin; Molasse grise de Lausanne; Etage maj-
encien Jacgard; Terrain njmph^en Thijbmann et GTbesslt; Untere Süss-
wassermolasse Studsb, z. Th. — Auf der Grundlage der tongrischen oder
altem Formationen. Ob das Aquitanien noch damit zu vereinigen sei, lässt
Gbxpfih anentschieden. Unten rothe und schwarze Mergel, schiefrige
Kalksteine, bituminöse Schiefer und Blättermolasse, auf dieser bunte, z. Th.
rothe Mergel mit Hei. Bamondi; oben Süsswasserkalk, unten dunkel grau,
höher weiss, meist bituminös, mit Einlagerungen bunter oder grauer Mergel.
Zuweilen bedeckt von marinem Muschelsandstein. — Hügel bildend in den
Thälem von Court, Del^mont u. a. des Berner Jura, im (ranzen
20 bis 50"* mächtig.
Obbppin, Jura Bern. 1870.
Detritus.
S. Oebirgschutt.
Diabas.
Grfinstein, z. Th. Diorit, z. Th. Aphanit, z. Th. Trapp, z. Th. krj-
stallinisch kömiges Gemenge von Labrador und AugiL S. Basalt.
Diallag-Gabbro.
S. Oabbro.
DiaUagsehiefer.
Grüner, dem Serpentin nahe stehender Schiefer mit vorherrschend aus-
geschiedenem , grauem, metallisch glänzendem Diallag. Mit andern Ab-
ändenmgen des Grünen Schiefers auf der Höhe zwischen S t a 1 1 a und
Avers in Bünden, auch auf der Höhe zwischen Presanz in Oberhalb-
stein und A 1 b i n a 1 p in Schams.
Stxtdbb, Mitt. B. Schw. Dks. III, 1839 ; Thbobald, Bünden 1864.
52 DiaUag-Serpentiii — Diluvium.
Dtallag-Serpeiitlii.
Ophiolite diallagiqne Bbono. Wie in Toscana, ist in nnsem Alpen
Serpentin mit aasgesondertem dankelgrünem, bei beginnender Yerwitterong
bronzefarbenem Diallag nicht selten. So auf dem 6 a i s p f a d zwischen
Binnenthal and Y. Antigorio, anf der T o d t e n Alp in DaTOs.
Sttjdeb, Davos, Schw. Dkscb. I, 1837; — G.d. S. 1851; Thbobald,
Bünden, 1864—1866.
Dlceras-arietina-Seliieliteii Ofpbl.
Terrain dic^ratien, Galcaire ä N^rin^es Thuem. et Mabg. Nerineenkalk.
— Weisser, kreideähnlicher, oolithischer , oder dichter Kalkstein, am M.
Terrible bis 20" mächtig. Einige Schichten toII Nerineen, Gbkppik
führt 19 Arten an; aach zahlreiche Corallen; charakteristisch ist Diceras
arieiina, oder eine Terwandte Species. — Oberste Stnfe des Corallien im
westlichen Jnra; über den Ciciaris-yiori^emma-Schichten. Im östlichea
Aargaaer Jara fehlend, oder vertreten darch die Wangenerschichten.
Thibria, Hte Saöne, 1833 ; Thubmann, H . de Strbg. 1832 ; Oppxi«,
Juraf. 1858; Dblbcns, H. Rhin, I, 1866; Grbppin, Jura Bern. 1870.
Dlgonasehicliteii Opp.
Unteres Bathonien d'Obb.; Bradfordclay z. Th.; Yarianssch. MoeoH
z. Th. Oolithische Kalkb&nke and Thone, je nach der (hegend in ver-
schiedener Aafeinanderfolge. Charakterisirt darch Ämcula costata, Tenb.
digona^ T. maxUlata, Bhynch. öbsoleta, HenUdd. Ludengis, viele
Bryozoen. Terebr. oder Waldheimia digona scheint im schweizerischen
Jnra za fehlen. Aas den Alpen führt sie Oostsb an vom Oberblegisee
am Giftmisch, allein Bachkakn hält die Bestimmung nicht für zweifellos.
— Die Stafe entspricht dem englischen Bradfordclay, Great-Oolite, Stones-
fieldslate and Fnllersearth, oder dem Unteren Bathonien; über ihr liegen
Forestmarble und Gombrash, oder das Obere Bathonien.
Oppbl^ Juraf. 1858.
DilHTinni.
Diluvialbildongen; Qaartftrbildangen; Terrains de transport; Terr. dys--
miens Bbo. Bvoklaivd bezeichnete mit dieser Benennung die oberflftchlidiea
Massen von Eies, Sand, Lehm, grossen Blöcken, Enochenbrecden n. s. w.,
die er nor durch eine heftige, über einen grossen Theil der nördfidien
Haibkagel verbreitete Ueberschwemmong zu erklären wusste. Im Wid»>.
Spruch mit dieser Annahme wurden auch geschichtete Massen, die eine
DinoifaeriamsaDd ~ Diorit« ^
lange Dauer ruhiger Ablagerangen yoranssetzen , von ihm als dilamle
an^noBun^. Zwanzig Jahre etwa später, als die Yerbreitang grosser
BlAcke und angeschichteter Gremenge Ton Lehm, Kies and Blöcken von
dsn einen als Gletscherschutt j Ton andern, am neatral za bleiben, als
erratische Bildungen besonders herTorgehoben worden, beschr&nkte man
(soerst, glaabe ich, y. Chaspsntibb), aofifallenderweise , die Benennung
Düumum aof die nicht in diese Glasse fallenden Ueberreste des DUaTiom
Ton BucsiiAiii), d. h. anf die geschichteten Kies- and Sandlager. Es ist
n wOnschen, dass das Wort geologischen Schriften fem bleibe. S. Gletscher-
flchntt, Kiesfaildangen.
»
BuCKLAKD, ReliqaiiB diluTlan«^ 1823; — Geology, 1836; ob ChaBp
FBMTIBB, Glaeiera, 1841, p. 118.
Dlnotherlumsand.
Sand Ton Eppelsheim Kaüp; Bois-de-Raube-Bildnng. Lose Gerolle
mit Eindrtkcken, wahrscheinlich aas den Yogesen herstammend, rother
Porphyr, Quarz, Amethyst, Chalcedon, rother Sandstein, yorherrschend Jara-
kalk, mit Einlagerangen Ton Sand, der Heliciten and Limnoeen enthalt.
Zwischen den Gerollen wurde ein Zahn Ton Dinoth. giganteum gefanden.
Die Mächtigkeit steigt bis 20". — Als oberste, nnr Ton Dammerde bedeckte
TerÜftrbildiing im westlichen Theile des Thaies Ton Delimont Von
GonrfaiTre, nördlich, nach dem Bois de Raube ansteigend, zuerst
lockere Blätlermolasse, dann knolliger Süsswasserkalk mit rothem Thon-
cement und HelicUen; auf der Höhe, dorch einen Absturz entblOsst, bei
15" machtig, der Dinoiheriumhies. Auch bei Steinenbühl, zwischen
Bflsserach und Meltingen, ein ähnliches, cementloses Geschiebe,
dessen Steinarten aber eher aus dem Schwarzwald stammen möchten.
Gbhppin, Jura Bern. 1870-, GCmbbl, B. Alpen, 1861.
Diorit.
Grttnstein z. Th. Srystallinisch körniges Gemenge Ton OUgoklas und
Hornblende, in weiterer Bedeutung ein Gemeng eines triklinem Feldspath
and Hornblende. Der Feldspath gewöhnlich weiss, grünlich, selten röth-
hdi weiss, die Hornblende, die gewöhnlich Torherrscht, grünlich schwarz.
Bei Terschwindendem Eom, so dass der Stein homogen, graulich oder
grtalieh schwarz, erscheint, heisst er AphaniL Zuwmlen ist Quarz bei-
gemengt, öflers dunkler OUmmer, oder Chlorit, der zuweilen die Horn-
blende zu ersetzen scheint. — Diorit oder Syenit (Orthoklas-Hornblende),
beide, bei Ueinkömigem, verwachsenem Gemenge oft schwierig zu untere
64 Dioiltporphjrr — Diphyenkalk.
scheiden, erscheinen in den Hochalpen in grössern, oder kleinem Massen,
meist als schiefrige Gresteine, in Verbindung mit Gneiss, GrOnem Schiefer
oder Casannaschiefer, aber anch massig, oft in enger Yerbindnng mit
Granit, ganz- und nesterweise mit demselben yerflochten, oft anch mit
Serpentin. Thsobald bezeichnet, anf den BlAttem der Bttndner-Karte, nur
beschränkte Partie'n als Diorit, meist verbunden mit Serpentin. Sein
häufiges Vorkommen mit Granit in der Berninagruppe und im
Ober-Engadin wird, durch Vom Rath herrorgehoben, und unter
ähnlichen Verhältnissen finden wir ihn in Tavetsch und bis T r o n s.
Die mächtigste Entwicklung gewinnt aber der Diorit, obgleich gegen den
Syenit wohl zurückstehend, in der breiten Zone von Homblendgesteinen,
die, am Südrande der Alpen, von Ivrea her durch die Thäler der Sesia,
Mostallone, Strona und T o s a bis nahe an Bellinzona
fortstreicht.
Studeb, Davos u. MB. Schw. Dks. I u. III: — G. d. S. 1853; Vom
Rath, Z. d. g. G. IX, X, XIV; Thbobald, Bünden 1864-1866-,
A. Müller, Baal. Verb. IV, 1869; Gerlach ^ Penn. Alp. Schw.
Dks. 1869.
Dlorltporphyr.
Grttnsteinporphyr z. Th.; Porphyrit Naum. z. Th. — Aphanitische,
oder feinkörnig dioritische Grundmasse mit ausgesonderten OUgoklas-
krystallen. Aus der Berninagruppe beschreibt y. Rath Gänge Ton
Dioritporphyr in feinkörnigem Diorit. Andere Vorkommen in Bünden und
Bormio werden yon Thbobald angeführt.
Vom Rath, Z. d. g. G. IX, 1857; Theobald, Bünden, 1866.
Dloritschiefer.
Schiefrige Partie'n yon Diorit sind meist mit massigen yerbnnden.
Die schwarze, glänzende Hornblende, gewöhnlich yorherrschend, wechselt
mit hellgrauen Streifen dicht gedrängter Feldspathkörner , oder diese sind
lagerweise ganz yon Hornblende umschlossen. Seltener wird der Feldspath
yorherrschend. Das Vorkommen und die Literatur s. bei Diorit.
Diphyenkalk.
Von den yerschiedenen Arten, in welche die Familie der Terebrat
diphya zerfällt, scheint nur die Tereb. (Uphyoides mit Sicherheit in den
schweizerischen Ealkalpen yertreten; sie fand sich, obgleich niemals häufig,
im Neocom des Justithales am Thunersee , und auf beiden Seiten
des Brienzersees, in den Gebirgen des Stockhorns und, in der
Discoideeomergel — Diathenfels. ß5
Fortsetzung ihrer Yorreihe , oberhalb GhAtel-St. Denis. Ausserhalb
unserer Grenzen wird sie ans dem Neocom von A n n e c y angefahrt und
dann erst wieder, nach einer grossen Lflcke, amDevolnj, N -von Gap.
Ob die T. janitor , ans den bisher als Oxford geltenden Schichten der
Porte-de-France bei Grenoble, in der Schweiz vorkommt, ist
zweifelhaft. Sie findet sich bei Ghambery, mit jurassischen Fossilien,
ond an den Yoirons, in ähnlicher Umgebung wie zu Grenoble.
Wenn der Fundort der Ormondsstrasse, den Oostsb bei T. diphya
anfahrt, richtig ist, so wird das Exemplar wohl auch T. janitor sein, und
OosTEB setzt es allerdings in jurassische Schichten. Auch die T. diphya,
die GOHBKii, mit Fragezeichen, aus dem Vilserkalk anfahrt, würde, nach
den sie begleitenden jurassischen Arten, hieher gehören. Auf der Südseite
der Alpen kennt man T. diphyoides aus dem Biancone der Sette Co-
muni. Etwas zahlreicher ist die Gruppe vertreten in den höheren
Schichten des rothen Anmionitenkalks von T r i e n t und Koveredo,
worin, nebst T. diphya, auch T. dilatatay T. triangulus und redangulus,
nicht aber T. diphyoides und T. janitor gefunden worden. Vereinzelt
steht bis jetzt noch die T. erbaensis Soess aus dem rothen Liaskalk von
Erb a in der Brianza.
OoSTEB, Brachiop. suisses, 1863; Piotbt, M^l. palöont. 1867.
Dlseoldeeniiiergel Mjebian.
Bradford Fbomhebz. Combrash Mollxb. Calcaire roux sableux Thub-
BANN. üeber dem Hauptrogenstein; braune, eisenschüssige, oft sandige rauhe
Kalke, dann graue oder gelbe Mergelkalke, auf welche die Macrocephalus-
schiditen folgen. Die Mächtigkeit übersteigt im Basler Jura selten 10°",
im Bemer Jura erreicht sie 25 bis SO"". Unter den zahlreichen Fossilien
sind Ämmon. ParMnsomj Homomya gibbosa, Trig. costata, Lima pectim"
formis, Ostr. Knorrii, 0. MarsIUi, Rhynch, varians, Rh. spinosa,
Holectypus depressiis besonders häufig.
Thubmann, Soul. jur. M. de Stbg. 1832; Fbombjbbz, J. im Breisg.
1838; HClleb, Basl. J. 1862; Gbbppin, Bern. J. 1870.
Dlsthenfels.
Mit diesem Namen, den Yiblet einer Felsart gegeben hat, die auf
der Insel Syra im griechischen Meere vorkommt, lässt sich auch der
schöne Glimmerschiefer näher bezeichnen, der die Gebirgskämme auf beiden
Seiten des Livinerthales bedeckt und an vielen Stellen reicb an GrancU,
Turmalin , Staurolith , vorzüglich aber an himmelblauem Cyanit ist.
6
66 ^^ogger — Dolemia media.
Her bekumteste Fimdx>rt ctor zwei tetiteren MhwraHaii ist der Stdftb&ll
des Piazo Forno, oberluifo der Spondaalp, auf der rechten Thal-
saite, gcfenftber Giornica
Lavizzari, Mhierali della Sriz. ftal. 1845.
Aas dem Englischen geborgte Beneiinang für den Unteren oder Braane»
Jura, Ton den Opaünnsthonen, Br. J. a, anfwfiarts bis and mit den Ornaten-
thonen, Br. J. <, oder aadi mit anderer Begrenzang. UrsprttngUdi toa
Phhups beschränkt aaf den eisensehttesigen Inferior OoUte-Sand^ worda
er später Ton Naümahn a. A. in Deatsdiland aaf den gesammten Braane»
Jura aasgedehnt, tob Oppsl mit Aasschloss des hohem Br. J. e and g.
NAUiCAim, Geognosie n, 1854; Oppbl, Jaraform. 1858.
Dtoleriiie^ Jisim.
Fddspath haltende Talk- oder Chloritschiefer, flbergehend in Frotogin-
gneiss. Nach JusDnc and Faybb, in Yerbindong mit gemeinem Talk- and
OMoritsehiefer, am Montblanc.
JUBIMB, J. des Min. XIX, 1806; Favbb, Savoie, 1867.
Dolerit.
Grob- oder mittelkömiges Gemenge von Labrador and Aagit, mit
irenigem ütanhaltendem Magneteisen. S. Basalt
DolHstein.
Schwärzlich graaer bis schwarzer Kalkstein, ein von kohligen and
bituminösen Stoffen dorchdrongener Caprotinenkalk ^ im Anschlagen stark
bituminös riechend, auch Adern and dflnne Streifen von Steinkohle ent-
haltend. In meterdicken Bänken eine bei 40 Fuss dicke Einlagerang im
ürgonien bildend, am N Ufer des Alpnacher-Sees , im Dölliwald aus-
gebeutet. Nicht selten CaproHnen und in grosser Zahl Milioliten ent-
haltend.
Kaufmann, Pilatus, 1867.
Dolomla nedia Stoppani.
Dolomit Yoa grosser Mächtigkeit in den lomhardiachen Alpen. Der
untere Theil enthält die P«tre£acten yon Esino (s. d.), der obere Megtih
iGdua tiiqueier, die DaehsteinluYahe, und Anieula exUii. Der Dolomit
liegt auf dm Schichten von Gorno und Dossena oder den Raibelsehichten^
und wird bededit Yon der Azzarolastufe oder d^ Kössenerschichten. Die
Dolomit. 67
stradgraphische Lage der Dolomia media ist also gleidi dexjenigen des
Haaptdolomits der nCrdlicfaen Alpen.
Stoppani, Studii geol. 1857 \ — Rivista geol. 1859.
Dolomit.
Chemische Yerbindang Ton kohlensaurer Ealkerde and kohlensaurer
Talkerde, im normalen Yerhältniss mit gleicher Zahl von Aeqoiyalenten.
Der eine Bestandtheil , besonders der erstere, anch zum zweiten im Yer-
hältniss yon 2 : 1 oder 3:1, oder ohne bestimmtes Yerhältniss. Oft ver-
bünden mit kohlensaurem Eisenozydul, oder mit Beimengung von Kiesel-
erde, Thon, Eisenozyd, Kohle. Die Härte 3,5 — 4,5, das specifische Ge-
wicht 2,8 — 2,95, beides höher, als bei'm Kalkstein. In Säuren scliwach
aofbransend und sich nur langsam auflösend. Der Dolomit tritt in den
Alpen unter verschiedenen Formen auf:
Als sandiger Dolomit, weiss oder aschgrau, lockeres, oft zeiTeibliches
Aggregat nnikroskopischer Braunspathkömer , ohne deutliche Schichtung
oder geschichtet bis schiefrig. Ohne organische üeberreste. Zuweilen mit
Einschlasaen mannigfaltiger Mineralien. Ein bis 100 " anschwellender
Streifen dieses Dolomits durchzieht, von der Nordseite des Simplen her,
dasBinnenthal bis an den Ofenberg, in enger Yerbindung mit tremem
Marmor, bald ttber, bald unter ihm, dem Gneiss von Antigorio auf-
gelagert, von Gneiss oder Grauem Schiefer bedeckt, oder damit abwechselnd.
Mit Einschlüssen von Schwefelkies nud Realgar, seltener von Rauschgelb,
Blende, Dufrhnoysit, Binnit, Jordanit, BarytoccBlestin u. a. Der Fund-
ort dieser Mineralien ist auf der Nordseite des Gaispfades, gegenüber
Imfeid im Binnenthal. — Ebenfalls zwischen Gneiss, Glimmerschieferund
Belemniten einschliessendem Grauem Schiefer eingelagert, erscheinen die oft
bis über IOC mächtigen Massen von sandigem Dolomit, die, in Yerbindung
miGyps, südlich vom Gotthard, in Yal Bedretto, Y. Canaria, auf
dem Lukmanier und auf beiden Seiten des oberen Livinerthales
auftreten, und auf Campolongo, seit langer Zeit, durch ihre Einschlüsse
von Tremolit, grünem Turmaliny weissem üiaspor, rothem und blauem
Corund, KalkspaihzvcilHngen u. a. Mineralien berühmt geworden sind. —
fin ursprünglicher, wenn auch nicht mehr thatsächlich nachzuweisender
Zusammenhang aller dieser Dolomitmassen ist kaum zu bezweifeln.
Obgleich weisse, sandige Dolomite anch in Bünden vorkommen, so
tragen die grösseren Massen des Dolomits doch einen andern Typus, der
aoch in den Ostalpen anhält. Gümbel und nach ihm Theobald haben sie
als Hauptdolomit beschrieben und dem Keuper eingeordnet. Die Stein-
art ist mehr oder weniger deutlich und dünn geschichtet, oft verliert sich
Q3 Dolomit.
aber jede Spar tob Schichtung und an ihre Stelle treten vertikale Stifte.
Die Farbe ist hell- bis schwärzlich gran, an der Anssenfläche weisslidi
durch anhaftenden Yerwittemngsstaub ; der Brach ist feinsplittrig oder dicht,
aber oft onterbrochen darch weisse mehlichte Flecke and Spathäderchen,
oder TOn Spathpünktchen schimmernd; die Festigkeit and Härte sind eher
grösser, als bei gewöhnlichem Kalkstein; aber anter dem Hammer zerf&Ut
der Stein in kleine eckige Stücke, und die nackten FelsstOcke sind in der
Begel Ton stets frischen Trümmerhalden, oder von tiefem Dolomitsand um-
geben; der Fels ist in jeder Richtung Ton Spalten durchsetzt, die nur
durch die Zertrümmerung sichtbar werden. Wie in Tirol und Süd-
baiern, ist auch in Vorarlberg und Bünden dieser Dolomit yon
grosser Bedeutung, aus ihm besteht die Hauptmasse des Kalkgebirges,
und die wilden Gebirgsgruppen des Tinzerhorns oder die Schluchten
südlich YOn Tarasp erinnern, ohne jedoch ihrer Grossartigkeit nahe zu
kommen, an die Dolomitgebirge von Fassa oder Ampezzo. — Hier,
in Süd-Tirol und weiter östlich in der südlichen Nebenzone der Alpen,
ist das classische Land des Dolomits, von dessen imponirenden Grestalten
nur eigene Anschauung einen Begriff zu geben vermag. Die Steinart indess
ist wesentlich dieselbe, nur häufiger, als der nördliche Dolomit, mit Braun-
spathkrystallen ausgekleidete Drusenräume enthaltend. — Nur beschränkt
greifen diese südlichen Dolomite, von den Bergamaskergebirgen her, auch
in die Schweiz ein. Sie begrenzen nördlich den Porlezzaarm des See's
von Lugano und versuchen noch im S. Salvatore eine schwache
Nachahmung der Tiroler Kofel. — Petrefacten sind selten und nur als
unsicher bestimmbare Steinkeme vorhanden. In Bünden, sagt Theobald,
sind im Dolomit niemals noch organische Ueberreste gefunden worden.
Nicht ganz so selten scheinen sie im südlichen Dolomit zu sein. Nach
den von Lavizzabi im Dolomit des S. Salvatore gefundenen Petre-
facten hat derselbe bisher als Muschelkalk gegolten; neuere Bestimmungen
von Stoppani geben ihm das Alter des Kalks von Esino (s. d.) oder
des oberen alpinen Keupers.
In den Westalpen fehlt der Hauptdolomit, wie alle tiefern Glieder
der alpinen Trias, wenn man nicht in den wenig mächtigen Zwischen-
bildungen (s. d.) ihre Repräsentanten erkennen will. Der Dolomit ist
indess, wie der Gyps, an keine Altersstufe gebunden, und beschränktere
Massen und Lager treten auch in jungem Kalkgebirgen auf. So an der
SW Seite des Rüblihorns bei Saanen, mitten im jüngeren alpinen
Jurakalk, eine gangähnliche Masse, aussen roth, sandig, im Innern rauch-
grau und dicht. Eine Analyse ist indess wünschbar. Der Stein braust in
Säuren ziemlich stark auf und hinterlässt einen beträchtlichen Rückstand
Drasbergschichten — Echinodennenbreccie. ^9
Ton Tbon oder Kieselerde. Im schweizerischen Jara ist der Dolomit, wie
in Frankreich und Schwaben, mit dem Muschelkalk und Kenper verbanden ;
die Dolomite des Fränkischen Jnra, im W. J. « Quenst, fehlen.
Eine dritte Form, in welcher der Dolomit auftritt, ist der Röthidolondt
uid der oft enge damit oder mit Gyps verbundene löchrige, cavemöse
Dolomit oder die Rauchwacke (s. d.).
Stüdbb, Mg8. entre le Simplon et le S» Gottb. M. S. G. I, 1844;
Sartorius v. W. , Poggd. XCIV, 1855; Huoard, Compt. Rend.
1858 ; V. Rath^ Poggd. CXXII, 1864 ; GCmbbl, B. A. 1861 ; ThbO-
BALD, Bünden, 1864—1866.
Drusbergsehlchten Esghsb.
EnoUenkalk. Dunkelgraue bis schwarze Ealkschiefer, abwechselnd mit
festem, einige Zoll bis 2 — 3 Fuss dicken Bänken von dunkelgrauem
merglichtem Kalkstein, die sich in der Verwitterung in Knollen zertheilen.
Hauptlagerstätte der Exog. Couloni, Ostr. rectangularis, Tox. Brunneri (bis
jetzt nur in dieser Stufe) , Hol. L'Hardyi, Botriopygus cylindr,, Pygaulus
Dismculmsii, Die Mächtigkeit der Stufe beträgt 4 — 500 Fuss. Unter
ihr liegen die Altmannschichten, über ihr die Orbitoliten und der Schratten-
kalk. EscHKB glaubt dieselbe als Aequivalent der neocomen Mames bleues
Ton Keuch ätel, den Tox. Bnmneri als Stellvertreter des in ihr fehlenden
Tox, complanaius ansehen zu sollen. Die Stufe ist in der Mittel- und
Ostschweiz weit verbreitet: in der Sentisgruppe, am Drusberg im
Hintergrund des Sihlthales S von Einsiedeln, am Pilatus.
ESOHBB, schrifU. Mitth. 1871.
Dubisien.
Terrain. Aeltere, jetzt aufgegebene Benennung für Purbeck im Jura.
DbSOR n. GreSSLTj Jura Keucb. 1859.
Dyas.
Von Maboou vorgeschlagene Benennung, statt Permische Gruppe j da
diese in Thüringen und andern Gregenden in zwei Formationen, das Roth-
Hegende und den Zechstein, zerfiUlt. Nach Mcbohison ist jedoch diese
Zweitheilong nicht überall durchzuführen.
Eehiiiodenneiibreecle.
Von EsoHKB zuerst erwähnt in Vorarlberg, als ein Glied des untern
Neocom, später von Kautmahn, am Pilatus, in gleicher Lage, an der
obem Grenze des EieseUsalks, Späthig körniger Kalkstein, grau bis
70 Ef&ngerschichteu — Eiaenerze,
Bchwftrzlich graa, aussen meist rostbraan, wohl durch Yerwitterong ein-
gesprengter grOner Körner. An der Anssenfi&che bedeckt mit hervor-
ragenden Trflmmem Ton EcMnodermen, KoraUenf zuweilen auch Bioahen.
Die Mächtigkeit schwankt TOn 10 bis 50 Fnss. — Eine ältere Echinodermen-
breccie, den HumphriesianusschidUen entsprechend, wird yon Baohmahv
am Ostabfall des Glärnisch angeführt, als feine kleinkörnige Kalksteine,
gelblich, grau bis schwarz, 200 Fnss mächtig , mit Avicula tegulaia, Pecten
pumilus, Rhynoh, spinoea n. a. Fossilien.
Escher, Schw. Denkschr. XIU, 1B53; Kaüfhann, Pilaios 1867;
Bachmamn, Bern. Mltth. 1863.
Effliigerscliicliteii Moscu.
Impressathone, W J. a Quenst, ; Lettstein Rxngo. — Hell aschgraue
oder blänlichgraue Mergel und Mergelkalke, durch Verwitterung strohgelb;
zolldicke bis fussdicke, durch Thonlager getrennte Schichten, yielfach zer-
klüftet; durch die Hydrometeore leicht zerstört und die Abhänge mit an-
fruchtbaren Schlammhalden bedeckend; 40 — 50 "^ mächtig; an Petrefacten
nicht besonders reich. BeL hctötcUus, Amm. plkatilis, Ä, aroUcus, Terebr,
impressa, yerschiedene EcAmodermen, Die Stufe liefert imAargau und
weiter östlich das beste Material zu hydraulischem Gement. — Yon
den vier Stufen, in welche Mösoh die Oxfordgruppe theilt, bilden die
Eßingerschichten tou oben her, die dritte, unter ihnen liegen die Birmens-
dorfschichten , über ihnen die Geissbergschichten. Mit gleichem petro-
graphischem Charakter, wie im Aargau, sieht man sie in Yal de Trayers,
am Randen und in Schwaben.
Rbnqgbr^ Schw. Dkscb. I, 1829; MöSCH, Aarg. J. 1667.
Eisenerze.
Die Schweiz besitzt, mit Ausnahme grösserer Massen von Spatheisen,
das in den Bergamasker Gebirgen in reichem Masse abgebaut wird, und
des LimonUs oder Sumpferzes, wohl alle Arten nutzbarer Eisenerze, und
auf Tiele derselben ist zu sehr verschiedener Zeit, z. Th. schon zur Zeit dn
Bömer, Bergbau versucht und Jahrhunderte lang fortgesetzt worden. Getgen-
wärtig sind wohl nur noch die B(Anerzgreben im Jure im Betrieb. — Als
Eizenerze wurden benutzt:
Eisenoxyd. Als Eisenglimmer , in der hintern Tischalp oberhalb
Ber gfln» im Yerrucano. Als Eisenglanz, ein 2'' mächtiges Lager am Fianel
im Ferrer athal, in weissem Marmor, der in der Nähe EisengUmmer
Biseneree. 71
einschliesst. An beiden Stellen kommt mit ^em Eiaeiiozjd auch SpcUheisen
KV. Am Gonzen, oberiuJb Bargans, ein, mit eingemengten Ealk-
BtreifeB, in der Höhe mit Manganerzen verbundenes, bis 6"* mächtiges
Lager von Rotheiseny in dunklem jnrassisohem, von Neocom überlagertem
Kalk. In den Zwischenbildnngen, welche an der Nordseite der Finster-
aarhornmasse, denGneiss vom Hochgebirgskalk trennen, Streifen, Nester
nnd KnoUen von Eisenglimmer, Rotheisen, Eisenoolith, thonigem Braun-
eisenstein, hänfig mit eingesprengten Oktaedern von Magneteisen and
PetreÜEusten des mittleren Brannen Jura, so zu Oberblegi am Glämisch,
am Südabfall der Grossen Windgelle, im Hasli- und Lanter-
brunnenthal. Die feinkörnigen Eisenoolithe der Nommulitenbildong,
die bei Sontfaofen und am Eressenberg verschmolzen werden, and
aodi am Lowerzersee and an andern Stellen der Ostschweiz vorkommen,
smd in der Schweiz niemals abgebant worden. S. Olauconie und Eisen-
ooUth.
Magneteisenstein. Graben aaf einen mit Schwefel- und Kupferkies
gemengten Magneteisenstein, von Talkschiefer und Rauchwacke umschlossen,
befinden sich oberhalb Chemin, auf der Höhe^ welche das Thal der
Dmnse von Martigny scheidet. Ein lohnender Bergbau auf Magneteisen
findet statt, in grosser Höhe, zwischen Cogne und Aosta, am Südabfall
derBecca di Nene. — Mit schlechtem Erfolg ist ein mit Schwefelkies
gemengtes Magneteisen, das im Dioritschiefer des Puntaiglastobels, bei
Trons im Yorderrheinthal, Streifen bildet, abgebaut worden.
Chaimo8it(%, d.) wurde noch vor wenig Jahren oberhalb Chamoson
im Oxfordkalk gebrochen und mit dem &z von Chemin zu Ardon ver-
schmolzen. Ein ähnliches Erz, aber, nach Favbx, dem Callovien angehörend,
wird im Hintergrund von Sizt, am Südabfall der Dents Blanchea,
ausgebeatet.
Brauneisenstein. Bei Flond auf Obersaxen, auf dar Südseite
dai y Orderrheins , wurde, gleichzeitig mit den Gruben in Fontanes, ein
dichter oder poröser, lAmonit ähnlicher Branneisenstain ausgebeutet, dar
Lager oder Nestw in dnem auf Thonschiefer und Verrucaao liegenden
dolomitischen Ei^kstein bildet, der sich noch beträchtlich hoch über dia-
selben erhebt. — Im südlichtfi Jura sind auch die oberen Schichten des
Vaiangien, ein fester brauner Kalkstein, z. Th. gedrängt voll hirskom*
grosser Kömer von Brauneisenstein und früher als Eisenerz abgebaut, hier
zu erwähnen» 8. Eisenoolith.
72 EiseDoolith.
Bohnerz> S. Bohnerzthone.
Mamuxl, Hopf. Mag. IV^ 1789 ; Gutemabd, J. d. M. 35, 18U; Lusbsb,
Schw. Dka. I, 1829-, WiSBB, Leonh. Jb. 1842; Thborald, Haiur-
bilder 1860; - BUnden 1864; y. Salis, Graab. Jabrb. 1861.
Elsenoolith.
In den Alpen and im Jura kommen Eisenoolithe anf Terschiedenen
Stufen 70r. — In den Zwischenbildungen, zwischen Gneiss and Hoch-
gebirgskalk, ist rother Oolith die Torherrschende Form der Eisenerze and
die sie begleitenden Petrefacten setzen ihr Alter in die Epoche des höheren
Unteijora, der Parkinsoni- oder Variansschichien yon Mösoh. Mit ihnen
sind aber anch Arten des Combrash und sogar des Callovien gemengt
S. Blegischichten. Der ChamosU dagegen, ein grünlich schwarzer, dorch
Verwitterung braanrother Eisenoolith, Ton Chamoson in Unter- Wallis,
gehört, nach seinen Petrefacten, der Oxfordgrappe an. In der Nammnliten-
bildong kommen Lager Ton feinkörnigem, rothem, oder auch grflnem bis
fast schwarzem Eisenoolith Tor, oft reich an Petrefacten. die bei Sont-
hofen and Neakirchen am Kressenberg abgebaut werden und in
der Schweiz am Lowerzersee und an andern Stellen der Ostschweiz
vorkommen.
Im Jura sind die Eisenoolithe sehr ungleich vertheilt. Die obersten
Liasschichten, die zuSt. Quentin und La Yerpilli^re, yon Lyon,
durch ihre Eisenoolithe so wichtig sind, zeigen sich, im schweizerischen und
schwäbischen Jura, als gewöhnliche dunkle Schiefer, ohne allen Eisenreich-
thum, der erst in den etwas höher liegenden MurchisoncBSckichten erscheint,
nirgends in der Schweiz indess die grosse Bedeutung erreicht, wie zu
Aalen und Wasseralfingen. Doch wurde schon früher dieser untere
rothe oder braune Oolith als Eisenrogenstein, Oolite ferrugineme, hervor-
gehoben. Auf einer hohem Stufe finden wir Eisenoolith in dem, besonders
bei Wölfliswyl, Ueken, Bötzen, im Aargau entwickelten oberen Cal-
loüien, den Omatenschichten von Mösch, wfthrend das untere GalloTien,
die Macrocephaluszone, bei Salins, Nantua und besonders zu Channaz,
am W Fuss des Mont du ChAt, sowohl durch Erzreichthum, als dorch
seine Petrefacten hekannt ist. Eine noch höhere Stufe von Eisenoolith
bietet sich dar in dem auf den südlicheren Jura beschränkten Valangien,
dessen oberste Schichtmasse, ein fester bräunlicher Kalkstein, Umonü
genannt, voll meist abgepktteter Oolithkömchen von Brauneisenstein ist
und früher im Waadtländer Jura, bei TAuberson, les Fourgs, Me-
tabief und andern Stellen als Ebenerz ausgebeutet wurde.
Baohüann, GlaruB, Bern. Mitth. 1863; Dbsor u. Gbbssly, JuraKeacfa.
1859; Jaccabd, Jura, 1869; HöSOH, Aarg. J. 1867.
EiBeiiBteih — EncrinitenkallE. 73
Eisenstein.
Graulich sch^ivarz, an der Aussenfläche meist rostbraun, mit oft mehr
ab liniendicker Yerwitterangskraste, ans der die kiesligem Partie'n mehrere
Zoll weit hervorragen, unebener, splitteriger Bruch, im Jnnem äusserst zfth.
Ein stark verwachsenes Gemeng von schwarzem Thonschiefer, der sich auch
wohl wieder aussondert, braunem Quandt und Kalk, stark aufbrausend, mit
Hmterlassung eines nicht merkbar verftuderten Rückstandes. Ohne grösseren
Eisengehalt. Auf den sehr unterbrochenen Absonderungen schimmern
Pünktchen von silberweissem Glimmer. Fossilien äusserst selten. Trigon.
casiata, Amm. MurchisoncB, Lucma BelUma d^Onn. bezeichnen den unteren
Braunen Jura. Es ist die Steinart der Scheidegg, der Gebirge zwischen
Grindelwald und Lauterbrunnen, des Schilthorns und Enge-
thals oberhalb Murren, und ist in zahlreichen Fündlingen in den Um-
gebungen von Bern verbreitet. Die Localbenennung ist vielleicht von der
schwarzen Farbe und grossen Festigkeit herrührend.
Studbr, Bull. g^l. XXV, 1867, p. 173.
Eklogit
Omphacit. Krystallinisch körniges Gemenge von Granat und Smaragdit,
oder in weiterer Ausdehnung, von Granat und Strahlstein oder Hornblende.
Ber Granat kirschroth. Der erweiterte Begriff wird angewandt auf eine
diarakteristische Felsart des Saasthales, die oberhalb dem Allalin-
gletscher mit Euphotid und Serpentin in Verbindung steht und, als er-
ratisdie Blöcke, über die Westschweiz und am Jura verbreitet ist Die eine
Art dieser Eklogite besteht, nach der leichteren Schmelzbarkeit, aus stark
verwachsener, dunkelgrüner Hornblende, an einzelnen Stellen in Büscheln
kleiner Nadeln ausgesondert, und damit verwachsenen Partie'n von dunkel
kirschrothem, derbem Granat. Eingeschlossen sind hie und da sehr weiche,
stark glänzende, unklar begrenzte Blättchen von grünlich weissem Talk. Die
andere Art besteht aus einer Grundmasse von verwachsener, kurz- und
feinfaseriger grüner Hornblende, mit zahlreich eingesprengten runden Kör-
nern von kirschrothem Granat, selten von mehr als 2^^ im Durchmesser,
nebst eben so zahlreich ausgesonderten, rechteckig oder schiefwinklig, oder
UDbestunmt begrenzten, zuweilen mehrere Millimeter grossen, länglichten
Partie'n eines gelblich weissen Minerals, das ich für Oligoklas halten
möchte. — Einen ausgezeichneten Eklogit fand Favbe am LacGornu auf
den Aiguilles Rouges (Savoie H. p. 319).
Encrinitenkalk.
Bänke im oberen oder Friedrichshaller Muschelkalk mit vielen Trüm-
mern von Encr. Ulüformis. Der Kalk rauchgrau oder braun. Man findet
74 Eoceabildungen — Eruptive Steinarten.
sie, im änssern oder Plateau- Jma, bei Felsenaa gegenüber Coblenz, bei
Etzgen, Laufenbarg, Frick, RheiDf elden; im iimeron oder
Setten-Jora, in der Schambelen an der Renss, auf Staffeleck,
bei Wölfliswyl, Kienberg. Die Mächügkeit der Bftnke flbersteigt
selten einige Foss. Wo mehrere^ bis drei, im nftmlichen Profil vorkommen,
werden sie durch Bänke von Thonkalk, von nickt viel grOsaerer MAditig^
keit getrennt.
MöBOH^ Aarg. J. 1867.
Eocenblldmigeii.
Aeltere Tertiflrbildnngen. Etages Snessonien et Parisien d^Onn. —
Sie umfassen in der Schweiz alle Stufen, die Ober der Kreide und unter
der Molasse und Nagelfluh liegen und zerfallen in zwei Hauptstufen, eine
untere, den NummuUienkalk und 'Sandstein oder die Nurnmulitenbildung
und eine obere, den Ftysch. Beide haben, mit der Kreide, an allen den
letzten Bewegungen der Kalkalpen Theil genommen, wie auch in den Sftd-
alpen und Apenninen.
Epidosit.
Die OrOnen Schiefer sind nicht selten, z. B. bei Tinzen in Ober-
halbstein, so vorherrschend mit derbem granlich gelbem Epidot oder PislaaU
verwachsen und enthalten auch Epidot auf Klüften so h&ufig ava-
krystallisirt, dass die Felsart nach dem Namen des Hauptbestandth^to
bezeichnet werden kann.
Erdpech.
S. Asphalt
ErratiBehe Blldmig.
& FündUnge und OleUchersdmUt.
EmptiTe Steinarten.
Im engeren Sinn heissen so die unzweifelhaft durch vulcanische Th&tig-
keit aus dem Innern des Bodens ausgestossenen, oder ausgeworfenen Stein-
massen, also augitische, trachytische oder glasige Laven und Auswflrflinge.
In erweiterter Anwendung wird die Benennung auch für Felsarten gebraucht,
deren eruptive Entstehung, mit grösserer oder geringerer Wahrscheinlich-
keit, nur aus ihrer üebereinstimmung oder Analogie mit evident eruptiven
Steinarten, oder aus geologischen Thatsachen, ihrem Vorkommen als Gänge,
ihrer Einwirkung auf das Nebengestein, ihrer Gestaltung als Glockengebäife
Esiuokalk — Euphotid. 75
oder als Kenunassea erhabener Gebirge n. s. w. gesdilossen inrd, ^rie
SoMft, Trofp, Trachyty Porphyr, QranU, SytnU n. s. w. Zur Unter-
sdieidong Yon den fwicanischen im engem Sinn, heissen die letzteren a«eh
plulomsche Steinarten.
Esiuokalk.
Hellgrauer dolomitiscber Kalkstein, in der Höhe übergehend in nackten
zerklfifteten Dolomit. In Verbindung damit dunkelgrüne bis schwarze Ealk-
lager, z. Th. grossoolithisch (marmo occhiadino^, und rothe EalMager
mit Höhlungen, die mit rosenrothen oder wasserhelleu Kalkspathkrystallen
ausgekleidet sind. In allen diesen Kalksteinen und im Dolomit selbst
stellenweise eine grosse Menge Steinkerne von Petrefacten, besonders
Gastropoden, u. a. Chemn. Eschen, Ch, gradata, CK Walmstediü, nftchst-
dem yiele Natica und Eulima, ferner Amm. cymbifarmis Amm. Eryx etc. ;
oft beträchtlich gross und meist eigenthümlich. Mächtig entwickelt in den
Gebirgen Ton Esino und Leuna, von Bellagio am Comersee. Die
Stufe liegt unter der Rhätischen Gruppe im alpinen Keuper, über den
Raiblerschichten , im Niveau des Hauptdolomits der Nordalpen. In der
westlichen Fortsetzung der Esinokalke liegt der S. S a 1 y a t o r e bei
Lugano.
SSCHEB, Schw. Dks. XIII, 1853; Stoppani, Stod. geol. 1857; — Pal.
Lomb. I, 1858; Bbnecke, geol. Beitr. 1868; MOJBISOVIOS, obere
Tiias, Jb. d. RA. 1869.
Enphotid.
Y&rde di Corsica. SmaragdiUGabhro, Erystallinisch kömiges Ge-
menge Ton Sau$mrii (Jade de Sauss.^ und Smaragdü, grössere Partie'n
beider Mineralien mit einander Terwachsen. Der Saussurii bläulich oder
grünlich weiss, sehr blass, selten dunkel, kantendurchscheinend, yerstecktkömig,
meist dicht mit muschligem Bruch, oft stark vorherrschend; der Smaragdit
smaragdgrün, deutlich blättrig. Ausserdem oft beigemengter weisser schuppiger
Talk und ein mit dem Saussurit Terwachsenes röthlich braunes Mineral, zum
schwarzen Glase sdimelzbar, wahrscheinlich Oranat, obgleich wenig hart,
zuweilen sind einzehie Pünktchen von Schwefelkies eingesprengt — Die
einzige Stelle in der Schweiz, auf der man diese schöne Steinart anstehend
kennt, ist der Saasgrat, in der Höhe des AUalingletschers. Als
Fflndlinge findet man sie zerstreut über die Westschweiz bis ins Aargau.
Da Haut seinen Euphotid in zwei Varietäten scheidet, ä diallage verte
und ä diallage mitall&Uie, y. Buch aber überdiess die Benennung Oabbro
76 Eorii — Padcs.
eingeführt hat, so w&re es wohl zweckmässig, den Namen Eki^hoiid auf das
grüne Smaragditgestein zn beschrftnken, das ohnehin weit seltener ist, als
der Diallag-Gabbro.
V. Buch, CataU d'nne coli, de rochea, Werke 1, p. 680.
Snrit.
Petrosüex Wall, nnd Dolom. z. Th. Homfels nnd Homstein, Pierre
de Gome z. Th. Feldstein Hausm. Dichter Feldspath Haut. Felsit Gxbhabb.
Innig gemengter, homogen scheinender Granit, Torherrschend Feldspath,
die andern Bestandtheile wie damit yerschmolzen, wenig unter Qnarzh&rte,
aber z. Th. Tor dem Löthr. schmelzbar; diess die nrsprflngliche Definition des
Eurits von d'Aubuisson; später wurde die Benennnng z. Th. yerdrftngt,
in Deutschland durch den Namen Felsit, in Frankreich durch den alten
Namen Petrosilex. Die Bedingung einer Verbindung zu vollkonmien
homogenem Aussehen wird indess nicht immer festgehalten und man zählt
zu den Euriten auch feinkörnige, glimmerlose Granite, in denen sich Feld-
spath und Quarz, wenn nicht mit blossem Auge, doch durch die Loupe
unterscheiden lassen. Der Eurit bildet die Grundmasse der meisten Por-
phyre, durchsetzt in Gängen Granit, Gneiss u. a. Steinarten, oder wechselt
mit denselben in enge damit verbundenen Massen und Straten. Als homogenen
EuiH oder dUdhien Feldspath kennt man, nach Saussubb, den mit Gneiss
Torwachsenen dichten Feldspath der Pisseyache und andere als Petro-
süex oder PalaiopHre Ton ihm angefahrte Steinarten. Feinkörniger Eurit,
von Saussubs und Foubnxt als Feldspath beschrieben , bildet zahlreiche
(Hnge im Gneiss auf beiden Seiten der Rhone unterhalb Marti gny.
d'Aubuisson, Geogn. 1** ed. 1819, II. p. 117*, Zibxel^ Fetrog. 1866;
DB Saussubb, Voy. II; Foubmbt, de Martigny k Eviönnaa, Soc.
d'Agr. 1845; Studbb, Wesü. Alp. 1834, p. 158.
Facies^
zuerst von Const. Pb^vost nachgewiesen, nachher von Gbbsslt in Bezug
auf den Jura näher entwickelt, von Oppel Typus genannt, bezeichnet den
verschiedenen Habitus, den eine neptunische Formation oder Stufe, theils
in ihrer Steinart, theils paläontologisch, theils in ihrer Mächtigkeit ur-
sprQnglich erhalten hat. So kann gleichzeitig eine Stelle des Ufers toh
einer Fauna bewohnt sein, die im Schlamme lebt (fades vaseux)^ eine
andere mit Eorallenbildungen bedeckt sein (fades corallien)^ eine dritte
an einer Strommündung liegen und ein Gemenge von Land- und Süsswasser-
producten, meist zertrümmert, mit marinen Ueberresten zeigen (fades de
charriage). An einer Stelle, wo Ströme viel Geschiebe und Schlamm
Faule — Faluna. 77
zufahren, kann die Mächtigkeit der Ahlagemngen schnell anwachsen, an einer
andern, wo die Brandung das Ufer nur langsam zu zerstören vermag, kaum
merkbar sein. Im hohen Meer (fades peiagiqite) entfernt von Küsten,
können die Ablagerungen nur aus organischem Abfall, vorherrschend wohl
ans Foraminiferen, bestehen und nur langsam zunehmen, ihre Mächtigkeit
nrass gegen diejenige gleichzeitiger Deltabüdungen oceanischer Ströme, oder
in rasch fortscheitender Zerstörung befindlicher Küsten, oder anwachsender
Korallenriffe beträchtlich zurückstehen. — In der Schweiz zeigt der Gegensatz
der Strandfetcies des Muschelsandsteins zu der Schlammfacies der subalpinen
Molasse, oder der Ghaillesbildung im westlichen Jura im Gegensatz zu der
gleichzeitigen Scyphienbildung im östlichen treffliche Beispiele verschiedener
Facies. Der Einfluss dieser ungleichen, aber gleichzeitigen Verhältnisse
zeigt sich besonders in den organischen Ueberresten. Dieselbe Formation
kann an einer Stelle eine Cephalopodenfades ^ an einer andern eine
SpongitenfadeSy an einer dritten eine Korallenfades zeigen.
CoKST. FnisvoST, syiicbr. des format. , BuU. g^ol. 1837; Grbsslt,
Jura Sol. Schw. Dks. 11^ 1838.
FiiUle.
S. Verwerfung.
Falsche Sehlefenmg.
Eine gegen die Schichtabsonderung sedimentärer Steinarten schiefe,
oft senkrechte Schieferung wurde zuerst in Deutschland erkannt, dann
vorzüglich in den älteren Formationen von England und Wales näher ver-
folgt. Die Schieferung ist oft deutlicher, als die Schichtung, und ausge-
zeichnet durch die Beständigkeit ihres Parallelismus durch ganze Gebirgs-
sjsteme, während die Schichtung im Streichen und Fallen vielfache Ver-
änderangen erleiden kann. Die reiche Erfahrung, welche Shabpe in den
Gebirgen von Wales gewonnen hatte, verwendete er zur Begründung
einer neuen Darstellung der Strnctur des Montblancsystems, eine Dar-
stellung, die von spätem Bearbeitern dieser Gegend, vielleicht mit Unrecht,
nicht berücksichtigt worden ist.
ZiEKBL, Petrog. I, p. 114; Shabpb, Struct. of liontbl. Quart, geol.
n. 1854.
Fainns
beissen in Touraine lose Anhäufungen mariner Muscheln und Muschel-
trflnuner, die zur Verbesserung der Ackererde benutzt werden. C. Matkb
78 Faule Platten — Felsitporphyr.
untenclMidet mehrere SUden derselben und setzt die jflngste in die Zeit
der Molasse des Belpbergs, von Lnzem nnd St. Gullen, die ftiteste in di»
der Granen Molasse Ton Lausanne nnd der subalpinen Nagelflnh.
C. Mateb, tabl. 1868.
Faule PUtton^
leicht zerfallende plattenförmige Schichten Ton thonigem oder sandigem
Kalk, gewöhnlich dem Neocom oder Spatangenkalk angehörend. So in der
Qmppe des Fanlhorns am Brienzersee, so auch am Nordabfall des Uri-
rothstockes und am Brisen.
Studbb, G. d. S. U, 1853.
Feldstetnporphyr.
S. Felsitporphyr.
Felsit GSBHABD.
Petrosilex, Homstein, Thonstein, Feldstein, dichter Feldspath, Eurit
Dichtes oder verwachsen krystallinisches Gemeng von Feldspath und Quarz,
roth, braun, schwarz, weiss. Grundmasse der meisten Porphyre. Für die-
selbe Steinart hatte später d'Aubuisson die Benennung Eurit (s. .d.) ein-
geführt, zur Bezeichnung ihrer Schmelzbarkeit, im Gegensatz zu reinem
Quarz.
Gbrhabd, Berl. Akad. 1814 u. 1815-, Zirksl, Petrog. 1866.
Felsitporphyr.
Feldsteinporphyr, Rother und Schyrarzer Porphyr. Quarzporphyr.
Melaphyr.
Die Umgebungen desLuganersees zeigen einzig in der Schweiz eine
grössere Entwicklung von Felsitporphyren. Nach der Farbe und dem Ge-
halt an reinem Quarz unterscheidet man daselbst einen rothen, quarz-
führenden und einen schwarzen, quarzreinen Porphyr. Die Felsitgrundmasse
des Rotben Porphyrs ist hell bis dunkekoth, seltener grau bis beinah
weiss, dicht und in der Regel vorherrschend; sie umschliesst, theils ziegel-
rothe, theils gelblich weisse OrthoklcLSisicillinge, zuweilen auch wasserheUe
trikUne Feldspaththeilchen , stark glänzende glasige Quarzköm&r und
seltener grüne Pünktchen oder Blättchen von Glimmer, Eine merkwürdige
Abänderung erscheint an der Westseite der Halbinsel von Lugano und
in Yal Gana. Der Porphyr geht über in einen drusigen Gtranii von
hochrothem Orthoklas, weissem durchscheinendem Quons und wenig grünem
Glimmer, ohne Grundmasse, als ob diese, zwischen den zmrfickbleibmiden
Felaitporphyr. 7^
KrystaUen, entfenit worden wftre. Der'Sckwaney quarzfreie Porphyr
zeigt eine grOnUch schwarze oder dnnkelgraiie Gmudmasse , welche kleine
wasflerheUe oder weisse Füdspaihüm^ omschliesst, die zuweilen aacfa ganz
fehlen. Oft bemerkt man dnnkel rothbranne Flecken, wie eckigte, innig
fflit der schwarzen Masse verschmolzene Trümmer des rothen Felsits, und
zuweilen ist die Brecdenstmctnr auch nicht zu yerkennen. Aederchen
oder aach grössere Streifen yon dichtem, gelblich grOnem Epidot nnd von
Brcnmspath sind nicht selten, niemals aber zeigt sich eine Spur von Pjroxen
oder Hornblende. — Ein Altersunterschied der beiden Porphyre scheint
nicht zu bestehen, sie durchdringen sich gegenseitig in Gängen. Die von
Niosi und Sprbaugo mitgetheilten Analysen zeigen keinen wesentlichen
Unterschied, scheinen indess, nach dem starken Wassergehalt und dem
beinah gänzlichen Mangel an Alkalien, mit sehr verwitterten Stücken vor-
genonunen worden zu sein. Ohne tiefgehende Sprengarbeit möchte es
allerdings schwer fallen, frische Stücke zu erhalten.
V« Buch, Ann. des sc. nat. X. 1827; Studbb u. Hoffhann, Ball,
geol. IV, 1833; Studbb, 6. d. S. 1, 1851; Brunnbk, Lugano,
Schw. Dksch. 1852 *, IIeori e Spbbafico, Mem. Ist. Lomb. 1869.
In Bünden treten Felsitporphyre verschiedener Art auf. Am nächsten
steht dem rothen Porphyr von Lugano die, östlich vom Bernina, im
Heuthal oder Y. del Fain an Kalk, Oneiss und Casannaschiefer an-
stoBsende Masse; eine rothe Orundmasse, welche dunkelrothe oder weisse
liniengrosse Fdd^athkrystalle und graue Qiiar^ömer einschliesst, und
an vereinzelten Stellen, auch im nördlich anstossenden Chiamuerathal
herrorbricht An der Grenze des Porphyrs dringen handbreite Gänge
desselben in den Gneiss ein und keilen sich in einer Erstreckung von
emjgen Fuss oder Ellen aus. Die eruptive Natur des Porphyrs ist kaum
za bezweifeln. — Näher am Bemina unterscheidet vom Rate noch drei
verschiedene Qo^rzporphyre : den Serlaporphyr , ^/4 Stunde oberhalb
Poatresina an der östlichen Thalwand, lichtgraue nicht ritzbare Gnmd-
maase mit zahlreich damit verwachsenen Erystallen von graulich weissem FM-
ipalh und grünlich weissem Oligoklas, auch kleinen Schnüren von Epidoi;
^ M(nU'Per9porphyr, westlich vom Lago bianco, bläulich graue, mit
dem Messer ritebare OtfgfoMa^-Grundmasse, worin haselnuasgrosse kömige
Q^tarzpartie'n , liniengrosse Hornblendkrysttdle, tombakbrauner Glimmer
nnd sehr kleine weisse Feld^cUhkryslalle eingewachsen sind; den Tsdiiervch
porphyr, westlich vom Morteratschgletscher, grüne, mit dem Messer
riUbare OUgoklas-Ortmiaizs^e, mit zollgrossen weissen Fe/d^/^a^Akrystalkn,
Ueinen Qifanskömem, kurzen Hom&Jendsftulen nnd grttnen Glimmer-
flchappen. Der Serlaporpbyr wird von Thuobau) nicht angeführt, die zwei
so Felsitporphyr.
letzten zieht er zum Granit. Dagegen erwähnt er noch einer Porphyr-
partie, graubraune Grundmasse mit grünlich weissen Feldspathkrystallen,
am Ursprung des Lischanagletschers, zwischen Dolomitgebirgen, S toh
Schuls im Unter-Engadin.
Vom Rath, Bernina, geol. Zts. IX. 1857; Thbobald, Bünden, 1864
bis 1866.
Im nördlicheren Bünden finden wir den Felsitporphyr mit Yerrucano
in Verbindung. Zwischen Bellaluna und Bergün fand yoh Rate emen
Porphyr mit grünlich grauer oder röthlicher, weicher Grundmasse, die kleine
weisse i^*e/c%)a^Akrystalle , Chlorii, graue Quarskörner und kleine Agat-
drusen einschliesst. In zackigen Felsen steigt Prophyr, eine grüne oder
röthliche Grundmasse mit enge damit Terwachsenen Fe/dspa^Akrystallen
Ton gleicher Farbe, stark glänzendem Quarjs und dunkelgrünem Glimmer y
auch röthlich gelbem Bitterspath, aus den Schutthalden des rothen Sand-
steinschiefers am Sandhubel und Eummerberg hervor.
Stüdbr, DavoB, Schw. Dks. 1837-, Vom Rate, geol. Ztsch. IX, 1857;
Tebobald, Bund. 1864.
In der mittleren Schweiz treffen wir auf das merkwürdige, von Lusseb
entdeckte Vorkommen von Felsitporphyr an dem Gipfel der Grossen
Windgelle in üri. Der Porphyr, graulich grüne oder braunrothe Grund-
masse mit unklar begrenzten rothen oder weissen FeldspathkrjsMlen und
kleinen Qiiarjskörnem , z. Th. schiefrig, ist so enge mit dem Kalkstein
der über dem Gneiss liegenden Zwischenbildungen verbunden, dass man
kaum die Begrenzung bestimmen und jedenfalls an kein plutonisches, gang-
artiges Eindringen denken kann.
LüSSBR , Schw. Dks. 1 , 1829 , p. 168 ; Studbe, G d. S. II, p. 178 ;
A. MCllbr, Baal. Vh. 1867.
Porphyrblöcke, in den Gandecken des Triftgletschers im Hasli,
dunkel grünlich graue, schwer ritzbare, zu schwarzem Glas schmelzende
Grundmasse, viele höchstens liniengrosse weissliche FeldspcUhkrystaXle^
rechteckig oder unbestimmt begrenzt, einzelne Homblendtheile, ohne Quarz,
möchten den granitischen Porphyren des Bernina näher verwandt sein. So
auch die mit dem Protogin enge verbundenen grauen Porphyre , die in der
Umgebung des Montblanc, bei Valorsine, am Montanvert, in Val
Ferret vorkommen, und auch von Favre nicht als eruptive, sondern als
Abänderungen der krystallinischen Schiefer betrachtet werden. Eine Aus-
nahme macht der Porphyr von Valorsine. Der Granit, der daselbst
von unten her gangartig in den Hornfels oder Gneiss eindringt, geht nach
oben in grauen Felsitporphyr über, der im Kern der Gänge grosse Orthoklas-
Feuerstein — Flysch, gl
krystalle einschliesst, gegen die Salbänder hin aber in dichten Felsit aber-
geht. — In der Sammlung von Faybe befindet sich ein Stück von bläulich
rothem Porphyr von der Nordseite des Mont Br^yent, eine yerwachseno
kömige Feldspathgrundmasse mit Quarzkömern, dessen jedoch in der
< Sayoie» nicht erwähnt wird. Dieselbe Steinart kommt in sehr beschränkter
Ausdehnung, am SW Abfall des Morclesstocks, oberhalb La Suse, yon
Abgesehen von den angeführten Stellen, hat man bis jetzt in unseren
Alpen keinen Porphyr gefunden, keine der häufig begangenen Gletscher-
moränen zeigt Trümmer dieser Steinart, keine Fündlinge deuten auf ein
früheres Vorkommen derselben in den Alpen. Die bunte Nagelfluh dagegen
enthält eine grosse Mannigfaltigkeit von rothen, violetten und grünen
Porphyren, mit und ohne Quarz, die auch in den geschichteten Kiesmassen
über die ganze flache Schweiz zerstreut sind.
DB Saüssure, Voy. 1; Ksckbb^ YalorB. 81. d. G. 1828-, FAvaa,
Savoie 1867; Stüdbk, MüI. 1825; — W. Scbw. Alpen, p. 157.
Fenersteln.
FUnt. Der wahre Feuerstein, durchscheinend und scharfkantig, wie
er in der weissen Kreide vorkommt, fehlt mit dieser den Alpen und dem
Jura. An seine 'Stelle tritt Hornstein (s. d.), der zuweilen auch Feuer-
stein oder Flint genannt wird.
Filous.
S. Gänge.
Fleekenmergel.
S. Algäuschiefer.
Flint.
S. Feuerstein.
Florigemma-Zone.
Zone des Cidaris florigemma Oppxl, Terrain ä chailles, Calc. et
Ool. corallien THunHiiNN, Et. corallien d^Ons. — S. Chaillessch. und
Corallien.
Flotz,
alte bergmännische JBenennung für Lager, Schicht, Bank, daher Flötzgebirge,
FlötskcUkaiem u. s. w., für geschichtete Gebirge, Kalksteine u. s. w. Früher
imrde auch horizontale Lage in den Begriff aufgenommen (LsHMAim).
Flyseh.
Facoidenschiefer und -Sandstein, Niesenschiefer und -Sandstein, Gur»
nigelsandstein, Macigno alpin,
6
Fl^ieh heisst in unseren Alpen, zonächst im Simmenthal, ein schie-
fHges Gestein and ist wohl identisch mit dem norddeutschen Flötz und
dem skandinaTischen Fleeze. Die Benennung wurde zuerst von mir (1827),
zur Bezeichnung der im Simmenthal so benannten Schieferbüdung, eingefilhrt,
dann yon EEnssTsni aufgenommen, um sie auf die Terschiedenartigsten
alpinischen Formationen anzuwenden, sp&ter jedoch Ton ihm als das
Bttdeuropftische Aequi^alent der Kreide definirt, indem er fillschlich an-
nahm, dass der Flysch, sowohl die Molasse, als die Meisformation bedecke.
Da der Name mir bequem schien, um stratigraphisch noch nicht fest
bestimmte Schiefer zu bezeichnen, bediente ich mich desselben, in rein
petrographischem Sinn, um kurzer und ohne hypothetische Nebenbedeutung
zu benennen, was £. db Bsaühont und Sibmonda Tenrain juvassique mod(/i^
oder fnetamorphique, die Oesterreicher sp&ter Thon» und Kalkglimmer'
schiefer, Lobt Sddstes lustris, Gsblach Glanasdüefer, Thsobald Ctuanno-
schiefir genannt haben. So in meinen von 1839 bis 1844 erschienenen
Arbeiten. Der Name bot die Bequemlichkeit dar, durch Yorsetzworte, wie
Glimmerflysch, Talkflysch u. s. w. yerscbiedene Varietäten zu bezeichnen.
Als jedoch von anderer Seite der Benennung eine spedell stratigraphische
Bedeutung, als die auf dem Nummulitenkalk liegenden Schiefer bezeichnend,
beigelegt wurde, und hiedurch Verwirrung drohte, liess ich die allgemeinere,
petrographische Bedeutung fallen, erklärte mich hierüber in der Ver-
sammlung zu Solothum, 1848, und wählte, statt Flysch, Graue Schiefer,
als petrographische Benennung der alpinen Schiefer von noch unbestimmtem
geologischem Alter.
Der Flysch^ als jüngere eocene Bildung, ist eine Verbindung dunkel-
grauer bis schwarzer Ealkthonschiefer, bald fest und zu wenig ausdauernden
Dachschiefern benutzt, bald leicht zerbrechlich, durch' Wasser sich zu
Schlamm erweichend, und dunkelgraner fester Sandsteine mit Ealkcement;
beide Steinarten wiederholt unter sich abwechselnd. Die Sandsteine oft
dicke Platten bildend, die an Felsaufrissen zahnartig hervorstehen, durch
Zunahme des Cements und innige Mengung übergehend in sandige oder
reine Kalksteine, ihre Oberfläche oft bedeckt mit Glimmerschlamm oder
Kohlenstaub. Häufiger, als Sandsteine mit vorherrschenden Quarztheilen,
«ind Kalkbreoden , feinkörnig bis sehr grosakOniig. Die dunkeln Kalk-
trümmer innig verwachsen und nicht von einander trennbar, mit ihnen
stets au heUhraonem Thon verwitterte eckigte Theile, zuweilen auch sUber-
weisse Glinmierblättchen einschliessend, Au&llend sind die fremdartigen,
als exotische Blöcke bekannten Fündlinge (s. d.) die an mehreren Orten
-in dem Flysch eingelagerte Conglomerate bilden. Als organische üeberreate
kennt man nur Abdrücke von Fucoiden, besonders Chondr. intricaius und
FJ3'8ch. 83
Targionü and von den rftthselhaften Hehninihoiden oder XetnerHliien,
womit die Oberfläche der Schiefer oft dicht bedeckt ist. Häufig, besonders
im Sandstein, sind Adern, oft mehrere Zoll dick, die ans grossblättrigem
KatttspcUh nnd Quarz bestehen. Als Seltenheit findet man erbsen- bis
nnssgrosse (Körner Ton Bernstein im Flysch eingeschlossen (Gnmigel,
Thonon in Savoien).
Die normale geologische Lage des FlyscVs zeigt ihn als Decke nnd
Jflngere Stnfe der eocenen Nnmmnlitenbildnng. So finden wir ihn bei
Sonthofen, an der Fähnern bei Appenzell, bei Einsiedeln, am
Pilatus nnd an den Schratten, in Habkern, auf der Nordseite der
DentdaMidi, anf der Hochfläche derFizs, im Thale TonKeposoir,
in den französischen Alpen, bei Genua, in Toscana. Er bildet
in mehreren dieser Gebirge, z. B. in Obwalden, eigene, bis auf den obersten
Kamm bewachsene Gebirgszuge und erreicht eine Mächtigkeit von mehreren
hundert and tausend Metern.
üebereinstimmend, nach Steinart und organischen üeberresten, mit diesem
offenbar eocenen Flysch ist der Sandstein und Schiefer der Gurnigelkette,
die sich, durch mehrere Querthäler zerrissen, in der Berra und den west-
fichen Yorbergen des Mol6son, bis in die Y oirons in Chablais yerfolgen
lassen. Yergebens sucht man aber auf dieser ganzen Linie nach Nummuliten.
Der Flysch, den Alpen zufallend, wird am unteren nordwestlichen Abhang
Ton gleich fallender Molasse unterteuft, und zwischen beiden liegt, eben-
falls den Alpen zufallend, jurassischer Chätelkalk (s. d.) und Gyps, in
ähnlicher Lage wie der Klippenkalk in den Earpathen und die St. YeiU
khichien bei Wien.
Eine zweite, südlichere Flyschzone bedeckt das untere Simmenthai,
Ton Wimmis aufwärts bis Boltigen, bildet den Sattel der Saanen-
mööser und erstreckt sich über Saanen und Rougemont in die Waadt-
ländenJpen. Der Flysch steht in der Thalsohle meist senkrecht und über-
lagert, nach oben fächerförmig sich ausbreitend, die Synklinalen Thalwände
der seitlichen Kalkketten. Nummuliten fehlen auch hier. Unmittelbar
unter dem Flysch liegt rother thoniger Sewerkalk, unter diesem ältere
Kreide und Jurakalk.
Die mächtigste, aber auch räthselhafteste Flyschzone bildet die Niesen-
kette, die sich Tom Thunersee, mehrfach durch breite Querthäler unter-
brodien, bis Sepey, oberhalb Aigle, erstreckt und, in mehreren Gipfeln
ihres scharfen, aber bis oben beweideten Kammes, mehr als 2000"' über
den Thunersee ansteigt. Der Schiefer, stets die bezeichnenden Fucoiden
und Helmmthoiden fahrend, ist Torfaerrschend in der untern Masse und
an mehreren Stellen, in der Umgebung desNiesens, als Dacfaschiefer
84 Forestmarble — Formation.
aasgebeatet worden. Die obere Blasse ist grossentheils Flyschsandstein,
der, in der obersten Decke, das dement oft mehrere Quadratmeter grosser»
der Schichtung parallel liegender Tafeln von donkelm, petrefactenleerem
Eallcstein bildet. Am Westende der Kette bildet Niesensandstein und
FacDidenschiefer auch das Bindemittel des Sepeyconglomerates (s. d.). —
Die Niesenkette zeigt, in ihrer grösseren Erstrecknng, Nordfallen und
scheint die jurassische Ealkkette, die sie vom Fljsch des Simmenthai
scheidet, zu unterteufen. An der Grenzfläche wird jedoch das Nordfallen
zonehmend steiler, zuletzt vertikal, so dass die Flyschmasse wie an die
steile Felswand der Ealkkette angepresst erscheint. Auch am südlichen
Fuss erhalt man nicht bessern Aufschluss. Nummulitenbänke, die, in nicht
grosser Entfernung, die südlichen Gebirge bedecken, lassen sich, in der
Grundkge der Niesenkette, nirgends sehen, wohl aber Lager von Jurakalk
oder älterer Kreide, besonders jedoch Gyps^ in dessen Umgebung meist
grosse Verwirrung aller Lagerungsverhältnisse und gneissähnliche Ab-
änderungen des Flysches stattfinden. Eine weithin fortsetzende Yerwerfungs-
kluft scheint die Niesenkette yon den südlichen Nummulitengebirgen zu
scheiden.
Studbb, Ann. des sc. nat. 1827; — Geol. d. WA. 1834-, — GeoU
d. S II, 1853; Erlftut. z. geol. K. d. S. 1869; Kefbkstein, Zts. V,
1827; NG. der Erde, 1834; d'Abchiao, bist. III, p. 79, 1850;
Favre, Rech, en Savoie, 1867.
Forestmarble.
Galc. roux sableux Thurmann. Untere Lagenalisschichten Oppkl.
Yariansschichten Mosch. Sandige, eisenschüssige Kalksteine, von geringer
Festigkeit, röthlich gelb, hell- bis bräunlich roth, violett, blau, unklar
geschichtet, mit Einlagerungen und Streifen gelber oder blauer Mergel,
bis 10™ mächtig. Petrefacten ziemlich zahlreich, aber schlecht erhalten:
Tereb. lagenalis, Rhynch, varianSy Rh. spinosa^ Ostr. MarshU, Ostr.
Knorrü, Ceromya concentr^ C. plicata etc. Unter dem Combrash oder
der Dalle nacr^e und oft nicht davon zu trennen, über dem Hauptrogen-
stein oder den Parkinsonischichten. — Im Bemer und nördlichen Jura
ein constantes Glied der Bathgruppe.
THuaiCANN^ Soul.jur. M. de Strasb. 1832; MÖSCH, Aarg« Jura, 1867;
Gbbppin, Jura Bern. 1870; Opfbl, Joraf« 1858.
Formation,
Bildung, bezeichnet den Inbegriff von Steinarten, Schichten, Lagern, die
durch ihre Lage, Structur, mineralogisdie BeschaflFenheit und besonders
Fossilien — Fullersearth. 35
durch ihre organischen üeherreste, sich als unter fortdauernd gleichen Yer-
h<nissen and durch dieselben Processe entstanden erweisen. Der Begriff
trird bald in engerm, bald in weiterem Sinn, bald als synonym mit Gruppe,
Stufe etc., bald als in mehrere Gruppen, Stufen, Glieder zerfallend auf-
gefasst. Strenge genommen sollte das Wort nur gebraucht werden mit
Beziehung auf die fintstehungsweise« man sollte nicht Ton Kalkstein-, Sand-
stein-, Granitformationen, wohl aber von marinen, Sasswasser-, eruptiven
Formationen sprechen. Leider aber fehlt im Deutschen ein Wort, das dem
französischen «terrain» entspricht.
C0N8T. Pbävost, Bull. g^ol. IX, 1839.
Fossilien^
ursprünglich alles Gegrabene bezeichnend und in der Wemer*schen Schule als
synonym mit Mineralien gebraucht; in neuerer Zeit, nach dem Vorgang von
England und Frankreich, beschränkt auf organische Ueberreste, für welche
die alte Benennung «Petrefacten> oder «Versteinerungen» in Tielen Fällen
nicht anwendbar ist.
Frledriehshallerkalk
heisst, nach Albebti, der obere oder Haupt-Muschelkalk, über dem Stein-
salz fahrenden Anhydrit und Salzthon. Er ist am Rheinufer und in den
Aufrissen des innem nördlichen Jura in grösserer Ausdehnung entblösst,
auch mehrfach durch Bohrlöcher auf Steinsalz durchsunken worden. Seine
Mächtigkeit giebt Mösch zu 24°" an.
Fneoidensehiefer.
8. Flysch.
Fnllersearth^
Walkererde. In England über Inferior Oolith, unter Stonesfieldslates und
Great Oolith. Von Thubmann, als Mames ä Osirea acuminata, 4™ mächtig,
über den Calc. subcompacte, unter den Great Oolite gesetzt; von Maeoou,
ab Mames vesuHennes, 3"" mächtig, über den Calc. Isedonien und Calc. ä
polypiers, unter den Great Oolite. Die Walkererde oder Fullersearth Ton
Fbomhxbz entspricht, nach ihren Fossilien, nicht der englischen, sondern
der weit tiefer liegenden Humphriesianus-Zone. Oppsl yereinigt Fullers-
earth, Stonesfieldslates, Great Oolith und Bradfordclay zu seinem DigotM-
bett, dem tiefem Theil des Bathonien.
Qß Fündlinge.
Fflndllnge.
Wanderblöcke. Blocs erratiqaes et exotiques. Febblöcke Ton 1
15,000 Gab* Inhalt, deren Steinart Ton den in ihrer Umgebong vorkom-
menden Felsarten verschieden ist. Die untere, conventioneil angenommene
Grenze ihrer GrOsse soll sie von dem Kies trennen und zugleich bezeichnen,
dass sie nicht durch die noch jetzt bestehenden Thfttigkeiten (StrOme, Gletscher,
Felsstflrze) von ihrem Stammort zu ihrem gegenwärtigen Fundort geführt
imrden. Die obere Grenze ist der Inhalt des grOssten bis jetzt bekannten
Fflndlings. Die Felsblöcke liegen frei auf der Oberfläche des Bodens, auf
Felsboden, auf Eies oder kleinerem Schutt, oder sie sind von diesen
grossentheils auch wohl ganz umhflllt. Im Interesse der Landwirthschaft
sind, in einigen (hegenden, viele künstlich in den tiefem Boden eingegraben
worden, eine noch grössere Zahl wurde zu industriellen Zwecken zerstört
und zu Mauern, Marchsteinen, Treppen, Bmnntrögen verwendet. Auf der
Nord- und Südseite der Alpen, auf dem Bücken oder an den Abh&ngen
ihrer Ausl&ufer, auf den Hügeln oder im Thalboden der flacheren Schweiz,
auf den Höhen des Jura und in mehreren seiner Thäler sind diese Blöcke
noch jetzt in beträchtlicher Menge zerstreut, oder früher da gewesen.
In engerem Sinn heissen erratische Blöcke diejenigen Fündlinge, deren
Stammort sich mit einiger Wahrscheinlichkeit nachweisen l&sst, exotische
Blöcke diejenigen, deren Steinart mit keinen der in den Alpen oder im
Jura bekannten Felsarten verglichen werden kann.
Die erratischen Blöcke, welche die grosse Mehrzahl der Fündlinge
bilden , sind in der Regel polyedrisch , mit geringer Abstumpfung ihrer
Kanten und Ecken, nicht selten in zwei oder mehrere Stücke zerspalten.
Oft sind viele derselben Steinart gruppenweise oder auf langen horizohtalen
Linien und Zonen vereioigt. Ihr Stammort lAsst sich, besonders für die
besser charakterisirten, mit einiger Sicherheit im Hintergrund, oder in den
Seitengebirgen der grossen alpinischen Querth&ler nachweisen, in deren
Gebiet sie liegen, obgleich sie im Hügelland oder am Jura, oft weit über
das gegenwärtige Stromgebiet hinaus zerstreut sind. Die aus dem Wallis
stanmienden Blöcke des Rhonegebiets z. B. lassen sich bis über Aarau hinaas
verfolgen , die Blöcke des Rheingebiets bis weit nördlich vom Bodensee. Die
grössten bekannten erratischen Blöcke erreichen ein Yolumen von 2000 bis
6000 Cub." (Pierre ä Bot, Steinhof, Monthey, Devens). Bezeichnend für
das Rhonegebiet sind die Granite der Montblancgebirge mit grossen Feld-
spathzwillingen, die Anthracitsandsteine und -conglomerate, die Yerrucano
von Outre-Rhone, die Yerrucano-Quarzite von Sitten und Anniviers, die
Euphotide und Eklogite des Saasthals, die Serpentine und Gabbro von Zer-
matt; für das Aargebiet die Granite der Grimsel, ohne grosse KrystaUei
Gabbro. 67
der Seipetttiii des Triftgletohersi der schwane Theasohiefer-Qiianit (Bisen*
stein) Ton Grindelwnld and Laaterbronnen; fflr das Beassgebiet die
Gnuiite des Ootthard mit sandigem Qnarz , die rothen Porphyre der Wind»
gelle, die Serpentine der Unteralp, die Nagelfloh des Rigi; fAr das Linth'*
gebiet die Yermcano Yon Glaras; für das Rheingebiet die Syenit^
gruiite Ton Pnntaiglas. die grünen Granite des Jnlier, die Gabbro aas
Oberhalbstein, der Homblendfels des Parpaner Bothhoms.
Die exotischen Blöcke sind, anch die grOssten, abgerundet, und besitzen
BW bei spaterer Zerspaltiang merkbare Kanten and Ecke. Sie sind, mit
seltenen Ausnahmen, beschrankt auf die Zone der nördlichen Kalkalpen,
besonders auf die Flysch-Zonen, und an mehreren Stellen, als ein Gonglomerat
dem Flysch eingekgert In der Westschweiz,, in grOsster Zahl zwischen der
Emme und dem Thunersee, sind es yorherrschend Gtanite mit rothem
Feldspath, wie man sie in unseren Alpen nicht kennt. Der grOsste dieser
Granitblöcke liegt im Habkernthal und misst bei 15,000 Cnb™. In
der Ostschweiz, im oberen Sihlthal bei Tberg und im Rheinthal, westlich
Ton Gr a b s , bestehen die Blöcke aus petrefactenreichen Kalksteinen mehrerer
jurassischer Formationen, Tom Lias bis Oxfordkalk, die eben&Us in diesen
Gebirgen anstehend nicht vorkommen.
Unter den mehrfachen Erklärungen, die man über die Verbreitung
der Fttndlinge gegeben hat, stösst dicgenige,' welche die erratischen
Blöcke durch Gletscher an ihre jetzigen Standorte tragen lässt, auf die
wenigst grossen Schwierigkeiten und wird von der Mehrzahl der Geologen
als eine der Wissenschaft gewonnene Thatsache betrachtet Räthselhaft
bleibt die Herleitung der exotischen Blöcke, deren Verbreitung in die Zeit
der Ablagerung des Flysches gesetzt werden muss.
V. Buch, Verb, grosser Alpeogescb. Berl. Akad. 1815; C. ESCHBR)
K. Alpina I, 1821; Studer, Molasse, 1825; — phys. Geogr. 1,
1844; — Bern. Millh. 1845; v. Gharpbntibr, essal aar les glac.
1841; VsNBTZ, anc. glac. Sebw. Denksch. XVIIl, 1861; Agassiz,
glac. 1840; GuTOT, Verb. d. schw. N. in Altorf, 1842; — terr.
enat. Bali, de Neuch. T. I, II, 1847; A. Esohbr, Geol. Vortge,
1852; MOHLBERa, Errat, ßildg. 1869; Bachhann, Jurablöcke im
Flysch, Zürcb VJS. 1863.
Gabbro.
Granitone, Der Name Tom Dorfe Gabbro, SO ton Livorno,
te, beaaidmet in Toseana den Serpentin mit Diallaganssonderufig. Mach
Abtrenniing des EnphotidB, krystaUinisoh kleiiH bis grosskömiges Oemenfe
lfm Ijobradar und Diallag. Der Labrador ist meist derb, selten yer-
waefasen kömig, bl&ulich oder graulich grau bis weiss; der Diallag bl&ttrig.
86 Gabbro-ro68d ^ Qalestro.
mit metallischein Perlmutterglanz , gran, braun oder brftanlich grün. Die
Felsart, in rauhen, blockfthnlichen Steinmassen, ist meist enge mit Serpentin
oder Grfinem Schiefer verbanden und zeigt Uebergänge in dieselben. Der
Oabbro erscheint daher vorzugsweise im Gebiete dieser Steinarten, in
Bünden, Yeltlin und in den Umgebungen des M. Bosa. Ausgezeich-
nete Abänderungen kennt man bei Marmels in Oberhalbstein, auf der
Höhe zwischen Stalla und Avers, auf Orse-alp, W von Poschiavo,
im südlichen Wallis auf der Westseite des Matterhorns, am oberen
Aroilagletscher, in den Gipfeln oberhalb demVouassongletscher.
Beträchtlich ausgedehnte Felsmassen bildet er selten.
E. V. Buch, Gabbro, Mag. N. S. 1810-, Studbe, G. d. S. 1, 1851;
Vom Rath, Graub. Z. g. G. IX, 1857^ Tbbobald, Bünden, 1866;
Gbrlaoh, Süd-Wallis, 1871.
Gabbro-rosso.
Eisenschüssiges, theils Jaspisartiges, theils dioritisches Grestein, yielfacb
zerklüftet, in grosse linsenförmige Trümmer oder polyedrische Blöcke zer-
fallend, auch aus nuss- bis faustgrossen, durch Eisenthon yerbundenen
Knollen bestehend, die Knauer in frischem Bruch Spilit ähnlich, oft aber
in schwarzbraune erdige Wacke übergegangen. An mehreren Stellen er-
scheint die Steinart als Variolith. Auf Drusenräumen kommen Zeolithe
vor. Im westlichen T o s c a n a und auf E 1 b a in enger Verbindung mit
Serpentin, von Sayi und Gocom als metamorphische Umwandlung von AI-
berese und Macigno, von Pilla und Mübohison als eruptives Gestein be-
trachtet. Aehnliche Steinarten kommen vor in den Serpentingebieten von
Bünden (Davds, Oberhalbstein) und Wallis (Bimpfischwänge
bei Zermatt).
Savi, Mem. 1837—1839 ; CocoHi, Ball. g6o1. 1856, p. 262 ^ Hubchibon,
Q, g. J. 1850^ p. 374-, Studbb, Elba, Bull. g. S. 1841; — Davos,
Schw. Dk8. I, 1837.
Galestro.
Schisti galestrini. Graue oder bunte Mergelschiefer, in rhombische oder
prismatische Stücke zerklüftet, z. Th. verkieselt und übergehend in Jaspis.
In y wbindimg, theils mit der Pietra-forte, der oberen Kreide des Apennins
von Toscana, theils mit dem Macigno. Die bunte Itürbung und Yerkiese*
lung zeigt sich besonders in der Nähe von Serpentin in Toscana. WH
den bunten Schiefem in Bünden und Aostathal übereinstimmend.
Savi, Mem. 1837—1839-, d*Abchiac, hiei. II. IIl^ Coocm, Bull. g6oL
1856, p. 256.
Gand — G finge. 39
Gand.
Benennung fOr Trflmmer nnd Felsschntt im Berner-Oberiand. Daher
Gandeck für Morftne.
Gandeeken.
Moraines, Ton Gand d. i. Schutt nnd Eck oder Egg d. h. Gebirgskamm.
In der deutschen Schweiz üblicher Ansdmck für die von den Gletschern
gebildeten Schnttw&lle. Die von den Felswänden, welche den Gletscher
einschliessen, auf ihn fallenden nnd von ihm abwärts getragenen Trümmer
bflden Seitengandedcen ; die durch das Abschmelzen des Gletschers an
seiner Yorderwand sich anhäufenden Schuttmassen umschliessen diesen als
Frontal' oder Endgandecke ; wo, durch Vereinigung zweier Gletscher, ihre
sich zunächst liegenden Seitengandecken zusammentreffen, entsteht, auf dem
fortschreitenden Gesammtgletscher , eine Miitelgandecke oder GuferUnie,
Qrundgandecke , Grundmoräne (Moraine profonde) ist schon desshalb
ein nicht glücklich gewählter Ausdruck, weil Gandecke oder Moräne die
Yorstellung einer wallartigen Form enthält, nächstdem, dass das Vorkommen
ausgedehnter und mächtiger Schuttmassen zwischen dem Gletscher und dem
festen Felsboden keineswegs erwiesen ist.
Gänge.
Filons. Kluftausfüllungen der Felsarten durch später eingedrungene
oder eingeführte Mineralien. Die Grenzflächen der Gangmasse und der
Nebengesteine heissen Salbänder. Wo die Salbänder fehlen, und die
Gangmasse nicht scharf vom Nebengestein getrennt ist, z. Th. in dasselbe
eindringt, wird die Kluftausfüllung oft durch Infiltration aus dem Neben-
gestein zu erklären versucht. Scharf begrenzte, schmale und kurze Infiltrations-
gänge, meist mit Kalkspath oder Quarz ausgefüllt, heissen Adern. Nach
der mineralogischen Beschaffenheit der Kluftausfüllung imterscheidet man
Oesteinsgänge, dykes, und Drusengänge, veins. Die erstem bestehen aus
einer gleichartigen, die Kluft vollständig, oder bis auf schmale Zwischen-
räume an den Salbändern, ausfüllenden, meist krystallinischen, vulcanischen
oder plutonischen Steinart und sind, in der Kegel, als von unten her ein-
gedrungen, als Ityectionsgänge zu betrachten, so Gänge von Laven, Basalt,
Trapp, Porphyr, Granit. Drusengänge füllen selten die Kluft vollständig
ans, sondern lassen nach der Mitte hin leere, drusige Räume, deren Wände
mit Krystallen bekleidet sind, Krystalldrusen bildend. Die Steinart der
Drusengänge ist entweder einfach, wie in Quarzgängen, Kalkspathgängen,
oder Terschiedenartig. Im letzteren Fall zeigt sich, in der Regel, in der
90 Ganggranit,
Anordnung der Mineralien eine bestimmte Symmetrie, indem, Ton beiden
Salbändern ans nach der Mitte zn, dieselben Mineralien anf einander folgen.
Zunächst anf die Salbänder z« B. folgt eine dflnnere oder dickere Lage
Ton Quarz, auf diese, Ton beiden Seiten her, eine Lage Ton Schwer-
spath, anf diese ebenso Bitterspath, Flnssspath n. s. w., bis in der Mitte
die letztem Lagen desselben Minerals sich vereinigen and nur getrennte
Drosenräome lassen, in welche Krystalle dieses Minerals hineinragen. Zn
den Mineralien dieser Gänge gehören oft auch Metalle, reine (gedi^iene),
wie Kupfer, Silber, Wismnth u. s. w., oder als Schwefelmetalle, Antmon-
metalle, Arsenmetalle, Metalloxyde u. s. w., und bilden Engänge. — Es
ist klar, dass die Ausfüllung der Drusengänge, besonders der aus yet-
schiedenen Mineralien zusammengesetzten, nur unter Voraussetzung längerer
Zeiträume, während welchen die Verhältnisse so oft, als ein neues Mineral
auftritt, sich verändert haben , begriffen werden kann. Ein Durchflieesen
von Mineralwassem, aus welchen Niederschläge erfolgten, mag wohl die
ein&chste Erklärung darbieten. — Die schweizerischen Gebirge sind arm
an Gängen jeder Art. Im Molasseland und im J u r a sind sie un-
bekannt, wenn man, in letzterem, nicht die Spaltenausfällung mit Bohnenen
als Gangbildung betrachten will. In den Alpen sind Drusengänge von
Quarz im Gneiss- und Schiefergebirge nicht selten; in den Grauen Schiefem
und im Flysch bestehen sie oft aus einem grosskrystallinischen Gemenge
von glasigem Quarz und Ealkspath. Als Gesteinsgänge sind die Granit-
gänge bei Valorsine tmd am Aargletscher, die Gänge von
rotfaem Porphyr am See von Lugano anzuführen. Die Erzgänge sind
beinahe ausschliesslich auf das krystallinische Schiefer-, Vermcano- und
Dolomitgebirge der Hochalpen beschränkt. Ihr Vorkommen ist meist
nnregehnässig, es fehlen deutliche Salbänder, die Mächtigkeit erleidet
grosse Schwankungen, oder sie keilen sich, nach kurzem Fortstreichen,
ganz aus.
Gangsranit
heisst der als Gänge auftretende Granit, im Gegensatz zum Gebirgs«
g r a n i t , der grössere Massen bildet. Ganggranit ist z. B. der von Nsckkb
beschriebene Granit von Valorsine; auch Tbsobau) führt Beispiele an.
Ein wesentlicher mineralogischer Unterschied zwischen beiden Graniten ist
kaum durchzuführen. Der Ganggranii ist in der einen Gegend grob-
kömiger, in einer andem feinkörniger, in der einen ein£acher, in Felsit
übergehend, in der andem zusammengesetzter, andere Mineralien enthaltend,
als der Granit des Nebengesteins.
Mbckbe, Valoi-sine, H. d. Qen. 1828-, TsBOBAiiD, Bünden, 1866.
Ganimnien — Gaalt. 91
OammiiieH.
Elage 6. LcnaBOL Eine Kreidestofe, oberhalb der Mastrichter Kreide.
Bonte Mergel und lithographische Kalksteine, mit Austern, Krokodilz&hnen
und Sftsswasserconchylien, bedeckt von glauconitischen Mergeln, mit zahl-
reichen Fossilien der weissen Kreide, die Lxtmibik als eine Colonie betrachtet
Die aus den drei Abtheilnngen bestehende Stufe der Oberen Oaronne
ist bei 300* mächtig, erscheint weiter östlich, in der Provence, als
Sttaswasserkalk (Fdtbau) mit Lignitlagem, bedeckt yon rothen Mergeln,
in beträchtlicher Ausdehnung.
LanoiBiE, Ball. Soc. g. 1863.
Guterengraiiit.
Klein- bis mittelkOmiges Gemeng von Torherrschendem FeldsipcUh,
wenig graulichem Quarz und nicht wenig dunkel graulich grauem Glimmei',
in z. Th. sechsseitigen Blattchen, ohne Talk oder Chlorit Der eine Feld-
spath mit Perlmutterglanz weiss, der andere, enge damit yerwachsen, bei-
nahe matt, weiss oder blassgrOn. Nesterweise, ohne Trennung yon diesem
weissen Granit, ist der Orthoklas fleischroth, ziemlich dunkel; der andere
Feldspath fehlt und scheint ersetzt durch Quarz. Der Granit wird durch
weisse Felsitgftnge, ohne Glimmer, durchsetzt, die aber nur als Aus-
sonderungen betrachtet werden können und, ohne Trennung, mit dem
F^dspath und Quarz des Granits, als inniges Gemeng desselben, im Zu-
sanmienhang stehen. — Aus diesem Granit besteht die Kette zwischen dem
Tschingelgletscher und dem Hintergrund des Gasterenthales und
dem Lötschthale , und auch in dem Gletscherschutt, im Hintergrund Ton
Lauterbrunnen und in Grindelwald, findet man nur denselben, der Alpen-
oder Protogingranit fehlt. Die rothe Abänderung des Gasterengranits
bleibt jedoch beschränkt auf den Hintergrund yon Gastem und ist, so
Tiel bis jetzt bekannt, das einzige Vorkommen von in grösseren Massen
anstehendem rothem Granit in der Schweiz.
Oanlt
Grte yert sup^rieur, Terrain Albien d'Obb. — Hell- oder dunkelgr&ne,
bis beinahe schwarze Sandsteine, in Verbindung mit grauem, buntem, oder
schwarzem Thon, oder schwarzem Kalk mit zahlreich eingemengten dunkel
grünen (Olaucamt) Kömchen, auch mit fast reinem weissem Quarzsand.
Von sehr ungleicher Festigkeit, theils fast loser Sand, theils dem Hanuner
starken Widerstand bietend. Meist von geringer Mächtigkeit, von weniger
92 GebirgBschatt.
als 1", höchstens yon 10 bis 15". Sehr reich und oft gedrängt toU tod
PetreüaCten , besonders mannigfaltigen Cephalopoden , Gastropoden, Äce-
phalen, Echinodennen, zuweilen yerkiest, auch mit schwarzen Knollen mit
starkem Gehalt von phosphorsaorem Kalk, die man für Coprolithen hiüt
— Der Gault bildet den Uebergang yon der untern zu der oberen Kreide;
er liegt über den Aptmergeln und unter dem Cenomanien. Als ein schwarzes,
oder, durch Verwitterung des Glauconits oder von Kiesen, rothes Band
hebt er sich an den Felswänden der Alpen oft deutlich hervor. Berühmte
Fundorte von Fossilien sind , in Savoien , die Alpen von F i z s und
Sales, wo zuerst (1820) AI. Bbokqniabt und Bucklaih) die Ueberein-
Btimmung der Fossilien mit denen der Perte-du-Rhöne und von
Folkstone nachwiesen , femer der M. G r i o u und Bossetan in
den Umgebungen von Samoens, Reposoir und Saxonet in der
Nähe von Gluse. In der Fortsetzung der Gebirge der Dent-du-Midi
durch die Schweiz, auf La Cordaz und Cheville, in der Kette, welche
Bern von Wallis scheidet und, in ihrem Fortstreichen, im Lohner, Höh-
gant und Pilatus ist an vielen Stellen der Gault bekannt, auf grossen
Strecken aber ganz ausgeblieben. Mit gleichem Reichthum an Fossilien
wie in Savoien zeigt er sich wieder in den Gebirgen von Appenzell. —
Im Jura erstreckt sich der Gault, von Mittag her, wie die ttbrige Kreide-
gruppe, nur wenig aber die Westgrenze des Bemer Jura hinweg und er-
scheint noch bei Renan im St. Immerthal. Die Steinart ist hellgrauer,
gelber oder weisser Sandstein und Sand. Von alter Zeit her berflhmt ist
der reiche Fundort der Perte-du-Rhöne, dem aber nun, nach den
Bemühungen von Dr. Campighi, derjenige von S. Croix den Rang streitig
macht. Die Mächtigkeit der Formation mag hier wohl bei 20"* betragen.
Die untere Masse besteht aus reinem Quarzsand, worin die Fossilien durch
ihre schwarze Farbe auffaUen. Dann folgen bunte Mergel mit verkiesten
Fossilien und oben erst grflner oder gelblichter Sandstein.
Stüder, G. d. S, 1853; Renevibb, Bull. Vaud. IV und IX, 1B54
bis 1866-, — P. da Rh. Schw. Dksch. XIV, 1855-, PiCTBT et
Campiohb, S. Croix, 1858—1867-, Favre, Savoie, 1867; JaccabDi
Jura Vaudois, 1869; Gbbppin, Jura Bern. 1870.
Oebirgsschntt.
Detritus, Eboulements. Nackte Felsschichten, in welche die Feuchtig-
keit eindringt und bei Frostwetter gefriert, oder welche Bestandtheile ent-
halten, die durch atmosphärischen Einfluss zerstört werden, zertrümmern
in meist eckigte Bruchstücke von geringer Grösse, die sich am Fuss der
Felswände anhäufen und Schutthalden bilden, die oft meilenweit sich längs
den Thalseiten forterstrecken. Die Höhe dieser Halden erreicht oft mehrere
GeisBberger — Geissbergschichten. 93
hnndert Meter, die Neigung ist auffallend regelmässig geradlinigt, am Fnss
hyperbolisch concay, und scheint dem Auge äusserst steil, übersteigt indess,
nach Messungen, selten 35^ Die ausgezeichnetsten Schutthalden begleiten
die Dolomitgebirge der südlichen und nördlichen Ealkalpen; aber auch in
Kalkgebirgen, in den Alpen sowohl, als im Jura, sind sie nicht selten. —
Eine andere Form der Schuttablagerungen bilden die Schuttkegel (lits de
d^jection). Wildbäche oder Lawinen, die über Felswände hinabstflrzen,
oder aus Spalten derselben hervorbrechen, lagern den Schutt an ihrem
Foss ab, werfen später sich über ihn, bald rechts, bald links, und bilden
einen Kegel, oder, genauer, einen Halbkegel, der sich an die Felswand
anlehnt. Auch diese Kegel sind meist von auffallender Regelmässigkeit
Der Winkel ihrer Böschung ist beträchtlich geringer, als derjenige der
Schatthalden, weil das Wasser die Trümmer weiter trägt. Elib de Bbait-
Monn fand ihn gleich 5 bis 10^, Subell gleich 1 — 4 1/2^. Die Bestandtheile
dieser Kegel sind ebenfalls meist eckigt, klein, oft mit ^and und Schlamm
gemengt. Sehr yerschieden gestalten sich die Ablagerungen grösserer Berg^
siiirzey in welchen hausgrosse Blöcke mit kleinen Trünmiem und Schlamm
gleichzeitig und schnell sich ablagern. Die grossen Blöcke werden oft am
weitesten fortgetrieben und es entsteht ein sehr unebenes Hügelland, das
sich oft bis an die andere Thalwand ausdehnt.
EUB de Bbaumont, Etna, M6m. IV, 1838-, — G^ol* prat. 1841 bis
1870; Lbblanc, Bull. gäol. 1842; SuBBLL, torrents des haut. Alp.
1841; Studbr, phya. G. I, 1644.
Geissberger,
in der Volkssprache die Benennung für Granit. Ich finde den Namen
znerst erwähnt bei Sgheuohzeb in der Alpenreise Yon 1705.
Geissbergschlchten Mösgh.
Regelmässig geschichtete, gelbe Ealkbänke, getrennt durch thonige
Zwischenlager, bei 30" mächtig. Reich an Fossilien, besonders Phola-
domyen, Ooniomyeny Pleuromyen u. a. Acephalen, auch Phasian. striata.
Zum mittleren Oxford gehörend und als tiefere Abtheilung der Chailles-
Btufe zu betrachten, über den Efiingerschichten, unter den Crenularis-
schichten. — Im westlichen Jura vertreten durch dunkle Mergelschichten,
kaum yerschieden von den Effingerschichten, und erst am Born und bei
Ölten, als fester gelber Baustein, in häufigen Steinbrüchen ausgebeutet
Beinahe der ganze Nordrand des Bötzbergs und ein grosser Theil des
Geissbergs besteht aus diesen Schichten. Zuletzt findet man sie noch
in der Lägeren, aber ohne Petrefacten.
HÖSOH, Aarg. Jura, 1867.
94 GeröUe — GittateiD.
Oerolle
heissen die durch Reibung und rotirende Bewegung in Strömen oder be-
wegten Grewftssem abgerundeten Felstrflnuner, im Gegensatz yon Geschiebeny
die nicht gerollt wurden und ihre Kanten und Ecke mehr oder weniger
bewahrten, wie Felsblöcke, die yon Gletschern fortgetragen werden. Oft
wird jedoch der Ausdruck Geschiebe, allgemeiner, fflr jede fortbewegte
Trttmmermasse gebraucht, daher «Stromgeschiebe». Durch Yerkittung der
OeröUe entstehen Conglomerate. — Oerölle mit Eindrücken (ccdlloux
impressionnis) heissen die in mehreren Conglomeraten yorkommenden , in
welche das Nebengeröll sich mehr oder weniger tief eingepresst hat, die
daher, losgetrennt, concave Eindrucke zeigen. — Oeritzte OeröUe (cailloux
striis) zeigen an der Aussenfläche feine geradlinigte Hitze, wie die Gerolle,
die, an der unteren Fläche des Gletschers eingefroren, über scharfe Ecke
förtgeschoben werden. Hohle GeröUe, yon Kalkstein oder Dolomit, haben,
durch einen noch nicht aufgeklärten chemischen Process, ihre innere Masse^
oft bis auf eine dUnne Rinde, durch Auflösung yerloren, ähnlich wie manche
Geoden, Adler- oder Klappersteine. Zuweilen ist das Innere theilweise mit
Sand angefdllt. Im Gegensatz der Geoden und Mandelräume sind die
hohlen Gerolle in der Regel offen und häufig findet man nur den kleineren
Theil der Kugelschale. — G^rölle mit Eindrücken sind nicht selten in der
Nagelfluh, besonders in der Kalknagelfluh des Jura. Geritzte Gerolle aind
charakteristisch fOr den diluyialen Gletscherschutt. Hohle G^rölle kommen
yorztkglich in den quartären Kiesablagerungen yor.
Zirkel, Petrogr. I.
CtorriUlenblldiiiig Emmxbioh.
Kössenerschichten. Oberer Muschelkeuper Goiibbl. S. Gontorta-
schichten.
Gesehiebe.
S. Gerolle.
entstein^
schweizerische Benennung des Topfsteins (s. d.). Der Name wird auch
auf den TavigUancizsandstein ausgedehnt, da man sich desselben aodi
zuweilen zu Kalkofen bedient. In Folge seines Kalkgehalts leistet jedoch
der letztere dem Feuer weniger Widerstand, als der wahre Topfstein, «nd
er schmilzt in stärkerer Hitze.
Olanskohle — OlauconieB. 95
CflMiflkoUe.
Sckwan, stark neUOisch glftnzend, mnscUüger Brach, öfters schiefrig.
Theils ÄfUhracUj thdls Steinkohle, daher, im ersten Fall, nicht schmelzend,
schwer, ohne oder mit nur schwacher Flamme verhrennend, als Steinkohle
schmelzend und mit Flamme yerhrennend. S. Anihradt nnd Steinkohle.
Olanzschlefer.
Von GmLACH als Uebersetzong von Sddates lustris Lobt vorgeschlagen.
Geblach, Schweiz« Dkseh. 1869.
Glamerschlefer.
Schwarze Dachschiefer» die, seit alter Zeit, am Plattenb^rg zwischen Engl
uidHattiiiGlarns abgebaut, zu Schreibtafeln, Tischplatten n. a. bemitzt
und weithin aasgef&hrt werden. Dickere Platten werden zn Fassboden, dünnere
ni Dachschiefern , weichere Arten za Griffeln verwendet. Wichtig darcfa
die darin Torkommenden Skeletabdrücke von nahe an 60 marinen Fiseh^
ßriea^ 2 Meerschildkröten and 2 den Sperlingen verwandten VOgeln,
deren Geschlechter, alle von d^enigen der Secondärzeit abweichend, sieh
dei^enigen der Jetztzeit annfthem und als eocene betrachtet werden. Diese
nftchtige Schiefermasse, die sich am Fuss des Freibergs, mit SO Failen,
im Halbkreise um denselben heromzieht, wird Oberhigert von Yerracane,
der die ganze obere Masse des Berges bildet. An den vielen Stellen, wo
iB der Schweiz mit dem Glamerschlefer petrographisch identische Flysch*
und Fncoidenschiefer als Dachschiefer gebrochen werden, haben sich bis
jetzt nor bei Attinghansen in Uri mit den Glarnem Übereinstimmende
RschabdrOcke gezeigt.
AoASSXZ, Poias. foas. V, 183 ^ Studbb, G. d. S. 1851; Hbbb, Ur-
welt, 1865.
Glanconies.
Felsarten, meist Kalk- and Sandsteine, die viele grüne Körner von Eisen*
Silicat (Glauconit) einschliessen. Die Körner anterscheiden sich von d^-
jenigen des Chamoisits darch helleres Grün and den bis dreifachen Gehalt
von Kieselerde. Meist der Kreidegrnppe, dem Gaalt and der jungem Kreide
(Craie chlorit^e) angehörend. Aach die grünen Nnmmalitenkalk- nnd Sand-
steine der Mittel- nnd Ostschweiz können als Glaaconies bezeichnet werden.
An mehreren Stellen zeigen sich dieselben aach bis tief einwärts als rother
kömiger Thoneisenstein.
96 Gletacherbildaugen — Gletscberachatt.
Gletscherbildongen.
S. Fündlinge, (^andecken, Gletscherschatt, NoUen, SchliffiOftcfaen.
Gletscherboden
heisst die oft ausgedehnte, auffallend ebene Eies- und Sandfläche, die fielen
Gletschern vorliegt und durch die Ablagerungen des aus dem Gletscher
hervortretenden Gletscherbaches entstanden ist.
Gletscherschntt.
Diluvium cataclystique Neokkr. XJngeschichtete Massen von gelblichem,
oder grauem sandigem Lehm, oft ohne Beimengung, oft eckige, oder ge-
rundete Felstrflmmer und Kiesel jeder (jrösse einschliessend, alpinen Kalk-
stein, Sandstein, Gneiss, Granit, ohne Ordnung gemengt, die Kalksteine häufig
fein geritzt. Die Mächtigkeit der Ablagerung kann 20 bis 30 "" erreichen,
die Grösse der eingehttUten Geschiebe viele Gubikmeter betragen, und nicht
selten ist ein grosser Block nur von Lehm, oder von kaum faustgrossem
Geschiebe umschlossen. Viele, wenn nicht die meisten Fflndlinge (s. d.)
sind wahrscheinlich früher von diesem Schutt umhüllt gewesen.
Aus diesen Schuttmassen bestehen die Gandecken' oder Moränen der
Gletscher. Die Felstrümmer stammen her von den durch Lawinen und
Frost sich zerstörenden Gebirgen, welche den Gletscher einschliessen , der
Lehm und die Ritze der Geschiebe von der Reibung des im Eis einge-
fromen Sandes auf dem Kies- oder Felsboden, der reine Lehm erzengt die
milchigte Trübung aller Gletschermassen.
Uebereinstimmend mit dieser Beschaffenheit sind ungeschichtete Ldim-
und Schuttablagemngen , welche über die ganze niedere Schweiz und das
südliche Vorland der Alpen , theils in Gandecken ähnlichen Wällen , theils
in weit verbreiteten Massen vorkommen. Ihre Grundlage ist entweder
älterer geschichteter Kies, wie unterhalb Genf, am Ausfluss der Ad da
und der Kander, bei Utznach, oder Molasse, wie bei Bern, Frei-
burg und an vielen Stellen der Ostschweiz, oder eine noch ältere Formation,
wie in den Alpen und am Jura. Sie werden bedeckt, mit Ausgleichung
ihrer Unebenheiten, durch jungem geschichteten Kies oder Dammerde oder
sind auch unbedeckt.
Necksr, Etudes g6ol. 1841 ; v. Chabpbntibb, eseai sur les glaciers,
1841 ; Agassiz, glao. 1840 ; — nouv. Stades, 1847 ; Martins, Rev.
d. deax M. 1847 et 1867-, Ttndall^ ihe glac. of the alps, ISeO;
DoLLFUSS-AusSBTj Glaciers III, V, 1863—1864.
Glimmerflysch - Glimmerschiefer. 97
Olimmerflysch.
Ein durch Glimmerblftttchen oder Glimmei*8cblamm stärker glänzender
Grauer Schiefer. S. Flysch und Grauer Schiefe. Nicht mehr flblich,
statt desselben 6lai\9»chiefer^ Thonglimmerschiefer,
Ollmmerschiefer.
Micaschiste. Schiefriges Gemenge von Glimmer und Quarz, letzterer
zuweilen ganz fehlend, zuweilen so Torwaltend, dass die Felsart in schie-
ferigen oder plattenförmigen Quarzit übergeht. Der Glimmer meist heU-
farbig, grau bis silberweiss, durch Verwitterung gelb; aber auch dunkel-
braun bis schwarz und zuweilen heller und dunkler Glimmer vereinigt ; ge-
wöhnlich Kaliglimmer^ seltener Natronglimmer oder Paragomi, der dunkle,
Magnesiaglimmer ; in getrennten Blättchen, oder grössern Blättern von
unbestimmter Form, selten scheinbar hexagonal; häufig zu ausgedehnten
Scbieferlagen vereinigt. Der Quarz, glasig oder weiss, in einzelnen Körnern
angemengt, oder zu dünnen kömigen oder dichten Linsen oder Zwischen-
straten vereinigt, um welche die Glinunerlager sich herumbiegen. Oefters
verbindet sich der Glimmer mit Talk, oder wird selbst Talk ähnlich, so
dass man bis auf nähere Untersuchung schwankt, ob man das Gestein
Glimmer- oder Talkschiefer zu nennen habe. Oder mit dem Quarz ist
weisser Feldspath verwachsen, durch Perlmutterglanz oder Schmelzbarkeit
zu erkennen, und die Felsart geht über in Gneiss. Nach anderer Seite
bin zeigt sich der Glimmer grau, mit schwächerem Glanz, Thon ähnlich,
und die Steinart geht über in Thonglimmerschiefer und Thonschiefer ;
oder sie verräth, durch Aufbrausen, Kalkgehalt und wird Kalkglimmer-
ichiefer. Grauer Schiefer,
Der Glimmerschiefer ist reich an eingemengten Mineralien. Am
häufigsten ist kirschrother Granat, in Rhombendodekaedem von Stecknadel-
knöpf- bis mehr als Baumnussgrösse, ausgedehnte Schichten anfüllend, wie
bei Airolo, Premia in Antigorio, Südseite des Simplen. Ein aus-
gezeichnet glänzender brauner Glimmer- oder Paragonitschiefer mit weissem
Talk gemengt, enthält Granat, Staurolith, Disthen, Strahlstein, schwarzen
Turmalin, und bildet die höchsten Kämme und Gipfel, auf beiden Seiten
des Livinerthales, mit einer Mächtigkeit von wohl 1000"" den zucker-
artigen Dolomit von Gampolongo, Dalpe und Bossura bedeckend,
in schwachem Massen auch ihm eingelagert. Schwarze Hornblende, in
Kryttallbüscheln, oder mit Granat dicke Einlagemngen bildend, liegt ebenfalls
über denn Dolomit, in Y. Canaria und V. Bedretto. — Anderer Art
sind die feinschuppigen schwarzen Thon- und Kalkglimmerschiefer, verflochten
7
98 Globoaeokalk — Gneisa.
mit Ghlorit- und Hornblendschiefer, welche im Binnenthal, an der
Nufenen (s. Nofenenschiefer), in Maderan, auf der Gotthardhöhe
(Sorescia, Schipsius, Sella), am Gaveradi in Tayetsch, Eisen-
glanzrosen, Rutil, Anat(i^y Brookit, Sphen^ schwarzen Turmalin^ ApaHt
enthalten ; meist in Drasen, die znm Theil mit grossem hexagonalen Tafeln
von silberweissem Glimmer ausgekleidet, oder mit erdigem Chlorit erfüllt
sind (s. Chloritgneiss). — Der erstere hochkrystallinische und der zweite
feinschuppige schwarze Schiefer bilden mit dem Dolomit eine Masse Ton
mehr als 2000"" Mächtigkeit, ohne regelmässige Aufeinanderfolge der Stein-
arten, die auch S gegenüber Airolo, mehrfach mit einander abwechseln.
Vielleicht ist indess dieser scheinbare Mangel an Regel nur Folge der
vielfach sichtbaren späteren Störungen der ursprünglichen Gebirgsstructur.
Diese durch dunkeln Glimmer, Verbindung mit zuckerartigem Dolomit
und seltenen Miueralien ausgezeichnete Partie von Glimmerschiefer wird
jedoch an Verbreitung und Mächtigkeit übertroffen durch die enger mit
Gneiss yerbundenen Partie^n yon hellem oder dunkelm Glimmerschiefer,
die in der Umgebung der granitischen Gentralmassen , mit Einlagerungen
yon Gneiss, Hornblendschiefer u. s. w. vorkommen, wie auf der Westseite
der Montblancmasse, zwischen Valpellina und der Dora Baltea,
auf der Höhe und Südseite des Simplen, am M. Gener e, im untern
Veltlin, zwischen Paznaun und dem Stanzerthal.
ZlRKBL, Pctrog. II, 1866; Stüdbr, Bull. g. XIV, 1856.
Globosenkalk.
Kalk mit globosen Ammoniten, s. Hallstädterkalk.
Gneiss.
Schiefriges oder flasriges Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer.
Der Feldspath, gewöhnlich weisser Orthoklas, verbunden mit weissem,
selten grünem oder röthlichem Oligoklas; der Quarz, dicht und weiss, mit
denselben körnig verwachsen; der Glimmer silber weiss, grau, grün, gelb,
braun, schwarz, Kali- oder Magnesiaglimmer, zuweilen beide zugleich.
Im schief rigen Gneiss wechseln dünne Straten , die aus Feldspath und
Quarz bestehen, mit Straten von Glimmer, welche die Schieferflächen ganz
bedecken und jene nur im Querbruch sehen lassen. Im flasrigen Gneiss
bildet das Gemenge von Feldspath und Quarz flache Linsen oder Streifen,
die von Glimmer umschlossen sind* Dieselben Gemenge erscheinen im
Augengndss als dickere Mandeln, bis zoUgross. Demselben nahe steht
der porphyrarlige Gneiss, worin jene Mandeln durch grosse, aber oft
Qneiss. 99
nregelflMsig begreaizte OrtluMasKwillinge vertreten sind. Statt ia zv-
sammenhängeadea, ebenen oder sick mn die Einsclilftsse henUDschlingendeii
Lagen, erscheint der Glimmer oft anch in getrennten, aber parallel
liegenden Blftttehen in der vorherrschenden enritischen Masse und erzeagt
eine schiefrige oder plattenförmige Spaltbarkett der Felsart, wie im Oranit
pemt Saü88.
Nicht selten, in einigen Gegenden vorherrschend, wird der Glimmer
dvrdi Tcdk oder Chlorit vertreten , es entsteht TaUcgmiss oder Chlorit-
gneiss (s. d., sowie Arollagneiss nnd Arkesin); oder, der blätterige Be-
Btandtheil ist anf den Schieferflächen zu einem dünnen Ueberzag ver-
schmolzen, wie in Abänderungen der Casannaschiefer nnd Grauen Schiefer
(b. d). Besondere Beachtung verdient die Ersetzung des Glimmers durch
Hornblende, da der hieraus hervorgehende Homblendegneiss, in grösseren
Revieren mächtig entwickelt, den gewöhnlichen Gneiss beinahe verdrängt,
oder doch bedeutende Einlagerungen in demselben bildet.
Wie nach seinen Bestandtheilen , ist auch in seinem Vorkommen der
Gneiss unserer Alpen sehr ungleicher Art«
Eine der ausgedehntesten Partie'n von gewöhnlichem Gneiss, Horn-
blendgneiss und Glimmerschiefer bildet das Gebirgsland, das sich mit
immer wachsender Breite, von dem Silvretta- und Fermuntgletscher
bis an das Stanzer- und Klosterthal erstreckt. Im sQdlichem
TheUe dieser Gebirge haben die Hornblendschiefer den Gneiss beinahe
ganz verdrängt.
Ein anderer Gneiss , den wir als Tessinergneiss bezeichnen , mit
braunem oder schwarzem Glimmer, in grosse Platten spaltend und vielfach,
im oberen T e s s i n und Tocethal, zu Weinpfeilern , Treppen und
zur Bedachung gebrochen, büdet, mit geringer Abwechslung, die Grund-
lage dieser Gebirge und kann, von unseren alpinen Gneissen, wohl vorzugs-
weise denjenigen- des Erzgebirges und anderer ausgedehnter, alter Gneiss-
gebiete verglichen werden. Nach zwei Analysen von Sgheerbr glaubt
GxBLAcu denselben in den sächsischen Grauen und Rothen Gneiss trennen
zu können; es wird aber weiterer Untersuchung bedürfen, ob die zwei
analysirten, mineralogisch kaum zu trennenden Gneisse nicht durch Zwischen-
glieder sich zu einem einheitlichen Ganzen verbinden, oder in einer Aus-
dehnung auftreten, welche ihre Trennung, als selbständige Massen von
ungleichem Alter, unterstützt. (S. Antigoriogneiss und Crodogneiss,)
Den Alpen zunächst eigenthümlich ist der Alpen- oder Protogingneiss
(s. Alpengranit), ohne scharfe Grenze an den Granit und Gneissgranit
sich anschliessend und den Uebergang in Glimmerschiefer vermittelnd.
Die Bestandtheile sind dieselben wie im Granit, farbloser oder weisser
Quarz, weisser Feldspath, dunkelgrüner chloritähnlicher Glimmer: die
100 GneiBSgraait - Gold«
Gliimneipartie*n sind aber in paralleler Lage und der Stein siialtet nach
denselben, während im Granit sie in allen Richtungen liegen.
Noch wäre der porphyrartigen Abändenmg dieses Protogingneisses anf
beiden Seiten des Montblancmassiys, der Felsiteinlagening in dem
Gneiss der Pissevache, des porphyrartigen Boflagneisses (s. d.), der
mannigfaltigen Abändenmgen zu erwähnen, die im Gebiete der Granen,
Grünen und Casannaschiefer und anf der Nordseite der Finsteraar-
hornmasse yorkommen; an Vollständigkeit ist aber hier nicht zn denken
und vieles mnss den Localbeschreibnngen überlassen werden.
ZisKSL, Petrog. II, 1866.
Onelssgranil
Granit yein6 Sauss., ein Granit mit wenigen und getrennten , aber
parallelen Glimmerblättchen.
De Saussubb, § 5646.
Gold.
Diess edle Metall findet sich in der Schweiz und in ihrer nähern Um-
gebung, theils auf ursprünglicher Lagerstätte, theils als Waschgold. Ein
lohnender Erfolg der Ausbeutung ist aber nur an wenigen Stellen erreicht
worden.
Noch im Anfang dieses Jahrhunderts wurde am Südabfall des Ga-
lan da bei Ghur, mit bedeutender Einbusse, auf Gold gebaut. Die Blättchen,
Körner, Dendriten und nur als Anflug die Schiefer bedeckenden Spuren
finden sich, mit Quarz, Ealkspath und Schwefelkies, in einem mit Talk-
schiefer wechselnden z. Th. bunten Kalkstein, der Petrefacten enthält und
dem untern Jura anzugehören scheint.
Mit mehr Ausdauer und günstigem Ergebniss stehen, seit älterer Zeit,
Goldgruben in den Gebirgen und Thälern auf der Ost- und Mittagseite
des Monte Rosa im Betrieb; gegenwärtig yorzttglich in Y. Toppa S
yon Domo-d*08sola und in Y. Anzasca, früher auch in Zwisch-
bergen, oberhalb Gondo am Simplen, in den Thälern Antrona,
Alagna, Gressoney. Das Gold ist Schwefelkies beigemengt, der mit
Quarz yerticale Gänge im Gneiss bildet, und wird aus dem yer pochten
Kies durch Amalgamation gewonnen.
ROBILANT, M. d. Turin, 1786^ SaüBSüRB, Voy. lY, 1796 ; v. Wbldbk^
H. Rosa 1824-, Hibzel-Eschbr , Wanderungen 1829; Thbobau),
Calanda, Bund. Jb. 1854.
Als Waschgold führende Ströme nennt man yon Alters her, den
Rhein, die BeuBs, die Aare und ihre Zuflüsse. Yon Groldfühmng
Qold. 101
jener Ströme oberhalb der See*n, die sie anfnehmen, sind kaum sichere
Angaben yorhanden ; von unterhalb ein&llenden Zuflüssen werden besonders
die beiden Emmen genannt, und yerfolgen wir diese aufwärts, so werden die
Angaben immer bestimmter und concentriren sich zuletzt auf die Qew&sser,
die in der Gruppe des Napfs und Enzi ihren Ursprung nehmen, auf
die Luttern, Orflnen, Enrzenei, Trüben. In einer Beschreibung
der (Gemeinde Snmiswald von Pfr. Fstsohebin (Hss. der Oekon. Ges.)
steht : « Gold wird gewaschen in der Enrzenei und noch reichlicher im
Hornbachgraben. Yom gleichen Grath , an dessen Ostseite der
S c h ö n i - und Goldbachgraben sich hinabziehen, laufen westwärts
der G h 1 - und Frittenbachgraben aus, in welchen ebenfalls,
jetzt freilich weniger, Gold gewaschen wird. Der von dem gleichen Berge
in den Dfl rr graben, hinter Trachselwald, auslaufende Laternen-
graben bringt wieder Goldsand. Das Gold zeigt sich am ersten an solchen
Stellen, wo viel grober Eies lange auf einander lag und der Bach enge
eingeschlossen ist. Nach starken Wassergrössen ist die Ausbeute sehr
gering, am besten filUt sie im warmen Sommer aus. Die Arbeiter haben
einen Waschbock Yor sich, auf welchem oben ein Ea^n befestigt ist.
In diesen wird Eies, Sand und Wasser geschöpft, der Eies entfernt und
der Sand über den mit einem Wollentuch Aberzogenen Bock abgeschwemmt,
am Tuch bleibt das Gold, als Blättchen von 1 — 2 Linien Grösse, meist
kleiner, zurück. Diess Ausschwemmen des Sandes wird mehrere Male
wiederholt und die feinsten XJeberreste werden aus dem Schlamm durch
Amalgamation gewonnen. In Stücken Ton ^/z bis 1 Loth zusammen-
geschmolzen wird das Gold an die (Goldschmiede verkauft, die ungefilhr
5 Ereuzer (18 Centimes) das Gran bezahlen. Der reine Gewinn mag täg-
lich 7 — 8, höchstens 10 Batzen (1 Fr. bis 1 Fr. 50) betragen.»
Die Gruppe des Napf besteht aus Nagelfluh, mit Einlagerungen von
Molasse, das Gold befindet sich daher hier auf secundärer Lagerstätte.
Unter den NagelfluhgeröUen sind Quarz- und Homblendgestein-Geschiebe
vorherrschend, ausserdem finden sich einzelne Granite von unbekanntem
Stammort. Aus den beiden Emmen mag grossentheils, wenn nicht aus-
sehliesslich, das Gold im Sande der Aare, Beuss und des Rheins stammen,
auf welches im A a r g a u mit einigem Erfolg gewaschen wird. Der Sand
enthält ausserdem Eömchen von Magnet^en, nach altern Untersuchungen
Tiianeisen, femer Oranat, Zirkon, Beryll.
MOflOH, Aarg. J. 1867.
103 Golds wylpatten — GCsslingeiBchichteD.
AoldswylplatteB«
Plattenförmige , thonig kieslige schwarze Kalksteine, die bei aoldswyl
am Brinzersee and am Bugen bei Interlaken gebrochen werden. Bis Jetzt
ohne Fossilien, wahrscheinlich jurassisch.
Oompholite.
Von Bbonqnubt vorgeschlagen fbr Nagdfluh.
Oomo- imd Dossenasdiieliten 'Stoppen/.
Zwischen der mittlem Yal Seriana und Yal Brembana in den
lombardischen Alpen. Donngeschichtete rauchgraue Kalksteine und Mergel-
schiefer mit Myofhoria WhateleycB, M. Kefersteirdi, Gervillia bipartita,
in Verbindung mit grünlichem Sandstein, intensiv grünen und rothen
merglichten Thonen, Rauchwacke und Gyps. lieber den bunten Thonen
der hellgraue Dolomit von Esino, mit Steinkemen meist grosser Gastro-
poden und Bivalven. Die Schichtenfolge mit Myophorien entspricht, nach
ihren Fossilien, den Raibel- oder Cassianerschichten.
E0CHBB, Vorarlb. u. Lomb. Schw. Dkachr. XllI« 1853^ Stofpani,
Sfeadli, 1857 ; - Rivista, 1859.
Gossanformation.
Graue Mergel, Molassa iibnliche Mergelsandsteine und ^ra«e Kalk-
steine ; reich an wohl erhaltenen Petreüacten, die dex\]enigen des Turomieaii
in der oberen Kreide entsprechen« In der G o s $ au , einem Thale des Öster-
reichischen Salzkammergntee , zwischen Abtenau und Hallstadt. Die For-
mation setzt fleckweise westwärts fort nach Tirol und vielleicht bis nach
Südbaiern. Bis jetzt ist sie westlich von Vorarlberg nicht nachgewiesen
worden.
Rbuss, Wiener Ak. d. W. VII, 1854; GCmbel, B. Alpen, 1861;
V. RiCHTHOFEK, Vorarlberg, Jb. d. RA. 1862.
OSsaliiigerschieliteii.
Beiflingerkalk. Schwarzer dünugeschichteter Kalk mit Anmnon. Aon
und Halohia Lommeln. Petrographisch und nach den Fossilien Oberein-
stimmend mit Virglofia- oder Muschelkalk. Bei GOssling, SO von
Waidhofen, an der Ips in Oesterreich, und Reifling ander
£nns, nahe an der Nordgrenze von Steiermark.
LiPOLD^ Kohlengebiet der NO Alpen Jb. d, RA. XV, 1865 \ Stblembb,
Jb. d. RA. 1865, p. 426; y. Haubr, Uebersichtskarte. Jb. d. RA.
XVII, 1867.
GoUhardgranit — Granit. 103
Gotthardgranlt.
Feinkörniger, beinah sandiger graulich weisser Quarz, den A. Mollkb
als Ueberrest des, nach seiner Ansicht, umgewandelten Sandsteins betrachtet;
sparsamer schwarzer Glimmer, verbunden mit weissem Glimmer oder Talk,
in Streifen kleiner Blättchen vereinigt und meist mit Neigung zum Parallelis-
mos, daher Sacssuke die Felsart als Granit veini beschreibt; weisser
Orthoklas, oft in grösseren Zwillingen ausgesondert; Oligoklas wird kaum
fehlen, ist jedoch in den vorliegenden Stücken nicht sicher zu erkennen.
Es ist der Gneissgranit der Gotthardhöhe, hier in verticalen dicken Tafeln,
an beiden Abhängen, ftcherförmig, gegen die Axe des Gebirgs zufallend.
Aof Drusenränmen des Prosagipfels Erystalle von Adular, Periklin,
Bergkrysiall; auf einem Felsitgang, der die Granittafeln schief durch-
schneidet, am Ostabfall der Fi bbia, wasserheller ^;>aft7 ; amLucendro-
see Molybdänglanz; an vielen Stellen Tafeln und Bösen yon Eisenglanz
mit KuiiL
Pna, S. Gotth. 1784; SaüSSURB, Voy. 1796; Stüdbr, G. d. S. 1851;
— Bull. S. g, 1856; Lavizzari, Mem. 1843—1849; A. MCller,
Baal. Verh. IV. 1865.
Oranatfels.
•
Krystallinisch kömiges A^^egat von Granat, zuweilen gemengt mit
Hornblende f oder anderen Mineralien. Meist nur beschränkt auftretend.
Anagezeichnet im obem Yeltlin, zwischen Boladore und Leprese»
Ein mittel- bis kleinkörniger Granit, massig oder in Gängen den GneifiS
Qod Glimmerschiefer durchsetzend, geht daselbst über in Hjpersthen-Syenit;
zwischen diesem und dem ihn z. Th. umschliessenden Gneiss scheint der
Granatfels, mit rothem, braunem und gelben Granat, auch wohl mit Strahl-
stein gemengt und in Eklogit 'abergehend, eine Schale zu bilden. Diese
schönen Gesteine sind jedoch meist nur in den grossen TrOmmern unter-
sucht worden, welche in mächtigen Haufwerken auf der linken Thalseite
li^en. — Auch in den Glimmerschiefern und Homblendgesteinen oberhalb
A i r 1 o und auf den Gebirgskämmen des Livinerthales verdrängt
rothbrauner oder kirschrother Granat zuweilen beinahe die Grundmasse. —
Beleb an Granat und in Granatfels übergehend sind die Gneisse, Glimmer-
iduefer und der weisse Mannor bei Bionaz in ValpeUine.
Nbckbb, Bibl. uDiv. 1829; Studbb, G. d. S. I. 291 ; Thsobald,
Bünden, 1866; Oeblach u. Vom Rath, SUd-WalHs, 1871.
Granit.
Klein- bk groeskitarniges Gemenge von Feldspath, Qoars und Glimmer.
Dir Ftld^aih in der Begel vorherrschend, meist Orthoklas, mit Perl-
104 Graaitetlo.
mattergianz, weiss, gelblich oder röthlicb weiss, grau, grün, roth, in Ter-
wachsen krystallinischen Partie^ oder in kleineren oder grossen Zwillingen
porphyrartig ausgesondert; häufig in Verbindung mit einem anorthischen,
durch feine Zwillingsstreifung und leichtere Schmelzbarkeit sich unter-
scheidenden Feldspath, gewöhnlich Oligoklas, wenig glänzend, beinah matt,
weiss oder farbig, aber von Orthoklas verschieden gefärbt. Der Qtiars
in eckigten Körnern, fett- oder glasglänzend, farblos, weiss oder grau,
selten in feinkörnigen Nestern. Der Glimmer, weiss oder grau (Kali-
glimmer), grün, braun, bis schwarz (Magnesiaglimmer), zuweilen beide
zugleich, in hexagonalen Blättchen, oder Anhäufungen sehr kleiner, unbe-
stimmt begrenzter Blättchen, zuweilen in Verbindung mit Talk oder CMorü,
Die Bestandtheile in jeder Richtung durch einander liegend, daher auch
in der Regel keine regelmässige Absonderung, sondern mehrfache 2^r-
klflftung und Zertrümmerung in polyedrische Stücke. In einigen Gegenden
jedoch behaupten die KMte auch grössere oder geringere Ausdehnung,
und eine paraUele Richtung. Die Bteinart scheint sedimentartig in Bänke
getheüt und ist auch wirklich von grossen Autoritäten als geschichtet
beschrieben worden.
Der Granit erscheint in den Alpen in vielfachen Abänderungen, die
nicht alle aufgezählt werden können. Zur Uebersicht lassen sich zwei
Gruppen unterscheiden, die allerdings durch Zwischenglieder unter sich
in Verbindung stehen. Eine erste Gruppe, die als AlpengrarUt im engem
Sinn bezeichnet werden kann, umfasst die, durch den Gneissgranit , dem
Gneiss verwandten Granite der fächerförmig zerklüfteten Gentralmassen,
die sich nahe am äussern Rand der Mittelzone, aber am innem Rand,
oder in der Axe der Centralmasse, erheben. Zu ihnen gehört der Pro-
togin- oder Montblancgranit, der Grimselgranit, Ootihardgranit xl s. w.
Zur zweiten Gruppe zählen wir die mcuisigen Granite, die vorzüglich am
südlichen Rande der Mittelzone auftreten und als Granite von Baveno,
Codera, Julier u. s. w. beschrieben sind. Zwischen beiden Gruppen
stehen, mit z. Th, schwankendem, bald der einen, bald der andern ge-
nähertem, bald mit selbstständigem Charakter, die Granite von Valor-
sine, Gasteren, der Arkesingranit, Puntaigliasgranit u. s. w.
Eine dritte, als anstehende Felsarten den Alpen fremde Gruppe von
Graniten bilden die GeröUe der bunte n Nagelfluh und, aus der zerstörten
Nagelfluh herstammend, im Kies ; auch die exotischen Fündlinge.
Granitello.
£btlbgranit, Aftergranit, Aplit, Haplit. Eine meist locale Abänderung
des Ghranits, worin der Glimmer grossentheiis oder ganz zurückgetreten
Graoifcgneias — Granitmarmor. 105
ist; daher ein krystallinisches Gemenge von Feldspath and Quarz. Bei
kleinkörniger oder inniger Mengong wird die Felsart Felsit oder Enrit.
Die Benennung Oranitello ist früher auf andere Steinarten angewandt
worden. In Toscanna bezeichnet sie einen in der Kunst angewandten
schwarzen Porphyr mit weissen Flecken (Tabqioni). Saussusb nannte den
Syenit, oder einen Homblendgranit, Granitelio.
Oranitgnelss^
ein dem Granit nahe stehender Gneissgianit, mit wenig getrennten, aber
parallel liegenden Glimmerbl&ttchen oder Glinmierstreifen; daher schwer
und unvollkommen spaltbar. Nicht wesentlich yerschieden von dem Oranit^
vemi nx Saussubx.
Thsobalo, Bttaden, 18G6.
Granitit
nennt Rosk einen Granit mit rothem Orthoklas, vielem OUgoklas, wenig
Quarz und wenig schwärzlich grflnem Magnesiaglimmer. Als anstehende
Felsart in den Alpen nicht bekannt, dagegen lassen sich GranitgeröUe der
bunten Nagelfluh von Thun als Granitit bezeichnen.
U. R06B, Ztsch. d. g. u. I.
Granitmarmor.
Dichtes und festes, Oolith ähnliches Ealksteinconglomerat ; kleine,
weisse, rundliche oder wurmförmige, dichte Ealkpartie^n z. Th. concentrisch
schalig, mit schwarzen auch rothen Kalk- und Kieselpartie'n, ohne
sichtbares Gement enge verbunden, entfernt dem Granit ähnlich. Die
weissen Ealkconcretionen sind meist organischen Ursprungs, Nulliporen
ClMhoihaiminmm), den Algen angehörend, oder Foraminiferen. Der Granit-
marmor bildet Einlagerungen im Nnmmulitenkalk und wird in Baiem
häufig polirt und zu architektonischem Schmuck verwendet. Die grössten
Brttche liegen bei Sinning in der Nähe von Neubeuern. Trttmmer
derselben Steinart fand ich, vielleicht als erratische Blöcke aus Hoch-
savoien, am mittäglichen Abfall der Voirons. In der Schweiz ist sie
bis jetzt nicht vorgekonmien. Am Sfldrand der Alpen wird derselbe Kalk
an der S u p e r g a , oberhalb G a s s i n gebrochen ; inderBrianza
ist er, in Verbindung mit Macigno oder Flysch, anstehend bei der Mflhle
von Paderno am Ufer der A d d a.
SoHAralUTL, Leonh. Jb. 1846, p. 650; Gümbbl, B. Alp. 1861 ; — B.
Ak. 1871.
106 Granitone — Graphit.
Oraiiitone.
Italienische Benennung des EuphoUds und Gabbro.
Granitporphyr.
Klein- his feinkörnige granitische Gmndmasse, mit zoUgrossen aus-
gesonderten Orthoklaszwillingen. In Sachsen von Naumann nnd y. Cotta, in
Frankreich (Departement de la Loire) von Gbunkb beschrieben. In der
Schweiz bis jetzt nicht vorgekommen, wenn man nicht die Alpengranite
mit zollgrossen Feldspathzwillingen , deren Gmndmasse jedoch] nicht ein
kleinkörniges Gemeng ist, dazu zählen will.
Granit -Tein^ nx Sauss.
Alpengranit mit zurückstehendem, parallel liegendem Glimmer, in dicke
Tafeln abgesondert, die sich aber nur sehr schwer oder gar nicht, dem
Glimmer parallel, weiter spalten lassen und, in dieser Beziehung, sich wie
massiger Granit verhalten.
SAUtssuRE, Voy. $ 646.
GranuUt»
Leptynite, Weissstein. Schief riges Gemenge von Feldspath und Quarz.
Der Feldspath^ feinkörnig bis dicht, vorherrschend, weiss, grau, gelblich,
röthlich weiss, grossentheils , wenn nicht ausschliesslich Oligoklas; der
Q^arz, grau bis weiss, in dünnen Lamellen oder platten Linsen, paralld
im Feldspath eingeschlossen. Häufig sind kleine Chranaien eingesprengt
Auch Glimmer f meist weiss, ist öfters beigemengt und vermittelt einen
Uebergang in Gneiss. — Thsobald führt im südlichen Bünden an vielen
Stellen Gänge von Granoüt im Granit und Homblendgneiss an, erwähnt
aber keiner schi^igen Textur derselben und hätte diess Ghmggestein wohl
eher Felsit oder Enrit nennen sollen. Wahrer Granulit scheint dtti
schweizerischen Alpen fremd zu sein.
Thbobau), Bttnden, 1866.
Graphit
Das Mineral ist unter den in der Schweia md in ihren Umgebungen
vorkommenden Substanzen kaum anzufahren und hat jedenfaUs nur geo»
li^^hes Int^esse. Saüssdbs fand, gegenüber Ohamonix, am NW
Abfall des Montblanc, Anflüge von Graphit auf schi^rigeHi Quan,
der den metamorphischen Schiefem angehören mag , die unter dem Gneiss
aufsteigen. Foübnst erkannte glänzende Blättchen von Graphit in den
Grauer GneifiB — Graner Schiefer. ifff
Ffisitaiehiafeni und dem weisieii Idokras enthaUenden Mannor bei La
Baue, an der Ecke gegenllber Martigny. Von Ruth fand ssahl-
reicke bis 1 Lime grosse Biäitchen im weissen Mannor Ton Yalpelliaa.
DB SaüBBUBB, Voy. 8 719 ; FoüRNBT, de Martigny k Bvionnaz, A. de
Lyon, 1645, p. 39; Vom Rath u. Gsblaoh, Süd-Wallis, 1871.
Grauer Oneiss.
Unterer Plntonit Sghxebbb. Benennung des älteren Gneisses im sächsischen
Erzgebirge. Viel grauer und weisser Feldspath, vorherrschend Orthoklas,
untergeordnet natronhaltender Feldspath^ dunkler Olimmer, mittlerer Ge-
halt an Kieselsäure , nach Bauschanalysen von Schxbbbb, 65 **/q. Gesi^oh
findet diesen Gneiss flbereinstinmiend mit einem Gneiss der Tessineralpen
(s. Antigoriogneiss, Tessinergneiss).
ScauBBRBB, Fe8i»cfarifr, 1866; Gsblach, Schw. Dksch. 1669.
Graue Sehiefer.
Graue und schwarze Schiefer der Mittelzone der Alpen, deren geo-
logisches Alter, einstweilen, weder durch organische Ueberreste, noch durch
die Lagerung näher bestimmt werden kann. Es sind, theils gewöhnliche
Kalk- und Thonschiefer , theils dunkle schiefrige Sandsteine, kaum yer-
Bchieden von norddeutschen Grauwackeschiefern, theils Uebergänge dieser
Stemarten in Glimmerschiefer, Talkschief^ , Chloritschiefer. Oft durch-
setzt Ton Adern und fnssdicken Gängen von Quarz. — Die Gk-auen Schiefer
sind in der alpinen Mittelzone in grosser Mächtigkeit und Verbreitung
entwickelt und erfttUen vorzugsweise die Räume zwischen den krystalliniscben
Centralmasfien. Dass sie alle derselben Altersepoche angehören, ist sehr
inwahrscheinliefa, und fflr dnige lässt sich eine AHersyerscfaiedenheit aus
der Lagerung folgern, indem die einen unter dem Yerrucano, die andern
tber demselben liegen. In den Ostalpen sind diese Schiefer, oder doch
tte höher krystalliniseh ausgebildeten , als Kalk- und ThongKrmner-
fddeftr bekannt, in Bünden hat Thiobald die älteren als Casanna-
tddefer, die Jtagem als Bündnerekiefer beschrieben, im Wallis nennen
wir sie schlechthin Wallisschiefer, in den Westalpen nennt Lobt sie
ScUsUs lustris, Gsblagb Glangsschiefer , und der entere betrachtet,
wenigstens den grossem Theil derselben, als Keuperschiefer. In einigen
Gegenden (Tanninge, Faucigny, Sitten) sind indess diese
Oraaen Schiefer enge verbunden mit Schiefern der Anthracitbildung , in
ladcm (Ceurmayeur, Nufenen, Scopi, Bttndea) enthalten sie
Btlewtttea , ohne dass es bis jetzt gelangen wäre , in den weit frOaeern
IQ 3 Graawftcke — Greensand.
fiezirken, wo keine organischen Ueberreste bekannt sind, die Granen Schiefer
als der einen, oder der andern, oder einer von beiden yerschiedenen
Gruppe angehörend zu erkennen. Eeuperfossilien sind in den Granen
Schiefern der Schweizeralpen einstweilen nirgends gefunden worden.
Studer, G. d. S. I. 1&51; — Bull. Soc.gäol. 1867, p. 177; Thbo-
BALD^ Banden, 1864-1866.
Graawaeke
ist von Alters her die im Harz gebräuchliche Benennung der dort vor-
kommenden Sandsteine des Uebergangsgebirges und wurde in dieser, eher
stratigraphischen als petrographischen Bedeutung , auch auf die Uebergangs-
sandsteine anderer Gebirgsländer angewandt. Noch im Anfang dieses
Jahrhunderts glaubte man aber den grossem Theil der Kalkalpen als
Uebergangsgebirge erkannt zu haben und nannte daher auch alle damit
vorkommenden Sandsteine, in Bünden, Glarus, Wallis, auch den Hohgant-
sandstein, Niesensandstein, Flyschsandstein u. s. w. Grauwacken, so noch
V. Buch, Ebel, v, Ghabpbntieb u. s. w. Da in den Schweizeralpen bis jetzt
keine Spur vom Vorkommen der devonischen oder silurischen Formationen
nachgewiesen ist, so ist die Benennung Grauwacke einstweilen aus der
schweizerischen Petrographie zu verbannen.
Oreat-Oolite.
Weisse oolithische Kalksteine, kalkhaltende Sandsteine und einige Thon-
lager 10 bis 40" mächtig, in vielen Steinbrüchen ausgebeutet, über den Stones-
fieldslates, unter dem Bradford-clay , im Bathonien von England, mit
grossem Fossilienreichthum. Mittlere Schichten des Digonabetts Opfbl. —
Im schweizerischen Jura weit schwächer vertreten und arm an
Petrefacten. Nach Thubmakn am Mont Te]rrible 5*^ mächtig, weiss,
grau, dicht oder oolithisch, über den Mames ä Ostr. acuminata (Fnllers-
earth?) , unter dem Galc. roux sableux (Bradford?). Maboou fasst Great
Oolite und Galc. roux sableux zusammen und setzt ihre Mächtigkeit bei
Salinsaufl5°. Im nördlichen Jura ist die Stufe nicht deutlich entr
wickelt, oder mit den angrenzenden enger verbunden, im Bathonien Gbbppin,
Combrash Müllbb enthalten.
Thübmann, M. de Str. 1832; Mabooü, J. sal. M.,g^l. 111, 1848;
QpPBL, Juraf. 1858; Grbppin, J. Bern. 1870; MOllbb, Baal.
Verh. 1871.
Oreensand.
Grünsand. Sandsteine die viel Körner von Olauconü oder Eiaensüicat
enthalten. In England wird ein Oberer and ein Unterer Ghreensand
Grhs — Gr^s saperliaeiqae. 109
unterschieden, Jder entere dem Genomanien^D'OBB. der jungem Kreide,
der letztere dem Aptien und NeocomieU d'Obb. der altem Kreide ent-
sprechend. Unter den schweizerischen Steinarten können mehrere, wegen
eines Gehalts an Glanconitkörnem, als Grünsand bezeichnet werden. Die
Mokme enthält zwar diese grünen Körner, durch deren Verwitterung ihre
ursprünglich bläulich graue Farbe in's gelblich Graue übergeht; sie sind
aber zu sparsam vertheilt, um dem Stein eine hervorstechend grüne Farbe
zu ertheilen; dagegen ist die Benennung Grünsand mit Yollem Recht
anwendbar auf eine, vom Pilatus nach Appenzell zu vorkommende Stufe
des NwnmulitenkalkSy femer auf den Gault, sowohl in den Alpen, als im
Jura, und auf eine oder mehrere Einlagemngen im alpinen Neocom.
Sandstein. In der französischen Schweiz heisst Gris ein fester,
Scolptur vertragender, Molasse ein weicherer Sandstein, man spricht in
Genf vom Ghrks d'Ärchamp, obgleich dieser Sandstein, wie der von
Lausanne oder Bern, der Molassebildung angehört
Gr^B SQperllasiqne.
Marly Sandstone Thubm. und Gbksslt. Marnes d'Aiesche (bei Salins)
Mabooü. Dunkle, braune bis schwarze sandige Mergel und Sandsteine, mit
weissen Glimmerblättchen, oder merglichte Kalksteine, schieft-ig, zuweilen
oolithisch. In einigen Gegenden mit bauwürdigen Nestern und Lagern
Ton Eisenrogenstein, der auch als Formationsbenennung üblich ist, in
andern Gegenden, besser getrennt, über dem Mergelsandstein liegt. Charak-
teristisch in diesem sind kohlige Fucoideny ausserdem kommt vor Amm,
opaünus, A. bifrons und schlecht erhaltene Acephalen. Thttrmakh be-
stimmt die Mächtigkeit, ohne Eisenrogenstein, auf wenige Meter, Gbksslt
mit dem Eisenrog. auf 30"*. — Oppel stellt das Gros superliasique des
westlichen Jura, parallel der Stufe mit Trigonia navis, in das untere
Bajocien, unter die Murchisonseschichten, über die Tomlosus- oder Opalinus-
schichten, und unterscheidet es von dem englischen Marly Sandstone, der
dem Toarcien oder oberen Lias angehört; Mabcou dagegen will auch das
Orte superliasique dem oberen Lias einordnen ; Gbbsslt stimmt mit Oppel
fiberein, ohne jedoch das Gr^s superliasique vom Marly Sandstone zu
imterscheiden.
Maroou, Jara Sal. M. g^ol. HI, 1848; Dbsor and Grbsslt, Jura
Neuch. 1859; Oppbl, Jaraf. 1858.
110 Grestenerachichten — Orimselgranit.
Grestenerschichten.
Dankle, fossilreiche KAlkgteine, in Yerbindung mit Sandstoin and
Kohlenlagern, bei Gresten, von Waidhofen in Oestenreieh.
Früher mit dem Wienersandsteiu vereinigt, an dessen Sfldrand sie liegen,
dann mit den Lunzerkohlen des Eenpers. Nach den die Kohle begleitenden
Pflanzen nnd Mollasken dem untern Lias angehörend.
T. Hauer, Jb. d. geol. RA. 1B53 ; LiPOi«D, Kohlengebiet der NO Alpen,
Jb. d. RA. 1865.
Grien.
Schweizerischer Ausdruck für Kies. S. d.
Griffelschiefer.
Thonschiefer , die sich durch das Zusammentreten von Schiefemng
nnd ZerklOftung, oder in Folge geringerer Festigkeit, in dünnere Stifte
oder Griffel schneiden lassen. S. Glarnerschiefer.
Grimselgranit.
Mittelkörniges Gemeng Ton weissem Feldspath, grauem oder weissem
Quarz, dunkelgrünem Glimmer und^ gelblich blassgrünem Talk. Der Feld-
spath ein verwachsenes Gemeng von vorherrschendem, beinahe glanzlosen
und dicht scheinendem triklinem Feldspath, aus dem sich indess stark
perlmutterglänzende, rechteckige Orthoklastheile absondern, meist klein,
doch fehlen porphyrartige Granite nicht ganz ; der Quarz, unter der Loupe
feinkörnig, Sand ähnlich, oder dicht und glasig, der kömige innig ver-
wachsen mit dem triklinen Feldspath; der Glimmer , meist zurückstehend,
niemals in deutlichen Blättchen, sondern, Chlorit ähnlich, in beinahe matten,
grünlich schwarzen Streifchen und Nestchen; der Talk in schimmernden
sehr dünnen Ueberzügen der Quarz- und Feldspathpartie^n, oder auch ganz
fehlend. Ablösungen sind nicht selten mit dunkel graulich grünem Thon-
glimmerüberzug bedeckt Oefters auch ist glasiger Quarz in Nestern und
Adern ausgesondert. Diese erweitern sich zuweilen in meter- und klafter-
starke Drusengänge , Sirahlbänder, den Mutterort von Bergkrysiall,
Rauchquarz, rothen Flussspathoktaedren und Kalkspath, oft mit Ueber-
zug von erdigem Chlorit, der auch wohl den übrigen Raum der Druse
ausfüllt. Die grössten Krystalle stammen aus den Drusenhöhlen von
Ober-Thäli am Eggischhom, vom Zinkenstock am Unteraar-
gletscher , vom Tiefengletscher am Abhang des Galenstocks.
Kleinere Drusen enthalten öfters Krystalle von Epidot. « Wo der
Grobkalk — Grödner SaDdatein. 111
Chrftnit an den Glimmerschiefer angrenzt, wie anf beiden Seiten des Unter»
aargletschers, greifen, von dem Granit ausgehend, Gänge ron Granit nnd
weissem Enrit in den Schiefer ein, der Schiefemng theils parallel, tbeUs
sie schief dorchschneidend, auch wohl Trümmer von Glimmerschiefer ein-
schliessend, der, nahe am Granit verdichtet, von grösserer Festigkeit und
mit Feldspath verwachsen erscheint (Esoheb).»
Studbb, G. d. S. I, p. 191.
Orobkalk.
Calcaire grossier. Mit Sand gemengter Kalkstein, theils der Sand,
theils der Kalk vorherrschend, auch mit Thon gemengt, in den Graben
weich, an der Luft erhärtend, z. Th. erdig bis zerreihlich, dicht oder porös,
weiss, graulich oder bräunlich weiss, ockergelb bis braun, deutlich dick bis
dflnn geschichtet, verschiedene Abänderungen mit einander abwechselnd.
Meist reich an wohl erhaltenen Fossilien, die oft den Stein fast verdrängen,
einige Lager beinahe nur aus Foraminiferen bestehend. — Sehr verbreitet
in der Umgebung von Paris und als Baustein benutzt, Hauptglied der
dortigen Eocen- oder Nummulitenbildung und, in stratigraphischer Be*
deatong, diese Formation bezeichnend. Die Benennung wird aber zuweilen
petrographisch, ohne Beziehung auf das geologische Alter, gebraucht. Auch
ein grosser Theil des miocänen Leithakalks im Becken von Wien und
in Steiermark heisst Grobkalk. Im Becken von Mainz und Alzey
gehört der Grobkalk der tongrischen Stufe an und dringt, mit vielen
Unterbrechungen, in den nördlichen Schweizerjura ein, bis in die Um-
gebung von Porrentruy und D e 1 6 ,m o n t.
Thurmann und Studbr, Bern. Mitth. 1853^ Hubert, Bull. geol. XI,
p. 602, XII, 760; Gbbppin, h\T.\ Bern. 1870.
Grodner-Sandstein v. RioHTHorEN.
Rother Sandstein, abgerundete Feldspath- und Quarzkömchen durch
ein feinerdiges , lockeres Cement verkittet , mit häufig eingemengten
Glimmerblättchen , zuweilen hexagonal und der Schichtung parallel, der
Feldspath öfters zersetzt, erdig, grünlich weiss. Selten über 400 Fuss,
an einigen Stellen aber bis 800 Fuss mächtig. Die Unterlage ist theils
Thonglimmerschiefer , theils rother Porphyr, im erstem Fall mit scharfer
Begrenzung , im letztem mit dem , die gleichen Bestandtheile ent-
haltenden Porphyr durch allmäligen Uebergang enge verbunden. V. Buoh
kielt den Sandstein für ein Zerstömngsprodnct des Porphyrs, v. Right-
HOFEV ericennt in ihm eine mit der Entstehung des Porphyrs ziemlich
112 Grüne Schiefer — Gras.
gleichzeitige Tafbildang, analog aber ruhiger gebildet als das Bothliegende.
Auf dem Sandstein liegen die donkelgranen Kalkschichten von Seiss mit
Triaspetrefocten.
Y. Buch, Süd- Tirol, Leonh. Jb. 1842; v. Richthofbn, Sud-Tirol,
1860; SüESS; Aeqaiv. des Roihl. Akad. d. W. 1868.
Orfine Schiefer.
Oranlich oder gelblich grüne, berggrüne bis dunkelgrüne Thon- und
Kalkthonschiefer, schwach gl&nzend bis beinahe matt, meist yerwacbsen
schiefrig bis dicht, oder auch mit Neigung zu krystallinisch schuppiger
Textur, übergehend in Chlorüschiefer , Talkschiefer, Serpenlinschiefer.
Zuweilen dichten gelben Epidot aufnehmend, auf Klüften Epidotkrystalle
enthaltend, übergehend in Epidotschiefer , oder mit Aussonderungen von
metallisch glänzenden grauen Diallagblftttem als Diallagschiefer. Mit
Einlagerungen von Strahlsieinschiefer, Uomblendschiefer, CipolUnschiefer,
Auch roth, als Bunter Schiefer, mit Einlagerungen von rothem Jaspis. —
Nach den durch Vom Rath mitgetheilten Analysen der Grünen Schiefer in
Oberhalb stein ist, wenigstens ein Theil dieser Schiefer, nahe verwandt
mit Diabasschiefer und dem Schalstein in Nassau. — Die Grünen Schiefer
erscheinen, yorzüglich in den Serpentingebieten der Alpen, in Bünden,
im südlichen Wallis, in den Gebirgen von Aosta, als eine Umwand-
lung der Grauen Schiefer, mit denen sie, in Massen von 100** und mehr
Mächtigkeit, abwechseln, oder, in derselben Zone, durch, nur in der Farbe
merkbare Uebergänge zusammenhängen. (S. Sevidtschief^).
Studeb, Mittel- Bünden, Schw. Dks. III, 1839; — G. d. S. I, 1851,
Vom Rath, Zisch, g. G. IX, 1857; Thbobald, Bünden, 1864 und
1866; Gerlach, Sud-Wallis, 1871.
S. Greensand.
S. Diorit
Orfinsand.
Orftnsteiii*
Orfinsteinporphyr.
S. Dioritporphyr.
Ging.
Grus oder Gruss ist loser grober Sand und Eies, durch ZerstOrong^
gemengter Felsarten, Granit, Gneiss, Gonglomerate u. s. w. entstanden.
Gryphitenkalk ~ Guitensteinerkalk. 113
OrypUtenkalk
hauen die mit QryphcBa arcuata oder cymbium erfflllten Lager des Lias
und oft aach der ganze tiefere, in dickere Kalklager abgesonderte Lias.
Oufer.
Im Bemer Oberland gebräuchlich für Felsschutt.
Gnferliiiieii^
oder Mittelmoränen , nennt man die durch das Zusammentreten zweier
Gletscher entstandenen, auf beiden Seiten vom Gletscher begrenzten Gan«
decken auf der Oberfläche des Gesammtgletschers.
Ofirbegranit.
MittelkOmiges Gemeng von vorherrschendem dichtem, durchscheinendem,
grflnem Quarz, fleischfarbenem, perlmutterglänzendem Feldspath und ver-
einzelten, auf den basischen Flächen stark glänzenden, sonst matten Säulen
von schwarzem Olnnmer. Der Quarz verliert vor dem Löthrohr sogleich
die auffallende dunkel seladongrttne Farbe und wird undurchsichtig; der
Feldspath scheint Orthoklas, ist aber z. Th. verwittert. — Diess merk-
würdige GFestein ist den Alpen fremd und fand sich nur in einzelnen Blöcken
im oberen Graben der Gürbe am Gurnigel.
Gnrnlgelsandsteiii^
petrographisch nicht verschieden von Flyschsandstein und, wie dieser, ab-
wechselnd mit Fucoidenschiefer , aber, ohne mit Nummulitengesteinen in
Yerbindung zu stehen, einer Kalkbildung aufgelagert, die Oxfordfossilien
enthält. & bildet, bei 500" mächtig, die obere Masse der Gurnigel-
kette, Schweinsberge, Berra,Niremont,yoirons, setzt
aber, weder westlich, noch östlich, weiter fort, wenn man ihn nicht mit
andern Flyschgebirgen in Verbindung bringen will. S. Flysch.
Studbr, Westl. Alpen, 1834- — Ertäutgn. z. 2. Ausg. d. geol. Karte,
1869.
Gnttensteinerkalk.
Schwärzlich grauer, z. Th. dolomitischer Kalk, undeutlich geschichtet,
von vielen Kalkspathadem durchsetzt, bei Annäherung an Dolomit heller
raachgran, mit Braunspathdmsen. Hauptglied des alpinen Muschelkalks,
in Verbindung mit merglichtem Kalk , Schieferthon , thonigem , dflnn
8
114 öypB-
gescbichtetem, schwarzem Kalk, Dolomit und Raachwacke; zuweilen durch
letztere ersetzt. Unmittelbar dem alpinen Bontsandstein oder Werfener
Sandstein angelagert nnd Ton den alpinen Lettenkohleschichten oder Par^
nachschichten bedeckt. — Gnttenstein liegt am K Foss des Schnee*
b e r g 8, W Ton Wiener-Neustadt Nach Lagerungsyerhftltnissen
glaubt Thbobald, im nördlichen and südlichen Bünden verschiedene
fossilienleere Kalksteine und Rauchwacken als Guttensteinerkalk betrachten
zu dürfen.
V. Haubr, Gliederung der Tria» etc. Jb. d. g. RA. 1853*, ▼. Richt-
HÖFEN, Vorarlberg, Jb. d. RA. 1859; GCiobl, Bair. A. 1861;
Tbxobald^ Bflnden, 1664—1866.
Gyps.
Schuppig kömig bis dicht, selten fasrig, weiss, grau, an wenigen
Stellen roth, zuweilen durch verwitterte Schwefelkiestheilchen roth punktirt.
Adern und Streifen in Sandstein, Kalkstein, Schiefer, oder in ausgedehntem
Lagern von sehr wechselnder Mächtigkeit, am häufigsten stockförmig, oft
viele Meter mächtig, mit unklarer, oder ohne Schichtung. Meist begleitet
von Rauchioacke; im Innern des Gebirges als Anhydrit. — Im J n r a
bildet der Gyps, mit Anhydrit, Bauchwacke, Salzthon und Steinsalz, die
zuweilen über 100*" mächtige Anhydritgruppe des Muschelkalks, über dem
Wellenkalk, unter dem Hauptmuschelkalk oder Friedrichshallerkalk. Nächst
dem durch die Salzbohrlöcher durchsunkenen Gyps im äussern Jura, bei
Schweizerhall, Rheinfelden, Ryburg, tritt dieser Muschel-
kalkgyps im Innern Jura zu Tag bei Kienberg, Lau fe Hingen,
Oberdorf, Zullwyl nnd zuletzt S bei Gflnsberg und an der
Balmfluh beiSolothurn. Häufiger noch, aber mehr in Streifen
und Nestern, meist mit bunten Mergeln, ohne Anhydrit und SaLsthon und
gewöhnlich auch ohne Rauchwacke, erscheint der Gyps im jurassischen
Kenper. Auch der Süsswasserkalk der Pnrbeckstufe enthält nach Jaoqaxd
in der Nähe von Morteau Gyps, der ausgebeutet wird. Einzelne
Krystalle und Nester von Gypskrystallen kommen anch in den Bohnere-
thonen vor. Beschränkter ist das Vorkommen des Gypses in der Melasse.
Als Fasergyps bildet er Adern in der Süsswassermolasse bei Boudry,
und in der Nähe von Y e r n i e r, W von Genf; als kömiger und dichter
Gyps bei Bernex und S. Julien in derselben Gegend. In den Alpen
folgen die Gypsmassen bestimmten Richtungen, die mit dem Fortstr^chen
einnlner Formationen und den Hebungslinien des Gebirges in einem ha«m
za ^perkenaenden Zusammenhange stehen. Ausaeihalb diescar RichtonseB
ist 4ie Steinaxt beinahe unbekannt So zeigt sich in den sQdlidien Alpen
Habk ecengran it. }| 5
der Gjps nur an zwei isc^irten Stellen am nüttleren Comersee, und
an drei andern zwischen diesem und dem Gardasee, alle in der Trias
liegend. Dagegen sehen wir eine Reihe rasch auf einander folgender Oyps-
nuusen aof einer Linie, die der Krümmung der Westalpen in die Haupt-
alpen folgt, tou Moutiers in Tarentaise Oher den Kleineu
Bernhard, längs dem Ostfüss der Montblancmasse in*s Wallis ein-
dringt, diesem aufwärts folgt bis in die Gegend von B r i e g, dann, genauer
als die Bhone, das Streichen der Hauptalpen festhaltend, über die Nu-
fenen nach Airolo und V. Canaria fortsetzt und sich noch bis
an die Grenze von Bünden yerfolgen lässt, überall im Contact mit
Kalksteinen und Grauen Schiefern, die man nur als jurassisch betrachten
kaim. Eine kürzere, ebenfalls dem Alpenzug parallele Reihe von Gyps-
massen ist die am mächtigsten bei B e x entwickelte, hier, seit alter Zeit,
dareb ihre Verbindung mit Siemsai» bekannt, westlich zu Terfolgen bis
in die Nähe Yon T h n e s in Savoien, Ostlich Ins an den Thunersee.
Die autossenden Kalksteine enthalten bei Bex Liasfossilien. Weiter
iMlich stehen die Gypse in Chablais und vielleicht audi der Frei-
bvger-Alpea in Verbindung mit rhetischen Ablagerungen. Es erscheint
liier und in der östlichen Fortsetzung dieser Gebirge, im Simmenthal und
aif der Nordseite der Stockhomgruppe, der Gyps auf den Verwerfungs-
hnien, in denen der Flysch an die Kalkgebirge ansttest. Ranchwacken,
Bunte Schiefer und metamorphische Einflüsse auf die anstossenden F^ls-
arten sind häufig mit dem Auftreten dieser alpinen Gypse -verbund^OL
Hbbian, Baal. Verb. 1835—1844; v. Albbrti, salurg. 6eo). 1652;
y. Chabpbmtier, Gypse de Bex, A. d. M. V. 1820-, Stüdhe, W.
Alp. 1834; — Ü. d. S. 1851.
Habkerengranit.
Grob bis mittelkörniges Gemeng Ton fleischrothem Orthoklas, weissem
OKgoklaSj gelbem Quarz und schwarzem Glimmer, Der Orthoklas in
zuweilen zolllangen, aber schlecht begrenzten Zwillingen; der OligoUas
Torherrsdiend, noch schlechter begrenzt, in kleineren, aber flberall ein-
gemengten körnigen Partie'n; der Quarz in gleicher Menge, Topas ähnlieh
und im Glühen die Farbe nicht yerlierend; der Glimmer, an Menge etwas
znrOckstehend, auf den Spaltflächen stark gl&nzend, auf den übrigen matt.
— Dieser, als anstehendes Gestein, in den Alpen unbekannte Granit, findet
oeh in meist abgerundeten, bis haasgrossen Blöcken im Flyschgebiet der
oArdUdieii Alpen. Die bis jetEt bekannten Zerstreuungsgrenzen sind, west-
lich die Saanenmööser, östlich Entlebuch und Sachsein.
Hinfiger sind die Blöcke zwischen dam Thunersee und der Dfis, vorzüglich
116 Oalbgruiii ~ HjiriDgenchiciiten. '
im Habkerenthal, wo, auf Laegiboden, ein Block Yon
400,000 Gab. F. Inhalt liegt, nnd die regelmässige Einlagerung eines Gon-
glomerats köpf- bis klaftergrosser Blöcke im Fljsch zu sehen ist — Nftdist
dem beschriebenen, nnter den Blöcken sehr TOfherrschenden Granit, kommen
noch andere, den A^n eben&lls fremde Granite nnd Diorite Tor.
Studsb, Molasse, 1825^ — Massi errat. Bibi. Ital. 1845; — Bero.
MitUi. 1845, 1865; MunCHiBON, Quart. J. geoK S. 1849, p. 213;
RCmoBTEE. Schw. Dks. 1850, p. 24.
Halbgranit.
S. Granolit
Hftllstidterkalk.
Globosenkalk. Unterer Keoperkalk Gombxl; Arlbergkalk t. Rxcora.
Weisser, gelber, vorherrschend fleisch- bis br&nnlich-rother dichter Kalk
mit ansgezeichnet mnschMgem Bmch, wegen bnnter Farbenzeichnnng , ge-
schliffen, zn Marmor Terwendbar. Mit eigenthfimlicher Fanna, besonders
globosen, kngligen Ämmonüeny zuweilen so dicht gedrängt, dass der Stein
kanm bemerkt wird; anch Orthoceratüeny Monotis scUmaria nnd Halobia
Lommelü eigene Schichten bildend, üebergehend in petrefactenleeren
Dolomit, der in einigen Gegenden allein herrscht. Die Mächtigkeit sehr
ungleich, bis zn 1000* ansteigend nnd wieder auf wenige 100" beschränkt.
Yorzflglich entwickelt im Salzkammergnt, bei Hallstadt, über dem
Gnttensteinerkalk nnd den Partnachschichten, nnter den Baibierschichten,
and als Eeuperkalk zu betrachten.
V. UaU£R, Gliedg. d. Trias, Jb. d. RA. 1853; GCmbbl, B. Alpen,
1861; V. RiCHTHOFBN, Vorarlb. Jb. d. RA. 1859; v. Dittmar,
Benecke Beitr. 1866.
Halorisclie Omppe Mojsis.
Schichten mit Ammon. MeitemickU. Salzlagerstätten des Salzkammer-
gnts. Höhere Abtheilong der Norischen Stufe, Aber dem Partnachdolomit,
nnter der Aongruppe und mit dieser die Gruppe des Hallstädterkalks bildend.
MOJSISOYICS, obere Tiias, Jb. d. RA. 1869.
HftringerschiditeiL
Pechkohlenlager bei H ä r i n g im InnthaL Die Unterlage bilden
ältere Secundärformationen. Das Lager, 19 F. mächtig, besteht ans Pech-
kohle mit Einlagerungen yon bituminösem Sttsswasserkalk nnd Brandschiefer;
das Dach, viele Khifter mächtig , enthält nur Stinksteine und Mergelkalke,
HaaelbergBcbichien — Hauptdolomit. 117
die zn Cement benutzt werden, in der Höhe Conglomerat. Nach den zahl-
reichen Yegetabilischen and Muschelüberresten wird diese Localbildnng, mit
andern bei Knfstein und Reit im Winkel, in die Zeit der jflngem
Nnmmnlitenbildnng, des Oypses Ton Montmartre, gesetzt.
V. Ettinqhaussn, Abb. d. RA. II; Gümbel, Bair. Alpen, 1861.
Haselbergschlchten.
Rother Kalk and Marmor, der am Haselberge, W vonRnhpol-
ding, 8 Yon Traunstein in Ober-Baiem, gebrochen wird. Er ist reich
in Ammoniten and fällt, nach Gümbxl, in das Niveau der Callovienstafe,
während Oppml und Zittkl, wenigstens die oberen Schichten als tithonische
betrachten.
GüMBEL^ Bair. Alpen, 1861 ; Oppel, fl. g. Zts. 1865; Zittbl, Palftont.
Mitth. II, 1868.
Haselgebirge.
Salzthon. Dunkelgrauer oder blauer Thon, durchzogen von Gyps und
Stmsalzj in Adern, Nestern, oder fein eingemengt, oder auch in grossem
Stöcken, begleitet von Anhydrit, Bittersalz, Olaubersalz. Mehrere
hmidert Meter mächtig. Steinsalzbildung des Salzkammerguts und
Ton H a 1 1 in Tirol. Früher dem Werfener oder Bunten Sandstein unter-
geordnet, aus dem es durch SchichtenstOrung oft aus der ursprünglichen
Lage zwischen jüngere Ealksteinformationen eingeschoben worden wäre.
Nach neuem Untersuchungen der oberen Trias angehörend , über dem
Partnach-Dolomit, unter den Zlambachschichten.
Y. BuOH, Beob. aaf Reisen 1, 1802 ; Karsten, metall. Reise, 1821 ;
LiPOLD, Jb. d. RA. V, 1854; Gimbel, B. A. 1861; MOJSISOVIOS,
Obere Triaa, Jb. d. RA. 1869.
Hauptdolomit Gohbxl.
Unterer Dachsteinkalk v. RioHTHorBN. Dunkel- bis hellgrauer, sand-
artiger oder zuckerkömiger Dolomit, dünn geschichtet, ostwärts übergehend
in reinere Kalksteine. Von yielen feinen Spathäderchen durchsetzt und
in jeder Richtung fein zerspalten, so dass die Felswände meist von hohen,
stets frischen Schutthalden begleitet sind. Von grosser Mächtigkeit und
die Hauptmasse der Kalkgebirge im nördlichen Bünden, Vorarl-
berg, Süd-Baiern und weiter ostwärts bildend. In der Tiefe oft
in Verbindung mit Bauchwacke und Oyps und den Raiblerschichten auf-
gelagert, in der Höhe bedeckt von hell- bis dunkelgrauem, dünngeschichtetem,
U8 Hanpünnschetkalk — Hauptrogenstein.
tboBigen Kalk, Platimkalk, der kleine GasteropodeHy Rissven nnd Oiem-
nitUen fthnlich, enthftlt und den üebergang in die KfVssenerschichten bildet.
Diese plattigen Kalke auch mitten im Dolomit, oft bitnminOs und an eimgeii
Stellen so reich an Erdpech, dass sie ausgebentet werden; so auf See-
feld, oherbalb Zirl im Tirol, wo aach Fuehe darin vorkommen.
(S. Dolomit.)
V. RiCHTHOFEN, Vorarlb. J. d. RA. X, 1859; GfMBBL, Bair. Alpen,
1861; Thbobau), Bünden, 1864—1866.
Hanptmaschelkalk.
Kalkstein von Friedrichshall v. Albbbti. Rauchgraaer Kalk I&emias.
Ueber dem Salzthon, Oyps and der Rauchwacke des mittleren Muschel-
kalks, bei 100"" mächtig. Untere Bänke von rauchgrauem thonigem Kalk-
stein, dann Wechsel von Bänken mit Trümmern von Encr, Hlüformis,
oder Encrinitenkalk, mit Plattenkalken, die zahlreiche Fossilien
enthalten und geschätzte Bausteine liefern, oben Dolomit, zuweilen bis 20""
mächtig, bräimlich grau oder aschgrau, sandig, mit Streifen und Nestern
von Feuerstein, vielen Braunspathdrusen und zuweilen zahlreichen, meist
in Chalcedon übergegangenen Fossilien.
Uebian, Urag. V. Basel, 1621; MfUJ», Bati. J. 1862; HDaoH,
Aarg. J. 1867.
Hauptrogensteia.
Brauner, gelber bis weisser Oolith, fein- bis kleinköriyg, mit kaum
erkennbarem, oder späthigem, meist dichtem Kalkcement, auch in dichten
Kalk übergehend und mit Einlagerungen von dichtem Kalk. Meist arm
an wohl erhaltenen Fossilien. Im nordwestlichen Jura und nach Frank-
reich hinein, in einer Mächtigkeit von 100 bis 200"", die Hauptmasse des
Oebirges bildend. — In der frühsten geologischen Beschreibung des Jura
liest MnoAs den Hauptrogenstein, als AeUerm Rogensteiny auf den Eisen-
rogenstein folgen nnd vom Jüngeren Jurakalk, durch eine Mergdlage
davon getrennt, bedeckt werden. TBUBMAim trennte von der grossen Masse,
ihren Hanpttheil bildend, unten die OolitJie suboompacte (Calc. Laedomen,
ICaboou) ab, liess dann die Acuminatamergel (Mames vesnliennes Maboou)
folgen und auf diese den GreatOolithe , der wieder von Mergeln bedeckt
wird, die, wie er glaubt, dem englischen Bradford entspreche. Fbokhxrs
findet raniehst aber dem Eisenrogenstein einen Mergel, den er, irrig, ab
Walkarde (Fallers-earth) bezeichnet, lisst auf diesen, zuerst mit dieser
HaaterivemergeU 119
Benemmiig , den Himpirogenntem, als Oreat-Oolithe, folgen nnd auf diMen
den Bradfordthon. Erst in neuerer Zeit ist, mit Hfilfe der Paläontologie,
eine genauere Kenntniss dieser Stufe möglich geworden, eine volle lieber-
einstimmung der Ansichten bleibt der Zukunft Torbehalten. Desob und
Gkbsslt finden, im Jura Ton Neuch&tel, den Hauptrogenstein durch die
Homomyenmergel in zwei Stufen getheilt, eine untere, dem Calc. Lsedonien,
den sie in das Bi^ocien d'OsB. setzen, und eine obere, die sie, als Great-
Oolithe, dem Bathonien einordnen, lieber diesem liegen dann die
Acominataschichten und der Bradford. Obxpfin, im Bemer Jura, setat
den ganzen Hauptrogenstein in das Bathonien. Der untere Hauptrogen«
stein ist der Calc. Lsedonien, über ihm liegen die Acuminatenmergel nnd
Homomyenmergel, dann folgt der Great-Oolith nnd Aber diesem der Gale.
roox sableux. Mülueh, im Basler Jura, betrachtet ebenfalls den gesammten
Hanptrogenstein als Bathonien, versucht aber keine Theilung desselben;
unter ihm liegt der Eisenrogenstein, Br. Jura a bis i Qu., Aber ihm der
Hanptrogenstein, dessen ganze Masse zwischen Br. J. d und e Qu. hinein-
fiele, dann folgt der Cornbrash oder Br. J. e Quenst. Mösoh theilt den
Hanptrogenstein in einen untern, bis GS"" mächtigen, einen mittlem, zu
welchem die Homomyenmergel gehören, und einen oberen; seine Unter-
lage bilden die Blagdeni- und Hnmphriesianusschichten , über ihm liegen
die Parkinsonischichten. Da die Parkinsonischichten, nach Oppkl, das
oberste Bajocien bilden, so fiele daher, nach Mösoh, der Hauptrogenstein
ebenfalls in dasselbe. — Nach Osten hin keilt der Hauptrogenstein sich aus
und fehlt, sowohl in der Ostschweiz, als in Schwaben. Mösoh fand bei
Solothurn den Hauptrogenstein noch 94° mächtig, bei Fr ick 90",
an der Aar , bei Böttstein und B e z n a u und weiter östlich bei
Zur zach, fehlt derselbe.
IfBBlAN, Schw. Dküch. 1, 1829-, Thurmann, Soul. jur. M. de 6tbg.
1832; Mabcou, J. Bftlio. M. Soc. g. 111. 1848; Fromhbrz, J. im
Breiag. 1838; Fraas« Leonh. Jb. 1850; Obsor u. Orbsblt^ Jura
Neucli. 1859; Qbbppin, Bern. J. 1870; MOllbr, Kasl. J. 1862;
MÖSOH, Aarg. J. 1867.
Hattteriremergel .
Mames d'HauteriTe Marcoü. Blaue Mergel, mit grossem Reichthum
an Fossilien, Toxaster campUmatus, Rhynehonelia depreMa, Oryphma
Coulani. Typisch fhr die jurassische Facies des Neocom. Bedeckt ton
gdbem Kalk mit seltenen, mit denen des Mergels übereinstimmenden Foe*
dien, und mit diesem, bei Neuchfltel 40" mächtig, die Neocomstnfii
120 Heiligenkreazschichten — Helvetien.
bildend. Unter derselben liegt das Yalangien, ttber ihr das Urgonien. —
Hauteriye, bei St. Blaise, liegt nahe am ontem Ende des See's.
De Montmolum, t. crötace du Jura, M. de Neuch. I, 1836 ; Masoou,
J. aal. M. g^ol. de FraDce UI, 1848; DsSOR u. GbeSSLT, Jura
Neach. 1859.
Heiligenkreuzscliicliteii Wibsmahv.
Graue Ealkschichten mit eigenthflmlichen Fossilien, die y. RxcHTHonm
als eine locale Litoralfaona des Dachsteinkalks betrachtet. Bei 10*° mftchtig,
zwischen hellen und rothen Sandsteinlagem, durch den bei 1000"" mächtigen
Dachsteinkalk des Heiligenkreuzkofel bedeckt. Oberhalb St. Leon-
hard in Enneberg, N von St. Cassian.
Wissmann, Petf. v. SO Tirol, 1842; v. Richtrofbn, Sild-Tirol, 1860.
Helicitenmergel.
Mames ä Uelix rubra Nigolbt. Rothe und graue pUtstische Mergel,
voll Steinkernen von mehreren Helixarten. Im westlichen Jura wurden
diese Mergel nach der rothen Farbe der Steinkeme ihrer Heliciten benannt.
Bei La Ghaux-de-Fonds liegt derselbe auf der obersten Molasse,
bei Undervillier auf Muschelsandstein ; im Aargauer Jura zeigt er
sich, als Decke der tertiären Ealknagelfluh, von Wölfliswyl Aber
Herznach und den Bötzberg, bis nahe an B r u g g. Der Lamd-
Schneckenkalk von Mainz (Sandb.) ist älter und nicht dem Heliciten-
mergel gleich zu setzen, eher den Mergeln mit Helix ttber den Pechkohlen-
lagem von Belmont bei Lausanne.
NicoLBT, essai sur Lachauxdefondn, Mem. de Neucfa. II, 1839 ; MöscH,
Flötzgeb. im Aarg. Scbw. Dkscb. XV, 1857; — Aarg. Jura, 1867.
Helretieii.
Helvetische Stufe 0. Maysb. Marine Molasse des Belpbergs,
Rothsee bei Luzern, St. Gallen, mit fossilreichen Muschelbänken,
gedrängt voll Turritellen, Naiica, Venus y Panopoea, Cardium, Peden,
Ostrea etc., als Einlagerungen zwischen fossilleeren Molassebänken. Die
Fossilien sind, mit Ausnahme der Austern und Pectiniten, im sandigen blau-
lich grauen Mergel meist nur als Steinkeme erhalten. Die Fauna stimmt
flberein mit der miocenen des Wienerbeckens und Leithakalks. Etwas
älter, als die genannten Muschelbänke, sind die Ablagerungen von Muschel-
sandstein, die in der Umgebung des Jura und im Aargau vorkommen, und
als ältestes Glied der helvetischen Stufe betrachtet C. Matsb die weissen
r
Hierlatzschichten — Hippuritenkalk. 121
nnd rothen Maschelconglomerate am MontMoron bei Tavannes
im Berner Jnra, T e n n i k e n nnd D i e g t e n in Baselland, W ö 1 f 1 i s-
wjl im Aarganer Jnra und am Randen bei Schaffhansen. —
Die helvetische Stnfe liegt, nach G. Matkb, auf dem Etage lan^Aien, der
Blfttter- nnd SOsswassermolasse von Lausanne, nnd wird bedeckt von
dem Etage tortonien, der obem Sttsswassermolasse, Helicitenmergel nnd
Jlkngem Nagelflnh der Ostschweiz.
0. Mater, tableau d. r. tert. 1868-, Hebr, Urwelt, 1865; -^ Tert.
Flora III, 1859; Studer, Molasse, 1825; ~ G. d. S. II. 1853.
Hierlatzkalk.
Lichtrothe, weisse, graue, selten gelbe, dichte Kalksteine, oft bnnt,
geflammt; reich an Fossilien des mittleren und oberen Lias, besonders
ÄmmofUten nnd Oasteropoden, Meist die oberste Decke des Dachstein-
kalks bildend, so auf dem Hier latz, am S Ende des Hallstädter-Sees;
an einigen Stellen indess bedeckt von Adneterkalk, dem er vielleicht, als
gletehzeitige Abänderung, angehört. Derselbe ist durch Sttd-Baiem und
Yorarlberg zu verfolgen bis in die Bttndner Alpen. Im Engadin glaubt
TnoBALD ihn im SteAnshergerhalk erkannt zu haben.
V. Hauer, Gliederung der Trias etc. J. d. RA. 1853 ; Oüicbsl, B. A.
1861 ; Theobald, Bünden, 1864—1866.
Hieroglyphenkalk.
Aeltere Benennung Lusssr^s des Rudisten- oder Urgonienkalks unserer
Alpen, auf dessen nackt liegenden Schichtflächen die Durchschnitte der
Gaprotinenschalen, wie hieroglyphische Schrift, hervorragen. Die Benennung
ist in neaerer Zeit, in der Wiener geologischen Reichsanstalt, auch auf
tertiäre Sandsteine und Schiefer der Earpathen, welche kleine wulstartige
Beliefzeichnungen (Hieroglyphen) tragen, angewandt worden.
LUSSBR, AlpendurchBcbn. Schw. Dks. I, 1829, p. 164; Studer, G.
d. S. 1853; Paul, Jb. d. RA. 1869, p. 272.
Hllfernsandstein.
Piattenfftrmige feste Molasse, vielfach verwendet zu Treppen, Gesimsen,
TerrasBen. — Am Hilferngraben, zwischen Marbfich und Escholz-
matt im Entlebnch.
Hippniitenkalk.
Der Hippuritenkalk der JOngem Kreide (Turonien), der, überlagert
von Nnmmulitenkalk , so ausgezeichnet am Untersberg bei Reichen-
122 Hochgebirgskalk.
ball anftritt, fehlt in der Scbweic. Was früher, ans ansem Alpen, unter
diesem Namen, wegen des Vorkommens Ton Hipp. Bhumefibadd Stunn
(Radiolües ntocamknris d'Obb.), angefahrt wurde, ist Caprotinenkalk oder
ürgonien.
Si^uosR, M. de la Soc. geol. III, 1838, p. 389.
Hoehgebirgskalk.
Der Name war von G. Esohbb zur Bezeichnung der nicht näher be-
stimmbaren Kalksteine der alpinen Kalkgebirge gewählt worden, in denen
Y. Buch und y. Humboldt bereits den norddeutschen Zechstein und üeber-
gangskalk, nach fr'eilich ungenügenden Anhaltspunkten, erkannt haben
wollten. Später, als die Paläontologie sich als die sicherste Grundlage
der geologischen Formationsbestimmung erwies, wurden einerseits die An-
sichten y. Buch's über das Vorkommen des Zechsteins und Uebergan^
kalks in unsem Alpen yerlassen, anderntheils fiel ein beträchtlicher Theil
des fiHheren üebergangkalks und Hochgebirgkalks dem Eocen- und Kreide-
gebiete anheim, und der fr'üher für Zechstein gehaltene Kalk zeigte sich,
theils als Kreide, theils als Jurakalk. Eine breite äussere Zone, die Omppe
des S e n t i s , die Umgebungen des Wallen-, Luzerner- und
Brienzersees, das S tockhor ngebirge, die Freiburger-,
Waadtländer- und Chablaisalpen, konnten als dem Hoch-
gebirgskalk abgewonnen gelten. Immerhin enthält derselbe noch ein grosses
Stück unyertheilten Gutes, das seinem Namen sogar mehr noch als früher
entspricht. Die Hauptmasse der Gebirge yon Glarus, Uri, Engel-
berg, Hasli, das Wetterhorn, die Jungfrau, Blfimlis-
alp und ihre westliche Fortsetzung nach Sayoien, Kalkmassen yon oft
einigen tausend Meter Mächtigkeit, harren nach einer nähern geologischen
Bezeichnung, die, bei der grossen Armuth an Fossilien, nicht leicht durch-
zuführen ist, und für diese bleibt der proyisorische Name noch beibehalten.
Die Unsicherheit ist Jedoch in ziemlich enge Grenzen eingeschlossen. Wo
in der Grundlage des Hochgebirgkalks organische Ueberreste yorkonunen,
wie amGlärnisch und an der Jungfrau, gehören sie dem oberen
Braunen Jura an, über ihm liegen Neocomschichten, so dass die Be-
zeichnung des Hochgebirgkalks als alpiner Oxford nicht weit abirren kann.
— Der Kalk ist hellgrau bis dunkelgrau und schwarz, meist dicht oder
yerwachsen kömig, dick- bis dünngeschichtet, auch wohl schwarze Schiefer-
lager einschliessend.
V. Buch, ges. Sehr. II, p. 44; Studbr, G. d. S. II, 1853; Gesch.
d. ph. ö. 1863.
Hftglsandstein — Homomyenmergel. 123
Hoglsandstein.
Grane, feinkörnige, glimmerreiche Sandsteine, abwechselnd mit dflnnen
schwarzen Schieferthonschichten. Lill y. Lilikmbacu nennt ihn geradezu
Karpalhen- oder Wienersandstein und er enthält dieselben Fucoiden. Bei
Högl, zwischen Salzburg und Traunstein, scheint der Sandstein
Ton Nommulitenkalk unterteuft zu werden. Nach allen Charakteren stimmt
die Formation ttberein mit dem Flysch.
LiiiL V. L i l i e n b a r h , Leonh. Jb. 1^3(K
Hohgantsandstein.
Oberer Quarzsandstein Eaukmann. Rundliche und eckige Quarz-
kömchen, so enge und fest verbunden, dass kaum ein Cement bemerkbar
ist, in Säuren schwach brausend, ohne zu zerfallen, auch einzelne ver-
witterte FeldspathkOmchen und weisse Glimmerpflnktchen einschliessend.
Weiss, oder, durch Yerwitterung fein eingesprengter Schwefelkiespunkte, gelb-
lich braun. Die Aussenfläche häufig bedeckt mit der gelben Granitflechte
{Leddea geographica); deutlich, in fuss- bis meterdicken Bänken, ge-
schichtet, auf den GebirgshOhen, wenn die Bedeckung fehlt, in ein Felsen-
meer grosser Blöcke zertrümmert. In der Tiefe, oder auch im Fortstreichen
übergehend in stärker aufbrausenden Schiefer, Pectinitenschiefer Kaufmann.
Fossilien sind im festen Sandstein sehr selten, weniger im Schiefer, worin
besonders Pißctiniten in's Auge fallen. In beiden kommen NummuKten
(N. voriokaria 8ow.) vor, und sie geben sich hiemit , sowie durch andere
ForaminÜeren, als der Nummulitenbildung angehörend zu erkennen. Sie sind
derselben auch, zuweilen Aber 100'° mächtig aufgelagert und werden von
Flysch bededrt. Auf der, grösstentheils der älteren Kreide angehörenden
Kette, die vom Thunersee in den Pilatus fortsetzt, bildet der Hohgant-
sandstein an vielen Stellen die höchste Masse , so auf dem H o h g a n t
und z. Th. am P i 1 a t u s , die Flyschdecke hat sich nur an den tiefem
Gehängen erhalten. Aber auch der Quarzsandstein und Nnmmulitenkalk
sind häufig zerstört wordeu, so dass, wie auf den Schratten, Rudisten-
kalk die obersten nackten Felsen bildet.
Stüdsb, G. d. S. II, 1853; Kaufmann, Pilatas, 1867.
HomomyeniiiergeL
« Oelblidier, merglichter Kalk, zerreiblich, 6—6" mächtig, charak-
terisirt durch zahlreiche Hamomya ( Latraria) gibbosa Sow. Nach
OttssLT dem Cak. Lsedonien aufgelagert, von der Grande Oolithe bedeckt.
124 HomblendfelB — Hornblendschiefer.
Nach MösoH das unterste Glied des mittleren Hanptrogensteins. Nach
Gbsppin in die Mitte der Grande Oolithe fallend.
Dbsor et GBBSaLYi Jura Neuch. 1859; MÖBCH, Aarg. J. 1867;
Grbppik, Jai-a Bern. 1870.
Hornblendfels.
Amphibolit. Grob- oder kleinkörniges Aggregat verworren durch
einander verwachsener Hornblende-Individuen. Ausgezeichnet massig am
Parpaner Rothhorn, in Verbindung mit Homblendschiefem ; auch
am Ausgang von Val Verzasca, als Nester im Homblendschiefer
und Gneiss.
Studbr, G. V. MB. Schw. Dks. lll. 1839. — G. d. S. I. 1851.
Homblendgestelne.
Zusammenfassende Benennung für Hornblendfels, Homblendschiefer,
Strahlsteinschiefer. Auch Hornblendgneiss, Syenit," Diorit werden oft inbe-
griffen. Die Aussenfläche dieser Gesteine erscheint oft braunroth durch
Verwitterung fein eingemengter Schwefelkiese.
Hornblendgiielss.
Schiefriges oder flasriges Gemeng von Hornblende und gewöhnlich
weissem Fddspath^ auch wohl mit Olimmer. Eine Zone dieser, auch
wohl als Syenitschiefer angeführten Steinart lässt sich, am Südrande der
Alpen, in naher Verbindung mit massigem Syenit und Diorit, von Ivrea
weg durch die Thäler Sesia, Mostallone, Strona, an der
Nordseite des Langensees durch und über den Monte Jorio bis
in die Berninagruppe verfolgen.
Studbr, G. d. S. I. 1851; Thbobald, Bünden, 11. 1866; Gbrlagh,
Pennip. A. Schw. Dkscli. 1869.
Homblendschiefer.
Amphibolite schisteuse. Dickschiefriges Aggregat von Hornblende,
öfters gemengt mit Quarz. Die Hornblende kleinkörnig, in kurzen Indi-
viduen oder Schuppen, selten grosskömig. Der Quarz, wenn er vorkommt,
in feinen Aederchen, meist sehr zurückstehend. Oft mächtige Einlagerungen
bildend im Gneiss und Glimmerschiefer, so auf der Nordseite des Simploui
vorzüglich aber zwischen Unter-Engadin und Paznaun, in der Silvretta-
gruppe. Auch im Casanna- und Grauen- Schiefer, wie in der Zone, die,
Hornerschichten — Hornflahgestein. 125
in der Axe der Berner Alpen , yom Lötschthal nach M a d e r a n
fortstreicht and die höhere Masse des Aletschhorns und Finster-
aarhorns hildet, den Alpengranit bedeckend. Grosskömiger Homblend-
schiefer mit zahlreich eingeschlossenem, z. Th. nnssgrossem Oranat^ bedeckt
am Sfldabfidl des Gotthard den Dolomit
Studbr, G. d. S. 1, 1851 ; Thbobald, Bünden, I, 1864, 11, 1866,
HornersehlehteiL
Sand nnd Thon in bis 50 Fuss mächtigen Ablagerungen auf Gneiss
ond Granit bei Hörn, Eggenburg, Meissen, NW von Wien.
Die darin vorkommenden tertiären Fossilien, obgleich entschieden raiocen,
scheinen doch etwas älter, als die der schweizerischen Molasse.
ROLLS, Sitzsb. d. A. d. W. 1859. •
Hornfels.
S. Commune.
Hornfliihgestelii.
Eckige , seltener gerundete TrOmmer von schwarzem und bräunlich
grauem Kalk, strohgelbem, erdigem Thon, aufbrausend und dolomitisch,
schwarzem oder grauem Schiefer, seltener Homstein, sind als Kalk-
breccie, so fest verkittet, dass ein Cement kaum bemerkt wird,
and die Bruchfläche die Stücke quer durchschneidet und eben . erscheint.
Die TrQmmer haben Wallnuss- bis Hirskomgrösse und sind oft so klein,
dass man den Stein nur durch die Einmengung gelber Thontheile von
dichtem Kalk unterscheidet. Ton den dichtesten, im frischen Bruch homogen,
an der Aossenfläche jedoch deutlich als Breccie erscheinenden Abänderungen
geht der Stein, durch Zunahme der gelben, thonigen, an der Aussenfläche
ausgewaschenen Theile, über in löchrigen Kalkstein oder Rauchwacke.
In andern Abänderungen ziehen die gelben Theile sich aus der schwarzen
oder grauen Kalkmasse zurück, es entwickeln sich einzelne Spaththeilchen
darin nnd es entsteht ein ausgezeichnet körniger Kalk. Noch andere
enthalten Quarzkömer, durch deren Zunahme sandige Kalksteine
ond Sandsteine hervorgehen. — Fossilien sind bis jetzt nicht ge-
funden worden; in den Gebirgen von Saanen, zwischen Rüblihorn
ond Gummfluh, stehen aber die Homfluhgesteine in so directer Ver-
bindung mit Kalksteinen, die Kimmeridgefossilien enthalten, dass man kaum
an ihrer Gleichzeitigkeit zweifeln kann. Sie erscheinen, von jenen Gebirgen
126 Hornstein — Hnmphriefiianu0ichicht«ii.
an bis östlich von Zweisimm«!, als die innere Kernmasse der Spielgärteiy'
gruppe und erreichen in der Hornflnh, südlich yon Zweisimmen,
ihre grösete Mächtigkeit Die Steinart ist nicht verschieden von dem
ChablaMalk nnd anch wohl als Flysch gedeutet worden.
Studkk, Westl. Schwa. A. 1834, p. 288; — Bern. Mitth. 1851^ 1854.
Homsteln^
schwach kantendnrchscheinend, weiss, gran, gelb, braun, roth, grOn, schwarz,
muschlig oder splittrig im Bruch, den Uebergang bildend von Feuerstem
in Jaspis, kommt in verschiedener Gestaltung und in Formationen sehr
ungleichen Alters vor. — GrOner, schwach durchscheinender Homstein,
von weissen Spathadem durchsetzt, bildet eine mehrere Meter mAchtige
Einlagerung im Flysch, oberhalb Därstetten im Simmenthai. Ein-
lagerungen von schwarzem Homstein im Flysch kommen vor in der Um-
gebung von B 1 1 i g e n. Die Knauer, die in der Bohnerzbildung
oft als Feuerstein- oder Homsteinknauer angeführt werden, gehören eher
dem Jaspis an (s. d.). Mit mehr Recht zählen wir zu dem Homstein die
Knauer , die in jurassischen und alpinen Kalkformationen , zuweilen in
grosser Zahl, sich finden und als Knoten und Wülste an der Aussenflftche
hervortreten. Im Jura finden wir dieselben, in den oberen, dolomitischen
Bänken des Hauptmuschelkalks, von verschiedenen rauchgrauen, bandartig
abwechselnden Farben, zuweilen in solcher Menge, dass die Knaaer an
einander schliessen und weit fortsetzende Schichten bilden; an andere
Stellen erscheinen diese Knauer als Chalcedan. In den Alpen ist
besonders der dttnngeschichtete Neocomkalk der Stockhorngebirge
oft reich an schwarzen, seltener braunen oder grauen Homsteinknanem, die
anch hier zuweilen Neigung zeigen, eigene Zwischenlager zu bilden«
Studeb« W. S. A. 1634 ; Merian, Beit. z. 6. 1821 ; MCllbb, BbbL
Jura, 1862; Brunmbr, Stockh. S. DkBch. 1857.
Hiiinpliriesiaiiiissehichteii.
Dunkle bis schwarze Thone, zuweilen Knollen v<« ScAir^etttas ent-
haltend, oder Bänke von dunkelm oder braunrothem Bogenstein, mit zahl-
reichen Fossilien, besonders Amman. Ilumphriesiatms und verwandten
Arten. Die Mächtigkeit beträgt gewöhnlich 10 bis 15"". Die Stafe liegt
im Braunen Jura oder oberen Bajocien, nadi Ofpkl über der Sanzeizone,
unter der Parkinsonizone, nach Mösoh über den Sowerbyi-, unter den
Blagdenischiehten, nach Guiphn über den Sowerbyischichten, unter dem
Galc. Lttdonien.
Oppsl, Jaraf. 1858-, llteCH, A. J. 1867; Gbbppih, J. B. 1870.
Hamas — Hy draalischer Kalk. 227
Hiimw.
S. Dammerde.
Hnpererde.
Reine Kieselerde, mehr oder weniger leicht zerreiblich, weiss. Grössere,
oft mehrere Meter dicke Lager, oder Streifen und Nester im tieferen Theil
der rothen Bohnerzthone (s. d.) des Jnra, durch welche sie zuweilen eben-
&ll8 bunt gefärbt werden. Benutzt, besonders im Berner Jura, zu
Tiegeln und in Olashfltten. Es scheint dieser Eieselsand nicht yerschieden
Ton demjenigen, der in den Beauges bei Chambery, bei St. Jean
de Couz und, in grösserer Ausdehnung, im Departement de la
Dr6me zwischen der jttngem Kreide und der Molasse liegt
0BE88LT, J. Sol. Schw. Dksch. 1841; Gbeppin, J. B. 1870; Mortillet,
Ball. Soc. g. XVil, 1860; Lort, Dauph. 1860.
Hyalomicte.
Greisen. Kömiges Gemeng von hellgrauem Quarz und gelblich
grflnem Glimmer. Als Montblanc- Gestein erwähnt von Jubiss und
nach ihm von Fatbx, ohne nähere Beschreibung.
Hydranllseher Kalk.
dement, Wetterkalk. Die Cementfabrication hat in neuerer Zteit in
to Schweiz, besonders in der Umgebung des Jura, einen grossen Auf-
schwung genommen, so bei Schieitheim, Aarau, Solothurn,
Noiraigue, Goncise, Romainm6tier, Genf. Man benutzt
vorzugsweise den Oxfordkalk, besonders die Effingerschichten, zuweilen
lach die Discoideenmergel , wie bei N o i r a i g u e ; in der Ostschweiz die
der Molasse eingelagerten Kalkschichten. Seltener kommt Alpenkalk zur
Anwendung, doch bestehen Fabricationen zu Wallen Stadt und Bulle,
und Steinbrüche auf hydraulischen Kalk bei Gh Atel- St. Denis. Von
nswftrtigen hydraulischen Kalksteinen gehört derjenige von Blaub euren
Mulm, nach Gümbbl, in das Niveau der Solenhoferschichtra, derjenige
derPorte-de-France bei Grenoble in das Neocom.
Lost, Daaphine, 1860; Piotbt, H^langes, 1863; Jagoard, Jara
Vaad. 1869; HöSOB, Aarg. J. 1867; Eschbr, Ci. Zürich, Gem&lde
d. Schw.; GOXBBL, Ulmer-Cement, Site. Her. d. Ak. 1871.
I»
Bfyrit^aifeiA, Bj^fmL S^iagsce. B« L« Pre«e. oKrtaft Borato,
fv» Sinns cnd n^^ ihai wml T—wrn »iMPfÜhrL Div ftr Hjpcrifhe«
KbCSSB, &;L ixu^. *j^L, I*Ü*. TKBT/fiALD, B.iii*ien , n, 1^06; G.
SaaMnrit BBC&Aarr. Das. al^ Besuiwhhwl d» Esyhocids« firtker als
Jade Vekanote MiMTal acfaeist vaA fb «ich« seist ab ESnlagcraBg im
Gikmi. aafzatreCeiL and Jimsx hat fftr diese Gebirgsart da XaiKB Jadme
TOfrgf^ohla^en. der aber nicht tbli«:h geworden ist. Bb chemische Audyaesi
ftber die Nator der betrefTendea Scexnarten entscheiden, werden sie als
dichte Feld^patbe, Petrosüex, Enrite oder Feisite angeHUirt. Mit deat
SaoMorit, 6er mit Smaragdit den Eophotid des Saassthales bildet, möchten
nar wenige flbereinätünmen.
ZiEMML, Parogr«
Imlne.
Steinbrechemame regelmässiger, hellgraner Bänke Ton Dolomit (BnoB
ond Qkebsly), reinem dichtem Kalk (Jaccabd). zvweflen getrennt durch
Mergellager, bedeckt Ton ranfaem, löcherigem, leicht zerstörbarem Dolomit,
von oft bnnten, gelben, blanen und grflnen Farben. Die Jalnze ist bei
Neochitel ein gesuchter Baustein. Der Dolomit bildet die oberste Lage
des Portland, unmittelbar unter der Pnrbeckstufe.
ÜEiiOR Q. GSE88LT, Jofa Neocli. 1859: Jaccabd, J. Vand. 1869.
Jamesonizone Oppkl.
Hellgraue, leicht verwitternde Thonkalksteine und dunkle, bis schwarze,
z, Tb. schiefrige Mergel, reich an Fossilien, unter denen h&ufig Amman.
James(mi. Zum mittleren Lias gehörend, nach Oppkl zunftchst Aber dem
untern Lias, unter dem Ibexbett. Von Mosch mit den beiden folgenden
Zonen Oppxl's, dem Ibexbett und Davsibett, als NumismaUsschidUen, ver-
einigt, denen er höchstens 2™ Mächtigkeit gibt Gbippim fahrt den Ämm.
Jametoni nicht an und schätzt die Mächtigkeit des ganzen mittleren Liaa
auf höchstens 10 bis 12".
OppbL| Juraf«lB58; MöSGH, A. Jura, 1867; Grbppim, B. Jura, 1870.
Jospis — Infralias. 129
«
Jaspis.
Die durch Thon, oder andere Beimengung, undurchsichtig gewordene
und meist gefärbte Kieselerde kommt in verschiedenen Formen vor. Zu-
lischst als Kugeljaspis in den Bohnersthonen , in apfel- bis kopfgrossen
Kugeln und Sphäriten, grau, braun, roth, concentrisch gestreift, zuweilen
einzelne, in die Steinmasse eingewachsene Petrefactentrümmer enthaltend.
Als dflnne Lager ist rother Jaspis den bunten Schiefem untergeordnet,
welche in Oberhalbstein im Gebiete des Serpentins Torkommen, ohne
jedoch in so enger Beziehung mit diesem zu stehen, wie bei Spezia und
in Toscana. — Als Geröll ist rother Jaspis nicht selten in der bunten
Nagelfluh und aus dieser zerstreut in den Kieslagem der flachen Schweiz.
Ibexsone Oppsl.
Nach der Steinart Ton den sie begrenzenden Jamesoni- und Davayi-
zonen nicht zu trennen und, nach Moscu, mit beiden zu seinen NumismaiiS"
iddehten vereinigt, als dem tiefern Mittel-Lias oder Liasien. Charak-
teristisches Fossil ist Ammon. ibex, der indess, weder von Mosoh, noch
von GsEFPiN angeführt wird.
Impressakalk Quenst.
Bezeichnet durch Terebr. impressa. Weisser Jura a Qxtenst. Biar-
matos-Zone Oppkl.
Inferlor-Oolith
der englischen Geologie entspricht dem Bajocien d^Obb., dem untern Braunen
Jora a bis e z. Th. Quxnst., dem Braunen Jura bis und mit dem Haupt-
rogenstein MOsoh, den Torulosus- bis und mit den Parkinsonischichten
Oppkl.
Infralias
hiessen früher in Frankreich, nach Lbtbakbib, die sandigen oder kalkigen
Schichten die, als Qrks de Heitange, Qris de Luxemburg, Lumachelle,
Choin-bäiard , den Gryphitenkalk vom Keuper trennen. Als später das
Bimebed und die Kössenerschkhfen in ähnlicher Lage bekannt wurden,
dehnte man die Benennung auch auf diese aus, da sie, in Wien und
in Frankreich, ebenfialls mit dem Lias in engere Terbindung gesetzt
wurden. Infralias wird daher nicht selten als gleichbedeutend für Kössener-
sdiichten und Bhätischegruppe gebraucht. Bei näherer Ansicht zeigt sich
9
190 InocerBmuwnergel — JoHergranit.
Jedoch der Infralias von Litmkbix toü den später ihm zugefügten tieferen
Schichten paläontologisch abweichend. Jener trägt seinen Namen mit
Becht nnd ist^ als Omndlage des Arietenkalks, von Oppxl, als Angulatna-
nnd Planorbis-Zonen, mit dun Bonebed dem Lias angehängt worden,
während die Kössenerschichten grössere Verwandtschaft zum Eenper mig&ik
md besser mit diesem vereinigt werden.
LsTiOfiBiB, Mem. Soc. G. IIL 1838; Martin, Infralias, M. Soc. 6.
VII. 1861; Oppbl, Jarsf. 1858; — Wttrttb. Zsft XV, p. 315;
Bjbnxvibr, BqU. g. 1864; — Bull. Vaod. VOI, p. 39.
iBoeeranmsinergel Gombsl.
S. Seewerkalk.
InsectenaiergeL
Schwarze oder dunkelbraune Mergel, die an der Lnft bald zerfallen
und zur Landwirthschaft benatzt werden. Mit mannigfaltigen Fossüien,
Füchschuppen^ Krebsen, Molltisken, besonders aber Insecten. Unter der
Bucklandizone im Lias, entsprechend den Zonen von Ammon. angulatus
nnd Amm. planorbis, die auch darin vorkommen, und ttber dem Bonebed.
Zuerst aufgefunden in der Schambelen an der Beuss, unterhalb
Müllingen, und hier bei 10™ mächtig, fand man sie später noch an
mehrern Stellen des nördlichen Jura.
Hebr, Urwelt, 1865; M(yS0H, Aarg. J. 1867.
Jnllergraiilt
Hellgrflner Oligoldas, rein oder gelblich weisser selten fleisehrother
Orthoklas^ Quarz und tombakbrauner oder grflner MagnesiagUmmer^
nicht selten auch Hornblende. Der Oligoklas meist vorherrschend und
die allgemeine Farbe bestimmend, als verwachsen krystallinische Gmnd-
masse, oder in liniengrossen tafelartigen Individuen mit Zwillingstreifung;
der Orthoklas deutlicher, in zollgrossen, einfachen oder Zwillingkrystallen,
z. Th. porphyrartig ausgeschieden; der Quarz in einzelnen, zuweilen zahl*
reichen Eömem; der Glimmer in Aggregaten kleiner Blättchen, sehr
ungleich vertheilt; die Hornblende oft ganz fehlend. <- Die Stmctor ist
in der Regel rein granitisch körnig) doch zeigen sich an einigen Stellen
TJebergänge in Oneiss. Häufiger wird der Granit von kleinkörnigen Gängen
durchsetzt, die sich vielfach kreuzen und verwerfen and als später ein-
gedrungen, nicht als Aussonderungen, betraehtet werden missen; doch
scheinen die Bestandtheile des Ganggesteins von deqjeni^en des Neben<>
3mm — Jurakalk. 131
gB0teiii8 Hiebt wtttDtlieh wrschiedeii. — Der JoliergranH bildet die Ge-
birge, in welche das felsige Beversthal in Ober-Engadtn eingeschnitten
ist, and die hohen Gipfel anf beiden Seiten des Jnlierpasses. Nach
dem Silsersee zn ist der Granit yielfach mit Syenit nnd Diorit ver-
wachsen and beide Steinarten, Granit nnd das Homblendgestein, durchsetzen
sich wechselseitig in Gängen. Auf dem Kamm von GraTesalvaSy
nördlich vom Silsersee, and am Alpsee Long hin bedeckt d^ Granit
und Syenit den anf Glimmerschiefer liegenden Kalkstein and Bündner-
schiefer.
y. Buch, Berl. Akad. 1814; Studsb, Mit. B. Schw. Dks. III. 1839;
Vom Rath, Zts. d. g. 6. IX. 1857; Thbobald, Bttnd. I, 1864;
U, 1866.
Jura
beisst, in geologischer Bedeatang, die Folge von Formationen, aas welchen
die Hauptmasse des Jaragebirges besteht, es mögen dieselben im Jara
selbst, oder in andern Gebirgen and Gegenden vorkommen. Die Grenzen
and Glieder diesei'Grappe werden verschieden bestimmt. Mit den weitesten
Grenzen setzt man die Jaragrappe zwischen den Keaper and die Kreide
und nnterscheidet, von onten nach oben, den Lias oder schwarzen Jura,
den Jura im engem Sinn, der wieder in den Braunen and Weissen Jura
zerfiUlt, and die Wealdenstufe. Andere zählen die Wealdenstnfe noch zu
der Kreide and der Jara theilt sich dann in Unter-Jura oder Lias,
Mütel'Jura oder Dogger nnd Ober-Jura oder Malm, Aach d'Obbignt
zieht das Wealden znm Neocomien oder zar antem Kreide nnd theilt dann
den Jara, Yon anten nach oben, in die Etages Sinimurieny Liasienj
Toarcien, den Lias bildend, Bajoden, Bathonien, dem Dogger ent-
sprechend, Callovien, Oxfardienj Corallienf Kimmeridgieny Portlandien,
oder Malm. Im schweizerischen Jara trennte früher Thubmann aach den
Lias, als selbständige Grappe ab and theilte dann den Jara im engeren
Smn in Unter-Jara oder Oolühgruppe, Mittel-Jara, der in Oxfordgruppe
nnd Coralgruppe zerfiel, and Ober- Jara oder Portlandgruppe. Später
tbeilte er die Portlandgrappe in drei Untergrappen, das Astartien, Strom-
Üea and Virgulien, Derselben Eintheilang ist Gbxsslt gefolgt Neaere
Theilangen sind besonders von Qusnstxdt, Offxl, Mösoa o. a. vorgeschlagen
worden.
rHURiCANN, Leth. Brunt. Schw. Dks. 1861 ; QüBNSTEDT, Jara, 1858 ;
Oppbl, Joraform. 1858 ; MOSCH, Aarg. J. 1867.
wd in doppeltem Sinn gebiucht: zmächst sar Bezeieknoag aller im
teageUrg vorkoamendeii Kalksteine ; häufiger, in geologiaeher Bedevt«^^,
132 Juranagelfluh — Kalkoagelflnh.
für Kalk der Formationen des Jnrasystems, vom Lias aufwärts bis in den
Portland. In letzterem Sinn spricht man yon alpinischem, dentschem n. s. w.
Jurakalk.
Jnranagelflnli.
Tongrische oder miocene Nagelflnh, ans JurakalkgerOllen zusammen-
gesetzt. Häufig in den Jurathälem der Westschweiz und auf den Hoch-
flächen des nördlichen Jura. S. Nagelfluh.
Jnrensismergel Qüenst.
Graue Mergel und harte Enauerbänke, worin Ämmon. jurensis mi
A. radians bezeichnend sind. Wenige Meter mächtig, nach Zerstörung der
weichen Mergel oft nur durch einige Knauer, angezeigt Es sind die
obersten Schichten des Lias, bedeckt von den Schichten des Amm. tonüows
oder A. opaUnm des Braunen Jura.
Kainozoische,
oder Cenozoische, Cainozoische Formationen. Der geologischen Epoche
angehörend, in welcher die Säugethiere in grösserer Zahl und Mannig-
faltigkeit aufgetreten sind. Sie zerfallen in die tertiären und quartären
Formationen.
Kalkbreccien.
Aggregate eckiger Ealktrflmmer gleicher oder ungleicher Art, aach
wohl mit einzelnen Bruchstücken anderer Steinarten, Thonschiefer, Quarz,
Homstein u. s. w. S. Chablaiskalk, Hornfluhgestein, Niesensandstm.
KalkgUmmersclilefer.
'Graue Schiefer Studeb z. Th. Schistes lustr^s Lobt z. Th. Schiefrige
Gemenge von Kalk, Quarz, Thon, Glimmer, worin bald der eine, bald der
andere Bestandtheil vorherrscht. Stets mehr oder weniger aufbrausend.
Der Glimmer, meist weiss oder grau, theils in deutlichen, metallartig
glänzenden Blättchen, daher die Steinart leicht mit Glimmerschiefer za
verwechseln ist, theils in zusammenhängenden üeberzügen der Schiefer,
schwankend zwischen Glimmerschaum und glänzendem Thon. — Die Stein-
art ist ein Hauptglied der Orauen Schiefer (s. d.) und mit diesen sehr
verbreitet in der Mittelzone des Alpensystems.
Ealknagelfliili.
Gonglomerate von sehr vorherrschenden KalkateingeröUoi, oft mit
Eindrücken. Die alpine Ealknagelfluh enthält dunkelgraue GtorüUe von
KalkBchiefer •— Kalksinter. I33
Alpenkalk und bildet oft mächtige Bänke in den NagelflnhgebirgiBn , am
ftoflsern Rand der Ealkalpen, im Entlebuch, am Rigi, Speer, im Bregenzer-
mild. Yerschieden davon ist die Nagelfloh, die von Gnggisberg und der
Sense, mit Unterbrechungen, Aber Gh&tel-St Denis nach dem Genfersee
fortsetzt; ihre Gerolle, vorherrschend Kalk, sind zwar grossentheils auch
alpinisch, ein beträchtlicher Theil erinnert aber durch helle Farbe und
Oolithspuren an Jurakalk. Entschieden jurassischen Ursprungs ist die in
den Jurathälem vorkommende Jnranagelfluh (s. d.).
KalkseUefer.
Calschiste. Schiefriger oder dünngeschichteter Kalkstein, öfters mit
Thongehalt. In verschiedenen Formationen der Alpen und des Jura vor-
kommend.
Kalksinter.
Ealktnf , Travertin. Als Felsart bildet der Kalktuf in der Schweiz
nur locale, beschränkte Ablagerungen, zuweilen von 10 — 20"" Mächtigkeit,
ans neuester, höchstens quartärer Zeit und meist, durch fortdauernden
Niederschlag der Quellwasser, noch im Anwachsen begriffen. Der Kalk ist
bräunlich weiss, dicht, oder erdig und zerreiblich, voll Poren und Löcher,
öfters von festem Zusanunenhalt , daher er, als leichter und ausdauernder
Baustein, häufig benutzt wird. Nicht selten enthält er AbdrOcke von
Moosen, Gräsern, Blättern oder Schalen von Helix, von in der Gegend
lebenden Arten. Die Vegetation scheint, durch Entziehung der Kohlen-
8&ore, den Niederschlag zu bedingen (Nscksr, Bischof). Beträchtliche, oft
groteske Felspartie'n bildende Massen sind nicht selten im Gebiete der
Molasse, so in den Umgebungen von Genf und in der Waadt, bei
Bern (Reichenbach, Toffen, Fultigen), im Canton Zarich Töss-
thal, Rorbas, Eglisau). Häufig auch finden wir sie im Gebiete der
Kalkalpen bei St Jeoire, beiMeillerie, ausgezeichnet bei Montreux
(Tovet), bei Weissenburg im Simmenthai. Auffallend ist das von Neckib
angefahrte Vorkommen bei Foully, gegenüber Martigny, am Fuss der
Oneissgebirge. Wie zu erwarten, fehlt der Kalktuf auch im Jura nicht
und wird hier ebenfalls als Baustein, zu Mörtel, oder der erdige als Kalk-
land benutzt
In anderer Form erscheint der Kalksinter als Stalaktiten und
Stalagmiten, oder Tropfstein, kiystallinisch kömig, oder faserig,
eoQcentrisch schalig, in Höhlen vieler Kalkgebirge, am Harz, in Franken,
Kndn. Sowohl die Höhlen der Kalkalpen (Mont Brezon, St Mau-
rice, Schafloch, Beatenhöhle, Pilatus, Wildk*irchli etc.), als
■
184 KalkiteiA.
die noch zahlrekli^en m Jura mlgea indess keine, oder nur aü n n dM
Anfänge von Trop&teinbildiing. Bmedbl, der den Toivisten die Ttfatebh
felsen Yon Montreux and Brent, oberhalb Glarens, empfiehlt, emik*
keiner Stalaktiten in den vielen BU^len des Mont Naje. Am Grta»
kerg, oberhalb Habkeren, ist indess in insererZeit dne HOhle entdedt
worden, worin weisse krystallinische Stalaktiten sich gebildet hatten, A
aber von den Besudiem bald zersUM wurden. Auch die Höhle des Wild*
kirchli bei Appenzell soll fraher Stalaktiten enthaken haben. — Yieb
Höhlen in den Alpen und im Jura sind £ishOhlen und WetterlGcher.
Eine andere Art der Sinterbildung ist die Mond- oder B er gmileh^
welche mehrere Höhlen der Ealkalpen auszeichnet, sobeiWeissenburg,
in Lauterbrunnen, am Pilatus, auf Ebenalp in AppenzelL
Neoker, Etades, 1841 \ Esgher, Zürich, Gemld. d. S. 1844. — Ocbcr
Höhlen: Bbidel, Cons. Baisse VI, 1856; EOLI, Höhlen des Eben-
Blpst. 1865; Browns, Jcecaves, 1865.
Kalkstein.
Kohlensaure Kalkerde. Krystallinisch kömig, rerwadisen krystallinisdi,
oolithisch, bis dicht und erdig. Weiss, gelblich oder graulich weiss, gras
bis schwarz, grttn, gelb, br&unlich roth. Dflnngeschichtet oder sdiiefrig, sb
Kalkschiefer \ h&ufiger in fuss- bis meterdicken, zuweilen durch dttnne Thoih
lager getrennten Schichten; auch ungeschichtet, in mftditigen, sehr zerspattenei
und in Trammer zerfallenden Massen. Der geschichtete Kalkstein oft reld
an Fossilien, mit erhaltener nrsprOnglicher Substanz oder als Steinkene.
Foroamniferen n. a. mikroskopische Organismen büdoi oft den Hanptbestand-
theil des Kalksteins. — Selten rein von medianischen oder chemischn
Beimengungen; YOn Kohle und Bitumen im grauen nnd schwarzen Kalk,
die sich in der Hitze weissbrennen (s. 8iinksiein)\ tou Eisen im gelbsi
«nd brannrothen Kalk; tou Eisensilicat im grOnen nnd grflnlich schwar-
zen Kalk (s. Chamosii und GlauconU); von Kieselerde, medianiscb, sb
Sand, im Qrobkalk, chemisch im Kieselkalk ; von Thon im thonigen /foft*
siein; von Talkerde im dolomüischen Kalk. — Der Kalkstein in dieses
^rschiedenen Abänderungen k<Hnmt in allen Zonen des sdiweizerisdiai
Oebirgs- und Hügellandes vor. Kömiger weisser Kalk, salimseher Marmor ,
im krystallinischen Hochgebirge, daselbst auch grauer dichter Kalk
(Engadin, Bernina, Zermatt, Ohamoniz); weisser, graner, gelber,
brauner und brannrother, dichter, verwachsen krystalliniscker Kalk ai'
Bogeastein im Jura; grauer bis schwarzer, dichter oder verwadisea
kystallinischer Kalk in den nördlichen Kalkalpen; rother dickter KaO;
C. ammonUic<Hrosso , in den sodlichen Kalkalpen ; UtuninOaer KaUc ii
KalkthoDBohlefer — Karrenfelder* 186
itoB und jßag&rn Fonnationeii der Alpen, des Jtra uid in dir Mokuse;
dolonifciscfaer Kalk in den Alpen; Kieselkalk, Gkaiftosit, OlaaeonH eben*
daselbst; thoniger Kalk in den Alpen und im Jon; Kalktaf im Dilatial*-
nnd AlluTialgebirge der Alpen, des Jnra nnd der Mittelschweiz.
Ealkthonsehiefer
sind anfbransende Thonschiefer oder Dachscfaiefer. Sie bilden die Tor-
berrschende nnd bezeichnende, oft mit Fncoiden bedeckte Masse der Flysch-
lefaiefer. Kicht TerscUeden ist aber auch ein beträchtlicher Theil der
Granen Schiefer, nnd hei ttmehmendem Glanz, schliessen sich diese dem
Kalkglimmerschiefer an.
Kalktaf.
& KaUninter.
Xarnisdie^tiife Mojsu.
In der oberen Trias der Alpen, nnter der Rhfttischen, Aber der
Korischen Btnfe. Sie zerfilllt,- von oben nach nnten, in die Larische nnd
die Badiotische Gmppt.
MOJ8ISOVIO8, Obere Trias, Jb. d. RA. 1869.
KarpatheiiMiidsteliL
Dnnkle, seltener hellgraue feste Sandsteinplatten nnd Schiefer, petro^
graphisch Obereinstimmend mit Wieneisandstein, Macigno, Flysch nnd die^
selben Fucoiden enthaltend. Vorherrschende Steinart eines grossen Theiles
der Karpathen. Nach Fossilien des Kalksteines, die mit dem Sand*
Mein Torkommen, von denen es indess zweifelhaft bleibt, ob sie mit dem
Sandstein von gleichem Alter sind, oder ob der Kalkstein in grossen
Trflmmem Ton ihm umwickelt wurde, glaubt Horkvxogbb den Karpathen-
amdstem in ider Stufen absondern zu sollen, dem Neocom, ürgonien,
GauU nnd dem NummuUtenkalk oder Eocen angehörend, eine Ansicht,
der auch t. Haüxb beitritt. Später fügte Hoanncoosa noch Stufen der
jflngem Kreide hinzu.
HOHEICBOOER, Nordkarp. Jb. d. RA. UI, 1852 ; — Nordkarp. 1861 ;
y. Haubb, Jb. d. RA. X^ 1859.
Karrenfelder.
SelMtten, Lapiaz. Nackte KalkflÄchen, die tod zoU- bis klafter-
tiefen Fardien (Karrm), im Sinn der Falllinie, durchsägt sind. Die
136 Kelloway — Kies.
Zwischen^nde oben oft in eine scharfe Kante auslaufend und eben&llB
nach der Falllinie gefurcht. In den nördlichen Ealkalpen hftofig and ta-
weilen in meilenweiter Ausdehnung vorkommend.
Kelloway.
S. GalloTien.
Keuper.
Oberste Abtheilnng der Triasgmppe; mit ihrer tiefsten Stufe, der
LetienkohlBf an den Muschelkalk, mit ihrer höchsten, der Rhätischen Stuft,
an den Uas angrenzend. — Der Keuper im J u r a trägt den Charakter
de&jenigen in Schwaben und Lothringen. In der Höhe herrschen bwUe^
gelbe, rothe und grflne Mergel (Mames irisies), tiefer folgen Bänke yod
Dolomit oder dolondiischem Kdlky z. Th. mit Fossilien, und wieder Mergel,
die sich nun mit Streifen und oft mächtigen Nestern von Gyps yerbinden^
und in der Tiefe liegen grflnliche Sandsteine mit PflanzenOberresten, Keuper-
Sandstein^ welche mit den schwarzen Mergeln der Lettenkohle abschhessen.
Die Mächtigkeit der ganzen Lagerfolge des Keupers ist sehr ungleich nnd
steigt im nördlichen Jura von etwa 20 bis gegen 200"". — Sehr viel anders
zeigen sich die Verhältnisse in den Alpen, so dass erst spät die Gleich-
zeitigkeit des alpinen und jurassischen Keupers erkannt wurde. Schon
die Mächtigkeit, die im alpinen Keuper zu mehreren lOGO"" hohen Gebirgen
anwächst, unterscheidet beide Bildungen. Aber auch die Steinarten nnd
Fossilien sind sehr abweichend. Der alpine Keuper erscheint wesentlich
als eine Kalkstein- und Dolomitbildung. Unter dem Lias liegt der mächtige
Dachsteinkalk mit den Kössenersckichten ^ oder die Rhätische Chruppe;
dann folgt, ebenso mächtig, der Hauptdolomit, in der Höhe mit PlaJtiWr
kalk, unten mit Gyps und Rauchwacke verbunden; unter diesen liegen
die fossilreichen grauen Thone der CardUa- oder Baibl&'schichten , und
nun wieder eine mächtige Kalkbildung, der durch seine globosen Ammonitett
ausgezeichnete Hallstädterkalk, unter welchem die Partnach- und Wenger-
schichten, der Lettenkohle entsprechend, die Schichtenfolge gegen den
alpinen Muschelkalk begrenzen.
. Kies.
Gravier, Terrain de transport, Diluvium und Alluvium z. Th. Der
mehr oder weniger deutlich, oft sehr unklar geschichtete, zuweilen mit
Lagern und Streifen von Sand und Lehm, nach denen man am besten die
Schichtung erkennt, abwechselnde Kies ist eine Bildung der Quartärzeit
und liegt, in einer Mächtigkeit von zuweilen 50°*, in der flacheren Schweiz
Kicß. 137
mf der Molasae, oder noch jungem Büdangeo, in horizontaler Lagerung,
bis n einer bestimmten Höhe ihre Unebenheiten ausgleichend und weite
Eb^en bildend, oder in Terrassen die Ströme einfassend. Die GeröUe von
ES- bis Apfelgrösse, selten über Eopfgrösse, gerundet und öfters abgeplattet,
sind, oft bis zunächst an den Fuss des Jura alpinisch, dunkle Kalk- und
Sandsteine, Quarz, Gneiss, Granit, oder aus der Nagelfluh stammende Fels-
arten. In den Jurath&lern und an einigen Stellen, wie bei Ins, auch
aosseihalb, besteht jedoch der Kies aus Juragesteinen. Die GeröUe liegen
meist lose im Sand. Zuweilen sind sie, mit diesem, durch Kalkleim Tor-
kittet, so fest dass am Rande der Stromthäler sich nackte, sogar Über-
hängende Felsabstürze bilden, die man auch wohl diluviale Nagel-
flnh nennt. Von der tertiären Nagelfluh der Molasse unterscheidet sich
dieser feste Kies durch häufige, oft mit Kalksinter ausgekleidete Poren,
die sich zuweilen zu kleinen Höhlen erweitem, und auch die GeröUe tragen
(rft diesen weissen Sinterüberzug, zuweilen mit anhaftendem Sand.
Mit dieser dUuyialen Nagelfluh stimmt ein Conglomerat überein, das,
seiner Porosität wegen, als löcherige Nagelfluh bekannt ist und, im
G^nsatz zu dem in den Thalgründen sich haltenden Kies, besonders in
der Ostschweiz und auch nördUch yom Bodensee, den oberen Rücken
der Hügel, z. B. den üetliberg bei Zürich, bedeckt. Auch die löcherige
Kagelfluh enthält nur alpinische, besonders dunkle Kalk-, Sandstein- und
weisse QuarzgeröUe.
Die Kieslager zerfaUen, in Beziehung zu dem sie trennenden Gletscher-
Bchntt, in jüngere, Alluvion des terasses Fayrs, und ältere, Allution
andenne Favbe. In vielen Gegenden der Ost- und Westscbweiz fehlt der
ältere Kies , der Gletscherschutt liegt unmittelbar auf dem Tertiärgebirge
nnd wird, mit oft sehr unebener Trennungsfläche, von dem horizontal ge-
schichteten jüngeren Kies und Sand bedeckt, welchem oft auch GeröUe des
Gletscherschuttes sich beimengen. In andern Gegenden, wie beiUtznach,
am Ansfluss der K an der in den Thunersee, unterhalb Genf und weit
nach Frankreich hinein, im Gebiete der italienischen See'n,wird
dagegen der Gletscherschutt yon der Molasse oder älteren Bildungen ge-
trennt durch oft mächtige Ablagerungen von Kies, der, meist horizontal
geschichtet, abweichend auf der oft schief oder senkrecht geschichteten
Molasse ruht. Diess ist die schon von Elh de Beaumont und später yon
NscKXE als Allucum andenne bezeichnete BUdung.
Im jüngeren Kies sind an mehreren Stellen Zähne und Knochen Ton
Mammuth, Nashorn, Rennthier u. a. Landthieren gefunden worden.
Ber ältere Kies ist die Lagerstätte der Schieferkohlen, schiefrigen
Braunkohlen mit noch bestimmbaren Holzarten, besonders Föhreni
188 Kieselkalk.
TftBiieii, Birken, andi Schilf arten u. a. Qewächsen, die n
Utsnach, Dttrnten, Mörschwyl aoegebeatet werden. TonTh]e^
arten haben sich, theils in der Schieferkohle selbst, theils in dem Kiei,
verschiedene Ktferarten imd üeberreste von Eleph. anüqtms^ BMnoc
MerhU, Uraus gpelaeus, Bos primig, n. a. gefdnden.
Der jflngere Kies wird wohl allgemein als eine Strombildnng an^ksmit
üeber die Entstehung des älteren Kieses nnd der löcherigen Nagelfinh sind
die Ansichten getheiit. Die einen erklären sie ebenfalls als AblagenrngsA
yon StrOmen nnd sind 2. Th. geneigt, die löcherige Nagelfinh noch als
jttngstes Tertiärgeburge zu betrachten, die anderen vereinigen sie mit dem
Gletscherschntt als Gnmd- nnd Seiteomoränen.
Studbb, Mol. 1825; EuB de Bbaumoht, Ann. des sc. nM. 1829;
MoDSSOM, Baden, 1840 ; Nbokbb, Etnd. gdol. 1841 ; Eschbb, Zürich,
Gem. d. Schw. 1844; Schill , Tert. Abi. 1858; Bbsb, Urwelt»
1865 ; Faybb, Savoie, 1867 ; MChlbbro, Errat. Bildg. 1869.
Kieselkalk.
Homogen erscheinende Kalksteine, härter nnd schwächer anfbiansend,
als reiner Kalkstein, mit grösserem oder geringerem Gehalt von Kieselerde,
mechanisch innig eingemengt, oder in chemischer Yerbindung. Dass Kalk*
steine dieser Art in der Schweiz, sowohl im Jnra, als in den Alpen, vo^
kommen, ist nicht zweifelhaft, man hat sie in den Ostalpen nnd in der
Schwäbischen Alp gefunden, nnd auch schweizerische Eoilksteine lassen,
nach ihrer Härte, anf einen Kieselgehalt schliessen. Aeossere Charaktere
genfigen indess nicht, da auch andere Beimengungen sie erzengen können;
chemische Analysen unserer Kalksteine werden aber bis jetzt Termisst.
Als eine besondere Stufe, wahrscheinlich dem Yallengien entsprechend, wd
Kieselkalk von Kaufmann in der Grundlage des Neocomien am Pilatus
angefahrt, und dieselbe Steinart kommt in andern Theilen der Alpen, in
derselben Lage, vor. Es ist ein sehr zähes Gestein, das am Stahl Funken
gibt, schwarz bis dunkelgrau, die verwitterte Aussenfiäche meist rauh bis
schwammig, zuweilen rostbraun. In Säuren aufbrausend nnd ein Kiesel-
skelett hinterlassend, das sich zerdrficken lässt. Selten fehlt fein ein-
gesprengter, mit blossem Auge kaum erkennbarer Schwefelkies, und auch,
zuweilen dicht gedrängte, meist jedoch sparsam zerstreute Glauconitkörnchen
mögen zu der braunrothen Aussenfiäche beitragen. Die wenigen, oft fehlenden
Petrefacten gehören dem Neocomien an. Aus den Appenzelleralpen Alhrt
EscHiB Jcmira aiava, Pygums rostratus und einen gUtten Pecien an.
Auch enthält die Steinart daselbst grössere Kieselknollen. Die Stufe ist
in V^ bis 1 Fuss dicke Lager abgesondert und erreicht, am Pilatus,
eine Mächtigkeit Ton 100 bis 150 Meter.
' Kaufmann, Pilalus, 1867.
Kieselmerenkalk — Kinumeiidgemergal and -kalk. 1S9
KiesebdeMiikAlk Fm>mh.
& CaiftiUos.
Kieselsdüefer.
Dttnngescliiehteto Eieselinasse, dwch Kohle, ESsenoxyd, Thon, als Bei-
neDgong, ondiirdisichtig, schwarz, gran, grftn, roth. Der Kieselschiefer
ist ehi gewMmlicher Begleiter von Granwacke und Thonschiefer des Uebeiv
gangsgehirgfl und ist, da dieses in der Schweiz nicht vorhanden ist, kaum
SB erwarten. Was TnonALn als Kieselsdiiefer anfl&rt, ist wohl eher
Jaspis zn nennen.
Kimmeridge-mergel nnd -kalk.
Etage Ptirocerien, Et. Strombien Thüsmahk; Mames du Hanno
Habooü. Oelbüch grane Mergel nnd merglichte, lockere Kalksteine. Oft
ToU Fossilien, nnter welchen Pteroc. Oceani^ Myiilus jurensis, Pinnigena
Saussuri und viele Myen bezeichnend sind. — Eine der obersten Stufen
des Jora, deren Begrenzung aber verschieden anfgefasst wird. Nach Thub-
MAmr, nnd mit ihm Giibsslt, Maboou, GrapFnr, Jaooard, liegt me auf dem
Astaitien (Söqoanien Masooü) und wird bedeckt vom Yirgnlien oder Port*
landien; Oppil vervinigt diese drei Stufen zu einer Kimmeridgegruppe; ihm
Mgen aneh C. Matsb imd Mosch. De Lobiol, Pxllat nnd Cottiav geben
abenfaUs der Kimmeridgegmppe diese grosse Ausdehnung, theilen sie aber
la die vier Stofen, von nnten an, Siquomien^ PUracerienj VirgtUien nnd
Portiandien. — Durch PetreSactenreichthom ist besonders die Umgebung
T«a Porrentrny (An Bann6, Coenve, Gourgenay) berühaH
Die mchtigkeit daselbst beträgt 16"; in andern Gegenden des Jura wird
•ie (n. Gbwslt) zehnmal so stark angegeben. Im (Vstlichen Jura verändert
sich der petrographische nnd paläontologische Qiarakter. — * Noch mehr
ist diese der Eall in den Alpen. Bei Wimmis liegen nnter dem Coralrag
deetUdie, fossdicke Schichten von sdiwarzem Kalk, welche die Fbuna des
Kimmeridge enthalten ; man findet dieselben wieder beiBoltigen im
SinuBenthal nnd hier in ihren tieferen Lagen Nester von Steinkohle, die
längere Zeit ausgebeutet worden sind. Die Formation setzt dann, durch
die Gebirge von Saanen nnd Sepey, nach dem Chablais fort, wo,
auf der Alp Darbon in T. d*Abondance, ebenfalls Steinkohle, von
EnuneridgefossilieB begleitet, abgebant wird.
THUBMAim^ Soal^. J. M. de Strasb. 1, 1832; firuDflft, Westl. 8. A.
1834 ', — G. d. S. II, 1853 ; Oppbl, Jaraf. 1858 ; DB LoBiOL, FULat
et GOTTBAü, Monog. du Portlandien, 1866 et 1868.
140 Klansschichtea — fKnaner.
Klansselileliteii.
Braonrothe bis ziegelrothe, oft ooliihische Kalksteine, reich aaPetre-
üacten, besonders Ammoniten, A. KudemcUschi, A, subobtusus, Ä, Eii-
desianusj A. subradiatus , - A. Martinsi, Terebraieln, KhynchoneUm
XL a. Fossilien, die dem hohem Biyocien angehören. Auf der Elans-
alp bei Hallstadt, wo sie ungleichförmig auf Dachsteinkalk liegen. In
der Schweiz entsprechen ihnen, nach Zittkl, die grauen, merglichten Kalk-
steine der Plattenheide, am Nordabfall der Stockhornkette.
Oppkl ist geneigt, auch die Eisenoolithe vom Oberblegisee am Glfir-
nisch damit zu yerbinden.
y. Hatteb, Jb. der RA. 1853, p. 764-, Gümebl, B. Alpen, 1861-,
Oppbl, Zt8. d. g. G. 1863, p. 188; Zittbl, Jb. d. RA. 1868.
Kllnggteln.
S. Phonolith.
Klippenkalk.
Vorherrschend rothe, fossilreiche Kalksteine, die in einem grossen
Bereich der Karpathen aus dem Fucoidensandstein herrorragen und
z. Th. zerrissene Felskftmme bilden. Zuerst von Püsoh als Klippenkalk
beschrieben, yerglich sie Ziüsohioeb sp&ter dem rothen Ammonitenkalk yon
Royeredo und der Yenetiaoeralpen. Die Petrefacten lassen, nscb
Waaokn, wenigstens drei yerschiedene Formationen erkennen; eine obere,
mit Terehr. diphya, entspricht der Tithonischen Stufe yon Oppkl, die
mittlere scheint mit der Kimmeridgegruppe, die untere mit der Oxfordgrappe
ttbereinzttstimmen. Bei S. Veit, W bei Wien, umschliesst der Wiener
Sandstein ebenfalls graue und braune Kalkschichten, in denen man die
ganze Formationsfolge, yon der Rhätischen Stufe bis in das Neooom, durch
zahlreiche Petrefacten bezeichnet findet. Das Vorkommen hat grosse Aehn-
lichkeit mit dem des Ch&telkalks zwischen dem Aarthal und dem (jenfersee.
Posch, geog. Besch. ▼. Polen II, 1836 ; Zeuschnbr, Leonh. Jb. 1846;
Waagen, Benecke Btg. 1868; Qbibsbach, d. Jora v. S. Veit Jb.
d. RA. 1868.
Knauer.
Rundliche, cylindrische, kuglichte, zuweilen aufSallend geformte Eis-
schlüsse fester Thon-, Kalk- oder Kiesehnassen in leichter zerstörbaren
Felsarten.
Knaaermolaase — Kolilensandstein. 141
Knanermolasse.
Molassesand oder lockere Molasse, worin knanerartige , bald fassdick
anschwellende, bald fast zerreissende harte Lager, oder auch isolirte
Knaner Torkommen und oft weit aas der Sandfl&che herrorstehen. Die
Snaaer bestehen, theils ans homogenem graaem Eieselkalk Ton grosser
Festigkeit, theils ans harter, feinkörniger,' oder aach grobkörniger Molasse.
— Die Enanermolasse kommt vorzüglich nach dem Jora hin yor and
gehört wohl immer der Süsswassermolasse an.
Studbr, Mol. 18'Z5 ; MoussoN, Baden im Aarg. 1840.
Knollenschichteii.
Die Benennung ist fQr Bildungen sehr angleichen Alters gebraucht
worden. Gümbbl bezeichnet damit, einerseits, die Enanermolasse, anderer-
seits eine Abänderung des Guttensteiner- oder alpinen Muschelkalks , ein
Lager von grauem Schieferthon, das Knollen von Mergelkalk mit gelblich
braoner Yerwitterungskmste enthält. — Mösoh nannte früher Enollen-
scMcht eine stellenweise vorkommende Ausscheidung an der oberen Fläche
der Wangenerschichten, nur wenige Zoll, zuweilen auch bis 40 F. mächtig,
voll Kalkknollen und vielen Petrefacten in grünlichen Glauconitmergel
gehüllt. KnoUenschichten nennt Kaüthakn die knolligen Kalk- und Schiefer-
sdiichten des Neocomien am Pilatus (s. Drusbergschichten).
OüKBEL, B. Alpen, 1861 *, MöSCH, Verh. in Luzern, 1862 ; — Aarg.
Jura, 1867; Kaufmann, Pilatus, 1867.
Eobalterze.
Mit Kupfer- und Nickelerzen enthält das Anniviersthal im
Wallis auch Kobalterze, meist Kobaltglanz und Speiskobaliy die noch
im Anfang des vorigen Jahrhunderts zu einem in Ghippis befindlichen
Blanfisrbenwerk benutzt worden sind. Auch im Eringer- und Bagne*
thal sollen Kobalterze vorkommen.
Ghasfbntxbb, Helvet. Almanach, 1820; GntABD, Wandgn. 1855.
KoUen.
8. Anthracit, Steinkohle, Pechkohle, Braunkohle.
KoUensandstein.
8. Anthracit.
148 Korallenkalk — ErystalliDische SohieüBr.
MMnSk&aikäÜL
S. Gorallien.
Kossenerscldcliteii.
CkinriUiraschichtai Emhbk», Oberer MusehelkeEper Qxnam^ A a Mg o lH"
schicliten Stoppaki, Bonebed, AvicalapCoDtortaschichteii. S. Bonebed «ad
Gontortasckiehteii.
Krebsscheerenkalk Qcxnbt.
S. SoleDhofenschiefer.
Kreide.
Die mit dieser Beneaniuig bezeichnete Gruppe mamügfaltiger Kaft^
formationea, die, im sttdlichen Eagbuid und bei Paris» mit der weiisoi
schreibenden Kreide nahezu abschliesst, ist in den Alpen und im Jura
stark yertreten. S. Ereidegmppe. Die weisse Kreide, in ihrem Buaerar
kglflchen Habitns, fehlt der Schwdz nnd ihren Umgebmigen.
Kreidegmppe.
Oberste Stufe des Secundärgebirges oder des Mesozoischai Systems,
zwischen der Juragruppe und der unteren Tertiftr- oder Eocengruppe«
Früher Ton unten nach oben getheüt, in den Schweizeralpen, in Spa-
iangenkalk, Schratienkalky OauU und Seewerkalk, dann, allgemein, yon
d'Obbiont, in Neocomien, Urgonien, Apüen, Albien, Cenomanien^
Turonien, Senonien, Datden, von denen die Tier oder drei ersteren
auch als untere, die ^er oder fünf letzteren als obere Kreide bezeichnet
werden. Oft wird die We<üde$Aildung, mit Ausnahme des noch zum Jura
gehörenden Pnrbeckkalkes, unter das Neeconüen beigefiElgt, oder, als Sfls»-
wasserbfldung, dem tieferen, marinen Neocomien parallel gesetzt, ^liler
sind noch beträchtlich viel neue Stufen eingeschoben worden,, tos denen
indess, in unseren Alpen und im Jura, einstweilen nur das Vaiangien grössere
Bedeutung gewonnen hat. S. Weisse Kreide.
Kristallinische Sclilefer.
Allgemeine Glassbenennung filr krjstaUinisch schiefrige Felsarten, wie
Oneiss, Glimmerschiefer, TalksehietBr, Ghloritschiefer , Homblendschiefer,
CipoUin, Gasannaschiefer, Grüner Schiefer, Glanzschiefer.
Kapfererze ^ Lsedonien* 14$
Kifferene.
In ftlterer Zeit ist in B ü a d e n und eeiner Umgebung Öfters auf
Kupfer Bergban getrieben worden, aber ni^nals mit Erfolg. Die Erze,
meist Fahlerz und Kupferkies, stehen gewöhnlich in Verbindung mit
Bkiglanz. Auf ein Lager Yon Schwefelkies, Kupferkies und Fahlerz, das
inY. Sampnoir, am N Abfall des Piz Mondin, in Grünem
Schiefer liegt, wurde vor nicht langer Zeit gebaut; früher auch wiederholt
anf Fahlerz und Malachit im Verrucano bei F i 1 i s u r. Längere Zeit
wurde in der Ochsenalp, oberhalb T i n z e n, kupferhaltender Schwefelkies,
ifST im Serpentin bricht, auf Vitriol benutzt. Den besten Erfolg sollen
die Kupferkiese yersprochen haben, die in Schams und in Ponteljes
bei T r n s ausgebeutet wurden. Auch im südlichen Bünden hat es nicht
an Versuchen gefehlt. So in der Umgebung des Silsersees in Ober-
ei^adin, wo Kupferkies und Fahlerz im Casannaschiefer yorkommen, so
such un Nordabfall des Muretpasses. — Im Wallis sind Gänge
T<m Kupferkies, FcMerz und Anninit, ein Wismuth-Fahlerz, die im
Anni vie Tsthale den Grünen Schiefer durchsetzen, in den letzten
Jahrzehndeii abgebaut und, Tor einiger Zeit wieder, besonders auf Wis«
mnth, neu in Betrieb genommen worden. Zu den ältesten und früher
reichen Gewinn gewährenden Gruben gehören die Ton Ollamont in
Tftlpelline, am südöstlichen Fuss des M. Velan. Die Erze, Kupferkies
nid Schwefelkies, brechen im Grünen Schiefer. Der Abbau wird, obgleich
schwach, noch fortgesetzt. Dagegen ist die Kupfergrube anf der Mürt-
Bchenalp, südlich vom Wallensee, von der man sich Grosses versprach,
wieder yerlassen worden. Die Erzlager, Buntkupfer, Fahlerz und Kupfer-
glänz, liegen, theils im Verrucano, theils an der Grenze desselben und
des aufliegenden Kalks, Vanskalks (s. d.).
Selb, Reise, Studien v. Leonh. n. Selb, 1812; y. Salis, Granb. Jb.
1861 ; Theobald , Bünden 1 , 1864 , II , 1866 ; Qi&asd , Wandgn.
1855 ; Obrlach, Süd- Wallis, 1871 ; OSSBNT, Erzlager in Anniviers,
Berg- und Hütten-Ztg. 1868 und 1869 ; RoBlLAm' , Academie de
Torin, 1784; StOhr, liUrisch. Scfaw. Dkschr. XXI, 1865.
Lacimosascliieliten Mosch.
Nach Bhynch. lacunosa. Aeltere Benennung der Birmensdarfer-
»ekiehten (s. d.)
Laedonlen Haboou.
Galcaire subcompacte Thubmann, unterer Hauptrogenstein. 8. Calc»
144 Lagenalissebichteii -^ LaTezeiein.
Lagenalisschlckteii Oppkl.
Mit Terebr. lagenalis. Forestmarble und Cornbrash; Calc. roox
Bableox und Dalle nacrSe Thübm. Obere Yarianssch. Mosoh. Oberste
Stufe des Bathonien und Dogger. Ueber der Digonazone, unter der Macro-
cephaluszone, oder dem GalloTien. S. Cornbrash.
Landschneckenkalk^
mit vielen Hdix und Pupa, heisst im Mainzerbecken eine beson-
dere Facies dbs Cerithienkalks und ist nicht zu Yerwechseln mit dem
flchweizerischen Helicitenmergel des Jura.
Langhien.
Etage Langh. Pabkto und G. Matkb. Froher Etage Mayencien C. M^ns.
— Benennt, yon Paseto, nach den Hügeln Lang he, auf der Nordseite
des Apennins im südlichen Piemont und als Mittel-Miocen bestimmt, ent-
sprechend fossilreichen Molassensehichten der Superga bei Turin
und der Umgebung yon Bordeaux. Derselben Stufe wird yon G. Maus
beigezählt : die Blättermolasse , Molasse grise , yon Lausanne, den
Pechkohlelagern der P a u d 6 z e , dem Etage aquitanien, aufgesetzt und
yom Muschelsandstein, Etage hely6tien, bedeckt; femer die Nagelfluh des
Napf, bei Luzern, am Hohen Bohnen, im Toggenburg u. s. w.
Pabbto, Ball. g^ol. 1865; G. Maybb, tabl. 1868.
Lapiaz«
In der französischen Schweiz gebräuchlich für Earrenfelder, s. d.
Larische Gruppe Mojsis.
Obere Abtheilung der Kamischen Stufe, über den Gardita-crenata-
fichichten, unter der Rhätischen Stufe. Sie enthält, als unteres Glied, den
Wettersteinkalk oder Esinokalk, als oberes den Dachsteinkalk und die
Dolomia media.
IfOJSisowiCS, Obere Trias Jb. d. RA. 1869.
Layezsteln^
yon Layeggio Kochtopf. S. Topfstein.
Lelim — Lettenkolile. 145
Lehm.
Sandiger Thon, mit Säaren mehr oder weniger aufbrausend, beträcht-
lich Tiel Wasser aufnehmend und fest haltend, weniger plastisch als Töpfer-
thon, mager anzufühlen, gelblich oder bräunlich grau, ungeschichtet. —
Zuweilen Streifen und Nester von Sand, GeröUe oder grössere Geschiebe,
fossiles Holz, Knochen oder Zähne (Manmiuth) untergegangener, oder noch
lebender Thierarten, Landschnecken einschliessend. — Theils, in Verbindung
mit Löss (s. d. ■, als jüngste Thalausfüllung, oder Bedeckung der Abhänge
des Hügellandes, eine fruchtbare Dammerde erzeugend, theils, in zuweilen
Tiele Meter mächtigen Ablagerungen, als Begleiter, oder Bindmittel von
Gletscherschutt (s. d.)-
Leithakalk.
Lichtgelber bis weisser Kalkstein, locker und porös, oder fest, beinahe
ganz aus organischen Trünmiern, von NulHporen, Bryozoen und Lorallcny
merglichte Einlagerungen aus Foraminiferen, bestehend; auch wohl erhaltene
Schalen oder Steinkerne mannigfaltiger Mollusken in Menge einschliessend. '
Als mächtige Ablagerungen in dem Wiener Becken und weiter südlich,
die wichtigsten Steinbrüche am Leithagebirge, südlich Ton Wien. Die
Fossilien des Leithakalks, ausschliesslich marin, setzen denselben in die
obere Miocenzeit, in die Helvetische Stufe von C. Mayeb, sie stimmen
grossentheils überein mit denjenigen der schweizerischen Molasse von
St. Gallen, Luzern, Belpberg und Bütscheleck.
SuESS, der Hoden der Stadt Wleu, 1862 ; Börnes, foss. Moll. 1851 u. f.
Letten.
Töpferthon. Bläulich grauer Thon, oft sandig, oder mit wenig Kalk
gemengt, daher schwach, häufiger nicht aufbrausend, im Wasser sich er-
weichend und plastisch werdend, im Bruch erdig, mager anzufühlen, un-
vollkommen schiefrig. Zu den jüngsten Ablagerungen gehörend, in Ver-
bindung mit Kies oder Torf.
Lettenkeuper Ggmb.
Lettenkohlebildung. S. Partnachschichten.
Lettenkohle.
Graue und schwarze schiefrige Thone und Mergel, welche mit Dolo-
mit- und Kalkbänken abwechseln und mit öfters bauwürdigen grauen Sand-
steinen in Verbindung stehen, bilden die Hauptmasse dieser Gruppe.
10
146 LeUsteiu — Lisa«
__ •
Charakteristisch sind, meist nur einige Zoll mflcfatige, Einlagerungen Ton
schwarzer Kohle, die, nach dem Verbrennen, einen starken Rflckstand Ton
Thon lassen. In den höheren Theilen der Gmppe besonders kommen anch
Adern, Nester und oft mAchtige Massen Ton Gyps Tor. Die Mergelschiefer
und Sandsteine enthalten eine grosse Menge yon Pflanzen ^ Zähnen «nd
Knochen yon Reptilien und Fischen, die Kalkbänke auch zahlreiche
marine Mollusken, An mehreren Stellen bilden die KnochentrQmmer,
Zähne und Coprolithen ein älteres Bonebed (s. d.). Die Gruppe bildet
in Lothringen, Schwaben and im schweizerischen Jnra den tieferen Theü
des Keupers, den oberen Dolomitbänken des Muschelkalks aufgelagert und
Ton den bunten Keupermergeln bedeckt. Die Mächtigkeit der Gruppe im
Berner Jura wird yon Gbsppin auf 30", im Aargau yon Mösch auf 6 bis
14™ geschätzt. Die oberen dolomitischen Kalksteine der Aargauer Letten-
kohle werden zur Fabrikation yon Fayence, die schwefelsauren Salze im
Gyps zu künstlichen Bitterwassern benutzt, dagegen ist die Kohle, welche
gewöhnlich yoll Schwefelkies ist, niemals benutzbar.
Mbbiak, ümgb. V. Basel, 1821*, MÖ6CH, Aarg. J. 1867; Gbefpir,
Jura Bern. 1870.
Lettstein Rengokb.
S. EfQngerschichten.
Letzischlchten Mösoh.
Astartien z. Th. Bräunlich gelber oder grauer S[alk, dicht mit musch-
ligem Bruch, im Anschlagen klingend, in dünnen Platten zu Lithographie
geeignet. Fossilien fehlen nicht, sind aber nirgends zahlreich. Die Mächtig-
keit steigt auf etwa 15"^, sinkt aber oft auf wenige Meter, oder die Stufe
fällt ganz aus. Sie liegt auf dem Knollenkalk der Wangenerschichten,
unter den Badenerschichten und wird yon Mösch als tiefstes Glied seiner
Kimmeridgegruppe betrachtet, im Niyeau des weissen / Qu. Es scheint
eine locale, auf den NO Jura, yon Ölten bis an den Randen, be-
schränkte Bildung.
Mösch, Aarg. Jura, 1867.
LIas.
Schwarzer Jura y. Büoh, Quznst. u. A. Unterer Jura Opfsl. —
Unterste Abtheilung der Juragruppe, oder auch, yon dieser getrennt, als
besondere Gruppe behandelt. Zwischen Keuper, als Unterlage, und Braunem
Jura, als Dach, erscheint der Lias gewöhnlich als eine Folge deutlicher
schwarzer Kalkschichten und schwarzer Schiefer, meist mit grossem Reich-
thum an Fossilien. Die Grenzen werden yerschieden, sowohl unten, als
LiassandstciD — Limonit. 147
oben, angenonunen , indem die Einen znin Kenper oder Braunen Jura
zfthlea, was Andere dem Lias beiordnen. Eben so wenig ist man ein-
Tentanden Aber die Eintbeilnng. Qükkstkdt theilt, Ton unten nach oben,
den Uas in sechs Formationen, bezeichnet mit a bis q. Oppel folgt der
Mntheilung von n'OsBioinr in jSftnemurien oder Unter-Lias, Liasien oder
Mittel-Lias, und Toarden oder Ober-Lias, unterscheidet aber ttberdiess im
Ünter-Lias 7 Zonen, im Mittel-Lias 5 Zonen, im Ober-Idas 2 Zonen.
MöBCH, der, fOr den Aargauer Jura, ebenfalls die drei Abtheilungen fest-
hält, trennt jede in 2 Zonen; Gbbppin, im Bemer Jura, unterlässt diese
Theilong; C. Matsb theilt den Unter- und Mittel-Lias jeden in 5, den
Ober-Lias in 3 Zonen. Im Neuch&teller- und Waadtländer-Jura wird der
Lias flberall Yon jungem Formationen bedeckt. — In den Alpen ist der
Lias, an mehreren Stellen, durch charakteristische Fossilien nachgewiesen,
in den Nordalpen bei Meillerie, Bex, Blumenstein, am Wallen-
86 e. In grösserer Verbreitung, aber petrographisch verschieden, in den
Ostalpen und Sttdalpen, ostw&rts vom Langensee.
Llassandsteln.
Im Allgemeinen bezeichnet der Ausdruck alle zum Lias gehörenden
Sandsteine, zonftchst aber, als Infralias, die, in mehreren Gegenden, mit
dem Bonebed verbundenen, oder als unterste Liasschichten auftretenden
Sandsteine, wie den weissen Quarzsandstein von Luxemburg und
Hettange, N von Thionville, den gelben Kalksandstein oder
sandigen Kalk in Schwaben. Im Schweizer- Jura sind diese tiefsten
Liasschichten vertreten durch die Insedenmergel der Schambelen
(s. d.), in den Waadtländer Alpen durch dunkle Mergelkalke. S. Infralias.
Lignit
beisst allgemein jede Kohle der jungem Terti&r- und Quartärformationen.
S. Pechkohle und Braunkohle.
Lfmonit.
Raseneisenstein. Die in schweizerischen Torfmooren vorkommenden
Streifen und Nester von Brauneisenstein sind nirgends von Bedeutung. Ob
das Bohnerz (s. d.) als Limonit zu betrachten sei, ist eine noch offene
Frage. — Im Jura wird auch ein kleinkörniger Eisenrogenstein, der
Lager und Nester im Valangien bildet und der ihn einschliessenden Stufe
den Namen gibt, Limonit genannt
X48 Lithodendronkalk — Lüner^chichten.
Llthodendronkalk Emmerich.
Lithod, clathratum ist mit Megalodon triqi^ter bezeichnend fflr den
Dachsteinkalk.
Lltorlnellenkalk .
Granlich weisser oder bräunlicher Kalkstein, f^st oder weich, ganze
Schichten ans der kleinen Litorinella (Paludina^ Bithynia) acuta zu-
sammengesetzt. Eine der ausgedehntesten und mächtigsten Stufen des
Mainzerbeckens, über den Gorbicula- und Cerithienschichten Sandb.,
unter den Braunkohlen der Wetterau. C. Mateb setzt den Litorinellen-
kalk in seine Langhische- (früher Mainzer) Stufe, in das Niyeau der
Grauen oder Blättermolasse yon Lausanne.
Lossls-schlchten Eschsb.
Aeltere Benennung der in das Bajocien fallenden Echinodermenbreccie.
(S. d.) Yon L ö s i s oder L ö s s i s , oberhalb Wallenstadt.
ESCHEB, Bcbrifti. Mitth. 1871.
Loss.
Kalkreicher, sandiger Lehm, grau oder gelb, ungeschichtet, in trockenem
Zustande locker und leicht zerreiblich, mit Wasser als Schlamm. Oft yiele
Schalen von Sucdnea, Helix, Pupa, Clausilia u. a. Landschnecken, auch
Zähne und Knochen grösserer Thiere, besonders yon Mammuth^ ein-
schliessend. Sehr yerbreitet und mächtig in mehreren Stromthälem, vor-
züglich zwischen Basel und Bonn. In der Schweiz noch wenig bekannt
oder beachtet. . Bei Wöschnau, W von Aarau, wird Löss von Mosoh
angeführt.
Lnmachell.
Festes, z. Th. polirbares Conglomerat von Muschelschalen mit Kalk
oder Mergel als Bindemittel. In den schweizerischen Gebirgen, wo die
Schalen selten erhalten, die Fossilien gewöhnlich nur als Steinkeme vor-
handen sind, wenig bekannt. Die Charakteristik passt indess auf Abände-
rungen des Nummulitenkalks , Rudistenkalks , auf einen Kalk vom Härder
bei Interlaken voll Rhynch, Gibbsiana, und einige Kalksteine des Jura.
Lünerschlchten Theobald.
Baibierschichten. Oben, gelbe oder graue Bauchwacke, zuweilen mit
Gyps, unten, graue und grünliche Thonschiefer, dünne Kalkschichten, oft
Lanzeracbichten ~ Haci^o. 149
mit starkem Eisengehalt, Sandstein und Qnarzit In dicken Schiefern die
Fossilien der Raiblerschichten enthaltend. In der Umgehung der S c e s a-
plana und des Lttnersee's am Rhatikon. Unter dem Haupt-
dolomit, Aber dem Arlbergkalk.
Theobald, Bünden I, 1864.
Limzerschlehteii Lipold.
Bei Lunz, SO von Waidhofen, an der Ips in Oesterreich.
Von unten nach oben, 1. Mergelschiefer mit Halobia Haueri ^ sogenannte
Beingrabenerschiefer, 2. graue feinkörnige Sandsteine, mit den vorigen
Schiefem abwechselnd, 3. schwarze und dunkelgrane Schieferthone, welche
Flötze von Steinkohle, einige Fuss bis mehrere Klafter mächtig, einschliessen
nnd Keuperpflanzen, Equiset. columnare, Pteroph. longifolium, Pecopt.
Stuttg, enthalten, 4. dunkelgraue, feste und dichte Sandsteine, mit Cardita
crenaia u. a. Fossilien der aufgelagerten Opponitzer- oder Raiblerschichten.
Die Lunzerschichten liegen auf den Aonschiefem der oberen Trias.
Lipold, Kohlengebiet der NO Alpen, Jb. d. RA. 1865-, Hertlb,
Lilienfeld, Jb. d. RA. 1865; Stelznbr, ibd. p. 427.
Maclgno.
Dunkel bläulich oder bräunlich graue Sandsteine, Quarzkömchen. die
durch ein Mergelcement sehr fest verkittet sind. Oft sind weisse Glimmer-
schflppchen beigemengt, die Schieferflächen bedeckend. An der Aussen-
fläche nicht selten durch eine bis zolldicke braunrothe Yerwittemngsrinde
begrenzt. Das Korn oft so fein, dass der Stein einem homogenen Kalk-
stein ähnlich wird, zuweilen auch von der Grösse kleiner Erbsen, den
Cicerckino bildend. Die einzigen organischen Ueberreste sind Fucoiden,
besonders Chondr. intricatuA und Chondr. Targionü, und Helminthoiden
oder Xemertiliten ; oft sind auch die Schichtflächen mit unbestimmbaren
verkohlten oder braunen Pfianzentrümmem bedeckt. Dickgeschichtet,
plattenfönnig bis schiefrig. Die dicken Schichten öfters von Spathadem
durchsetzt, die dünnem abwechselnd mit Mergel, aus welchem sie zahn-
artig hervorragen. — Ueber dem Nummulitenkalk , mit dem jungem AI-
berese, als obere Masse , einen grossen Theil des Apennins bildend
and, in neuerer Zeit unterschieden von der früher auch Macigno genannten
Pietra-farle, die der Kreide zufilllt. — Der Macigno stinmit petrographisch
nnd paläontologisch überem mit dem alpinen Flysch, der auch von
150 Macrocephaiosschichten — MBandrinaschichten.
Fatbb als Madgno alpin beschrieben wird, nachdem ich, 1842, ebenfalls
diese Benennung yorgescfalagen hatte.
Taboioni, Reisen, 1787 ; Pabbto, Bull. geol. 1865^ CooOHi, Bull,
g^ol. 1856 ; Qrattabola, Viale de! Colli, Bull. geol. N* 4, 1870 j
Studbr, Siructure des alpes, in Djssob Nouv. Ezcurs. 1845; —
G. d. S. 1853; Favbb, Savoie, 1867.
Maerocephalnssehlcliteiu
Unteres CaUovien d*Obb. Fer oolithiqne sonsozfordien Masoou.
Feste, zn Bausteinen benutzte bläulich- oder rauchgraue, merglichte Kalk-
bftnke, yorherrschend aber gelbe oder braune Kalksteine yon geringem
Zusammenhalt erscheinen in einigen Ghegenden als Hauptmasse. In der
Regel enthält diese kleine, linsenförmige Körner yon Brauneisenstein und,
in andern Gegenden, wird dieser Linseneisenstein so yorherrschend, dass
die Gnmdmasse yerschwindet und das Erz mit Yortheil abgebaut wird.
Die Erzbänke besonders sind reich an Petrefacten, unter welchen Ammm»
macrocephaliLS und yerwandte Arten bezeichnend sind. Die Mächtigkeit
dieser Stufe ist gewöhnlich auf wenige Meter beschränkt, zuweilen fehlt
sie ganz. Als unterstes Gallovien liegt sie auf dem Bathonien und wird
bedeckt yon den Omatenthonen. Reiche Fundorte yon PetreCacten sind
im Jura die Eisenerze yon Ghanaz, am N Ende des Bourgetsee^s, Glncy
bei Salins und die BausteinbrQche des Kronbergs bei Frick im
Aargan. In den Alpen scheinen die früher als Calloyien gedeuteten Eisen-
erze, zwischen Gneiss und Hochgebirgskalk liegend, der etwas tiefem Stufe
der Parkinsomschichten zu entsprechen, obgleich Calloyienspecies auch
nicht fehlen.
Studbb, G. d. S. 1853; Bachmann, Bern. Mitth. 1863; MöBCH,
Aarg. J. 1867.
MiBandrliiaschichteii Mosoh.
Feste, bräunlich-gelbe Oolithbänke, abwechselnd mit schiefrigen grauen,
seltener gelben Mergeln. Bezeichnet durch Cidaris mcBondrina Ao., auch
yersdiiedene Biyalyen enthaltend; in einigen Gegenden mit Corallenfades.
Es sind, Aber den Sinuatusschichten, die obersten Schichten des mittleren
Hauptrogensteins, bedeckt yon dem oberen Hanptrogenstein , der die Par-
kinsonischichten yertritt Die Mächtigkeit beträgt in der Regel nur wenige
Meter und öfters fehlen sie ganz.
HöBCH, Aarg. J. 1867.
]fagereii3cbichteii -^ Majolica. 151
Mag^rensehiehten Esohkb.
Hellere and dunklere körnige Kalksteine, in den tiefern Lagern etwas
T&thlicfa, mit zahlreichen Qnarzkömem, Ockerflecken nnd Trttmmem von
Belenmiten. Unt^geordnet sind dOnne Lagen von Qoarzsandstein und
gnuiem Qnarzit. Die verwitterte Aossenfl&che ist auffallend rauh, nnd
weniger geschätzte Hassen zer£allen in cnhische Trümmer, oder erzengen
minenartige Gestalten. Die zahlreichen Belenrniten gehören dem mittlem
oder oberen Lias an. Ansserdem fand Bagbhank nur ein Exemplar von
Tereb. nunMmalis ans dem Liasien. Die 900 bis 1000 Fnss mftchtige
Scfaichtenfolge ist am schönsten entwickelt auf der Wasserscheide zwischen
dem Semf t- nnd dem Seezbach, auf dem Mageren nnd Goggeyen,
zeigt sich aber auch auf der Ostseite des Gl&rnisch und an anderen
Stellen. BAcnicAini gUubt sie in der Nähe des Gol-de-Bonhomme wieder
erkannt zu haben.
BaOHMANN, Bern. Mitib 1863; Esohbb, echriftl. Mitth. 1871.
Magneslan-limegtone.
Dolomitischer Kalk nnd Dolomit. In stratigraphischer Bedeutung der
Zechstein in England. In der Schweiz nicht vertreten.
Mainzerstafe C. Matxb.
Frühere Benennung der Langhischen Stufe (s. d.).
Migolica.
Weisser, dichter Kalkstein, mit muschligem Bruch, der Politur fähig
und als Marmor verwendet. In den oberen B&nken mit vielen Homstein-
knanem, die auch knollige Einlagerungen bilden. Das Vorkommen von
Fossilien wurde früher bestritten, dann glaubte man diejenigen des Yicen-
tinischen Biancone auf die Majolica übertragen zu dürfen, was sich als
unstatthaft erwies. Nach etwas unsicheren Angaben werden in neuerer
Zeit Äptychus angeführt, ohne Bezeichnung der Species. Die Majolica
bedeckt, zwischen dem Langen- und Comersee, den rothen Am-
monitenkalk des oberen Lias, und auf ihr liegen, als oberste, an die Ebene
angrenzende Sedimentbildung, Fucoidenschiefer. Da man in Mailand diese
der jungem Kreide beiordnet, so wird die Majolica als jurassisch, oder
als die tithonische Stufe repräsentirend betrachtet
Bbumnsb, Lugano, Schw. Dksch. 1852; SropPAia, Siudii geol. 1857;
Villa, int. agli stud. di Stopp. 1858; Paseto, Bull. geol. 1858^
p. 57; Nbobi e Spb., Jst Lomb. 1869.
152 UalabixBchicliten ^ MandelAtein.
^ Malabizschicliteii Eschkb.
Dunkel grauer, rostgelb gefleckter, körniger Kalkstein, worin Eschkr
Cardünia hybrida, Card, condnna, Card. Listmy Micatula Hettingenm
u. a. fand, welche den tieferen Lias der Angulatuszone bezeichnen. Die
Bank liegt auf grauem Quarzsandstein, der, 10 — 40 Fuss mächtig, und
mit Thonschiefer verbunden, die rothen Quartenschiefer bedeckt. Auf dem
Malabizgrat, zwischen dem Flums- und Murgthal, N von Mageren, an
der Sfidgrenze von St. Gallen.
Bachmann, Bern. Mitth. 18G3; Escher, schriftl. Mitth. 1871.
Malencogestein Thbobald.
Grüne Schiefer, schwankend zwischen Ghloritschiefer, Glimmerschiefer,
Homblendschiefer, schiefrigem Serpentin, in Verbindung mit beinahe oder
wirklich massigem Serpentin, Aphanit, Diorit, Gabbro. — Als Yerbreitnngs-
hezirk dieser Steinarten, die ein kaum zu entwirrendes Ganzes bilden, nennt
Thxobald den Hintergrund des M a 1 e n c o t h a 1 e s , die Umgehungen
des M. della Disgrazia und die sfidlichen Gehänge der Bernina-
masse. Aehnliche Gomplexe von Steinarten kommen aber in anderen
grösseren Serpentinrevieren auch vor, ohne eine Gesammthenennung zu
tragen, so in den Alpen bei Zermatt, am M. Jovet im Thal der Dora
haltea, in Toscana, im Ural und in andern Gegenden.
Theobald, Bünden li, 1866.
Mandelstein^
Amygdaloide. Blasige Steinarten, deren Blasen, zum Theil oder gänzlich,
mit einem von der Grundmasse verschiedenen Mineral angefüllt sind. ~
Es sind bis jetzt in der Schweiz nur zwei Stellen bekannt, wo Mandel-
steine vorkommen. Die eine ist der Gricsbachgrahen, oberhalb
Rougemont bei Saanen. Ein Felsriss von dioritischem Mandelstein,
theilweise eisenschüssig geröthet, bricht hier aus Flysch hervor. Die
Mandeln haben nur die Grösse eines Hanfkoms und sind mit Kalkspath
angefüllt Die andere Stelle ist der 2800 "" hohe Eärpfstock in Glarus.
Trümmer einer dunkel violetten Grundmasse von Aphanit oder dichtem
Epidosit mit Beiskom-grossen elliptischen Blasenräumen, angefQllt mit
Kalkspath, liegen in den Halden von bunten Schiefem, welche, als oberste
Masse des Yerrucano, den Gipfel des Berges bilden.
Studbr, W. Schw. Alpen 1834; — Leonh. Jb. 1827; — G. d. S. 1853.
MargaritaUiszone — Marmor. I53
Margarltatüszone Opp.
Mittlerer Uas if, Amaltheenthone Quekst. Galc. ä Gryph. Cymbinm
CoTTXAU. Hellgraue Bänke von Thonkalk und Mergel, mit Ammon. mar-
garitaiuSy Amm. spinatus u. a. , in den oberen Schichten besonders Gr.
Cymbium, In der Regel nur wenige Meter mächtig. Nach Mösgh , der
den mittleren Lias in zwei Stufen zerfällt, als obere Stufe, Aber den
Kumismalismergeln, als der unteren Stufe. Nach Oppil, der im mittleren
Uas fünf Stufen unterscheidet, über der Davayi-, unter der Spinatusstufe.
Otwl, Jura, 1858; MöSCH, Aarg. J. 1867.
Marine Molasse.
S. Molasse.
Marmor
heisst, im weiteren Sinn, jeder der Politur fähige, in der Architectur oder
Scalptur verwendete Kalkstein. Die Benennung wird selbst auf dem Kalk-
stein verwandte Steinarten, wie Anhydrit (Yulpinit) und auf Gonglomerate
(Nagelfluh) ausgedehnt, wenn dieselben geschliffen und polirt werden. Im
engeren Sinn bezeichnet Marmor den weissen, kömigen Kalk und heisst
dann, näher, salinischer Marmor. — Es sind in der Schweiz, sowohl
aosländische, besonders französische, als inländische, alpine und jurassische
Steinarten als Marmor 'benutzt worden, und viele werden fortgehend be-
arbeitet. Weisser salinischer Marmor wird gebrochen am S p 1 fi g e n.
Anch am Ausfluss des Triftbachs im Gadmenthal sind schon im
vorigen Jahrhundert, und später wiederholt. Versuche gemacht worden, den
in nicht grosser Ausdehnung vorkonunenden weissen Marmor zu benutzen.
Grauer Marmor^ einfarbig, oder hell und dunkel geflammt, wolkig, ge-
fleckt, zuweilen mit Spathadem, oder Durchschnitten von Petrefacten, ist der
am häufigsten benutzte. Im Jura, aus den Steinbrüchen von Solothurn,
im jflngem weissen Jura. In den Alpen , von M. Arvel bei Roche;
in der Gegend von Interlaken, bei Gsteigwyler und Wi 1 d e rs-
wyl, bei Merligen am Thunersee; in Bünden bei Untervaz und
Haldenstein.
Schicarzer Marmor^ bei S. Triphon im untern Rhonethal; bei
Wallenstadt.
Gelber Marmor, Tischplatten in Bern, mit vielen Durchschnitten
von Kerineen, müssen aus dem schweizerischen oder französischen Jura
herstammen.
154 Mattijoae — Melaphyr.
Bother Marmor wurde aach schon im yorigen Jahrhundert am
M. Arvel bei Roche yerarbeitet und von Saussubb beschrieben. Es
ist ein rother, Pectiniten fahrender Kalkstein mit weissen, granen und
schwarzen Adern.
Bunter Marmor ^ gelblich roth oder grOn, mit weissen, gelben oder
fleischrothen Partie'n, wurde noch zur Zeit von GnimEB (1760) am Fnss
des Mettenbergs in Grindelwald bearbeitet, dann vom Gletscher
bedeckt und erst vor wenigen Jahren wieder von ihm verlassen. Bereits
1762 fand Andbbje den Marmorbruch vom Gletscher fiberschritten.
Matt^jone^
oder Creta, heisst in Mittelitalien der blaue pliocene Thon und Mergel,
der, unter einer Decke von gelbem Sand, meist wohl erhaltene Fossilien
enth< und hfiufig zu Töpferarbeiten benutzt wird.
MeandrinaseUchteii Mosch.
S. Mfleandrinaschichten.
Megaloduskalk*
S. Dachsteinkalk.
Melaniensaiid Wobt.
Loser, oder zu weichen, plattigen, glimmerreichen, gelblich granen
Sandsteinen verkitteter Qnarzsand, öfters GeröUe von Granit, Gneiss, Por-
phyr, Quarz einschliessend, 40 bis 70 Fuss mächtig. Eine Brackwasser-
bildnng der Molasse, mit zahlreichen miocenen Blättern, vielen HeliX'
arten, Lvmnaeen, am häufigsten MeUma Eschen, aber zugleich Austern,
Murex, Cerithien, Lamnazähnen. Im Klettgau bei Schaffhausen,
dem Turritellenkalk oder der Anstemagelfluh aufliegend und von Jora-
nagelfluh bedeckt.
WCrtbmbbbgbb, Leonh. Jb. 1862 ; - Zto. d. d. G. 1870.
Melaphyr.
Schwarzer Porphyr, Augitporphyr v. Buch, Aphanit z. Th. Zuerst
von Al. Bbonoviabt definirt als schwarze Grundmasse von Petrosilex und
Hornblende mit ausgeschiedenem Feldspath, dann durch v. Büob angewandt
auf die Augitporphyre von Sfid-Tirol, später durch v. BiCHTHonH als
eine Grundmasse aus Oligoklas und Hornblende bestimmt. Nach mehrerea
MelsercoDglomerat — Mergel. 155
andern BestimmiiBgen entscheidet sich Zibkbl, den Helaphyr als ein yei^
steckt krystaUinisches , znweilen porphyrartiges, hänfig mandelsteinartiges
Gemenge Ton Oligoklas und Augit mit Magneteisen zn definiren. Die
einzige schweizerische Steinart, die als Melaphyr gedeutet werden könnte,
ist der schwarze, qaarzfreie Porphyr, dicht, ohne deutliche (jemengtheile,
als trikline Feldspathhlftttchen nnd Adern von Epidot, niemals mandelstein-
förmig, in den Umgehungen des Sees von Lugano. Derselbe enthält
jedoch, weder erkennbaren Augit, noch Hornblende und lässt eine nähere
Untersudiong wünschen. Die von Negri und Spbeatigo (Ist. Ital. 1869)
bekannt gemachte Bauschanalyse ist offenbar mit sehr verwitterten Stücken
Yorgenommen worden.
Y. Buch, Berl. Akad. 1827; Studbb, G. d. S. I, 1853; Nsani e
Spbbafico, Varese e Lugano, lat. Lomb. 1869.
Melserconglomerat.
S. Yermcano.
Mendoladolomit t. RioHTHonN.
Erystallinischer, drüsiger, weisser Dolomit, ohne Schichtung. In der
obem Trias tou Süd-Tirol, an der Mendola, im Fleimser- und
Fassathal üeber dem Yirgloriakalk , durch die ihm aufliegenden
TnÜBchichten , Cipit- und Gassianerschichten , getrennt yon dem Schlem-
dolomit, der petrographisch mit ihm ganz übereinstimmt, so dass, wenn
jene Zwischenbildungen fehlen, was nicht selten der Fall ist, beide Dolo-
mite schwer zu trennen sind. Als Petrefacten finden sich globose Am-
monüen, Gastropoden , denen yon Esino ähnlich, und, als besonders
charakteristisch, Crinoidenstielen ähnliche Körper.
V. BiCHTHOFBN, Süd-Tirol, 1860.
Menllity
LeberopaL Graue oder schwarze Knollen yon Opal, nicht selten mit
eingeschlossenen Süsstcasserfossilien, im Süsswasserkalk. Auch dünne Opal-
lager, den Kalk- und Lignitlagem untergeordnet, in der Jüngern Tertiär-
bildung yon L c 1 e.
V. Buch, Mag. nf. Fr. Berlin IV, 1810; Jaooabd, J. Neuch. 1869.
MergeL
Gemenge yon kohlensaurer Kalkerde und Thon, mit yorherrschendem
Kalkgehalt, an der Luft zerfallend. Matt, undurchsichtig, grau oder gelb,
156 Mergelschiefer — Metamorpb lache Gesteine.
seltener brann, roth, grfln, schwarz. Im Bruch erdig bis dicht; dickere
Lager bildend, bis schiefrig, als Mergelschiefer. Zuweilen dolomitisch,
oder mit Quarzsand gemengt, Eisenoxyd, Sohle oder Bitumen enthaltend.
In einigen Gegenden reich an Fossilien. Als Einlagerung in Kalkstein-
gebirgen, oder selbständig mächtige Stufen bildend, besonders in der ja-
rassischen und Ereidegruppe.
Mergelschiefer.
S. Mergel.
Mesozoische
Formationen, zwischen den Paläozoischen und Kainozoischen, die Lebens-
formen der mittleren geologischen Zelten enthaltend, fallen mit den secon-
dären Formationen zusammen. Sie enthalten die Gruppen der Trias, des
Jura und der Kreide.
Messinlen.
Etage Mess. G. Mateb. Obere Süsswassermolasse der Ostschweiz and
von Oeningen, Süsswasserkalk von L o c 1 e , Del^mont, Cornol,
Dinotherium-Kies vom Bois-de-Raube bei Develier. Die Stufe liegt,
nach Mater, ttber deijenigen von T o r t o n a und unter der von A s t L
C. Mayer, tabl. 1868.
Metamorphische Gesteine.
Keine, festere Massen bildende Steinart befindet sich in ihrem ur-
sprünglichen Zustande. Ihre früher getrennten, in Wasser schwebenden,
oder geschmolzen ausgeflossenen Theile sind durch Cohäsion, Druck, Infil-
tration von Bindemitteln und andere Agentien mehr oder weniger fest Ter-
bunden, oder, nach früherer Befestigung, durch Zerstörung des Cements,
Auflockerung durch Frost, gewaltsame Erschütterung wieder getrennt worden.
Auf diese Umwandlungen wird jedoch der Ausdruck Metamorphose nicht
ausgedehnt. — Man fand aber, in Berührung mit Steinarten, denen man
einen lavaartigen Ursprung zuschrieb, das Nebengestein auffallend verändert,
gemeinen dichten Kalkstein in salinischen Marmor, graue Mergelschiefer
in bunte, kieslige Schiefer und rothe Jaspis, Sandsteine in Quarzit über-
gegangen, und öfters Mineralien enthaltend, Granat, Idokras, Epidot, Talk
oder Glinmier, Gyps, oft auch Metalle, Metalloxyde oder Schwefelmetalle,
die dem unveränderten Nebengestein fehlten, und schrieb diese Umänderung
einem Einfluss der angrenzenden Steinart zu, den man als Contact-
Metamorphose bezeichnete. — Aehnliche, oft identische Umänderungen
Metamorphi6che Gesteine. 157
sah man aber auch an grösseren Massen und ganzen Grebirgen, ohne dass
eine Steinart, yon deren Einflnss man sie herleiten konnte, nachzuweisen
gewesen wäre ; man schloss auf eine Umwandlung aus dem ununterbrochenen
Znsammenhang der gewöhnlichen mit der abnormen Steinart, aus den
LageningSTerhAltnissen der letztem, in der Decke petrefactenführender
Sedimentgesteine, oder mit denselben abwechselnd, aus dem Vorkonmien yon
organischen XJeberresten in derselben, da es nicht möglich war, anzunehmen,
dass sie, in ihrer gegenwärtigen mineralogischen Beschaffenheit, wie gewöhn-
liche Kalksteine, Thonschiefer, Sandsteine, als Niederschläge aus Gewässern
entstanden und nur durch Druck und wässerige Cementation befestigt worden
seien, indem keine Erfahrung der Gegenwart diese Erklärung unterstüzt,
die Uebereinstimmung der Steinarten mit den durch Contact-Metamorphose
erzengten dagegen auf analoge Vorgänge hindeutete. Ohne daher mit dem
Wort eine Erklärung geben zu wollen, wurden Gneisse, Glimmerschiefer,
Grane Schiefer, salinische Marmor, Dolomite u. s. w. , metamorphische
Steinarten genannt, wenn aus den angefahrten Gründen sich ergab, dass
sie frflher gewöhnliche Sedimentgesteine gewesen und später umgeändert
worden seien. Zur Unterscheidung yon der Contact-Metamorphose hat man
diese, auf grössere Massen ausgedehnte und nicht yon dem Einflnss pyrogener
Gesteine herzuleitende Umwandlung latenten oder regionalen Metamorphis-
mos genannt ; man kann ihn auch, zur Unterscheidung der stets beschränk-
teren Contact-Metamorphose, allgemeine oder Massen- Metamorf hose nennen.
Metamorphische Steinarten sind, wenn man dem Ausdruck nicht eine
sehr weite Ausdehnung geben will, im Gebiete des Jura und der Molasse
unbekannt, dagegen sehr häufig in den Alpen. Als Contact-Metamorphis-
mns lassen sich anfflhren, die weissen, körnigen Kalksteine am Ende der in
den Gneiss eingreifenden Keilmassen yon dunklem dichtem Kalk in Urbach
ukd Gadmen, yielleicht auch die bunten Schiefer, Quarzite, RauchtDOcken,
dolcmitüchen Kalksteine, die, als Zwischenbildungen (s. d.), am Nordrande
den Gneiss yom Kalk trennen, die yon FoümnBT beschriebenen Steinarten
in der Umgebung der Euritgänge am Trient bei Martigny, die bunten
Farben des Flyschs und der Grauen Schiefer, nebst Entwicklung yon Glimmer
mid Talk, im Contact mit Gjrps. — Weit allgemeiner und weniger zweifel-
haft erscheint der Massen-Metamorphismus, so dass es schwer, wenn je,
möglich wäre, in den Alpen einen krystallinischen Schiefer, Marmor, Dolo-
mit o. s. w. zu bezeichnen, die man als ursprüngliche, oder auch nur als
in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit yor dem Auftreten, des organischen
Lebens vorhanden gewesene betrachten könnte.
DAüBRia:, Metam. Acad. d. sc. 1860; Delesse, Origine des roches,
1865 ; — Etades aar le Metam. 1869.
158 Uetternichischichten — Miocene Bildungen.
Metterniclilsclilcliten^
unterer Hallstädterkalk Mojbis. Hanptiagerstfttte der zahlreichen, charakte-
ristischen Gephalopoden dieser Ealkgrappe, des Ammon. MettenUchi, Ä.
galeifomUs, A, subumbiUcatus y A. respondens, A. tomatus^ Orthoe.
alveolare u. a. Es liegen diese Kalke anf den Zlambachschichten und
sie werden bedeckt vom hohem Hallstädterkalk, oder den Aonscfaiefem.
MojSisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA. 1869; v. Haubb, Ceph. des
Salzkg. 1846.
Mliirolit.
Miarolo heisst in Baveno der Granit Von Foübkxt anch anf
einen, ebenfalls dmsigen, oligoklasreichen Granit aus der Umgebung yon
Lyon angewandt.
FouBNET, G^ol. d. Alp. U, p. 24.
Mlcasclilste.
S. Glimmerschiefer.
Minette.
Dunkelgraue bis bräunlich schwarze, fein poröse Feldspath-Grund-
masse, mit vorherrschendem dunkelm Eisen-Magnesia-Glimmer, vereinzelten
OrthoklaskOmem und zuweilen auch mit verwitterten Hornblendkrystallen.
In den Yogesen meist als Gänge im Granit und Gneiss, selten in
grösseren Massen. In der Schweiz bis jetzt nicht bekannt.
VOLTZ, Minig. der Rhein, dept. 1823', Daubr^ib, Bas-Rliin, 1852^
KÖOHLIN-SCHLUUB., terr. de trans. 1862 •, Fault, Leonh. Jb. 1863.
Hiocene Bildungen.
Mittlere Tertiärbildungen. Et Falunien A u. B b^Obb. ; Oligocene und
Neogene Bildungen in Baiern und Oesterr. ; Tongrische Stufe, Untere Sflss-
wasser-Molasse, Marine Mol., Obere Süsswasser-Mol. in der Schweiz; Ton-
grische, Aquitanische, Langhische (oder Mainzer), Helvetische, Tortonische,
Messinische Stufe C. Mateb. — Das Falunien A, die Oligocenen Bildungen
(die Tongrische Stufe) werden oft, als Ober-Eocen, den Eocenen oder altem
Tertiärbildungen beigeordnet. Mit weniger als 50 ^, o noch lebender Spedes
ihrer fossilen Mollusken.
Mittelbildangen — Moloßse. 159
Mlttelbildiingen
nennt Thxobald die nicht genauer za bestimmenden Formationen zachen
dem Yerrucano nnd dem Hauptdolomit.
THBOBAliD^ Bünden I, 1864.
Mocaasagestelne«
Dem Flysch eingelagertes Conglomerat. Wallnnss- bis faostgrosse
OeröUe von schwarzem, gelbem, weissem Kalkstein, grünem oder granem
Hornstein, fein- nnd grobkörnigem Flyscbsandstein, aber ohne Granit, oder
andere Feldspath- nnd Olimmergesteine , durch Sandstein fest verkittet.
Anf beiden Seiten der GasUosenkette in den Freiburger Alpen und^
stellenweise in der SW Richtung fortsetzend, in den Waadtländer
Alpen.
Sttjdeb, W. Alpen, 1834-, — G. d. S. 1853.
Molasse.
Mergelsandstein, Braunkohlensandstein. Fein- oder kleinkörniger
Sandstein TOn ungleicher Festigkeit, bläulich oder grOnlich grau, der blaue
nach längerer Aussetzung grün. Die Kömer eckigt, Torherrschend Quarz,
nweflen weisse oder farbige Feldspath- oder Jaspiskömer, selten fehlen
schwarze oder dunkelgrüne Glauconit- oder Homblendkörnchen, oder weisse
Glimmerschflppchen, meist nur als feine Pünktchen, zuweilen auf den Schicht*
flftdien auch grösser und gedrängter, oder als Glimmerschlanun. Das Ce-
wm ist ein stark aufbrausender Mergel, nach dessen Zerstörung der Stein
in Sand zerfiült; oft für sich, als Ueberzug der Schichtflächen, in flachen
WeUenformen, oder mit räthselhaften Beliefgestalten (Myrianites, Gyrochorte)^
nicht selten mit braunem oder schwarzem Pflanzenstaub bedeckt. — Die
FesUgkeii ist in der Nähe der Alpen oft bedeutend gross, und der Stein
p]attenf5rmig abgesondert, so dass er mit Yortheil zu Treppen und Fuss*
hoden verwendet wird (Hilferen im Entlebuch, Luzern, Boote n«
berg zwischen Luzern und Zug, Bach am oberen Zürichsee, Staad
bä Borschach. In mittlerer Entfernung yon den Alpen zum Jura ist der
Stein, wenn er noch die Grubenfeuchtigkeit besitzt, weicher, lässt sich leicht
bearbeiten und gewinnt durch das Austrocknen genügende Festigkeit, um
als Quader benutzt zu werden. Diess der geschätzte Baustein der Berner
Graben, der zunehmend nach Genf, Basel, Zürich und noch femer liegende
Orte ausgeführt wird. Nach dem Jura hin und in seinen Thälem wird
te Steb zu mürbe, um zu baulichen Zwecken verwendet werden zu können^
160 Molasse.
man benatzt ihn, nm Keller oder Wohnungen darin auszugraben (Linden-
thal, NO von Bern, Lobsingen bei Aarberg), und häufig wird er zu
lockerem Sand, oder erscheint als hnauermolasse (s. d.) Nach diesen
Festigkeitsverhältnissen unterscheidet man: dichte, harte, feste, gemeint,
löchere, sandige Molasse; nach dem Korn feinkörnige y kleinkörnige,
grobkörnige; nach den Bestandtheilen merglichte, quarzige, granitische
Molasse. Die Festigkeit wird jedoch, wie wir sogleich sehen werden, noch
durch andere Einflüsse, als durch die Entfernung yon den Alpen bedingt.
Gegen den vom Boden her in die Gebäude aufsteigenden Mauersalpeter
werden dieselben geschützt durch eine Grundlage Ton Kalkstein, Maschel-
sandstein oder andern Steinarten. Dass übrigens im Cemeut der Molasse
selbst auch die Elemente zu leicht auflöslichen Salzen vorhanden seien,
beweisen die Efflorescenzen von Bittersalz, die an mehreren Felswänden
der Molasse (Kaufdorffluh zwischen Belp und Riggisberg; Brücke zw.
Guggisberg und Plaffeien) auswittern.
Als Einschlüsse und Einlagerungen kommen, nebst den später zu er-
wähnenden organischen Ueberresten, vor: Graue, sandige halhnergely
in schmalen oder dicken Lagern, übereinstinmiend mit dem Gement des
Sandsteins; Bunte, sandige Kalkmergel, gelb, grün, roth, die verschiedenen
Farben in einander verwaschen und die Mergel oft gemengt mit Nestern
von reinem Sand oder Sandstein. Die rothefh Mergel, besonders in der
Nähe der Alpen (Yevey, Luzern, Wäggis) und im untern Theil der
Hügel des Seelandes, oft von grosser Mächtigkeit, wurden von Nbcksb,
als Kothe Molasse, von der Grauen Molasse getrennt und, wohl mit Un-
recht, als eine besondere Formation betrachtet. Es zeigt sich diese rothe,
zuweilen auch grüne Molasse, zwischen Yevey und Ciarens und anf-
wärts bis Chätel-St. Denis, allerdings auffallend mächtig, z. Th. be-
deutend fest und von vielen Kalkspathadern durchsetzt. Nicht selten
bildet der Mergel auch kleinere, knollige oder flach linsenförmige Ein-
schlüsse, Thongallen oder heberen, theils fest, als harte Knauer, theiis
weich und leicht auswitternd. Aehnliche, nuss- bis faustgrosse Einschlüsse
von weisser. Kreide oder Bergmilch ähnlicher kohlensaurer Kalkerde, zu-
weilen mit Quarzsand gemengt, kommen in der sandigen Molasse der
Juragegenden vor. — Gyps erscheint beiBoudry, Yverdon, Gossonay,
als Adern von Fasergyps, in der Umgebung von Genf und Frangy in
Stöcken von dichtem Gyps, der in der Landwirthschaft benutzt wird. —
Zuweilen auch zeigen sich Knollen oder Drusen von Schwefelkies, klein-
kömig, oder in cubischen oder pentagonalen Krystallen, oft in enger Yei^
bindung mit Bruchstücken von fossilem, in Braunkohle oder Pech-
kohle übergegangenem Holz, von eisenschüssigem, braunrothem Sandstdn
Molassebildmig. 261
tunachlossen. — In der Waadt, am Zttrchersee und in andern (hegenden
bildet die Pechkohle auch ausgedehnte, mehr oder weniger mächtige Ein-
lagerungen, die als Brennmaterial benutzt werden. Diese Kohlenlager sind
xneist begleitet von hell- oder dunkelbraunen bis schwarzen, bituminösen
Kalksteinlagem, z. Th. nüt vielen Süsswassermollusken. — In der Ost-
schweiz kommen aber auch, unabhängig von der Kohle, bis klaftermächtige
Einlagerungen von Kalkstein vor. Gewöhnlich beträgt ihre Mächtigkeit
indess nur einige Zolle oder Fusse. Sie sind knollig, dicht oder schiefrig,
hellbraun, oder blau oder roth gefleckt und dienen, durch beigemengte
Thon- oder Kieselerde, als Weiiei*kaik; so in den Brüchen bei Rüti
Meilen, in der Umgebung von Winterthur und bei Steinenbach
im Tössthal. — Am häufigsten sind Einschlüsse und Einlagerungen von
Qeröllen. Bald sind nur einzeke, meist QuarzgeröUe, eingeschlossen, bald
sind dieselben linienweise an einander gereiht, bald haben sich auch grössere
Mengen, ans Quarz, Jaspis, Granit, Gneiss, Kalkstein bestehend, zu Nestern
und dickeren Lagern von Nagelfiuh vereinigt.
Ursprünglich heisst Molasse, in der französischen Schweiz und in
Frankreich , jeder weichere , feinkörnige Sandstein , welcher Formation er
angehöre, feste und harte Sandsteine werden Gris genannt Erst in neuerer
Zeit ist die Benennung, ohne Berücksichtigung der Festigkeit, auf die
Sandsteine der Molassebildung beschränkt, zugleich aber auch auf die
festesten Abänderungen derselben ausgedehnt worden.
Razoumovski, Jorat, 1789; Ebel, Bau der Erde H, 1808; Studer,
Molasse, 1825; — G. d. 8. H, 1853; Necker, Etudes, 1841; Kauf-
MANN, Schw. Dks. XVn, 1860; Gümbbl, Bair. Alpen, 1861.
Molassebildung.
Subalpine Miocen- oder Neogenbildung. Jünger, als die Eocene und
Tongriflche Stufe, älter, als die ältere, die erratische und die jüngere Kiesbildung.
Die verschiedenen Abänderungen der Molasse bilden, mit ihren Ein*
lagerungen und in Verbindung mit der Nagelfluh, bis in unbekannte Tiefe
den Boden des schweizerischen Mittellandes, zwischen den Alpen und dem
Jura, verbreiten sich auch in alle grössern Längethäler des letztem, über-
schreiten aber nirgends den Nordrand der Alpen. — Nach dem Yorkonunen
organischer üeberreste unterscheidet man marine oder Meeresmolasse und
Simwassermolasse , zwischen welchen meist beschränkte braddsche Ab-
lagerungen ein Verbindungsglied bilden.
Die Meeresmolasse enthält eingehigerte Bänke von festem grauem
Mergel, welche dicht gedrängte Steinkeme, selten noch erhaltene Schalen
11
162 Molassebildnng.
von Turrüellen, NaUcOy Murex, Venus ^ Panaptßa, Cardiumy Osirea,
Pectenetc. enthalten. So an den reichen Fandorten bei Bern, Lnzern,
St Gallen. Einige Lager enthalten, statt dieser mannigfaltigen Ge-
schlechter, ausschliesslich Torritellen, oder Yenns, oder grosse Austern.
Mit diesen Muschelbänken sind, in weit grösserer Mächtigkeit, Molassen-
bänke verbunden, die ganz leer sind an organischen üeberresten, oder nur,
als Seltenheit einen vereinzelten Lamnazahn finden lassen. Diese homogene
marine Molasse liefert vorzugsweise bei Bern die Quadersteine und, näher
nach den Alpen hin, Platten. — Als bradäsche Molasse lässt sich der
Miuchelsandstein einordnen der, mit allerdings sehr vorherrschenden
marinen üeberresten, Knochen und Zähne von Landthieren enthält und
alle Charaktere einer Strandbildung darbietet. Noch entschiedener zeigt sidi
der brackische Ursprung im Ralligsandstein und in den Muschellagem
oberhalb Tägertschi und bei Hanigen, zwischen Bern und Thnn, z. TL
auch bei Luzern. — £in grosser, vielleicht der vorherrschende Theil
der Molasse ist Süsswassermolasse , bezeichnet durch Anhäufungen von
Blättern mannigfaltiger Laubbäume, wie in der Blättermolasse, oder von
Landthieren, Beptilien, Süsswasserfischen , Insecten, wie zu Oeningen,
durch Pechkohlenlager, mit denen Kalklager und bituminöse Schiefer voll
Sttsswasser- und Sumpfconchylien in Verbindung stehen, oder durch ver-
einzelt vorkommende Landpflanzen und Landschnecken, besonders Heiw.
Häufig kommen in der Sttsswassermolasse Einlagerungen und Streifen bunter,
besonders rother Mergel vor, die in der Meeresmolasse ganz zu fehlen
scheinen; auch ist der Sandstein meist locker und zu baulichen Zwecken
untauglich. In andern Gregenden enthält die Süsswassermolasse feste Sand-
steine, die zu Pfeilern und Gresimsen, wie bei Archamp am Saläve, zn
Quadern, wie in der östlichen Waadt und zu St. Margarethen bei
Bheineck, und selbst zu Pflastersteinen, wie zu Heiden, Trogen und
Teufen in Appenzell, gebrochen werden. Man unterscheidet, besonders
in der Ostschweiz, eine Untere Süsswassermolasse, wozu die Bothe Molasse
von Yevey, die Pechkohlenkger bei Lausanne und ein grosser Theil der
westschweizerischen Molasse, nebst der Hauptmasse der Nagelfluh gezählt
wird, eine Meeresmolasse, welcher der Muschelsandstein des west-
schweizerischen Seelandes und der Aargauer Steinbrache angehört, näher
an den Alpen die Hagel bei Bern und Luzern bildet, in der Ostschweiz
aber sich auf eine schmale Zone verengt, und eine Ob&re Süsswasser-
molasse, welche, der Meeresmolasse aufgelagert, den grössten Theil der
Cantone Zarich, St. Gallen und Thurgau bedeckt und der auch Oeningen
angehört. C. Mavsb theilt die Molassebildung in fOnf Stufen. Von unten
nach oben folgen sich: 1. Aquitankn, 2. Langkien, der unteren SOss-
Momonsyenit — Muschelkalk. 163
wassennolasse entsprechend, 3. Helvetien oder Meeresmolasse, 4. Tortonien,
5. Mestinien, zusammen die Obere Sttsswassermolasse bildend.
Studjbr, Molasse, 1825; — G. d. S. 1853; — die natürliche Lage von
Bern, 1859; MoussoN, Baden, 1840; Esohbr, E. Zürich, 1834; Heer,
Oeningen, 1847; — Tertiarflora m, 1859; — Urwelt, 1865; G. Matbb,
tabl. 1868; Würtbjcbbobb, Zs. d. g. Gs. XX FT, 1870.
Monzonsyenit.
Krystallinisch körniges Gremenge Ton lichtfleischrothem bis weissem
Orihoklas, weissem OligoUas mit dentlicher Zwillingsstreifnng, and dnnkel-
lanchgrflner Hornblende, meist anch mit tombakbraonem, stark glänzendem
Qlmmer. — Auf der Alp MoNzoin in Fassa nnd in der Umgebung yon
Predazzo.
y. Buch, Leonh. Jb. 1824; v. Richthofen, Süd-Tirol, 1860.
Morftnen.
S. Oandecken.
Mühlsteine.
Es werden alle festen Steinarten benutzt, welche, in grösserer Menge,
Qnarzkömer enthalten; Granit, meist von Fündlingen, Yermcano, alpine
Sandsteine, tertiftrer Muschelsandstein nnd die ihm angehörende Kagelflnh,
Torzagsweise die Mahlsteine des Rothen Sandsteins Ton Waldshnt.
Mnrchisoniezone.
Brauner Jura /}, Brauner Sandstein mit Eisenerzen Qüenst. —
Eisenschttssige Bänke und graue Thonkalke, an steilen Halden als feste
Lager hervortretend. An mehreren Stellen reich an Petrefacten, unter denen
Ammon, MurchisoncBy Trig. striata und tuherculatay Ameula elegans,
GertüUa subtortuosa, Pecten pumilus und disdformis/Ostrea calceoUi als
Leitmuscheln gelten können. — Ueber der Zone der Trigonia navis, unter
derjenigen des Ammon. Sauzd. Im Aargauer Jura, zwischen den Opalinus-
Bchichten nnd den Sowerbyischichten, deutlich entwickelt, vom Randen bei
Schflißiaiisen bis an den Weissenstein. Im Bemer Jura, nach Obbppik, als
Cafe, oolühique ferrugineux, 5 bis 9"" mächtig.
MÖSOH, Aarg. J. 1867; Grbppin, J. Bern. 1870.
Muschelkalk.
Mittlere Abtheilung der Trias, zwischen dem Bunten Sandstein nnd
dem Keuper. Nach y. Albibti eingetheilt, yon unten nach oben, in Unteren
164 Muschelkenper — Mnschelsandstein.
Muschelkalk oder Wellenkalk y die Änhy^tgnq>pe mit Sahibon, nai
den Oberen oder Hauptmuschelkalk, Friedrichshallerkalk. •— Im ii(Mr
liehen Jura, sowohl im äussern Plateaugora, als im innem GlewOlbjiira, bier
als die tiefste hervorgetretene Grundlage, mächtig aufgeschlossen, dnich
aufgerissene Gewölbe, Bohrlöcher auf Steinsalz und Tunnelbauten, mletzt
südlich, an den Balmbergen in der Kette des Weissensteins. In den
nördlichen Ostalpen ist der Muschelkalk als Guitensiemer- und VirgioriO'
kalk bekannt geworden, und entsprechende Stufen kommen auch in den
südlichen Alpen vor. Beide glaubt Thxobald in Bänden wieder erkannt
zu haben. Westlich vom Bhein kennt man sie in den Schweizeralpen nidit.
Mnsclielkeaper
nennt Gombkl die fossilreichen Stufen, die in der Grundlage und im
Dach des alpinen Hauptdolomits auftreten. Der untere Muschelkeoper
entspricht den Gassianerschichten, der obere der Rhätischen Stufe oder dm
Gontortaschichten.
GüHBBL, Bair. Alpen, 1861.
MoscheliiAgelfliih.
Zum Muschelsandstein gehörend, durch Uebergang desselben in ein
Oonglomerat. Die GeröUe, durch groben Sandstein oder MuscheltrUmner
verkittet, abersteigen selten Baumnussgrösse und bestehen aus ähnlidicn
Steinarten, wie die der bunten Nagelfluh bei Thun, rothen und grOnen
Graniten und Porphyren, Syenit, Quarz, Jaspis. Homstein, Serpentin n. s. w.
Das Gement ist meist so reichlich vorhanden, dass die (lerölle sich selten
berähren. Zuweilen sind die Muschelschalen verschwunden und haben
leere oder mit Kalkspath bekleidete Bäume zurttckgelassen. — Der sfid-
liebste Punkt, auf dem die Muschelnagelfluh auftritt, ist Surenhorn, auf
der Höhe des Frienisbergs, zwischen Bern und Aarberg; beiSchnott-
wyl, am westlichen Fuss des Bucheckberges, auf dessen oberer Fläche
der gewöhnliche Muschelsandstein verbreitet ist, wird die Nagelflnh zu
Mühlsteinen bearbeitet; man findet auch Steinbrüche derselben an den
Hügeln zwischen Büren und Biel, am Jolimont und auf der HöIm
des Vully.
Mnschelsandsteiii.
Aargauersandstein v. Humb. Kleinkörniger, fester Sandstein, grflnlidi
grau, vereinzelte oder zerstörte Schalen von Austern, PectinUen, Cardiei^
Qasteropoden, Zähne und Enochentrümmer von SäugeOderen, oft Zähne
on Lamna, Carcharias u. a. Fischen einschliessend. Der Mnscbelsand*
MuBchelsandstein. 165
stein ist in der Schweiz die reichste Lagerstätte von üeberresten miocäner
Arten der höheren Thierclassen. Die Brachstücke der Conchylien oder
Eaikspath bilden z. Th. das Cement. Znweilen sind einzelne kleine Ge-
schiebe Ton Quarz, Homstein, Gneiss, Granit, Kalkstein eingeschlossen,
oder »bsen- bis bohnengrosse Knollen von ölgrfinem festem Thon mit
starkem Gehalt yon phosphorsanrer Kalkerde. Derselbe grtlne Stoff bildet
Ueberzflge der organischen Trümmer. Das Ganze trägt das Gepräge einer
Strandbildong; anch kommen Schichtflächen vor, die dicht mit Steinkemen
Ton Gardien, oft auch mit einer Mactra oder Yenos ähnlichen Bivalve oder
mit Pectinitenschalen, bedeckt sind. Die Steinart ist deutlich geschichtet,
bald in dünnere Bänke, die als Platten verwendet werden, bald in dickere,
die man za Bausteinen, Branntrögen a. a. benutzt — Der Muschelsandstein
ist ein Glied der Molassebildung und zeigt sich, nach dem Jura hin oder
auch in den Thälem des Jura, oft als die obere Decke der Hügel, deren
tiefer liegende, lockere Molasse er gegen die Erosion geschützt haben mag.
Die Benennung Mmchelsandstein wird übrigens auch als eine petrographische
and nicht, geologisch, eine bestimmte Stufe der Molassebildung bezeidi-
nend, gebraucht; es kommen z. B. am Längenberg bei Bern und wohl auch
anderwärts, Lager von Muschelsandstein oder lumachellartige Anhäufungen
vonPectiniten undCardien in sehr verschiedenen Höhen in der marinen Molasse
vor, deren Fauna keine Trennung von der letzteren zu rechtfertigen scheint
Berühmte, z. Th. schon von den Römern betriebene Steinbrüche sind die
der Tour de la Moliäre, zwischen Payeme und Tverdon, und, im Aargau,
die Steinbrüche von Lenzburg, Othmarsingen, Meilingen, Würen-
los. Die Steinart zeigt sich auch in der (jegend von Chambery und
an der Perte-du-Rhöne, scheint aber in der Umgebung von Genf und
jo der SW Waadt zu fehlen. Im Osten der Schweiz kennen wir sie auf
der Kordseite des Ueberlingersee's und in Süd-Baiem. Auf der Südseite
des Bodensee's werden die Seelaffen von Staad und Grub, am Ror-
schacherberg, als dem westschweizerischen Muschelsandstein entsprechend
betrachtet Sie sind der marinen Molasse eingelagert, ohne grüne Kömer
und Häutchen, und eher den lumachellartigen Bänken der Westschweiz zu
vergleichen.
Razcuwobaki, bist nat. du Jorat, 1789; Studbb, Honog. der Holasse,
1825; — Geol. d. Schw. n, 1853; Schill, Tert. Abi. nördl. v. Boden-
see, 1858; GüMBBL, Baier. Alpen, 1861; Dbickb, nutzbare MinerL
St Galler Yerh. 1863; Hbxb, Urwelt, 1865.
166 Kagelflnli.
Nagelfloh.
Oompholite Bbgk. Im engeren Sinn die Conglomerate der Molasse,
in weiterem Sinn auch ältere tertiäre and qoaternäre Conglomerate be-
zeichnend. Die GeröUe sind gemndet, Ton Baomnuss- bis ApfelgrOsse,
selten bis zn ein, oder selbst mehrere Foss Durchmesser; sie sind meist
fest Terkittet durch ein gewöhnlich grobsandiges, grttnes oder rotheisen-
schflssiges Cement; oft so dicht gedrängt, dass angrenzende GerOlIe sich in
einander gepresst und Eindrücke erzeugt haben. Diese Oerölle mit Em-
drücken bestehen in der Begel aus Kalkstein, doch kennt man auch Kiesel-,
Granit-, DioritgeröUe mit Eindrucken. — Die Kagelfluh bildet kleinere
oder grössere Nester und Stöcke, oder ausgedehnte Einhigerungen in der
Molasse und, wo sie organische Ueberreste, im Gonglomerat selbst, oder
in Yon ihm eingeschlossenen Mergeln, enthält, stimmen sie mit deigenigen
der sie begleitenden Molasse überein; so Austerschalen oder Lamnazähne
in der Nagelfluh der marinen Molasse, Landthierknochen, Land- oder Süss-
wasserconchylien und Blätter yon Laubbäumen in deijenigen der Süsswasser-
molasse. Die mächtigste Entwicklung zeigt aber die Nagelfluh, wo sie
selbständig auftritt, in den mächtigen Nagelfluhgebirgen am Nordrand der
Alpen, bei Thun, im Emmenthal, im Rigi, Rossberg, Speer,
Hörnli und in Appenzell. Ihre, oft mehr als meterdicken Schichten
fallen hier, von einer antiklinalen Linie weg, nach der einen Seite süd-
lich, den Kalkalpen zu, nach der andern nördlich und Tcrlieren sich hier,
als Nester und Einlagerungen in der Molasse.
Nach den Steinarten der GeröUe unterscheidet man BufUe und Kalkr
Nctgelfluh und die letztere zerftUt wieder, nach dem Stammort der E[alk-
fiteingerölle , in eine Alpine und Jurctösische KaVcnagelfluh, Der Unter-
schied zwischen Bunter und Kalknagelfluh ist jedoch ein relativer. Yiele
Bänke Bunter Nagelfluh enthalten auch einzelne Kalk- oder Sandstein-
gerOlle, viele Bänke yon Kalknagelfluh einzelne Granit- oder Gneisa-
geröUe. Es kommen auch Lager von Bunter Nagelfluh yor, in denen
man umsonst nach Kalksteingeröllen sucht und noch häufiger zeigt sich,
besonders die jurassische Kalknagelfluh ohne Spur von Feldspath oäse
Glinmier haltenden Geschieben.
Die Bunte oder polygene Nagelfluh enthält vorherrschend rothe
oder grüne, selten weisse Granite und Porphyre, Gneiss, Homblendgesteine,
(}abbro, Serpentin, Quarz, rothe Jaspis, seltener sind Variolite und Mandel-
steine. Es sind meist Felsarten, die, mit Ausnahme von Serpentin', Quarz,
und den beigemengten Sandsteinen und Kalksteinen, in den Alpen nicht
anstehend bekannt sind, und wenn man die näher verwandten zuaanunen-
Nagelflnh. 167
stellt, rothe Granite, Hornblendgramte und rothe Porphyre, femer Ser-
pentin , Gabbro , grOne Granite und Porphyre, grOne Aphanite n. s. w., so
erhilt man, als wahrsdieinliche Stammgebirge, Felsgrappen, die einen den
nördlichen Alpen ganz fremdartigen Charakter tragen. — Die bunte Nagel-
flnh zeigt ihre grösste Entwicklung in den Umgebungen von Thun und
im Emmenthal, und sie erstreckt sich yon da nördlich, obgleich all-
Mlig gegen die Molasse zurückweichend, bis Sumiswald und Woll-
hansen zwischen Bern und Luzem. Dieselben GerOlle, obgleich beträcht-
lich kleiner, bUden aber auch noch die Muschehmgelfluh im Seeland, am
Fass und in den sfldlichen Thälem des Jura. Auch in der Mittel- und
Ostschweiz, im Entlebuch, bei Luzem, am Bigi, Hörnli und in
Appenzell enthalten mächtige AbUigerungen der Nagelfloh ähnliche
bunte GerOlle, aber stärker gemengt mit alpinen Kalk- und Sandsteinen,
«mter welchen besonders rothe Quarzitsandsteine, Yerrucano ähnlich, be-
merkt werden, und in mehreren Gegenden, wie im Entlebuch, am Bigi
und Speer behauptet die alpine Ealknagelfluh das üebergewicht. In der
Westschweiz, bei Guggisberg und nach Yeyey hin, fehlt die bunte
Nagelfluh.
Die alpine Kalknagelfluh ist ein meist sehr festes Gonglomerat
dicht gepresster GerOlle yon dunkelm Alpenkalk und Flyschsandsteinen,
denen sich auch grflne und rothe Homsteine, weisse Quarze, nur selten
alpine Gneisse beimengen. So auf der rechten Seite des Entlebuchs,
im mittleren Theüe des Bigi und weiter Ostlich. In der Westschweiz,
Ton Guggisberg nach dem Genf ersee, enthält die Ealknagelfluh, mit
den dunkeln Kalk- und Sandsteinen, in beinah yorwiegender Zahl, auch
helle, bräunlich weisse, an Jurakalk erinnernde, dichte oder oolithische Kalk-
steine. Auch die Lagerung unterscheidet diese westliche Nagelfluh yon der
östlichen. Bei Guggisberg ist die Nagelfluh einer über 1000 Fuss
mächtigen Masse mariner Molasse horizontal aufgesetzt; yon Ghätel-
8t. Denis nach dem Genfersee liegt sie zwischen der Pechkohle führenden
Sflsswassermohisse und der Bothen Molasse. Eine kleinkörnige Ealknagel-
fluh, mit fest yerkitteten Gerollen yon Erbsen- bis BohnengrOsse wird, als
Appenzeller Granit, besonders bei Degersheim, W yon Herisau,
gebrochen und zu Treppen, oder geschliffen als Marmor, benutzt
Die jurassische Kalknagelfluh enthält GtoröUe aus allen Stufen des
Jurakalks, denen nur sparsam auch BohnerzkOmer , oder GeröUe yon
Homstein oder Quarz, seltener noch yon Gneiss oder Granit sich bei-
mengen, yon Erbsen- bis Kopfgrösse. Das dement ist ein gelber oder
rother Kalksandstein, oder sandiger Thon, der auch fär sich Nester und
Lager bildet. Die Yerkittung ist in der Begel sehr fest und Eindrücke
168 Neooomien.
in den Gerollen dorch ihre Kachbargerölle kommen noch häufiger vor, «U
in der alpinen Kagelfloh. — £b tritt diess, oft ziemlich m&chtige md in
dicke Bänke abgesonderte Conglomerat in yerschiedenen Kiveanx tot. Bei
Locle liegt es, bei 25°* mächtig, unmittelbar auf dem obersten Jnnkalk
und wird yon den rothen Mergeln der Sflsswassermolasse bedeckt. Es
besteht hier ans eckigten oder wenig abgerundeten Bruchstacken, aus-
schliesslich der jüngeren Jurastufen, und die Elemente erreichen zuweilen
die Grösse von einem Gubikmeter. Im Jura yon Bern, Solothnrn
und Basel trägt die Felsart ihren normalen Charakter abgerundeter,
massig grosser GeröUe aus allen, vorherrschend aus den Jttngem Kalk-
bildungen des Jura und liegt auf älterem oder jttngerem Jurakalkstem, oder
wie bei DeUmont, 6 bis lö"* mächtig, auf dem Bohnerz und enthalt
hier auch Bohnerzkömer beigemengt Die Auflagerung yon Sflsswasser-
molasse zeigt sich hier wie bei Locle und, da an andern Stellen im Dels-
bergerthal (Deyelier-dessus) zwischen dem Bohnerz und der
Blättermohisse die Tongrische Stufe liegt, so ist die Ealknagelfluh wohl
auch der letzteren beizuzählen. Nach Qüiquxbsz kommen wenig mftchüge
Lager yon Kalknagelfluh auch mitten in der Bohnerzbildung yor. Gbifpik,
EöOHLiN u. A. yereinigen daher die Ealknagelfluh yon Del^ont mit der
Bohnerzbildung. Während in diesen Gegenden die Nagelfluh im Thalboden
bleibt, erscheint sie im Basler Jura yorzflglich auf den Hochflächen. GeröUe
yon Muschelkalk sind darin yorherrschend. Bei Tenniken, südlich yon
Sissach, liegt sie über einem ausgezeichneten Muschekonglomerat. S.
Tenmiker Stufe. Im Aargauer Jura, wo wir die Ealknagelfluh besonders
auf der Hochebene des Bötzberges finden, liegt dieselbe, nach MoscUf
auf der oberen Süsswassermolasse und wird yon Mergel bedeckt, der Land-
Schnecken enthält, scheint also Jünger, als diejenige des westlichen Jura.
Im Klettgau bei Schaffhausen wiederholen sich, nach WonTKüBsaasB,
die Aargauer Verhältnisse. Die Juranagelfluh liegt daselbst auf den obersten
Höhen, bei 50 Fuss mächtig, als Decke der yiele 100 Fuss mächtigen
oberen Süsswassermolasse und letztes Glied derselben.
Studer, Melasse, 1825; -- G. d. 8. 1853; EsomR, K. Zürich, 1834;
Kaufmann, Sohw. Dks. XYII, 1860; Mösoh, A. Jura, 1867 ; Gbbppin^
Jura Bern. 1870; KOohlin, BulL g^L 1856; Nöogbrath, Jb. d. BA.
lY, p. 667; WtBTBNBBBGSR, Elettgao, Zs. d. d. G. 1870.
NeocomieiL
Terrain Neoc Aeltere Ereidebildung, Neooombildung. — Unter dem
ürgonien oder Gaprotinenkalk , über dem Yalanginien oder der untersten
Ereidebildung. Das Neocomien trägt im Jura und in den Alpen einen
Neocomien. 169
alnreieheiiden petrograi^schen und zum Theil poläontologischen Typns, so
daas nur ans der entsprechenden Lagerung und einer beträchtlichen Zahl
flbereinstinimender Fossilien die Gleichzeitigkeit beider Formationen her*
Torgeht.
Der junusische Neocomien zerfällt in zwei Stufen. Die obere ist, in
der Umgebung Ton Neuchfttel und bis Biel, wo sie abschneidet, ein
gelber, dichter, zuweilen oolithischer Kalk, in dickeren Bänken, die zum
Tbeil, seit ältester Zeit, einen trefflichen Baustein liefern. Nach der Waadt
hin wird der Stein grau und blau, merglicht und dOnner geschichtet
Petrefacten sind nifht häufig und nähern sich, in den hohem Bänken»
denen des ürgonien. Die untere Stufe besteht aus bkuen Mergeln, Mames
fHauterive Mjlboou, reich an Fossilien, besonders mannigfGiltigen Oastero-
poden und Acephalen, als Leitfossilien gelten Toxaster complanatus^
GryphcBa Couloni^ Bhynch. depressa. Die mittlere Mächtigkeit des
jurassischen Neocoms wird auf 40*" geschätzt, in mehreren Gegenden, wie
bei Keuch ätel, steigt sie aber weit höher.
Der alpine Neocomien^ Spatangenkalk, Stockhomkalk Studkb, z. Th.
besteht vorherrschend aus grauen bis dunkelgrauen Mergeln und Mergel-
schiefer, mit Einlagerungen von grauem bis schwarzem, thonigem und
sandigem, knolligem oder plattenfSrmigem Kalk. Einige dieser Kalklager
enthalten graue Chamositkömer, die auf der hellbraunen Yerwitterungsfläche
deutlich heryortreten. Durch Goncentration der Kieselerde entstehen auch
harte Knau^r, fest und dicht, oder sandig und zerfressen, aus den hohen
Mergelhalden in wulstartigen Gestalten hervortretend. Die Mächtigkeit
dieser Stufe beträgt oft mehrere hundert Meter, ist ein Hauptglied der
nördlichen Kalkzone, in der Kette, welche Bern von Wallis scheidet, in
der Gruppe des Faulhorns, in der Kette, die von Merligen am
Thunersee nach dem Pilatus fortsetzt, und in den nördlicheren Kalkgebirgen
der Ostschweiz. — Einen andern Gesteinscharakter zeigt der Neocomien
in den Gebirgen des Stockhorns und der Freiburgeralpen. Er
zeigt sich als ein reiner dichter Kalkstein, mit muscheligem Bruch, grau
mit donkelgrauen Flecken, dOnngeschichtet, lithographischem Kalk ähnlich.
Die Formation bildet vorherrschend, mit steiler Schichtenstellung, die innem
imd hohem Theile des Gebirges, mulden- oder fächerförmig zwischen
Jurassische Kalksteine eingeschlossen. Während im Jurassischen Neocomien
die Cephalopoden nur sehr untergeordnet vorkommen, erscheinen sie im
äl^rinen weit vorherrschend und zwar nicht nur geschlossene NauHlus und
Ammonium, sondern Crioceras, Tooeoceras u. a. Charikterisch sind Belemn.
fiiiülifamiig und JB. latus, NaiUilw pseudoeleganSj Amm. neoooimenm^
170 Neogene Bildnngen — Kiesensandstein.
Orioceras Duoälüj Aptychus Didayi, Bhf/nch, d^essa, Tereb. diphyoides,
Toacaster complanatus.
DB MONTMOLUN, Cr^tao^ du Jura, M. de Neach. L 1835; PicrBT,
Paliont. snisse, S. Groix, 1858—1867; Jaccabd, Jura Yand» 1869;
Brukneb, Stockh. Schw. Dks. XY, 1857; Faybb, Same, 1867;
Kaufmann, Pilatos, 1867.
Neogene-Bildnngen
heissen, nach Höbnxs und Subsb, die jüngeren Tertiärbildongen, oder plioc^nen
und mioc^nen, im Gegensatz der älteren oder eoc^nen. Die tongrifiche
Formation wd als jüngste eocdne Bildong betrachtet,
N6op6tres
nannte ds Saussubx die Petrosilex des Secondärgebirgs , oder die ffam-
steine Wssnsbs, im Gegensatz der Palaiop^tres, der Petrosilex des PrimitiT-
gebirges, der Feisite, Felsitporphyre, Felsitschiefer der neuem Petrographie.
DB Saüssübb, Yoj. § 1194.
Nerlneenkalk Thibiua and Thübmann.
S. Diceras-arietinaschichten und Corallien.
New-red-sandstone^
englische Benennung des Bunten Sandsteins^ der untersten Trias, im
Gegensatz zum, im westlichen Grossbritannieu weit Terbreiteten Old-red-
sandstone des Primärgebirges.
Niekelene
wurden in den fünfziger Jahren, durch eine Berliner Gesellschaft, auf der
rechten Thalseite des Anniviersthales im Wallis ausgebeutet, oberhalb
Ayer. Die Erze, vorherrschend Chloanthit und auch RothnkkeUdeSt
brechen nesterweise auf Braunspathgängen, die im Grünen Schiefer Tor-
konounen. Aehnliche Erze werden aus dem Bagnethal angezeigt.
GntASD, geoL Wandgn. 1855.
Niesensandsteln.
Feinkörnige, feste, dunkelgraue Sandsteine, dick- oder dünngeschichtet
bis schiefrig, die Schichtflächen zuweilen mit grauem Glimmer bedeckt
Häufiger indess eckigte oder gerundete Körner, Ton Gerstenkorn- bis
Erbsengrösse , ohne sichtbares Gement fest in einander yerwächsen. Die
Kiesenscliiefer. 171
Körner Torherrschend donkelgraaer Kalk, graner Thonschiefer, Quarz und
Homstein, yorzngsweise bezeichnend aber ledergelbe Kömer von erdigem
Thon. Selten fehlen weisse Olimmerblättchen. Dnrch das Yorherschen
des Kalks übergehend in klein- bis grosskömige Kalkbreccie, die man
oft nur dorch das Vorkommen einzelner gelber ThonkOmer oder Glimmer-
blättchen Ton homogenen E^alklagem unterscheidet. Durch Zunahme der
QnarzkOmer seltener sich als Quarzsandstein entwickelnd. Die AussenflächOi
dnrch das Auswaschen des Kalkes, sehr rauh. Häufig sind, zuweilen
mehrere Zoll dicke Adern yon Kalkspath und Quarz, beide in einander
Terwachsen. Der Stein ist deutlich geschichtet, in Bänken von mehr als
Meterdicke bis zu dttnnen Tafeln. — An mehreren Stellen hat sich die
Felsart als merkwürdige Brecden oder Conglomerate entwickelt. Auf-
liegende Lager von dunkelm Kalkstein sind in oft mehrere Meter grosse
Trflnmier zerspalten, ohne ihre Lage zu verändern, in die Spalten ist klein-
körniger Sandstein eingedrungen und hat die TrQmmer zu einer grossartigen
Brecde verkittet. Oder, es sind gerundete , grosse Blöcke von Gneiss,
Talkschiefer, Quarz, Kalkstein, die vom kleinkörnigen Sandstein umschlossen
sind. S. Sepey.'Conglomerat. Von Petrefacten haben sich bis Jetzt nur
die gewöhnlichen Flyschfucoiden und Helminthoiden finden lassen, auf
£mlagemngen yon schwarzem Mergelschiefer. — Der Niesensandstein bildet,
in einer Mächtigkeit von nahezu 1000", die obere Masse der Kiesen-
kette, die, von den Querthälern der Lenk, von Lauenen und Gsteig
dnrchbrochen , von Wimmis bis Sepey in den Ormonds fortstreicht. —
Die Steinart stimmt in vielen Beziehungen ganz flberein mit Flyschbrecde,
Qnmigelsandstein, Chablaiskalk.
Stttdbb, W. S. Alpen, 1834; — G. d. S. 1853.
Niesenschiefer.
Schwarze, zu Dachschiefer benutzte Mergelschiefer, petrographisch
nicht verschieden von den Dachschiefem von Glarus (s. d.), bis Jetzt
aber nur die gewöhnlichen Fucoiden und HelnUrUhoiden des Flyschs, niemals
Fische oder andere thierische Ueberreste enthaltend. Die Schieferbänke
nnd von ungleicher Spaltbarkeit und Festigkeit; auch konunen Einlagerungen
Ton Niesensandstein vor. — Diese Schiefer bilden, in einer Mächtigkeit
Ton mehreren hundert Meter, die Grundlage der Niesenkette und werden
Ton der Hauptmasse des Niesensandsteins bedeckt. Ihre Grundlage ist
nidit mit Sicherheit bekannt; in beträchtlicher Ausdehnung tritt indess
nnter ihren tieferen Massen Gyps und Bauchwacke hervor.
172 Nollen — NnUiporenkalk.
NoUen«
Runde Httgel. Im bernischen Hochgebirge, von Alten her flblidie
Benennung, entsprechend den Raches moutannies in Savoien, wofür man
den Ausdruck Rundhöcker vorgeschlagen hat
Norische Stufe Mojsisowiob.
Untere Abtheilung der oberen alpinen Trias, von oben nach unten
sich theilend in die £[alorische und die Oenische Omppe, zrächen welche
der Partnach-Dolomit eingeschoben wird.
Mojsisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA.. 1869.
Nafenenschlefer.
Unvollkommen schiefrig, verwachsen feinblättrig; eisenschwarz, bei
frischem Bruch halb metallisch glänzend, die Aussenfläche schwarz und
matt; in Säuren stark brausend, der Rückstand nicht zerfallend, aber
leicht zerdrttckbar. Die Oberfläche oft voll rundlicher Knoten von Schrot-
grOsse und flach prismatischer, schlecht begrenzter, 1 bis 3 Centimeter
langer Stäbchen, äusserlich nicht verschieden von der Gmndmasse. Metallisdi
glänzende Punkte glaubte Labdt als Magneteisen zu erkennen. Im frischen
Bruch zeigen sich die rundlichen Knoten deutlich als kirschrother Granat,
der in einigen Trtkmmem auch in regelmässigen Dodekaedern enthalten
ist, die Prismen sind bald als Sta%aroUthy von CnABPEirnKB als CauseranU
gedeutet worden. Dieselben Schiefer enthalten auch Belemniten, weiss,
als fasriger Kalkspath, aber nicht aus der Masse abzulösen. Auf dem
Bergjoch der Nufenen, an der Quelle des Tessin, bilden die Schiefer
einen grossen Trümmerhaufen, der von dem sttdlichen Gipfel herstammt.
Sie gehören aber, wie auch Labdy berichtet, derselben Schiefermasse an,
die ostwärts nach dem Lukmanier fortstreicht und auf Gampolongo
vom Dolomit bedeckt wird, westwärts, Aber Gries und Binnen, sich mit
den Wallisschiefem verbindet. S. Oraue Schiefer.
Lardy, Gotthard, Schw. Dks. I, 1833; Studbr, Mem. Soc G^l., TT
8«rie I, 1844; — G. d. S. 1853.
Nnlllporeiikalk.
Aus NuUiporen, vorzttglich N. ramosissima bestehende Kalksteine,
welche den grossem Theil des Leithakalks bei Wien bilden. Die NuIU-
poren, von Lamabo als Steinkorallen, später, von HAmiNOBB, als Oolith
ähnliche Sinterbildungen betrachtet, sind nach Ungxb Erzeugnisse einer
Nnmiamalismergel — Nnnunolitenkalk. 173
Kalk absondernden Alge. Es sind kngelige , Yerftstelt knollige , Blomkohl
iUmliche Kalkkörper, ohne vom Auge erkennbare innere Stractor.
Suxss, Boden von Wien, 1862.
Nnmismalismergel Mosoh.
Hellgrane, leicht yerwitternde Thonkalke, reich an Fossilien, wovon
Terebr. nunüsmoUis charakteristisch ist, ausserdem mehrere Khynchonellent
Sfmifer, Myen, Ammaniten, Höchstens 2*" mächtig, als tiefere Stufe
des Mittleren Lias.
Möscu, Aarg. J. 1867.
Nnmmiiliteii-Bildiiiig.
Aelteres Terti&rgebirge z. Th. Eoctoe Bildung z. Th. In den schwel-
lerischen Alpen zwischen dem Seewerkalk oder der jttngem Kreide und
dem Flysch, oder der obem Eocänbildung, im Jura fehlend. Die Mächtige
keit ist sehr ungleich, kann aber mehrere hundert Meter betragen. Die
Steinarten sind Ejilksteine, zuweilen fast verdrängt durch Petrefacten,
sandige Kalksteine, Quarzsandsteine, nur untergeordnet sandige Mergel-
schieCer. Als Einlagerungen kommen vor: Nester und Lager von Stein-
kohle und, besonders in den Baierischen Alpen, Lager von rothem Eisen-
rogenstein. Die Bildung ist reich an organischen Ueberresten. Einige
Lager bestehen fast nur aus NummuUten, OrbitoUien u. a. Foraminifeem,
andere enthalten in Menge Fossilien verschiedener Stufen des Pariser Grob-
kaiks. Mit der Steinkohle sind an mehreren Stellen Lager mit Fossilien,
die einen brackischen Charakter tragen, verbunden. Die Nummulitenlager
erstrecken sich, aus Savoien her, über einen grossen Theil der nördlichen
Kalkalpen nach Sfld-Baiem und Salzburg. Sie fehlen in dem ganzen Bezirk
zwischen der Arve und der Aare nördlich von der Niesenkette und in
dieser selbst; sie fehlen auch auf mehreren hohen Gipfeln, wie Buet,
Blflmlisalp, Wetterhorn, an deren tiefem Gehängen sie vorkommen,
doch erheben sie sich auch an der Dent-du-Midi, an den Diablerets
and auf andern Gebirgen zu bedeutenden Höhen. — G. Matbb erkennt
in der alpinen Nummulitenbildung drei Stufen, von unten nach oben:
1. Paririen rnfMeuTf dem untern Galc. grossier entsprechend, bei
Kressenberg, Sonthofen, Appenzell, Tberg, Bttrgen.
2. Parigien supirieur, dem oberen Calc. gr. von Grignon entsprechend,
bei Einsiedeln, Hacken bei Schwyz, am Pilatus, Neuhaus am
Thnnersee. 3. Bartonien, dem Grte de Beauchamp entsprechend, zu
Reit im Winkel in Baiem, auf Niederhorn oberhalb Beaten-
174 Kummnlitenkalk.
berg, an den Diablerets, Entreyernes, Pernant, Fandon. —
Am Sttdrande der Alpen l&sst sich die in den Hügeln von Yicenza mftchtig
entwickelte, mit Basalternptionen nnd basaltischen Tnfen in Yerbindnng
stehende Nnmmnlitenbildnng in beschränkten, vereinzelten Ablagerungen
bis an den Langensee yerfolgen, steigt aber nirgends, wie in den Nord-
alpen, anf höhere Gebirge, daher sie auch hier zuerst, durch Arduino,
als tertiär bezeichnet wnrde.
Studbb, W. S. Alpen, 1834; — Gr. d. S. 11, 1853; Butdcbtbb, S.
Dkschr. XI, 1850; Favbb, Sayoie, 1861; Kaufmann, Pilatos, 1867;
C. Mateb, tabl. 1857; Gümbbl, Bair. Alpen, 1861; BsonaMUST,
Yicentin, 1823; Suess, Sitzb. d. Ak. d. W. 1868; Fugbb, Yioeni
Tert. Geb. 1870.
Nnrnmulitenkalk.
Die Ealklager der Nnmmnlitenbildnng sind yerschiedener Art, rein
oder merglicht, häufiger sandig, dicht und mehrere Fuss dicke Lager bildend,
oder mit Neigung zum Schiefrigen, schwarz, grau, braun bis hellbraun,
nicht selten mit Spathadem. Häufig sind dunkelgrüne GlauconUkörncken
eingemengt, die besonders auf der Yerwitterungfläche heirortreten, zuweilen
so gedrängt, dass der Stein in emea Chamosit ähnlichen Oolith flbergeht
Auf diesen dunkelgrünen oder rothen Eisenoolüh wird bei Sonthofen
im Allgan Bergbau getrieben. Lager von linsenförmigem Rotheisen, wahr-
scheinlich Foraminiferen , konmien auch in der Nummnlitenbildung am
Lowerzersee, in den Gebirgen Ton Bex nnd SaToien vor. Leer an
Petreüacten, oder wahre Lnmachelle, besonders von Nummulitein und Orbi-
toliten^ oder auch, wie an den Diablerets, auf Beatenberg, in
Appenzell, Ton mannigfaltigen Gasteropoden, Acephalen, Echinodermen,
An mehreren Stellen liefert dieser Kalk einen geschätzten Baustein, so bei
Thones in Savoien, bei Merligen am Thunersee, wo indess nur Trümmer
eines Bergsturzes der Ralligstöcke benutzt werden können. Eine eigen-
thümliche Abänderung wird in Baiem Graniimarmor (s. d.) genannt und
zu architektonischer Yerzierung benutzt. Eaütmank, am Pilatus, be-
schränkt den Namen Nummulitenkalk auf die ComplanatasdUchten (s. d.)
und trennt die ihnen aufgelagerten sandigen Pectinitenschiefer, mit Nummiul.
variolariaj, davon ab, indem er sie, nüt dem Hohgantsandstein, als Barionr
stufe, zu einer zwischen dem Nununulitenkalk und dem Flysch liegenden
besonderen Stufe yereinigt. In andern Gegenden stehen indess auch Ealk-
lager mit Species in Yerbindnng , die höhern Stufen der Nummulitenbüdnng
entspi-echen, so inSavoien, an den Diablerets, am Thunersee, so
dass die Beschränkung des Nummulitenkalks auf die untere Stufe Yer-
wirrung bringen konnte.
Nummiiliteiuandstein — Oelschiefer. 175
Nnmmnllteiisaiidsteln.
Herglichte oder beümh reine Qaarzsandsteine , hell- bis dankelgran,
an der Anssenfläche weiss oder gelblich braun, dick geschichtet bis schiefrig.
Theils ohne organische Ueberreste, theils Nummulilen, Orbitoliten, oder
andere Organismen, AtAsiem, Pectiniten n. s. w. enthaltend. Abwechselnd
mit Nommnlitenkalk, oder, wie der Pectiniienschiefer EAum ahn (s. d.) ; in
beträchtlicher Mächtigkeit oft über demselben. S. Hohgantsandstein.
Oberalmerschichteii Lipold.
Bei Oberalm, N Ton Hallein. Weissliche Kalkschiefer, reich an
Äptychen, zerdrückten Ammoniien und Belemmteny mit Zwischenlagern
Ton grauen Mergeln. Ton Gombil dem Aptychenkaüc (s. d.) des jungem
alpinen Jura beigeordnet. Im Salzgebirge yon Ischl-Anssee f and Mojs.
die Oberalmschichten, in einer Mächtigkeit z. Th. yon 2 bis 3000 Foss und
die höchsten Gipfel bildend, den Tenuilobatnsschichten aufgelagert und yon
Neocom mit Apt. Didayi bedeckt, daher der Eimmeridge oder der titho-
luschen Zone angehörend.
Ijpold, Jb. d. BA. 1854; OGmbbl, Bair. A. 1861; Mojsisoyics, Jb.
d. BA. 1868, p. 126.
Obtnsnsscliicliteii Opfil.
Schwarzer Jura /?, Tumerithone Qüekst. z. Th. ; Oberer Arietenkalk
IfAscH z. Th. Dunkle Thone, in der Höhe durchzogen yon einer ebenfalls
dunkeln Ealkbank mit Pholadomya Fraasi. Charakteristisch ist Ammon^
oUtuus Sow. {Tumeri Zibt.). Im untern Lias über den Schichten des
Pentacr. iüberculatus , unter denen des Ammon. oxytwtfis yon Oppel.
h Schwaben bis gegen 100 Fuss mächtig, im schweizerischen Jura gibt
KoecH dem ganzen Arietenkalk nur 2 bis 6°' Mächtigkeit. Auch Obsppin,
der die Stufe ebenfalls dem untern Lias einordnet, ohne jedoch Amm.
okUms anzuführen, gibt dem untern Lias nur 3 bis 6 "^ Mächtigkeit.
Oppbl, Jnraf. 1868; M(ysoH, Aarg. J. 1867; Gbbppin, Bern. J. 1870.
Oelschiefer.
Brandschiefer. Pechschwarze oder bräunlich schwarze Schiefer, so
^h an Bitumen, dass sie meist mit Flamme brennen; in sehr dünne
Platten spaltbar ; oft Ueberreste yon Pflanzen, Mollusken, Fischen enthaltend,
^lias yon Boll in Württemberg. In den Alpen gehören hieher die
176 Oeningenchichten — Oligoklasgesteiiie.
Asphaltschiefer yon Seefeld, zwischen Zirl und Scharnitz in Tirol,
mit Abdrücken von Fischen, eine Einlagemng im Hanptdolomit bildend.
SchafhAutl, Brandsch. von Seefeld nnd Walgan, 1861 ; GCmbhl, Bair.
Alpen, 1861.
Oenlngerschichten.
Terrain Oeningien. Platten Ton dichtem, festem Kalkstein, theils za
Bausteinen verwendbar, theils bis zn Papierdicke spaltbar, weiss, hellgrao,
gelb, brann bis schwarz, meist bituminös. Berühmt durch die Menge
organischer Ueberreste aller Classen, Hkeb zählt 475 Pflanzenarten,
866 Thierspecies der untern Classen, sehr vorherrschend Insecten, 56 Spedes
der höhern Classen, vorherrschend Fische. Die auf ein kleines Gebiet be-
echr&nkte Localbildung ist der obem Sflsswassermolasse untergeordnet und
wird in zwei Brüchen, bei Oeningen und Wange[n, östlich von Stein
am Bhein, ausgebeutet. Die Brüche liegen am Südabhang des aus Molasse
bestehenden Schienenberges, der untere 550 Fuss, der obere 700 Fnsa
über dem Bodensee.
Studbb, G. d. S. II, 1853; Hber, Insectenfkana, Schw. Dks. 1847
bis 1853; — Tert. Flora, 1855—1859; — Urwelt, 1865.
Oenlsclie Ornppe Mojsis.
Untere Abtheilung der Norischen oder tiefem Stufe der obem alpinen
Trias. Sie beginnt über dem Muschelkalk, mit dünnen kiesligen Kalkbftnken,
welche zuerst die für die obere Trias typische Halobia Lommelü enthalten,
dann folgt eine bis 200 Fuss mächtige Dolomitmasse, aus der sich, nach
oben, der Pötschenkalk entwickelt. Ueber diesem liegt der gegen 1000 Fnss
mächtige Fartnach-Dolomit, der die Gmndlage der Salzlager des Salz-
kammerguts bildet.
Mojfiisovics, Oberer Trias, Jb. d. RA. 1869.
OUgoctoe Schicliteii Bstbioh
entsprechen dem Bupelien und Tongrien von Dumont, dem Falnnien A
d*OBB., dem Untern Mioc^n und Oberen Eocän Anderer. Oligoc^ne Ab-
lagemngen zeigen sich, vom Rheinthal her, noch im Basler Jura, bei
Pfirt, Porrentruy und Del6mont. S. Tertiftrbildungen.
Betrich, Berl. Montsb. 1854, p. 640; — Berl. Ak. 1855.
Ollgoklasgestelne.
Dazu gehören, krystallinisch kömig, Diarit (Oligoklas und Hornblende),
Porphyrü (feldspathige Omndmasse ndt ausgesonderten Oligoklaskrystallen
OUaire — OpalmnsBchichteii. I77
and Hornblende oder Glimmer) , Melaphyr (Oligoklas und Angit). Diesen,
Yon ZiBKK. aufgezählten Gesteinen kann noch der Juliergranit (s. d.) bei-
gefügt werden.
OUaire
Pierre ollaire. S. Topfstein.
Omphacitfels.
S. Eklogit.
Oolith.
Rogenstein. In mineralogischer Bedentang bezeichnet man damit die
ooliUüsche Aggregationsform und spricht von oolithischem Kalkstein, Eisen-
ooM oder Eisenrogenstein. In stratigraphischem Sinn heisst Ooliih eine
Folge jurassischer Formationen, von denen nur ein Theil, oder selbst nur
einzelne Lager oolithische Sti*uctur haben mögen. In England wurde
TOü CoNTBKABx die üoliiic seiies über den ganzen Jura, vom Purbeck an
abwärts bis zum Lias ausgedehnt und in ein Upper-, Middle- und Lower-
Oolüicsystem eingetheilt. Später dehnte de la BfiCHs die Oolithfolge auch
Ober den Lias aus, obgleich die oolithische Structur demselben fremd ist
TnuBMANN beschränkt sein Groupe oulUhique auf den Unteren Jura, von
der Dalle nacr6e abwärts bis zum Lias, führt aber noch im Mittel- Jura,
als besondere Formation, die Ooliie corallienne an und beschreibt, minera-
logisch, auch im Oberen Jura, oft noch oolithische Kalksteine. Mabgoü
theilt den Jura über dem Lias in eine Obere OolUstufe, eine Oxfordstufe
nnd eine Untere Oolitstufe, In neuerer Zeit wird, statt der längeren und
leicht verwirrenden Benennung « Oolithische Folge » , der kurze strati-
graphische Ausdruck •Jura» vorgezogen und Oolith nur für einzelne
Formationsnamen , wie Inferior Oolite, Eisenrogenstein, Hauptrogenstein,
angewandt.
Opalinnsschiehten Mosch.
Branner Jura a, Opalinusthone Quenst. Schichten des Amm. torulosus
nnd der jfW^. navis Opp. — Bläulich und graulich schwarze, seltener
braune Mergel, mit Neigung zu schiefriger Absonderung. Untergeordnet
sind schwefelkiesreiche festere Kalkbänke. Leicht zerstörbar und Schutt*
halden bildend. Bezeichnend ist Ammon. opalinus; im Aargau femer
Bslheria Suessi, Trig. costeUata, Khynch. cynocephala u. a., während
Amm. torulosus selten und Trig. navis bis jetzt nicht gefunden wurde.
Bei 50* mächtig im Aargau, im westlichen Jura 30 bis 60"". Die
Stufe liegt über den Jurensisschichten des obersten Lias und wird bedeckt
von den Murchisonseschichten.
MOBOH, Aarg. J. 1867; Gbsppin, Bern. J. 1870.
19
178 OpUcakH — Oniatenachidttm.
OpMcalcit Bbo.
Verde antico. Dichter oder körniger, oft weisser Kalkstein mit Idn
Ton Serpentin» oder Serpentin mit Adern von Kalk. ManrinSWia
M. Yiso, Genua, Spezia. In Bünden an der Grenze beider Steinsrteii
Theobald, Bfinden 1864 u. 1866.
OpUolith Bbg.
Ist Serpentin und der toscanisdie Oabbro (s. d.). Serpentin ist der
Oph, commtm, Oabbro der Oph. diaüagique Ton BBOHonan.
Oppenltxerschicliteii Lipou>.
Den Lonzerschichten aufgelagert gelbe und röthliche Ranchwidci
mit dflnngeschichteten Kalksteinen, welche Fossilien der Baibl^rschichta
enthalten, 60 — 80 F. mächtig, üeber denselben, als Oppemtster-Dokmitr
eine 600 bis 1000 F. mächtige, geschichtete Masse von heUgranem oder
bräunlichem Dolomit, mit Amm. cymbiformis (?), Pecien ßlosus , CcHm
MelHngi, dem Wettersteinkalk entsprechend, üeber diesem Dolomit der
Dachsteinkalk mit MegaL triqueler, 2—3000 F. mächtig. — Oppeniti
liegt zwischen Waidhofen und Lnnz, an der Ips, in Oesterreieh.
LiPOLD, Jb. d. RA. XY, 1865; Hbbtlb, id., p. 483; Mojsiaovicit
Jb. d. RA. 1869.
Orbitolitenscliicliteii.
Der Name ist von zwei Seiten mit ungleicher Bedeatang eiiigeflüirt
worden und droht YenTirrang zn bringen. Dilbos nennt Orhiioläenkalk
den Kalk Ton B 1 a y e an der Oironde , mit Orb. complanata Lam. des
Pariser Orobkalks. Emmbich nnd Gühbil bestimmen die in den Ostalpeo
in Menge vorkommenden Orbitoliten als Orb, cunooKa Lam. und ihre
Orbitolitenschichten fallen in das Cenonumien , oder die jingere Kreidä
Die in den Schweizeralpen ganze Schichten erfflUenden Orbitoliten stiBaei
dagegen oberein mit dem an der Perte-da-Bh6ne bekannten Or6. lentiadarii
nnd diese Schichten fallen in die Aptmergel, od«r an den obentsi
Bndistenkalk, in das Urgonien der mittleren Kreide.
DBLBoa, If See G4ol. II, 1846; Smmbigh, Jb. d. g. RA. 1865; GfUH^
r. A. 1861 ; Kadfmakn, PUatas, 1867.
Oraatensdiiehteik
Branner Jnra (, Omatenthon Qdknst.; Oberes OattoiPkn pX>n.; Zoms
dee ^imii« anceps und Amm, oihltia Ofp. ; Harnes esfordknieB ICabonl
OrtenlmigenohichteD — Oifordgrappe. I79
Mbe, graae oder blaue Thone, mit vielen, meist verkiesten, kleinen Am-
ooiriten der Omatenfamilie, Am, omatus, cmceps, aMeia, hecticus, Lam-
berti, cordaius n. a. Fossilien. Die Stufe liegt über den Macrocephalns-
schichten, an die sie sich in mehreren Gegenden, auch paläontologisch
kaum trennbar, enge anscbliesst, und unter der Biarmatuszone Opp. der
Oxfordgnippe. Die Mächtigkeit beträgt im schweizerischen Jura in der
Begd nnr wenige Meter.
Ortenbnrgerschlchten Oomb.
Grraaer Sand mit Mergelknauem , abwechselnd mit gelblichem Sand
lad Mergel, bis 25 F. mächtig, auf weissem Jurakalk oder fij-eide, bedeckt
toqLöss, bei Ortenburg, W von Passau. Keich an marinen Fossilien,
die grossentheils mit deigenigen der schweizerischen Molasse, besonders mit
dem Mnschelsandstein, übereinstimmen.
Eqobb, Foraminif. v. Ortenb. Leonh. Jb. 1867; OChbk«, Bairische
Alpen, 1861.
Ortkoklasgestelne.
Kiystallinisch kömige Felsarten mit Orthoklas sind 1) quarzhaltig:
ötomV, GrcmUpofphyr , Felsitporphyr , Quantrctchyt; 2) qnarzfrei:
^em't, quarzfreier Felsitporphyr, Samdmlrackyt, Phonoüth, Trachyt-
gesteine fehlen in der 'Schweiz, die nächsten finden wir in den Euganei-
schen Hügeln bei Padua.
ZntxsL, Petrog. 1866.
Oxfordgrnppe.
Coralrag und Oxford-clay wurden zuerst in England, als mittlere Ab-
theilong der Oolitic series, bezeichnet, später wurde unten der Eelloway-
rock oder das CalloTien ausgeschieden. Thubhank behielt zunächst die
B&theilung des Mittel-Jura in zwei Gruppen bei, unterschied aber in
der oberen 1) Astartien, 2) Nerineenkalk, 3) Korallenoolith, 4) Korallen-
^; in der untern, oder Oxfordgruppe, 1) Chaillesstufe, 2) Ozfordmergei
ond Kelloway-rock. Maboou zieht die Chaillesstufe noch zum Coralrag und
trennt die Oxfordgruppe in 1) ArgOYien, oder merglichten Oxfordkalk
2) Oxfordmergel, 3) Kellovien oder unteren Oxford-Eisenoolith. Oppkl
trennt die Kelloway-Stufe , als selbständige Gruppe, ab, fügt aber oben
te Coralrag z. Th. wieder hinzu «nd trennt daher die Oxfordgruppe in
1) Zone der Cidaris florigemma, 2) Scyphiakalke, 3) Zone des Aaim.
biannatus. Mosor folgt, mit andern Namen, ungefthr derselben Ein-
IM OxynoteiLioiie — Panchina.
tibeiloog and unterscheidet in der Oxfordgroppe 1)
oder ChaiUesgtufe , 2) Geissbergsch. , 3) Effingersch. ,
schiebten.
Oxynotenzone Oppo..
Lias ß, Tarnerithone Quikst. z. Tb., Arietenkalk Mtats x. TL
Donkdgrane bis schwarze Tbon- und Ealklager, mit Amaum. oacynoins,
bifer, lacunatus, Bei. acutus, Gryph. obliqua u. a. FossflieD. üeto des
Schichten des Amm, obtusus, unter denjenigen des Amm. raricosiabB. —
Im schweizerischen Jura nicht selbständig entwickelt
Oppbl, Juraf. 1868.
PalalopMre Saüss.
Petrosilex primitif, im Gegensatz von Neopötre oder Petrosilex ae-
condaire. 8. Petrosilex.
Saussurb, Voy. § 1194.
Palalozolscli.
Felsarten und Formationen, worin die frühsten organischen Ueberresle
vorkommen. Nahe übereinstimmend mit der altem Benennang üd>er-
gangs' oder Transitionsgebirgsarlen. Zwischen dem azoischen oder ür-
gebirge und dem mesozoischen oder Secundärgebirge liegend. Die palaio-
zoische Abtheilung ist in der Schweiz nur in ihrer jüngsten Formation,
der Anthracit- oder Steinkohlebildung, bis jetzt nachgewiesen worden.
Dana, Geology, 1862.
Palentekalk Maboou.
Dalle nacröe Thurm. Weisslich grauer Oolith, oft als Lmnachell,
perlmutterartig schimmernd, in dünne Platten spaltend, auch in meterdicken
Bänken, voU zertrümmerter, unbestimmbarer Fossilien. Im Ganzen 6-
mächtig. Bezeichnend ist Bhynch. varians. Auf dem Citadellenkalk liegend
und mit diesem dem Cornbrash, oder den Variansschichten Mösch ent-
sprechend. Höher folgt das Fer de Clucy oder das CaUovien. Palente
liegt NO bei Besannen.
Maboou, Lettre«, 18ö7; Oppbl, Juraf. 1858.
Panchina.
LichtheUer sandiger Grobkalk, mit marinen Fossilien, die zuweücn,
cucht gedrängt, LumacheUe bUden, als jüngstes Glied der TertiÄrbüdung
m ioscana.
Savi, Mem. solla Toscana, 1889.
PttnopieenaBchicht — Partnacbschichten. 131
Panopaßenschlcht.
Blauer, sandiger Mergel, mit FonopcBa Menardi u. a. miocenen
FofifflUeo, in den Hflgeln der Molasse zwischen Bern and Thnn.
Studsr, Molasse, 1825.
Parislen.
Etage Par. G. Matkb. Galcaire grossier inferieur. Grobkalk mit Numm.
brngata nnd vielen andern Fossilien. Obgleich N. laevigata in der Schweiz,
lie auch in Baiem, zu fehlen scheint, wird der Nommnlitenkalk mit N.
eomplanata, der an vielen Stellen der Nordalpen vorkommt, als dem
Hotern Pariser Grobkalk entsprechend betrachtet. S. NummuHienkalk.
Parklitöonischichten Opp.
Brauner Jura « Qüsnbt. z. Th. Oberer Hauptrogenstein Mosch. Grande
Oolithe, assise moyenne Greppin. — Hellbraune bis weisse, meist oolithische
oder späthige, wenig dicke Platten, oder auch graue Kalkmergel. Mit
Amnwn. ParkiiisoiU als Leitfossil, der indess auch in der tiefern und
hohem Stafe vorkommt. Nach Oppsl über der Humphriesianus-Zone, unter
der Macrocephalus-Zone. Nach Möson Aber den Mseandrinaschichten des
mittlem Haaptrogensteins, unter den Yariansschichten. Nach Gbkppin
üegt die Grande Oolithe auf den Acnminataschichten und wird bedeckt
Ton Galc. roux sableux nnd Dalle nacr^. Die Mächtigkeit im Aargau
beträgt 10 bis 16".
Partnachschichten.
Lettenkeuper, Lettenkohlebildung Gümbsl. Schwärzliche, sehr weiche,
ifl Säuren aufbrausende, zuweilen glimmerreiche Mergelschiefer, abwechselnd
But schiefrigem, grttnlich grauem, feinkörnigem Sandstein, der Glauconit-
kömchen einschliesst, und mit festern, knolligen Lagern von thonigem
Kalkstein; auch Knollen von thonigem ISphä>'osiderH einschliessend. Als
organische üeberreste enthält die Stufe Baciryllium Schnüdii und andere
Kenperpfianzen, oft in Menge, seltener Halobia LommelU. Am Triesner
Colm, in Vorarlberg oberhalb Vaduz, bei 100" mächtig, stark ent-
wickelt auch an der Partnach, S von Partenkirch, u. a. Stellen der
Ostalpen. Nach Lagerungsverhältnissen glaubt Throbald die Stufe auch
^0 den sfldlichen BOndneralpen wiedergefunden zu haben , ohne jedoch die
^ermathnng durch organische Üeberreste nnterstatzen zu können. Die
182 Pechkohle — Pechstein.
Partnachschichten li^^n auf dem Virgloria- oder oberen alpinen M asehd-
kalk and werden bededct von Hallstftdter- oder alpinem Keuperkalk. SU
finden in den Südalpen ihren Repräsentanten in den WengenschichteiL
Escher, 8chw. Dksch. XIEL 1863; v. Rigrthofbn, Yonurlh. JKi
g. RA. 1859; GfMBBL, Bair. A. 1861: Thbobald, Bunden, 1864-18e6i
Pechkohle.
Pechschwarz, stark glänzend bis matt, mit moschligem Brach, wibm
Steinkohle oft täaschend ähnlich , aber reicher an Bitamen and nicM a
Goaks brennbar, meist fein eingesprengten Eisenkies haltend. Kleine Nester
and Streifen von Kohle oder in Kohle übergegangene Worzeln and Holzstftcki
sind nicht selten in der Molasse, aach aasgedehnte Lager von wenigen Lima
bis mehrere Fass Dicke , meist begleitet von schiefiigem Thon oder S«sb>
wasserkalk and zahlreichen, mit der Schale erhaltenen Conchylien, be-
sonders PianorbeHy die oft die Schieferflächen dicht bedecken. Zaweäs
wechseln dickere and dünnere Lager von Kohle wiederholt ab mit Stai-
steinlagem. Seit alter Zeit betrieb oder betreibt man noch jetzt dieis^
beatang dieser Kohle an der Paaddze and bei Belmont, östlichi«
Laasanne, aach weiter nördlich bei Semsales, St. Martin o^
Oron, in der Ostschweiz bei Käpf nach and am Hohen Rohnen. Avck
bei Locle, am Frienisberg, in den Umgebangen des Napf, bei Elgf
ond an anderen Stellen sind in älterer and neaerer Zeit Aasbeatoogct
Tersacht worden. Die Pechkohlenlager der Waadt and der angrenzeodeB
Gebiete liegen in der aqaitanischen Stafe, diejenigen von Käpfnach, Bffi
ond Locle in der messinischen Stafe der Molasse (C. Matke).
Razoumovskt, Jorat, 1789; Stüdeb, Molaase, 1825; Kbcksiu B»^^
1841; HsBR, Tertiärflora, 1859; — Urwelt, 1865.
Peehsieln^
Retinit Derb, mit an vollkommen maschligem Brach, starkem Ve^^^»^
grftn, gelb, braan, roth, schwarz, mit zeolithartigen Bestandtheüen. Ab
Gänge in Porphyrgebirgen, oder fOr sich in massigen Felsen. — ^
einzige Stelle , in der Nähe der Schweiz , wo Pechstein aaftritt , ist der
M. Borri bei Grantola, N von Varese. Er ist schwarz, pechihnlidt
Tollkommen andnrchsichtig , aaf der rostbraanen Verwitterangsfläche t&fi^
sich viele, z. Th. prismatische, gelblich weisse, kaam 1"" grosse Ans-
sonderangen, die vielleicht von zerstörtem Feldspath herrühren. Die Steo*
art steht in enger Yerbindang mit den daselbst Torkonmienden Porpbjreit
Amorbtti, viaggio ai tre laghi ed. 3, 1806; Dou)iasü, Jl ^ **
N^ 41, 1797; v. Buch, Berl. Ak. 1887: druDsm, Q«ch. d. pk. ö«<*»-
1863, p. 694.
— Penninadhiafer. I8S
Fectiiiiteiisehiefer Kau».
Sandiger, ziemlich weicher Schiefer, gran bis schwfinUch grau, durch
Yerwittening gelblich braun und porös, beinahe schwanunartig, in Säuren
adbraosend und in Quarzsand und Thon zerfallend. Eingemengt sind, ofk
mr durch die Loupe bemerkbare GlauconitkOmchen und weisse Glimmer-
pflnktchen. unter den Fossilien sind Pecien tripartüus Desh. und P.
plAgus Lam. Torherrschend; ausserdem auch Numimul. vouriolaria Sow.,
mehrere OpercuUna, Orbitoiden u. a. Die Mächtigkeit beträgt auf der
Kordseite des Pilatus 70 bis 100 F., auf der Sadseite wohl das Doppelte.
Es bflden diese Schiefer die unterste Masse des Quarzsandsteins, der am
Kktos die Gomplanataschichten (s. d.), oder den Nummulitenkalk bedeckt
ind wahrscheinlich die Ostliche Fortsetzung des Hohgantsandsteins (s. d.) ist.
Kaüfbcann, Pilatus, 1867.
Fegmatit.
In erweiterter Bedeutung, nach welcher SchrißgranU nur eine Yarietit
<ie80elben ist, vorherrschender Orthoklas in grossen Individuen, davon meist
tonschlossener Quarz, grossblättriger silberweisser Glimmer. Oft reich an
nfUligen Beimengungen, die meist in Drusen vorkommen, besonders Tur*
^in, der selten fehlt. Die Felsart bildet nicht selbständige grosse Massen
ond erscheint gewöhnlich als Gänge im Gneiss oder gemeinem Granit.
Thiobald, der den Namen nur im Index des 2. Bandes, aber nicht im
Text enthält, scheint die Granitblöcke von Pisciadella am Bernina,
P- 302, im Auge gehabt zu haben.
Thsobald, Banden U, 1866.
Peissenbergersehlchten.
In der Höhe Nagelfluh und bunte Mergel, tiefer grane sandige Mergel
uid Mergelsandstein mit Austern und marinen Molassefossilien, in der
Grnudlage die Cyrenenschichten und Pechkohlelager. Von diesen sind 21
liokannt, aber nur 17 bauwflrdig. Am Peissenberg, einem hohen frei
teilenden Hflgel in Sfld-Baiem, zwischen Schongau und Wellheim.
QüUBafsf Bair. A. 1861.
Fennlnseliiefer.
Orttner ScUefor. . ChioritscUefer, worin der Ghlorii durch
vertreten ist
KaMNOOTT, Petngr. 1868.
184 PentaeriniteiuEOBe — PenporpliTr.
Pentacrinitenzone Opfkl.
In der Mitte des Unteren Lias oder Sinemurien d'Obb. Arietenkalk
M6SCH z. Th. Dunkelgraue bis schwarze bituminöse Schiefer, mit ein-
gelagerten, nnr selten vorherrschenden bläalich .grauen Kalkbänken. Meist
wenig mächtig, als kaum > i bis l F. dicke Bank, Peniacrinitcnbank Qubust.,
aber ausgezeichnet durch ihre Fossilien. Bezeichnend ist Pentacr. tuber-
cviatuSy dessen Glieder, lumachell- oder breccienartig, den Stein fast rer-
drängen; ausserdem Amm. Bonardiy Amm. Tumeri, Bei, a4SuUus, Ger-
villia lanceolatay Jnoc. Faberi, Hauptlager, zu LymeRegis, der P^esio-
sauren, Jchthyosaureii, Fische, Von grosser Verbreitung in ganz Europa,
aber vom Hangenden und Liegenden nirgends scharf getrennt.
Oppbl, Jnraf. 1858; Quenstbdt, Jura, 1868.
Perledosehiefer.
Schwarze, sehr bituminöse Schiefer, die bei Perledo, östlich yob
Varenna, am Comersee, als Dachschiefer ausgebeutet werden. Sie ent-
halten Abdrücke von Fischen und Sauriern und bedecken die schwarzen
Kalksteine von Varenna, liegen aber unter dem Esinokalk. FrQher als
Lias betrachtet, werden sie nun, mit dem Varennakalk, der unteren Trias,
oder dem Muschelkalk beigeordnet.
Balsamo, Politecnico I, 1839 ; Curioni, nnovo Saurio fossile, Jst. Lomb.
1847 ; Stoppani, Stadii, 1857 ; ~ Note ad un cono, 1867, p. 305.
Permisehe
Formationen. Die letzte Gruppe der paläozoischen oder primären Bildungen,
zwischen der Steinkohlengruppe und der Trias liegend. In Deutschland
zerfallend in das Bothliegende und den Zechstein, daher auch Dyas genannt
In Bussland erscheinen diese Formationen in engerer, kaum trennbarer
Verbindung. In den Alpen und in Italien tritt das Rothliegende auf als
Verrucano, der Zechstein fehlt im sfldlichen Europa.
Persporphyr.
Persgranit Thkob. Bläulich graue Oligoklas-Orundmasse , krypto-
krystallinisch, mit ausgesondertem Orthoklas ^ glasigem Quarz y braunem
hexagonalem Glimmer und Hornblende. An der Aussenfläche rostbraun
verwitternd. In Blöcken bei Pontresina, anstehend am M. Pers, auf
der Westseite des Berninapasses.
V. Batb, Ztsch. d. g. Ges. IX, 1857; Tbbobaij>, Bünden II, 1866.
Petroleum — Pholadomyenbank. I35
Petroleuni5
EMöl, Bitumen. Nächst dem in den verschiedenen Kohlenarten and im
Iritnminösen Kalk gefundenen, kommen auch, sowohl im Jura, als in den
Alpen y Sparen von flüssigem Petrolenm vor, die nar mineralogische Be-
deatnng haben.
Bbrnoulli, Taachb. d. Minlg. 1811 ; Ksnnqott, Ml. d. S. 1866.
Petrosilex.
S. Felsit und Enrit.
Pflastersteine.
In älterer Zeit bediente man sich in vielen Städten der Schweiz, als
jnn die Strassen zu pflastern begann, aus der Nagelfluh herstammender,
&Qstgrosser Kiesgerölle von Granit, Quarz u. a. harten Steinarten, ohne
sie za zerschlagen, and ertrug in Gednld das Unangenehme des Gehens
fiber diesen Kageln. Erst in diesem Jahrhundert spaltete man die GeröUe
ond kehrte die flache Seite nach oben; wegen gerundeter Unterfläche ver-
loren sie aber zu schnell diese Lage. Man wählte daher cnbische Stücke
von Kalkstein, oder hartem Sandstein. Den besten Dienst leisten Sand-
steine oder sandige Kalksteine von festem Zusammenhalt und gröberm
Korn; reine Kalksteine schleifen sich bald glatt und sind bei geneigten
Strassen gefährlich.
Pholadomyenmer^el Fbomh.
Pholadomyen Jacoard; Argovien Marc. Graue, z. Th. sandige Mergel,
mit eingelagerten Bänken von grauem Mergelkalk. Mit P/iolad, exaUata,
P. pardcosta, P. ampla u, a. Gryph. dilatata, Terebr. impresso, Amm.
(ordaius^ a. s. w. — Es sind die Oxfordmergel des mittleren Jura, welche
<ien Scyphienkalken und der Chaillesstufe entsprechen. Im Breisgau,
Berner Jura, Waadtländer Jura mächtig entwickelt; in letzerm gibt
ilioen Jagcabd 100^ mittlere Mächtigkeit. Im A arg an den EfiGngerschichten
HoscH entsprechend.
Fbomhbbz, J. im Breisg. in G. Leonh. Beitr. 1838 ; HAnoou, J. salin.
M. S. g. ni, 1848; Jacoard, J. Vaud. 1869; Grbppin, J. Bern. 1870.
Pholadomyenbank Fraas.
Lias ßj Tomerithone Quikst. z. Th. Blanschwarzer, an der Aassen-
^^ gelbgraaer Kalkstein, als ^2 bis 1 Va F. mächtige Bank über 60
135 PhowrfitlL — Pietr» di^fttnchina.
bis 60 F. mftchtigen Thonen mit .4f?im. Tumeri; TOn dem aofliegendfiD
Nnmismaliskalk durch ein 20 F. m&chtiges Thonlager getreimt Die Ton
den Thonen eingeschlossene Bank ausgezeichnet dordi Pholad. ambigw
IL a. Liaspetrefacten. Bei Balingen, Oeisslingen o. a. Stellen is
WOrttemberg.
FSAAB, Wfirttb. Jahrb. 1846, p. 205.
Phonolith^
Klingstein. Dichte, dnnkel grftnlich oder gelblich grane Grmndmasse, dftim
plattenf&rmig abgesondert, im Anschlagen klingend, mit sparsam aosgestm-
dertem Sanidin. Durch Sänren theilweise zersetzt, mit Ansscheidnng tob
Kieselgallert, der unzersetzte Theil von der Zusammensetzung des Feldspaths;
der zersetzbare Theil, früher f(lr Zeolith gehalten, ist in mehreren Phono-
lithen NqpheUn, in andern Nosean. Als Einschlösse kommen Tor Harn^
blende, Augü, OUmmer, Titanit, LeussU ; auf Kluftflftchen NatroHth u. a.
Zeolithe. — In der Schweiz kommt Phonolith nicht vor, wohl aber aa
ihren Orenzen, im Hegau, die Felskuppen yon Hohentwiel, H. Mftgd-
berg, H. Staufen, H. Kr&hen. Es ist ein Noseanphonolith, und in
zersetzten Oestein sind Noseankrystalle und Kömchen von blauem Hanyn
erkennbar. Kluftflftchen auf Hohentwiel sind mit Natrolüh bedeckt.
FmcHKB, Katf. Ges. ▼. Freib. i/B. 1862; v. Futsch, Leonh. Jb. 1865;
ZmxsL, Petrog. 1866.
Phtanite Haut.
S. Kieselschiefer.
Phyllade d*Aob.
8. Thonschiefer und Thonglimmerschiefer.
PhylUt^
Ton Naumakv Torgeschlagen statt Phyllade.
Naumann, Qeol. 1850.
Fietra cieerchina
heisst in Toscana ein wahrscheinlich dem Macigno angehörender Sandstein,
mit erbsengrossen Körnern jaspisartiger Kiesel.
Tasoionx, Baisen.
Pietn forte -^ PinperdumeigeL XS7
Pietra forte.
Feinsandiger Kalkstein oder Kieselkalk, von grosser Z&higkeit, als
Baustein und Pflasterstein in Florenz benutzt, grflnlich bis schwfirzlich
gran, am Rand mehrere Zoll tief gelb verwittert, dick geschichtet bis
Bchiefiig, die Schichtfl&chen öfters mit Glimmer bedeckt. Früher mit dem
Macigno zusammengestellt, der aber tlber der Nammolitenbildnng, die Pietra-
forte unter ihr liegt und auch durch ihre Zähigkeit abweicht. Es sollen
dieselben Facoiden darin vorkommen, die den Macigno bezeichnen, und
andere Petrefacten waren nicht mit Sicherheit bekannt. In neuerer Zeit
nnd, besonders von Strozzi, in dem grossen Steinbruch von M. Ripaldi,
ÖBige Meilen S von Florenz, zahlreiche AmmonUen, Turriliten, Ha-
fmtm, Inocerumen der jQngeren Kreide darin gefunden worden. Die Stein-
irt trifft nahe flberein mit dem neocomen Kieselkalk (s. d.) der Schweiz.
Coccm, Bnll. See. g. Xin, 1856; Gapeluni, Spe«a, 1864; Gbatta-
BOLA, Viale dei Colli, BoU. geol. 1870.
Pietra sereoa
nennen die Steinbrecher inToscana den als Baustein ausgebeuteten Sand-
stein, wohl ausschliesslich der Pietraforte angehörend. Er ist, theils grob-
körnig P. s. ruspay theils feinkörnig P. s. fina. Der erste widersteht
der Wittening besser, als der letztere.
Taboioni, Beisen.
Pinitgranit
Kleinkörniger Oranit mit vorherrschend schmutzig weissem Fektspath^
1. Th. Orthoklas, kleinen grauen Quar«körnern und sehr zurflcktretendem
grauem Qlimmer, Eine, theils in kleinen Partie'n, theils in unklar pris-
matischen oder cylindrischen Gestalten flberall eingemengte Substanz wird
sieh durch die Analyse vielleicht als Pinkt erweisen. Bei Branson und
Foully gegenüber Martigny.
&ruDEB, W. Alpen, p. 159.
Pinperdamergel Masoou.
Blaue, glimmrige, unklar schiefrige Mergel, stark aufbrausend,
15" michtig. Im tieferen Theil , Bei. irregufaria , Amn. BerperUinus,
itmni. oomplanatus^ Amm. discaides^ höher, Bei. unisulcalus^ Amm,
CalifpMy Amm, Thotuirsensis , Amm. radians, oben, Bei. campres-
Mit, Amm. imignis^ Amm, jurensis nnd mehrere Oastropoden. Nach
138 PtBciadellagranit — Flasnemergel.
Oppsl auf der Grenze des oberen lias and Unteroolith, seinen drei Zosoi
Posid, Bronnii, Amm.jurensis und Amm. torulosus entsprechend, wi&hrend
Mabcoü die aufliegenden Areschemergel noch zum Lias zieht. In dem
schluchtartigen Graben von Pinperdu, N bei Salin s.
Marcou, Lettres, 1857; Oppel, Joraf. 1858.
Pisciadellagranit v. Rath.
Weisser bis bUlolich weisser Orthoklas in Zwillingen, weisser Wgo-
klas, i^uarz, grosse und zahlreiche Blätter von sUberweissem Gümmrr,
selten verwachsen mit tombakbraunem Glimmer, reich an eingewachsenen,
oft zolldicken Tannalinpruimeu, Grosse Blöcke am Ausgang des Yal
di Gampo am Bernina.
V. Rath, Ztsch. der d. g. Ges. IX, 1857.
Pisolith.
Erbsenstein. Der Ausdruck ter pisolühique ist von jurassischen
Geologen (Gbessly, Quiqukrkz, Gbbppik u. a.) oft zur Bezeichnung der
Bohnerze gebraucht worden, statt Fer pisiforme, wie Brongniart, Thibbu
u, s. w. sie nennen.
PIstacitfels.
S. EpidodL
Planorbisstufe Oppsl.
Psilonotusbank, im tiefsten Lias a Qu. ; unmittelbar Qber dem Bonebed.
Blaue Ealkbank mit Ammon. planorhis^ ein Fuss mächtig, in Verbindung
mit den darüber liegenden dunkeln Thonen bei 7 Fuss mächtig, üeber
diesen folgt die Angulatusstufe. Mosch fand den Amm. planorbis zugleich
mit Amm. Huckiandi in seinem untern Arietenkalk.
Oppel, Jaraf. 1858; Mösch, Aarg. J. 1867.
Plasnemergel. Margou.
Frflher Mames Yesuliennes genannt. Gelblich oder bläulich graue
Mergel, nussgrosse Knauer von Kalk einschliessend, 3" mächtig. Mit
zahlreichen Fossilien: Ostt\ acuminata, 0. Marshii^ Rhynch, concmna,
viele Myen^ Holictypus depressm. üeber den Korallen des Fort
St. Andre bei Salins, unter dem Citadellenkalk von Besangon,
daher in das Niveau der Parkinsonischichten fallend. Plasne liegt etwas
S von P 1 i g n y.
Marcou, Lettres, 1867.
PlMÜBcher Thon — Plftttenmolasse. 189
Plastischer Thon.
Töpferthon. Wasserhaltendes Thonerdesilicat In trockenem Zustande
grob- bis feinerdig, milde und zerreiblich, stark an der Zunge hängend,
matt, grau, gelb, zuweilen blau, grttn, braunroth. Leicht, bis 70 ^/c, Wasser
einsaugend, und dann plastisch, dasselbe fest haltend und einen kleinen
Best erst in der Glühhitze fahren lassend. Beim Austrocknen sich zusammen-
ziehend und in Stocke zerfallend. Häufig gemengt mit Carbonaten von
Kalkerde, Magnesia, Eisenoxydul, mit Quarzsand, Glinmier, Kohle und
anderen Stoffen. — Thonlager kommen von den ältesten bis in die jOngsten
Abbgerungen Tor und enthalten nicht selten, theils marine, theils Stlss-
wasser* oder Landfossilien. Sie finden sich in oft bedeutender Mächtigkeit
in allen Stufen der Lias-, Jura- und Kreidegruppe , im Jura , wie in den
Alpen. Bei Paris bildet die Argile plastiquey mit Sasswasser- oder
brackjschen Fossilien, die Grundlage des Galcaire grossier. In Italien
gehört der Töpferthon, Creta oder Mattajo7ie, der jungem oder pliocenen
Tertiärbildung an. In der Schweiz wird besonders der quaternäre
Letten oder Thon der Gletscherablagerungen, sowohl als Töpferthon, als
znZiegeln benutzt, so zu Steffisburg beiThun, zu Romainmötier
and andern Orten.
Plattenkalk.
Als petrographische Bezeichnung in dickere oder dünnere Platten
spaltender Eoilksteine, hat der Ausdruck auf verschiedene Altersstufen
Anwendung gefunden. Zunächst sind die OerUnger Kalksteine als Platten-
kalke und nicht (wie bei Ebkl) als Schiefer zu bezeichnen. Im schwäbischen
ond fränkischen Jura kennt man die Plattenkalke von Nusplingen,
Solenhofen und Pappenheim, die dem Weissen Jura g Quenst. ange-
hören. GOMBKL führt einen Plattenkalk im alpinen Keuper an, auf der
obem Grenze des Hauptdolomits , Mösch beschreibt Plattenkalke als Ein-
lagerungen des Aargauer Hauptmuschelkalks.
Plattenmolasse.
Bläulich graue, feinkörnige, in Platten von 1 bis 2 Decimeter Dicke,
abgesonderte Molasse Ton beträchtlicher Festigkeit, so dass Platten von
beliebiger Grösse gebrochen werden. Sie wird ausgebeutet in den vielen
Steinbrüchen bei Staad, Rorschach, Herisau, die in der NW fallenden
marinen Molasse liegen; femer bei Luzern, in der Umgebung des Löwen-
denkmals, zu Wabern bei Bern und in andern Gegenden.
190 Pliocene BOdnngen >- P<nrt»4e-FnuiMka]k.
Plioeene Bildangeii.
Obere Tertiärbildangen; Sabapennin d'Obb. Neogene BUdungeii E&bxb
z. Th. Mit mehr als 50 ^o lebender Species unter ihren fossUen HoUnskeL
Ton Ltxll noch weiter getheilt in ältere and jüngere Pliocene BUdoDgen,
Den letzteren, die er anch Pleistocene nennt, da sie nnr 5 bis 10 ass-
gestorbene Arten enthalten, ordnet er anch die erratische Bildong bei
Ebenso G. Matul Sein Etage Äsiien entspricht der SnbapenninenbiklDi^
und der jQngsten Erhebung der schweizerischen Molasse; sein Eüige
Saharien den jüngsten marinen Ablagerungen in Süd-Italien and Siäiiei
and der erratischen Bildung in der Schweiz.
Ltsll, Eiern, ed. 1862; 0. Mater, tabl. 1868.
Polygene Conglomerate.
Conglomerate mit Oeröllen mannigfaltiger Steinarten. Die schönsteD
Beispiele zeigt die Sagdfiuli^ besonders bei Thun, am Belpberg, in
Emmenthal and in andern Gegenden.
Porphyr.
Felsitische, aphanitische , oder kleinkrystallinische, granitische, oder
dioritische Orundmasse mit ausgesondertem Feldspath und oft auch Qosn,
Augit, Hornblende und anderen Mineralien, theils krystallinisch begrenzt,
theils in unregelmässigen EOmern. S. Felsitporphyr, Dioritporphyr, Graoit-
porphyr, Quarzporphjrr.
Porphyrit.
Brannrothe oder bläulich braune Grundmasse {Eisentkon Wkbxie),
homogen erscheinendes Gemenge yon Feldspathy yorzüglich Oligoklas und
Hornblende^ mit ausgesondertem Oligoklas, Homblendnadeln und dunkeln
Glimmerblättchen, Je nach dem Vorherrschen des einen oder andern
Bestandtheüs an Aphanitporphyr, Melaphyr, Dioritporphjrr, Minette an-
grenzend. Am nächsten verwandt scheint die Steinart dem Mandelstein
(s. d.) vom Griessbach, oberhalb Bougemont bei Saanen.
G. BoBB, Ztoch. d. d. Geol. G. XI, 1859; Zirkbl, Petrog. 1866; Stüdsb,
W. Alpen, 1881.
Porte-de-Francekalk.
Grosse Steinbrüche am westlichen Ausgang von Grenoble. Dichter,
dunkelrauchgrauer Kalk von feinem Korn, mit Belem. hastatuSy Amm,
FsrÜAndkalk — PortlaiidBtidii. 191
amiUailaiiUf A, iortistdcatus, Ä. tmuUobatus, A, fleoDuosus, die tiefere
Masse bildend. Froher als Oxfordkalk betrachtet, jetzt dem unteren
Emmieridge oder dem Weissen Jura y gleich gestellt üeber demselben
eise mftchtige Bank mit vielen Apiychus latus and lamelloms und bald auch
ahfareichen Terebr. jamior ((Uphya). Höher folgen hellere Bftnke , sich
lithographischem Kalk annfthemd, mit Ammoniten, die mit dei^enigen von
Stramberg übereinstimmen and eine Neocomüacies tragen, and diese
Bioke schliessen ab, nicht sowohl an der Porte-de-France, als bei
den NW von Grenoble liegenden Aizy, wie anch za Lemenc, bei Gham-
bery, mit einer KaraUmbrecde, welche beinahe gleich viel Jarassische and
KcMOospecies enthält and die Ornndlage des höher folgenden entschiedenen
Keoen büdet Die antere Masse dieses Neocoms wird bei Grenoble za
]#nii8chem Kalk and Clement gebrochen, als ein schwarzer, sehr
iMtimmöser , thoniger Kalk, dessen Fossilien mit demjenigen yon Berrias
(0 TOD Les-Yans in Ard4che) übereinstimmen.
LoBY, Daoph. 1860; — BoU. Soc g. 1866; PicrrBT, Mel. palfont lY
1868. '
Portlandkalk.
Die Steinart der Portland-Insel, aas welcher die wichtigsten Oe-
biode im südlichen England aasgeführt sind, ist ein weisser, oder gelblich
lieUgraaer, oolithischer, kreideartiger oder dichter Kalkstein, der Bftnke
Ton 5 bis 8 Fass Dicke bildet, zwischen welche sich oft kiesUge Lager
dodriogen. Mehrere B&nke enthalten zahlreiche, meist nar als Steinkeme
Torkommende Fossilien. Dankelgraae thonige Sande mit Kieselknaaem,
iaPorilandsand, trennen den Kalk yon der anter ihm liegenden Kinuneridge-
rtofe. — In den ümgebangen von Porrentray beschreibt Thubmanh den
Portlandkalk als einen dichten, merglichten oder oolithischen Kalkstein,
von Terschiedenen hellen Farben, zaweilen gefleckt, in meist weniger als
ein Meter dicke Lager abgesondert Die Fossilien sind, besonders in den
tiefem Banken, ziemlich zahlreich. Die Mftchtigkeit betrügt bei 20". Nach
indem jarassischen Geologen sollen aach dolomitische Einlagerangen vor-
koDunen.
OoNTBBAliB, Oatlines of the Geol. of Engl.; Thubmann, Sooley. jv.
M. de Strasb. 1832; Oppbl, Jnraf. 186a
Fortlandstnfe.
Zoerst in England, als Mittlere and Hanptstafe des Ober-Oolitbs
Wniehnet; über ihr die Porbeckstafe, anter ihr die Stofe der Kimmeridge-
wrgd, welche den Ober-Oolith nach anten abschlieasen. TBtmiuBir, der
192 Pondonienschiefer — Pondingae.
den Parbeck in anserm Jura nicht kannte, bezeichnete den ganzen Ober-
Jura als Portlandgruppe und ihren hohem Theil als PorlUmdkalk, den
tiefem als KimmeridgemergeL Später liess er die englischen Namen bllen,
fügte dem Ober-Jura noch eine bisher mit dem Mittel-Jura Tereinigte
Stufe unten hinzu und unterschied im Ober- Jura, von oben nach unten:
1. die Virgulienstufe, 2. die Pterocerienstufe, 3. die AsicMrtienstufe, Von
Jacoabd wurde die Benennung Virgulienstuüe wieder vertauscht gegen Port-
landstufe und die seither aufgefundene Purbeckstufe oben zugesetzt. GiiPFDr
setzt, nach dem Vorgang neuerer französischer Geologen, eine PorÜandstofe
zwischen die Virgulienstufe und den Purbeck hinein, der frOhem Ssrstem&tik
von THUIUCA.NN sich wieder annährend. (S. Kimmeridgien). — Die Mächläg-
keit der Portlandstufe wird im Neuchäteler Jura von Dssoa und Gussu
auf 125"', im Berner Jura die von Greppin beschränkte auf 40* geschätzt
Im Aargauer Jura und in den Alpen ist diese Stufe bis jetzt nicht nadi-
gewiesen worden. Dass übrigens irgend eine dieser Stufen dem vthreD
englischen Portland entspreche, wird bezweifelt. In Betreff der Poitbod-
stufe besonders hat Gbesslt seine verschiedenen Facies oder Typea
entwickelt.
Gresslt, Jnra Sol. Schw. Dks. IV, 1B40; Dssob et Gbessi.y, J. Kenck.
1859; Jacxjard, J. Vaud. 1869; Gbbppin, J. Bern. 1870.
Posldonienschiefer Bbonn.
Posidonomyenschiefer Oppel; Lias 6 Qu.; Liasschiefer von Buch. —
Hellgraue oder dunkle, braune bis schwarze, oft sehr bituminöse Schiefer,
mit Einlagerungen von festen Stinksteinbänken; 3 bis 6"* mächtig, unter
der Jurensisstufe, im obern Lias. Bezeichnend ist Posidon. Bronniiy die
oft in grosser Zahl vorkonunt; ausserdem Fucoiden, viele Arten AmmonUen
und andere Molltisken.
Posidonomyenschlefer.
S. Posidonienschiefer. Die erstere Benennung wird auch auf andere
Stufen angewandt. Von Oppel z. Th. auf die Klausschichten (s. d.), denen
E. Favbe auch eine an Posid. alpina Gras reiche Schichtenfolge am Mole -
80 n vergleicht. Von Oppel auch auf andere Schichten in den Alpen.
Oppbl, Ztsch. d. d. g. G. 1863; E. Favre, Arch. B. ü. 1870.
Poudin^e«
S. Conglomerat und Verrucano. In der Geschichte der Geologie ist
besonders das Poudingue de Valorsine durch Saussubi bekannt geworden,
Pötschenkaik — Protogin. 193
weil er in seinen yerticalen Schichten den Beweis fand, dass horizontal
abgelagerte Schichten später aufgerichtet worden seien. Es sind mannig-
faltige Gerolle von Quarz, Oneiss, Glimmerschiefer n. s. w., aber ohne
Kalksteine und Thonschiefer, durch rothen Talk- oder Glimmerschiefer
Terkittet Das Gonglomerat steht in enger Verbindung mit der Anthradt-
bildoDg und dem Gneiss.
Sadssubb, Yoy. § 690 o. f.; Fayrs, Saroie n, § 621.
Pötschenkaik.
Ueber dem alpinen Muschelkalk von Aussee im Salzkammergut
liegen danngeschichtete Kalksteine, mit Rhynch^pedata und anderen Muschel-
kiBcpelrefacten , in den obersten Lagern mit Ilalobia Lommelü, Dann
folgt eine bei -200 Fuss mächtige DoLimitmasse, die nach oben, in der
Potschenwand , W yon Aussee, in den Pötschenkaik übergeht Die
unteren mächtigen Bänke von grauem, Homstein fahrendem Kalk ent-
lialten dannere Zwischenlager von gelblichem, durch Glauconit grün ge-
flecktem Dolomit, die obern Bänke, ebenfalls grauen Homstein fahrend,
6ind knollig, mit welligen Schichtflächen. Petrefacten sind selten, doch
fanden sich, in den untern Bänken, Retzia trigonellay nebst nicht sicher
bestimmbaren Ammoniten und Cnnoidengliedem, Ueber dem Pötschenkaik
ü^ bei 100 Fuss mächtig, Partnach-Dolomit und über diesem die Salz-
i^erstätte.
Mojaisovic», Oberer Trias, Jb. d. BA. 1869.
Prlmärgeblrge.
Paläozoisches System. Die Formationen zusammenfassend, welche
die frühsten bis jetzt bekannten organischen Ueberreste enthalten, also
zwischen dem Azoischen und Mesozoischen System liegen. Es zerfällt, von
onten nach oben, in die Laurentische, Cambinsche, Silurische, Devonische,
Steinkohlen' und Permische Gruppen. Von allen diesen Gruppen sind nur
die zwei letzten, die Steinkohlengruppe durch die Anthracitbildung, die
l^ermische durch den wahrscheinlich dem Rothliegenden entsprechenden
Verracano, in der Schweiz nachgewiesen.
Frimltiygeblrge.
S. ürgebirge und ürgebirgsarten.
Protogin.
8. Alpengranit.
13
Pwmmite Haut.
Ormwacke und Oramvackeschiefer, oder ftOgemdner, die Sudstei»
der pahuozmschen aod azoischen Formationen bezeichnend, daher aadi auf
Anthradtsandstein and sandigen -Schiefer, aof die mit dem Yerrocano fer-
bnndenen Sandsteine nnd Schiefer und aof die fossilleeren filtem Sandeteine
ond SandsteinsckieCer der Alpen anwendbar.
Fs^Ute Bbq.
(htwskOraiger Sandstein oder Conglomerat Besonders zur Bezeichnnsg
dee Bothliegenden oder Vermcaoo angewandt.
Pterocerenstofe.
Etage PteroG^rien oder Strombien Thdbiiahh. Zone der Pierocara
Oceani Ovfkl, S. Eimmeridgestafe. — Thubxaiqi theOt die Stufe noch
weiter in ein Epistrombicn^ Zone Strombienne und ein HypostrombiefL
Oppbl, Jnrtf. 1856; Thubmahh et Etalok, Leth. Braut. Sehw. Dks.
XVIIL 1861.
Paddingstein.
S. Pondingne.
PiiHtalgliBsg68teliL
Pontegliasgestein ; Syenil^eiss von Rate; Ponte^asgranit n. A. Zahl-
reiche bis 1 Zoll lange, aber schmale Zwillinge von weissem Orthoklas,
in einem kleinkörnigen Gemenge von grauem Quarz, Yorherrschendem
schwarzem Glimmer und Hornblende. Vertical zerklflftet, eine hohe Fels
stufe bildend, die Ton vielen Euritgftngen durchsetzt wird. Im Hintergrund
des Puntaigliastobels, oberhalb Trons, in der Gletscherregion bedeckt
yon mächtigen Kalkgebirgen. Nach vorn umschlossen von dunkeln Hom-
blendgesteinen, worin früher auf Magneteisen und Kupfererze Bergbau
getrieben worden ist Der Granit durchsetzt das Gebirge und kommt auch,
nordöstlich, im Hintergrund des nach BrigelsauslaufendenFrisaltthales
wieder zu Tage.
Pnrbeckstufe.
Terrain Dubisien Dssob und Gbbsslt; Mames bleues Maboou. — Als
oberste Stufe des Jurasystems kennt man auf der Halbinsel Purbeck, an
der Sfldkaste von England, eine Folge yon Kalkstein- ud MergeUagem
Fyroxengesteine — QiMTtSrbildniigen. I95
nH SlUswasser- und brackischen Fossilien. Nach ttbereinstimmendea
Sflsswasser-Fossüien entspricht dieser Stufe dne an mehreren Stellen de«
westlichen Jnra entblOsste, 20 bis 30°* mächtige Lagerfolge, die den Port-
landkalk von der untersten Kreide trennt. Nach dem Vorkommen zu
Yillers-le-Lac am Doubs, W Ton Locle, beginnt die Stufe, unten,'
mit z. TL sandigen und zelligen Dolomitbänken 17"" mächtig, fraher
noch d<^ Portland zugeordnet « dann folgen graue oder schwarze kohligte
Mergel, welche Nester Ton Gyps und kleine Quarzkrystalle einschliessen,
3 bis 6" mächtig, und nach oben sind denselben graue oder schwarze
Kalkbänke Ton geringer Dicke eingelagert.
Db Lobiol et Jaooasd, Tillers-le-Lao, Mem. de Gkn^ve XYIII, 1865;
Jacoabd, Jura Neuch. 1869.
Pyroxeiige8teine5
Augitgesteine , Basalt, Dolerit, Diabas, Augitporphyr, sind der
Schweiz fremd, finden sich indess in ihrer Nähe, am Kaiserstuhl, im
Hegau, in Süd-Tirol, am Monte Baldo, in den Hügeln von
Vicenza. Nicht selten dagegen ist Diallagy als Aussonderung im Ser-
pentin und als Bestandtheil des Gabbro, in Bünden und im südlichen
Wallis. Ein merkwürdiges Vorkommen von Augit (Sahlit) ist durch
H. TOM Rath in dem weissen Marmor von Yalpellina nachgewiesen
worden.
GsBLACH, Sfid-WaUiB, 1871.
Quaderstein
ttnnte Bxrgcobb allgemein den obern weissen Jurakalk, ohne eine, au
seiner Zeit uxmiögliche Trennung in einzelne Altersstufen zu versuchen.
Rbsoobb, Scbw. Dksch. alt Folge, 1829, 1, p. 178.
Qaartirblldnngen.
Quatemärbildungen ; Diluvium; Diluvialbildungen. Sie umfassen alle
Ablageningen zwischen der jüngsten Tertiärbildnng und den Bildungen,
die nur organische üeberreste noch lebender Arten enthalten und sieh
gegenwärtig meist noch fortsetssen. In der Schweiz gilt als untere Orensse
die jüngste Molasse, die Oenüigerstufe und der DiKoikeriumsaihd vom
Bois-de-Raube im Berner Jura. Die schweizerischen Quartär-
bfldangen enthalten also den älteren Eies (AUnvion ancienne), die ernttische
Bildung und den jungem Kies. Oben schliessen sich an sie die noeh sic^
fortsetzenden Ablagerungen von E3es, Sand, Dammerde, Torf etc. Zweifel*
baft bleibt die sogenannte löcherige Nagelfiuh vom üetliberg bei
196 Qiiarteii8chiefor —
Zürich and in der Ostschweiz (s. Kieslager). Nach ihrer Steinari trägt
sie einen qoartftren Charakter, nach ihrer Lage, auf den höchsten Berg-
rücken der Gegend, scheint sie älter zn sein, als die Entstehung der
grossen Molassethäler.
Quartenschiefer Esghsb.
Hochrothe, glattflächige Schiefer, mit Säuren nicht aufbrausend, Idcbt
spaltbar und, senkrecht auf die Schieferung, von sehr schmalen, mit Eali-
spath oder Quarz angefüllten Klüften durchsetzt Abwechselnd mit Binken
Yon weissem Quarzsandstein, der durch eingemengte rothe Quarzkfiroer
zuweilen roth punktirt erscheint. Die obersten Schiefer sind grün. Diese
Schiefer liegen bei Quarten, S vom Wallensee, unmittelbar auf dem
ROthidolomit, in einer an 100 Fuss betragenden Mächtigkeit, und werden
im Hintergrund der Flumser- und Murgthäler, vom Unter-Lias der Malabiz-
schichten bedeckt Es sind wohl dieselben Bunten Schiefer, die in den
Zwischenblldungcn (s. d.), wo der Lias ganz fehlt, unmittelbar unter dem
Eisenoolith liegen.
ESCHSB, schriftl. Mitth. 1871.
Quarzfels.
S. Quarzit.
Quarzit.
Quarzfels, Yerrucano z. Th. — Dichtes oder kömiges Quarzgestein,
weiss, hellgrau, zuweilen blassgelb, selten grün, roth; massig, platten-
förmig bis schiefrig, als (^luirzschiefer. Die Platten- und Schieferfl&chen
nicht selten mit silberweissen oder gelben, getrennten, oder aneinander
schliessenden Glimmerblättchen bedeckt, durch deren Zunahme ein lieber-
gang in Glimmerschiefer stattfindet. In den Alpen, als Talkquar^,
mit Talkgehalt, die weisen, grünen oder rothen Talkblättchen die Qoan-
kömer einwickelnd, ohne sich flächenartig anzuhäufen. Zuweilen sind auch
einzelne rothe Quarzkömer beigemengt. Selten findet man (Valeris
bei Sitten) Feldspathkrystalle ausgeschieden. Wahrscheinlich darch
Verwitterung von Schwefelkiestheilchen zeigt sich das weisse Oestein zu-
weilen gelb gefleckt (Stuf istein an der Jungfrau), zuweilen auch
mit braunrother Kruste bedeckt (Lötschpass). — Von dem Glimmer
führenden, in enger Verbindung mit Glimmerschiefer stehenden und mit
ihm abwechselnden Quarzit unterscheidet sich der TaUcquarzit aoch
durch sein geologisches Vorkommen. Er ist mächtig anstehend im Thal
der Durance, von TArgentiöre aufwärts bis nach der Maurienne
Qvarzporphyr. 197
hin, in naher Yerbindiing mit der Anthracitbildang. Auf dieser liegt, bei
FArgentidre, Yermcano, dann folgt, wohl Aber lOO'' mächtig, Quarzit
ond Aber diesem, bis auf die Höhe des Gebirges, Kalkstein, den man dem
Lias beiordnet Auch in Savoien nnd im nntem Wallis finden wir
den Talkqoarzit meist in der Nähe des Anthracits nnd nicht selten in Yer-
bjndnng mit Yermcano. Die Anthracitzone, die von Morgex im Aosta-
thal Aber den Grossen St Bernhard nach dem Rhonethal fortsetzt,
ist öfters von Qnarzit bedeckt, and das Rhonethal aufwärts, lässt sich
dieser, ohne Unterbrechnng, stets über dem Anthracit liegend, bis in die
Nshe des Simplon verfolgen. Mächtig entwickelt zeigt er sich im
lordern Thals von Anniviers, weiss oder grfln, mit Einlagerungen
von Talkschiefer, und begleitet von Dolomit, Rauchwacke und Gyps. Der
Qairzit ist hier stark zerklflftet, an seinem Fuss bilden sich, im Ill-
graben, stets frische Blockhalden. Schuttkegel von Quarzsand dehnen
sich bis an die Rhone aus. — Die Steinart tritt auch ohne Yerbindung
mit Anthracit auf, meist von Rauchwacke , Gyps und buntem Schiefer be-
gleitet So in den Hageln von Sitten, wo der Quarzit, mehrere hundert
Meter mächtig, gangartig den Kalk durchsetzt. So auch in den Zwischen-
bildnngen (s. d. ) der grauitischen Centralmassen, wo Quarzit, bunte Schiefer
und dolomitischei ELalk in der Regel den Gneiss von dem Kalkgebirge
rennen.
üeber die stratigraphische Stellung dieser Talkquarzite sind die An-
sichten getheilt. Einige setzen sie in nähere Yerbindung mit der Stein-
kohlengruppe nnd sehen in ihnen, wie im Yermcano, Repräsentanten des
Rothliegenden; Andere betrachten sie als Trias und erkennen darin den
Bontsandstein oder Keupersandstein.
LoRY, Danph. 1860; Favre, Savoie, 1867; Gerlach, Penn. Alp. Schw.
Dksch. 1869; Studer, G. d. 8. 1853; — Hügel ▼. Sitten, in den
Garlsmlier Yerh. 1869, p. 66.
Quarzporphyr.
Qnarzfflhrender Felsitporphyr ; Rother Porphyr. — Grundmasse von
Pelsit, vorherrschend braunroth, fleischroth, ziegelroth, aber auch violett,
grau, grtln, selten weiss, mit ausgeschiedenen Körnern, oder Krystallen
von grauem Quarz, blassrothem, gelblich weissem, selten hochrothem
Orthoklas und glasigem Ollgoklas. S. Felsitporphyr. Im südlichen Tessin
in enger Yerbindung mit Schwarzem Porphyr und Granit. Mächtig ent-
wickelt in Sfld-Tirol.
198 Qnaraandstein ■— Qnintenkalk.
Quarzsandsteln.
Bern Qoarzit nahe stehend and in ihn fibergehend. QaarzkOrner dni^
kaum erkennbares kiesllges oder merglichtes dement verkittet, ^sehr fest,
oder leicht zerstörbar and in cnbische Blöcke oder Sand zerCallend. Weiss,
gran oder gelblich. — Wie der Qoarzit als Bestandtheil der älteren alpioen
Formationen aaftritt, so zeigt sich der Qaarzsandstein in den jfingeni
Formationen, als ein Glied Torzüglich der Secand&r- and Tertiärgebiige.
Dahin gehört zunächst der bei 100"" mächtige Qaarzsandstein des Golds
Bonhomme, blassgelb, QoarzgeröUe einschliessend, rein kieslig. Nachekvtf
zweifelhaften Petrefacten (Peden^ CardUa) von Lobt and Yaijjet als In-
fralias betrachtet, nach der Lage zwischen Gneiss and Jarakalk kaum
verschieden von dem Qaarzit der Zwischenbildangen. Dahin femer der
Qaarzsandstein, der den östlichen Abhang des S a 1 ö v e bedeckt, in grosse
Blöcke zerspalten and in weissen Qaarzsaud verwitternd. H. Favbx, der
frflher geneigt war, denselben als der mittlereii Kreide angehörend n
betrachten, vergleicht ihn jetzt der Hapererde (s. d.), während Andere ihn
eher der Nommalitengrappe beiordnen wollen. In dieser zeigt allerdings
der Qaarzsandstein die grösste Entwicklang. In den sfidwestlichen Alpen,
am Lac de Lanzanier, bei St. Bonnet, aaf den Alpen Platet
and S a 1 e s in Savoien erscheint constant eine oft mehrere hundert Meter
mächtige Lagerfolge von Qaarzsandstein dem Nammalitenkalk aafgesetzt
and von Flysch bedeckt. In gleicher Lage finden wir diese Bildang in den
nördlichen Schweizeralpen, Ihr gehört der Hohgantsandsiein i s. d.) an.
Am Pilatas anterscheidet Kautsiann zwei Stafen von Qaarzsandstein: dne
antere, 60 bis 70 Fass mächtig, weiss mit Glaaconitkömchen, an der
Aassenfläche hellbrann , selten kleine Nammaliten enthaltend and von
Nammalitenkalk bedeckt, and eine obere, bis an 100"* mächtige, dem
Nammalitenkalk aafgelagerte and von Flysch bedeckte. S. Pectiniten-
schiefer.
Lobt, Bull. 8. g. 1866; — Dauph. 1860; Favrb, Savoie, 1867; Kauf-
mann, Pilatus, 1867.
QuatemärbildmigeiL
S. Qaartärbildangen.
Qnintenkalk Eschkb.
Schwärzlich blaaer, spröder, im Anschlagen glasartig klingender dichter
Kalkstein, von maschligem Brach, üeberrest des frühem Hochgebirgskalks,
Baiblenchiohten — BaUigBuiMlrttin. 1^
üBch Abtrennniig der dnrch Fossilien genauer bestimmten Stufen. Er liegt
Mf dem, als Birmensdorfer- oder untere Ozfordstnfe erkannten Schiltkalk
isd wird bedeckt von Neocom-, Tithon- oder Aptjchnsschichten, kann also,
bd seiner, oft mehr als 1000'^ betragenden Mächtigkeit, alle oder einen
Theil der dazwischen liegenden Stufen enthalten. Petrefacten sind selten
and wenig bezeichnend : hier nnd da ein ßekm, hastatus, ein zur Familie
dir PUcatüU gehörender Ammonü^ oder ein Aptychus. Die obersten
Schichten enthalten fussgrosse Homsteinknaner nnd kOnnon den Wettinger-
schichten Mosoh verglichen werden. Die Benennung bezieht sich auf das
Dorf Quinten, am Nordufer des WallenseeV
Baobmaiim, Bern. IBtth. 1863; Eschsb, sckriitl. Mitth. 1871.
Baiblerschlchten.
Unterer Muschelkeuper Oombsl; Cardita-crenata-Schichten ; Cassianer-
Mhichten z. Th. ; Schichten von Gorno und Dossena. Bläulich graue Schiefer,
fest, leicht spaltbar in grössere, ebene Tafeln, deren Flächen mit scharfen,
dunkeln, sich kreuzenden Linien bedeckt sind, sehr arm an Petrefacten
tmd, als taube Schiefer bezeichnet, bis 200"" mächtig. Ueber denselben,
mit geringerer Mächtigkeit, bituminöse Ealkbänke, begleitet von Mergel-
schiefer, in grosser Zahl Myophoria Kefersieini und So(en caidatus ent-
haltend und spedell Raiblerschichlen genannt. Unter den Tauben Schiefern,
welche, nach Mojsisoyics, den Cassianerschichten entsprechen, liegen Schiefer
mit Fischüberresten und Ammoniten, und noch tiefer folgt der erzfahrende
Kalk Ton Raibl. Ueber den Mjophorienschiefem liegt Megalodon fahrender
Dolomit, den Mojs. als Schierndolomit betrachtet In den lombardischen
Alpen entsprechen den Raiblerschichten rothe oder graue Sandsteine und
Mergel mit dunkelgrauen Schiefer- und Kalksteinen, in den nördlichen
Alpen oolithische, dunkle, gelb verwitternde Mergelkalke, oder Rauohwacke
ttnd Gype. Die Raiblerschichten wurden frfther als ganz den Schichten von
8t Gassian entsprechend betrachtet, und mehrere Fossilien sind aller^
dings beiden Stufen gemein.
V. Haueb, Gliedg. d. Trias, Jb. d. g. RA. 1853; — Sitzgsb. d. Ak.
d. W. XXIY, 1857; Suess, RaibL Jb. d. g. RA. 1867; Stub, Raibl.
Jb. d. RA. 1868; Mojsisovics, ebendas. 1869.
Balllgsandsteln.
GrOaer, graaer und brauner, auch wohl rother, danngeschichteieri
aeist sehr fester Sandstein mit aufbrauaendem Mergelcement, die Schicht-
iächen oft mit braonen oder schwarzen Pflanzenresten bedeckt; mit Nestern
200 BarioostatuBaEone ~ Banchwacke.
einer kleinkörnigen Breccie, welche weisse Quarz-, wenige rothe Feldspath-
dunkle KalksteinkOmer und schwarze, pechartig glänzende Kömer y<m
Eisensilicat enthält. Von Ealkspathadem durchsetzt und begleitet tob
grauem, grünem und rothem Mergelschiefer. Die Steinart ist z. Th. Ton
der festen, plattenf5rmigen Molasse am Nordrande der Alpen nicht Ter^
schieden, nähert sich aber auch dem Fljschsandsteine. Nach den Ueber-
resten yon Pflanzen und den bei Ralligen vorkommenden Conchyllen tod
brackischem Charakter, ist der Roiligsandstein, nach Heeb und G. Mato,
als das älteste Glied der Molassebildung zu betrachten.
Zuerst beschrieben von Ralligen am Thunersee, wo er unter die
vordere Kalkkette ein&Ut und durch abweichende Lagerung sich von der
horizonal geschichteten, nördlich anstossenden Nagelfluh trennt Später
wurde der Ralligsandstein bei Br oc an der Saane, und in den Tobein der
Yevaise bei Gh&tel-St. Denis gefunden. Zu ihm scheinen auch zu
gehören die Rothe Molasse von La-Tour bei Vevey und die ihr
gegenüber liegende Folge von Sandsteinen zwischen St. Gingolph
und Bouveret; femer, die Molasse von Bonneville, im Thal der
Arve; östlich vom Thunersee, die Lagerfolge rother Mergel und fester
Molassen mit Blattabdrücken und marinen Conchylien, die am Fnss des
Pilatus bei Horw aufgeschlossen ist.
Stüdeb, Molasse, 1825: — Westl. A. 1834; — G. d. a II. 1853;
RfTiMBYER, Schw. Dks. XI. 1860; Heer, Tert Fl. HI, 1859.
Barlcostatnszone Oppxl.
Unterer Lias z. Th. Sin^murien d'Obb. z. Th. Thumerithon Qxtbkst.
z. Th. Oberer Arietenkalk Mosch z. Th. Hellgraue, sandige Ealkbänke
im Aargau, mit Ammon. raricostalus u. a.; rauchgraue oder bl&uJich
graue Mergelkalke, Mergel und Thon, in anderen Theilen des Jura. Yon
andern Zonen des untern und mittlem läas nicht scharf abzutrennen. Die
Mächtigkeit beträgt jedenfalls nur wenige Meter. Nach Oppel die oberste
der 7 Zonen des untern Lias oder Sinemurien, fiber Amm, oacynolus,
unter Amm, JamesorU,
Oppel, Jnra, 1858; Möscb, Aarg. J. 1867.
Banchvfacke.
Rauchkalk, Zellenkalk; Zelliger oder cavemöser Dolomit; Cargneule.
Feinkörniger, fester Dolomit, voll eckiger, seltener rundlicher Zellen, meist
mit erdigem oder staubartigem Dolomitsand angefüllt und an den Wan-
dungen mit drusigem Braunspath bedeckt. Aschgrau, gelblich grau, seltener
BsQiacieii — Beichenhallerkalk. 201
braim oder roth. Dickere Lager, oder groteske, baachige, leicht mit
Kalktof za verwechselnde Felsen bildend, auch wohl Höhlen enthaltend.
Gewöhnlich ein Begleiter des Gypses in den Alpen, aber auch für sich
als mächtiges Lager im krystallinischen Schiefergebirge, in den Zwischen-
bfldongen (s. d.) und in den Kalkgebirgen. In dem erstem finden Ueber-
gänge statt in dichten Dolomit and dolomitischen Kalk, im E^alkgebirge
in dolomitiscbe Kalkbreccie und dichten Kalk. Wie dem dolomitischen
Kalk ist auch der Ranchwacke nicht selten Kieselerde beigemengt, theils
in inniger Mengung , mit bedeutender Zunahme der Härte und Uebergang
in Kieseldolomü , theils in Adern und Knauem. Ein bekanntes "Beispiel
der Einlagerung von Rauchwacke zwischen Gneiss und Glimmerschiefer ist
die Ranchwackebank auf dem Matterjoch, die Saüssubx als Kalktuf
beschrieben hat. Ein merkwflrdiges Vorkonmien von Rauchwacke in den
Zwischenbildungen gewährt die Foullyalp, gegenüber Martigny.
(Jebergänge in Kalkbreccien und dichten Kalk sind nicht selten im mittleren
Simmenthai und am Rttblihorn bei Saanen. Ausscheidungen
und Bänke von Feuerstein und Chalcedoih kommen, nach Mosch, in der
Rauchwacke des Muschelkalks im nördlichen Aargauer Jura vor.
Eine in Qnarzit übergehende Rauchwacke beschreibt Theobald (Bünden I.
p. 40). Zu mächtigen Gebirgen aufgethüi*mt und in Verbindung mit räthsel-
halten Conglomeraten erscheint die Rauchwacke auf beiden Thalseiten
Ton S c h a m 8 in Bünden (Geol. d. S. I. 408).
m
Bauraclen.
Etage Rauracien. Die Benennung sollte den mehr eine Facies, als
eine Altersstufe bezeichnenden Namen Coralrag oder Etage Corallien ver-
drängen und wurde von Gbxsslt, Gbeppik u. a. benutzt, hat jedoch nicht
gegriffen.
Becoarokalk Stub.
Bauchgrauer Kalk. Yerkieseltz. Th., mit zahlreicher Brachiopodenfauna,
bezeichnet durch Rhynch. decurtata. Dem Werfenerschiefer aufgelagert und
von Stub dem Schaumkalk oder obersten Wellenkalk gleichgesetzt.
Stub, Jb. d. RA. 1865. Verh. p. 247.
Belchenhallerkalk.
Plattenfftrmige, schwarze, von Spathadem durchsetzte, merglichte Kalk-
steine, die Schichtflächen uneben, mit pechschwarzem Thonbeschlag
überzogen. Häufig kommen auch Gypsadem, seltener bunte Salzftderchen
SOS BeiflingetUUc — Bhitiaehe Grappe.
vor. Im Liegenden and Hangenden wird der Kalk begleitet yon rotiwn
Mergeln, mit denen sich anch rothe oder grflnlich grane Sandsteine Te^
binden. Die Reichenhallerkalke bedecken die Salzlagerst&tten des tete^
reichischen Salzkammergnts nnd anf ihnen liegen, mit grosserer MSchti^
keit nnd reicher an Petrefacten, die Zlambacherschichten. Die weaigea
Petrefacten, die in dem Reichenhallerkalk gefanden mirden, scheinen nsnoi
Arten anzagehören,
Mojsisovics, Obere Trias, Jb. d. RA. 1869.
Beifllngerkalk.
S. Gösslingerschichten.
Belngrabnerschiefer Hsbtlb.
Dnnkelgrane bis schwarze, oder lichtbranne nnd grflnlich grane Hergel*
schiefer, mit Halobia Haueri, Posidonomifen and Ammon. floriduSj
welche die Gmndlage des Lnnzersandsteins bilden, oder seiner antern
Masse eingelagert sind. Im Reingraben bei Rohr, am ürspinng
der Schwarzan in Oesterreich. Stüb setzt dieselben gleich den schwanen
Mergeln nnd schiefrigen Sandsteinen über den Wengerschichten im St
Cassiangebiet.
Hsbtlb, Lilienfeld, Jb. d. RA. XY, 1865; Stub, 8. Cassian, Jb. d. RA.
1868.
Betlnit.
S. Pechstein.
Bhätlsclie Gmppe Gohbei..
Es wird diese, in den nördlichen nnd sfldlichen Ostalpen in grosser
Bedentnng auftretende Lagerfolge, bald mehr, bald weniger ausgedehnt
Charakteristisches Hauptglied bleibt immer die Stufe der Kössener- oder
Contortaschichten (s. d.). Diese betrachtet Gombil aber nur als unteres
Glied seiner rhätischen Stufe, den Dachstein- oder Megalodmkalk als das
obere Glied. Mojsisovics dagegen trennt die rhätische Stufe vom Dach-
steinkalk und stellt diesen unter jene. Ebenso gehen die Ansichten ans
einander in Bezug auf die Infraliasschichten. Zuweilen werden auch diese
noch der rhätischen Stufe angeschlossen, w&hrend sie gewöhnlich als tiefstes
Glied des Lias gelten.
GOmbbl, Bair. Alp. 1861; Mo/smoviOS, Jb. d. g. RA. 1869^
Rbodanien ^ Bivagnnit 209
Bhodanien.
Etage Bhodanien Rhixtikb; Aptien införienr; Goache k Orbitolitea.
Oben blanrothe and gelbe Mergel mit lioüell, Robinaldinaj Trigirth,
atifonms^ Jamra 5 cost., ToxasL obiongmf dann gelber Sandstein, fast
nor aas Orbit, lenticulavL^ bestehend, nnten grünlich graue, harte and
weichere Sandsteine, mit eingelagerten gelben Kalkbänken, arm an Fossilien.
DasGanze, an der Per te-da-Rh6ne, 15'" mächtig. Die Stnfe liegt
zwischen dem ürgonien and Aptien. — Am P i 1 a t a s and an andern
Stellen der Alpen ist aber die Orbitolitenstufe, als dankle Ealkbank and san-
diger Schiefer, mit ranher, gelblich braaner Verwitterongsfläche, im Ürgonien
eiogeschlossen, der über ihr zaweilen noch bis 60"" mächtig aufgelagert
Kl Eine Trennung der Orbitolitenschicht und ihre Feststellung als selbst^
ständige Stufe ist daher kaum begründet.
Bbnbvisr, Perte du Eh. Schw. Dkach. XIV. p. 20; — BalL Soc. g.
1854; Kaufmann, Pilatos, 1867.
Biesenoolith.
S. Rogenstein,
Bissoakalk Oombkl.
Plattenkalk. Thoniger und doloodtischer, bituminöser Kalkstein, hell-
bis schwärzlich grau, dicht mit flachmuschligem Bruch, im Anschlagen
klingend, in Platten abgesondert bis schiefrig. Als Fossilien Steinkeme
kleiner Schneckchen, die Gümbkl als Rissoen betrachtet und als Rissoa
(üpina bezeichnet hat. Der Eissoenkalk bildet in den Bairischen Alpen
die oberste Stufe des Hauptdolomits, die Grundlage der Rhätischen Gruppe.
GCmbel, Bair. A. 1861.
Blyagranlt Thxobald.
Kleinkörniges Gemenge von weissem Feldspath und licht graulich
weissem Quars$^ in welchem sich Krystalle, wahrscheinlich Orthoklas, wenige
Millimeter gross, dorch ihren Perlmutterglanz bemerkbar machen. Schwarze
ond silberweisse, sehr kleine Glimjtierblättchen sind sparsam vertheilt, die
weisse Farbe daher stark vorherrschend. In mehreren Steinbrüchen,
zwischen Riva und Chiavenna, eifrig abgebaut und weithin in die
Lombardei verführt. Enge verflochten mit dem dunkeln Hornblend- und
Chloritgestein, das von Chiavenna bis Prado allein herrscht, von
Prado an aber von diesem Granit durchzogen wird, der auch selbst
204 Boche de Gome — Boflaporphyr.
in grössern Massen auftritt. Im Goderathal erscheint derselbe Granit
auch mit stark gekrümmter Gneissstmctur , ohne Trennung Ton dem
massigen Gestein. Er tritt hier auch dem Coderagranit (s. d.) nahe and
scheint gangartig in denselben einzudringen.
Stüder, G. d. 8. I, 285; Theobald, Bflnden 11, 1866.
Boche de Corne Saüss.
S. Pierre de Corne unter Corne.
Boehepourriekalk und -eisen Mabooü.
Der Kalk, früher Calcaire LoBdonien genannt, ist gelblich grau,
zuweilen mit blauen Flecken, dicht mit eingeschlossenen und mit der
Grundmasse verwachsenen kleinen Oolitbkörnem. Einzelne Schichten sind
lumachellartig durch eine Menge von Crinoidentheilen. Bestimmbare Fos-
silien fehlen. Die Mächtigkeit beträgt 18°*. Unter diesem Kalk und mit
Kalkbänken abwechselnd liegt braunrother Eisenoolith, 10™ mächtig, mit
zahlreichen Fossilien: yauL linealus^ Ammon. MurchisoncB, Amman.
IJumphrksianus, Ammon, opalinus^ Lima prohosddeay Tereb. perovalis,
T. globata u. s. w. Die Bochepourrie liegt bei Salin s, hinter
dem Fort Belin. — Der tiefere Theil und vielleicht das Ganze dieser
Stufe filllt in das Niveau der Murchisonseschichten des Unteren Ooliths
oder Bajocien.
Maroou, Lettres, 1857.
Boflagneiss.
Krystallinisch flasriges Gemenge von vorherrschend graulich grünem,
Chlorit ähnlichem Glimmer mit weissen Streifen und Linsen, aus denen
sich kleinere und grössere Körner von grauem glasigem Quarz aussondern,
deren Hauptmasse aber ein feinkörniges Gemenge von Quarz und Feld-
spath ist. Diese, dem AroUagneiss (s. d.) ähnliche Steinart, die im Hinter-
grund von Schams, sowohl nach Ferrera, als nach demSplügen
hin, eine grosse Verbreitung hat, geht in der Boflaschlucht über in
Boflaporphyr.
Verwachsen kömige, grünlich graue Grundmasse, mit sehr zurück-
tretender Neigung zum Flasrigen. Glimmer, oder ein anderer blättriger
Bestandtheil ist nicht deutlich erkennbar, dagegen Köm^ von glasigem
Bogenstein — Bdth. 205
Qnan and weissem, nnregelmässig , z. Th. rundlich begrenztem, triklinem
FeldspaÜL
V. Buch, Splagenreise, Mag. nf. Fr. HI, 1809; Studbb, Q. d. 8. 1853.
Bogenstein.
Oolith, Kalkstein, der knglige, in der Regel concentrisch schalige,
seltener dichte Körner von Kalk einschliesst, oder, bis auf ein kaum
erkennbares dement, ans denselben zusammengesetzt ist. Im Kern der
Körner findet sich oft ein Sandkorn, oder das Bruchstack eines Fossils.
Die Grösse der Kömer ist gewöhnlich die eines Stecknadelknopfs,
zoweilen nur von der Grösse von Mohnsamen, selten (Nantua, Dijon)
bis Aber 1 Zoll im Durchmesser. Aus Y. di Scalve und Y. Brem-
bana führt Eschxb, als RiesenoolUhe j Rogensteine an, deren Kömer
mehrere Zoll Durchmesser haben. Die Farbe ist die der herrschenden
Kalkbildung, braun oder roth im untern Jura, grau oder weiss im obera
Jura, gelb im Neocom von Neuchätel, dnnkelgrau bis schwarz in den
Alpen« Der Rogenstein ist meist in dickere Bänke abgesondert und
bäofig im schweizerischen und französischen Jura, dagegen selten in den
Alpen (Gl US bei Boltigen; zwischen Bex und St. Maurice).
ZiBKEL, Petrog. I, 1866; Ebchbb, Leonh. Jb. 1846, p. 440.
Bossfeldschichten.
Neocom Ton Rossfeldalp, zwischen Berchtesgaden und
Hallein. Auf bunten Juraschichten, graulich und grflnlich schwarze,
Verlieh rostbraune Schiefer, dann dickere Bänke von grünem Sandstein,
worin Crioceras yorkommen, hierauf wieder Flysch ähnlicher Schiefer, mit
zililreichen Fucoidenj und grobkörniger Sandstein mit Hornsteinstreifen.
Höher folgen hell gelblich graue merglichte Kalksteine, dünn geschichtet,
mit zahlreichen Aptychm (Schrammbacherschichten, Aptychenschiefer),
vnd aber diesen dunkle sandige Kalksteine, die vorzüglich reich sind an
oannighltigen Fossilien der alpinen Neocomfacies, wie wir sie in Appenzell,
in Jnstithal am Thunersee, in Savoien und in Süd-Frankreich kennen.
LiPOU), Jb. d. g. RA. 1854; GCmbel, B. Alpen, 1861.
Both
^^^atok bei Fulda die bunten Mergel zwischen dem Bnntsandstein and dem
Maschelkalk.
QuTBBBLST, Leosh. Jb. 1847.
206 Bother Porpl&yr -^ RQÜiidoloniii.
Bother Porphyr.
S. Felsitporphyr uid Quarzporphyr.
Bothldolomlt
BOthikaik Esohib. Dolomitischer Kalk Studxb. Dicht und hirter
als Kalk, mit anvollkommen mnschligem Bruch; an der ftossern Ye^
vittemngsflfiche mit staub- oder sandartigem, vorherrschend schwefelgelbem,
aber auch graulich weissem, braunem oder ziegelrothem Anflug, in frischem
Bruch aschgrau, gelblich oder bläulich grau; z. Th. in 2 Foss dick»
Schichten abgesondert, deutlicher zuweilen von verticalen ElOften durch-
setzt, an welchen die Kanten sich abrunden, so dass die Bank wie ans
Blöcken zu bestehen scheint. Nach den Analysen von Stockab ist die
Steinart ein normaler Dolomit, mit schwankendem Eisenspath- und Kiesel-
erde-Gehalt. Die sandige und gelbliche Aussenfläche scheint von der
Blosslegung feiner Quarzkömer und der Zersetzung des Eisenspaths herza-
rühren. Sparsam sind auch dfinne Streifen von Quarz eingewachsen and
in den untern Lagern wird der Kieselerdegehalt so beträchtlich, dass der
Stein am Stahl Funken gibt. Auch feine Adern von Braunspath durch-
ziehen ihn zuweilen nach allen Richtungen. Wo er, in der Höhe, an die
Quartenschiefer angrenzt, sind ihm auch Streifen dieser rothen Schiefer
eingelagert. An mehreren Stellen geht die Steinart ftber in Bauchwacke.
Von organischen üeberresten hat man nie eine Spur darin gefimden. —
Der Böthidolomit bildet am NO Fuss des TOdi, auf der Böthi, eine
breite, N abfiedlende Felsfläche, zwischen der oberen Sandalp und der Biferten*
alp. In der Zone der Zwischenbildungen (s. d.) welche, an der Nordseite
der Flnsteraarhommasse, vom L e u k e r b a d bis ftber den T ö d i hinsiB,
den Gneiss vom Kalkgebirge trennen, liegt er, zuweilen 200 Fuss mächtig,
wie das Kalkgebirge N fallend, entweder auf den SchiditenköpfcD der
verticalen oder steil S fallenden Gneissstraten, oder auf der zwischen ihm
und dem Gndss liegenden, ebeafaUs N fallenden wenige Fuss mächtigen
Arkose. In gleicher Lage hat Daüsse diesen Dolomit, wie an den Gneiss
angeschmolzen, auf den Rousses in Dauphin^ gefunden. Es beschränkt
sich indess das Vorkommen dieses Dolomits, so wenig als das der damit
verbundenen Bauchwacke, nicht auf die Zwischenbildungen. Man findet ihn,
in G 1 a r u s und Bünden, häufig als Begleiter des Y^mcano, der Bonten
Schiefer oder der krystallinischen Steinarten. - An mehreren Stellen, tnrter
anderm zu ünterterzen am WaHensee, wird der Stein vortheilhaft
BStiukalk — Bothomagian. S07
la Wetterkalk benntzt, die feinsten Abänderungen anch als Unterlage der
Hetallzapfen bei Badwerken.
LüSSER, Schw. Dks. 1829 ; Studbb, Leonh. Zts. 1827 ; — Davos n. MB.
achw. Dks. 1837—1839; Daussb, M. Soc. (Hol U. 1837; Escrbb,
ackriftl. Mitth. 1871.
Bothlkidk.
& BOthidolomit.
Sothliegendes.
Durch Eisenoxyd geftrbtes Gonglomerat köpf- bis nossgrosser GerOUe
yon Quarz y Kieselschiefer, Thonschiefer, Granwacke, Gneiss, Granit nnd
Porphyr, mehr oder weniger fest verkittet dnrch rothen Thon oder sandigen
LetteD. Zuweilen sind die Bruchstücke eckigt, und das GoDglomerat erscheint
als Breccie. Die meist deutlichen Schichten sind oft von bedeutender Dicke,
grosskOmige wechseln mit kleinkörnigen oder mit Schiditen des Cements. Al^
Einlagerungen erscheinen auch wenig mächtige rothe, graue oder schwarze,
oft dolomitische Kalksteine, femer Brandschiefer und Steinkohlen. Organische
Ueberreste sind selten. Im Gonglomerat kommen verkieselte Baumstämme,
im Schieferthon und Sandstein Landpflanzen, im Brandschiefer und Kalk-
stein Fische vor. Die Geschlechter der Pflanzen und selbst einzelne Species
itiiiimen mit denjenigen der oberen Steinkohlenflora tiberein. — Das Both-
liegende ist mächtig entwickelt inThüringen und am H a r z und steht
daselbst in naher Verbindung mit dem rothen Porphyr. Seine Mächtigkeit
steigt an einigen Stellen auf mehrere hundert Meter, sinkt aber an andern
Inf wenige Meter, oder es Ulli ganz aus. Wo es vorkommt, bildet es
die Decke der Steinkohlengruppe. Auf ihm liegt, kaum einige Meter stark,
das Weiss- oder Grauliegende, ein grauer Quarzsandstein; dann
folgt, wenige Fuss mächtig, aber in grosser Erstreckung anhaltend, der
Kupferschiefer, schwarz , sehr bituminös, mit Fischabdrücken und
reich an Kupfererzen, und die obere Masse bildet der Zechstein,
oder ältere FlOtzkalk, der mit dem Bothliegenden zur Dyas- oder
Permischen Gruppe vereinigt wird. — Im Schwarzwald will
man zuweilen in den Gonglomeraten, welche die Grundlage des Buntsand-
steins bilden, das Bothliegende wiederfinden. In den Alpen glaubte
bereits vom Bcch es in dem Gonglomerat oder Yerrucano von G 1 a r u s
za erkennen und die neuem Untersuchungen von Sdxss in den lombardisch-
▼enetianischen Alpen geben dieser Ansicht eine feste Grundlage. S. Vermcano.
EotliomagieiL
Btage R. S. Oenomaniea.
208 BoQgelayee — Minskalk und -MergeL
Bongelayes.
Hellbraune, sandige Ealkbänke, bei 10"* mächtig, mit Pholad. Protei,
Ph. hortulana^ Trichites Saussuri n. a«; von Thubmann als unterer
Pterocerenkalk bezeichnet. Bei Porrentrny anter der Titelbenennong
bekannt.
Thubmann, Bern. Mitth. 1852; Th. et Etallon, Schw. Dks. XYIU, 186L
Badlstenkalk.
Gaprotinenkalk; Schrattenkalk; Hieroglyphenkalk; Neocomien sop^r.
8. Urgonien.
BapelUen Dumont.
Bei Bnpelmonde an der Rnpel in Belgien. Donkelgraner
Thon mit Nieren oder Septarien yon thonigem Kalkstein, bis 30" mächtig.
Häufig darin sind Leda üeshayesiana^ Corbula pimm, Fustis multmir
caiuSf FleuroL Selysü. — Die Stufe entspricht, als mittlere der oligoceoen
Gruppe, dem norddeutschen Septarienthon, fehlt aber im Mainzerbecken
und daher wohl auch in der Schweiz, lieber ihr liegt, in Belgien, das
Syst. Bolderien, unter ihr das Syst. Tongrien.
Dumont, Mto. geol. sur la P. de Liöge, 1832; Ltbll, Quart J. 6«oL
8. Yin, 1852; ~ Eiern, of G. 6.
Saharien.
Etage S. Saharastufe. Nach G. Mateb die jüngste Stufe des Tertiär-
gebirges, entsprechend der alpinen Eiszeit, dem Gletscherschutt und dem
geschichteten Kies. Nach gewöhnlicher Auffassung als Quartärbildang
betrachtet.
Salese.
Rothes Conglomerat; Verrucano. Geschiebe Ton Quarz, Glimmer-
schiefer, Porphyr, verkittet durch ein thoniges, eisenschflssiges Cement
In Yal Trompia, dem Glimmerschiefer , Leguigno , aufgelagert, be-
deckt von Servino (s. d.)
Bboochi, Min. di Ferro, 1807, n, p. 268.
Sallnskalk und -mergel Mabcou.
Früher als Portland bezeichnet Hellgraue dichte Kalksteine, in d^
obersten Schichten dolomitisch, 35"" mächtig. Als Fossilien: SphcBrodus
SUtriokAlk — SalKÜioii. 209
pga$, Pgcnodus gigas, Nerin. «olmemts, N, mbpyramidalis, N. Erato,
N, irlnodaiGj Natica Mare<msana. Unter dem Kalk 3" Mergel, gelblich
gnm, weiss gefleckt, Exogyra virgula, Trig, concenirka, Pholad, mul^
eosiaia, Ph. angulosa and andere Mjen. Typische Vorkommen sind
Aiglepierre bei Salins, Morrebei Besangen, Gonrte-»
<ionx und Alle bei Porrentruy. Nach Oppel entspricht der Port-
land des Jura seiner Zone der Trigonia gibbosa,
Mabcou, Lettres, 1857 ; Oppel, Jaraf. 1858; Grbppim, Bern. Jnra, 1870.
Saltriokalk.
Pietra di Saltrio. Aschgrauer bis schwarzer, aaf Ablösungen and
Klflften tief einwärts gelber Kalk, dicht mit maschligem Bruch, in dünne,
Tielleicht zur Lithographie taugliche, bis 1°" dicke Platten abgesondert;
die Fossilien sind weniger zahlreich, als in dem nahe liegenden Ar zo und
fehlen oft ganz; während hier die Brachiopoden vorherrschen, enthält
Sal tr i Cephalopoden, die, in der Mehrzahl, dem untern Lias angehören.
Der Stein wird seit alter Zeit bei S a 1 1 r i o , westlich von A r z o und
Mendrisio, nahe an der Schweizergrenze , in ausgedehnten Stein-
brüchen, sowohl zu Bausteinen, als zu Maimorarbeiten ausgebeutet, lieber
ihm liegt der Ammonitico-rosso.
Laybszari, roece, 184d; Stoppani, Stadii, 1867.
SaliiTergesteiii Studkk.
Graulich grüne, zuweilen rothe beinahe matte Grundmasse, wenig
über Kalkspathhärte, zu schwarzem Glas schmelzbar, unvollkommen blättrig,
mit eingewachsenen Körnern und Krystallen von Quarz, rothem Jaspis,
weissem Feldspath, übergehend in grobkörnigen Sandstein und Conglomerat.
S a 1 u V e r heisst der Hintergrund des Celerinathales in Ober-
Bogadin. Auf unserer Karte von Mittelbünden ist das Saluvergestein zum
Grünen Schiefer, auf derjenigen von Thsobald zum Verrucano gezogen
worden.
EscHEB und Studer, Mittelbünden, Schw. Dksch. III, p. 137 ; Thbo-
BALD, Bünden II, 1866.
Salzthon.
Dvokelgrauer, mit Stemsal» impregnirter Thon. Das Sab ist, theils
in feinen Kömchen beigemengt, theils in Adern und Nestern. Häufig auch
Adern von Fasergyps and Streifen oder Nester von Anhydrit. Der
14
310
Sahtkm, mü Amkj^rig mad Gyps. ist fie IiRnmUt des SteinsiJies im
MwribPJkalk tob Sek weizerkall vad RkeiBfelden; er ut ferner
der Torimnckeide llfMiilllMil des Hoätigebirga der Sslzwerke in dm
OslalpeB. Bei Bex koHBl das SudsiIk twhmMii end ils Adern
■ad Giage im Aabydrit vor.
fiae Abdademg des Btodaerschidars. Qaankönidien dorch faükigen
TlKm TerkitteC, wü Tielea GlnoBer- vad TalkblittdieB vad gelben Körnchen
t«Hi Eisenkjdral. Weaa die sdiiefrige Siraclar sich Terliot, geht die
Felsart in gnaen Sandstein tber. Sehoi sind CongJkMMratbinke eingelagert
Bagegoi nimmt zvweÜHi der Glimmer so überhand, dass ama kystallinischen
Glimmerschiefer sa sehen ^aahL
THBOaAJLXS Biadea I, 1861.
Samdsteui.
Durch ein Cement mehr oder weniger fest TerkittetB Kömer. Das
Cement ist kieslig, thonig, merglicht, oder kalkig, selten Yorberrschend,
oft kanm erkennbar. Die Kömer bestd^n gewöhnlich ans Qnarz, oft
mit beigemengtem Glimmer (s. (^itansatubUin', seltaier mit Feldspath-
oder Kaolintheilen (s. Arkose), Anch Kömer Ton Kieselschiefer, rothem
Jaspis nnd anderen harten Steinarten kommen vor. Einige Sandsteine ent-
halten mehr oder weniger Glanconitkömer (s. ChrGnsand). Die Körner
sind eckige Trümmer zerstörter Felsarten, seltener zeigen die Qnarzkörner
krystallinische Formen. Die Grösse der Kömer steigt von änsserster
Feinheit bis zn Erbsengrösse : grob* nnd grosskörnige Sandsteine bilden
den Uebergang in Breccien nnd Conglomerate. — Die Farbe der Sandsteine
wird in der Kegel bestimmt dnreh das Cement. Qnarzsandsteine mit
Kieselcement sind weiss, hellgrau, oder, mit Beimengung von etwas Brann-
eisen, gelblich, Sandsteine mit Mergel- oder Kalkcement hell- bis dnnkel-
gran, mit bituminösem oder kohligtem Thoncement braun bis schwarz,
mit durch Eisen geförbtem Mergel- oder Thoncement grünlich- oder bläulich
grau (s. Molasse), grün oder rotb (s. Buntsandstein). Der Glanconit
führende Sandstein ist grün bis grünlich schwarz. — Die Schweiz enthält
Sandsteine in beinahe allen vorkommenden Altersstufen. Sehr beschränkt
zeigt er sich nur in der Jura- und Kreidegmppe, sowohl in den Alpen als
im Jura. In der Steinkohlengruppe kennen wir den AnihracUsandstein, im
Terracano den rothen, grünen oder grauen Sandsteinschiefer oder Senrino,
Sasso morto -— Schalstein. 211
in der Trias den Buntsandsiein und Keuperaandstein, im Jura den lAaS"
Sandstein, in der Kreide den Grünsand, in der £!ocengmppe den Num-
mxdUeMondstein , Hohgantsandstein , Flyschsandstein , in der Miocen-
gnippe die Molasse, in der Qnartftrzeit die der Molasse ähnlichen Sandstein-
binke nnd -streifen, die dem geschichteten Kies eingelagert sind.
Sasso morto.
Pietra morta. Mflrhes, abgestorbenes Gestein. Bezeichnet den zum
fiueD ontaaglichen Macigno, im Gegensatz zur Pietra forte.
Taroiomi, Beisen, 1787.
Sauzeizone Oppbl.
Sowerb3d8chichteu Mosoh. — Dunkle Thone und Mergel mit ein-
gelagerten Kalkbänken. Von geringer, im Aargau nur iV'^ Fuss betra-
gender Mächtigkeit, bezeichnet durch Amm. Sawiei, A. Sowerbyi, A.
jBroocUt u. a. Fossilien. In der Grundlage der Humphriesianusschichten
und dieselben trennend von den Murchisonseschichten des Braunen Jura oder
B^ocien. - Waagen, dem man eine fleissige Monographie dieser Schichten
verdankt, trennt noch die Sowerbyizone , als untere, von der darüber
liegenden Sauzeizone.
Waagen, Zone des Amni. Sowerbyi, in Benegkb*8 Beitr. 1867.
Scaglia.
Rother, grflner, weisser dichter Kalk, mit muschligem Bruch, dünn
geschichtet bis plattenförmig, mit verschieden farbigen Feuersteinknauern. In
den Yicentinischen Yoralpen bei den Steinbrechern übliche Benennung und
iowohl auf eine untere Scaglia, den rothen Ammonitenkalk (s. d.), als auf
fSBB obere, die vom Nummulitenkalk bedeckt wird, angewandt. Diese
obere Scaglia enthält die charaktenstischen Fossilien der oberen weissen
Kreide, Jnocer. Cuoieri, Ananch. ovata u. a. und der Ausdruck Scaglia
ist daher , stratigraphisch , zur Bezeichnung dieser Stufe angenonmien und
neb auf andere, ihr angehörende Steinarten ausgedehnt worden, auf welche
die ursprflngliche Bedeutung desselben nicht passt.
Maraschiki, Yicent. 1824, p. 118; db Ziono, Bnll. Soc. gdol. II, lY,
YII : d'Arohiac, bist. Y, 1853.
Schalateln.
Grane, graue, zuweilen rothe, kalkige feste Thonmasse, welche Trum-
von Bchwarzem und grünem Thonschiefer, Kalkspath nnd Feldspath
212 Schambelenachichten — Schildschichten.
einschliesst. Mehr oder weniger schiefrig, bis dick geschichtet üeber-
gehend in Breccien und Conglomerate , durch Entwicklang yon FeldspaHi-
krystallen porphyrartig, durch Answitterang der Kalkkömer mandelstein-
förmig. — Yorzaglich bekannt in Nassau, enge verbunden mit dem
dortigen Thonschiefer- und Grauwackegebirge. — Zu Yergleichungen ein-
ladend mit den Giiinen Schiefem der Alpen und desshalb hier aufgenommeiL
Sandbebger, Nassau, 1847; Zirkel, Fetrogr. II, 1866.
Schambelenschlcheii Heer.
Planorbis- und Angulatuszone Oppel. Gr^s infraliasique. Grte de
Hettange Tebq.; Insectenmergel Mosoh. Bräunlich schwarze Mergelschiefer,
an der Luft zerfallend, mit eingelagerten, nur wenige Zoll dicken, festeren,
z. Th. sandigen Ealklagern. In der S c h a m b e 1 e n , an der Reuss,
unterhalb Mülligen im Aargau, 9,5"^ mächtig. Mit marinen Fossilien,
Amm, planorbis, Amm. angulattis, Amm, longiponlinus , Seeigeln,
Pentacrmiten, Krebsen und Fischen ; auch vielen Land- und SüsswasseT'
insecten und Farrerücräutem, Diese unterste Liasstufe ist von Mosch noch
an andern Stellen im Aargau nachgewiesen worden. Marcou bezeichnet
mit derselben Benennung auch eine 1,5°* mächtige Stufe von gelblich
grauem, sandigem Kalkstein, mit den charakteristischen Ammoniten und
Cardinien, bei den Gypsgruben von Boisset bei Salin s.
Heer, Urwelt, 1865; Mösch, Aarg. J. 1867; Margou, Lettras, 1857;
Oppel, Jnraf. 1858.
Schief erkohle.
üebliche Benennung der diluvialen Braut^ohle (s. d.) von Uti-
nachfMörschwylu. s. w.
Schildschichteii Esober.
Zone des Amm. Arolicus Oppel und Bachmann; Birmensdorferschichten
Mosch. Hell- bis dunkelgraue auch gelbe Kalkschichten, mit Neigung
zum Schiefrigen, die Schichtflächen sind häufig wellenförmig und mit
Mergelblättern belegt, die Schichten selbst wie aus zusammengewachsenen
Knollen gebildet. Die Mächtigkeit mag 5 bis 15"^ betragen. Fossilien
sind ziemlich zahlreich und bezeichnen die Stufe als untern Oxford, über-
einstimmend mit den Birmensdorferschichten des Jura. Bachmann führt
vom Schild, einen Gipfel gegenüber Glarus, an: Bei. hastatus,
BeLSaunanausi, Amm. ArolicuSy Apt. lamellosus; Mosgh vom Gl&rnisch
Amm. tortisuicaius, Amm. trimargifUitus, Amm. Erato, Amm. pUcaÜUs,
Schilfsandstein — Schlüffl&chen. 213
Rhyneh, AroUca n. a. Die Stufe bildet die Grandlage des Hochgebirgs-
kaäs und zeigt sieb aacb oberhalb Wallenstadt, am Faulen,
W Tom Glftrnisch , und wird sich wohl noch in andern Gegenden unserer
A]pen auffinden lassen.
Bachhann, Glams, Bern. Mitth. 1863; MöSch, Aarg. J. 1867; Eschbb,
Bchftl. Mitth. 1871.
Schilfsandstein.
Keupersandstein , Bausandstein von Stuttgart. - Feinkörniger
gelblich grauer Sandstein mit Thoncement, in der Höhe braunroth oder
gefleckt und yoll Eisengallen. Deutlich geschichtet, in 2 Fuss mächtigen
Schichten, bis plattenförmig. Reich an Eqtäseten, CalanUten u. a. Pflanzen,
Mollasken fehlen, dagegen kommen, obgleich selten, Ueberreste von Reptilien
Tor. Die Mächtigkeit ist sehr verschieden und beträgt im Schweizer Jura,
wenn wir den, meist tlber dem Gyps und unter den bunten Mergeln liegenden
rotben oder grflnen Sandstein als Schilfsandstein betrachten dürfen, selten
ttber 20**. In Schwaben liegt der Schilfsandstein an der oberen Grenze
des Keupers, tlber den bunten Mergeln; seine Mächtigkeit, bei Stutt-
gart, steigt über 30" und am untern Neckar über 300".
Schülfflächen.
Roches polies. Durch Reibung zuweilen spiegelglatt abgeschliffene
Felsflächen zeigen sich nur auf festeren Steinarten, die auch künstliche
Politur annehmen, auf Kalkstein, Quarzit, Diorit, Granit, Porphyr. Oft
sind die Schliifflächen überdiess nach parallelen Linien gefurcht und fein
geritzt. Die Erscheinung wird auf verschiedene Ursachen zurückgeführt.
Die einen Schliffflächen sind Rutschfiächen^ eine obere Felsmasse ist über
ihrer Grundlage abwärts gerutscht, oder durch eine innere Bewegung längs
einer Spalte, in Folge von Rückzug oder Streckung, hat eine starke
Reibung stattgefunden. Die Rutschflächen ersterer Art finden sich öfters
bei Verwerfungen und heissen im Bergbau Spiegel oder Haimische, Als
gleicher Art betrachtet Foubuxt den bekannten Rocpoli vom St. Ber-
Dard, während de Luc, db Saussurb und Neckbb, wohl mit Recht, darin
einen Deberzug von krystailinischem Quarz erkennen. Einer Reibung durch
Rückzug der äusseren erstarrenden Schalen schreibt von Buch die Ent-
stehung der Rutschflächen zu, die auf dem Granit der Handeck an
der Grimsel und an anderen Stellen vorkommen. Eine zweite Classe von
Schliffflächen wird durch die Reibung der über ihnen fortgeschrittenen
Gletscher und des an ihrer unteren Fläche eingefrornen Sandes erklärt.
214 Schleifsteine — Schlemdolomit.
E8 sind also ebenfalls Rntschflftchen , aber unter wesentlich andern Ver-
hältnissen entstanden. Beispiele solcher Gletscherschliffe sind häufig in der
Umgebung der bestehenden Gletscher und in den Alpenthälem, die sie
früher bedeckt hatten. Auch ausserhalb der Alpen findet man sie oft aus-
gezeichnet, wo der erratische Schutt festere Felsen bedeckt, wie in den
Steinbrüchen von Solothurn, bei der Sternwarte von Neuchätel,
in den Steinbrüchen von Fontanil bei Grenoble. — Die Furchen
und Ritze, erzeugt durch herausstehende Ecke und Sandkörner, zeigen
die Richtung der Bewegung an.
De Luc, lettres phys. et mor. V, p. 437; de Saussurb, Voy. § 996
Necker , Et. p. 193 ; Fournbt , Bull. S. g. 1859 XVI , p. 1034
V. Buch, Granit und Qneiss, Berl. Ak. 1844: Agassiz, glac. 1840
DE Charpentibr, glac. 1841.
Schleiflsteine.
Nebst den von auswärts eingeführten Schleifsteinen werden auch in-
ländische Steinarten, besonders zum Schleifen gröberer Schneidewerkzeoge,
benutzt: feinkörnige harte subalpine Molasse, Fljschsandsteine, oder fein-
sandige Kalksteine. Aus der Molasse stammen die Schleifsteine von
Champotey und Marsens, nördlich von Bulle, vom Gurten
bei Bern, von Burgdorf; aus dem Eeupersandstein diejenigen von
Schieitheim bei Schaffhausen; aus dem jungem Jurakalk die
feinen Schleifsteine, sogen. Oehteine, von Damvant bei Porrentray.
Schlemdolomit^
Hauptmasse des Schiern, von Botzen, 3500 F., am Lang-
kofel 4000 F. mächtig. Nach 0, gegen Ampezzo hin, nackte
zerrissene Felspartie'n bildend. Krystaliinisch verwachsen, die vielen
Drusen mit Braunspath besetzt, weiss ; meist ungeschichtet, aber sehr zer-
spalten, der Fuss mit Trümmerhalden bedeckt. Die Grundlage bilden die
augitischen Tufe der Seisseralp mit S. Cassianfossilien, oder die
Raiblerschichten im engeren Sinn (Mojs.), die Decke, auf dem Plateao
des Schiern, die sogenannten Hothen RaiblerschiclUen , die v. Richt-
HOFEN als die wahren Raiblerschichten betrachtet und von den S. Cassian-
schichten unterscheidet, Stdr den obersten S. Cassianschichten beiordnet,
während Mojsisovigs sie den Torerschichten (s. d.) beiordnet.
V. Buch, Leonh. Taschb. 1824; v. Richthofen, Süd-Tirol, 1860; Stcr,
S. Cassian, Jb. d. RA. 1868, p. 566 ; Mojsisovics, Obere Trias, JV.
d. RA. 1869.
Schotter — SchwabenmergeL 215
Schotter^
in Oesterreich gebrftachlicb für Kies und Schntt.
Schrammbachschleliteii Lm./
Hellfarbige, weisse oder röthliche Kalkschichten, dflnn geschichtet bis
schiefrig. Apiychus, dem ^. Didayi verwandt, fahrend. Am Schramm-
bach im Salzachthal. S. RossfelderscluclUen,
Lell, in Leonh. Jb. 1833.
Schratten
heissen, im Entlebnch, Risse und Spalten in Felsflftchen. Synonym ist,
in S c h w y z und 1 a r u s , der Ansdrnck Karren.
Sehrattenkalk Stodsb.
S. Urgonien. Der Schrattenkalk bedeckt, in zerrissenen, nackten
Felsflftchen den östlichen Abfall der Schrattenfluh im oberen Entlebnch.
Stüdbb, Leonh. Jb. 1834, p. 512; — G. d. S. 11, 1853.
Schriftgranit.
Pegmatit Haut. Aggregat grosser Orthoklas-Individnen mit reihen-
ß^rmig eingeschlossenen Qnarzprismen, die, im Qnerbmch, einige Aehnlich-
keit mit hebräischer Schrift erzeugen. Stets nur gangartig, oder in klei-
nern Massen vorkommend. Thiobald, der, an zwei Stellen, Oänge von
Schriftgranit im Bergell anfahrt, hat die Benennung wahrscheinlich in
dem erweiterten Sinn verstanden, den man später dem Pegmatit {s, d.)
teigelegt hat.
Thbobald, Bünden II, 1866.
Sehotthalden.
S. Oebirgsschutt
SchattkegeL
S. Oebirgsschutt.
SchwabenmergeL
Frtther Calcaire k Belemnites et Mames ä Amm. margaritatus Mabooü.
Entsprechend den vier untern Zonen des Mittleren Lias von Oppil. Die
\
jlK SchwtfJMT J«ra -^ Secund&vgebirge.
tiefere Abtheilang, 1"* mftchtig, besteht aus z. Tb. etwas eisenschüssigem,
hellblanem, aussen gelbem Mergelkalk, mit Bd. acutus^ Bd. umbilioaitu,
Ämm. DavcBi ; die obere, 12"" mftchtig, ist ein gelblich graner oder schwarzer
Schiefer, wie Dachschiefer spaltbar, aber auch Septarien einschliessend^ nnd
enthalt mehrere Arten Belemniten nnd Ämm. margarüalus. Bei Sa lins
in dem Graben von Pin per du. Viel mftchtiger entwict^eU in Schwaben.
Makoou, lieltros, iad7.
Schwarzer Jura.
S. Lias und Jura.
Schwaner Porphyr.
S. Felsitporphyr und Melaphyr.
Sehwarzkohle.
8. Steinkohle.
Scyphienkalk.
Spongitenlager , Weisser Jura y Qüiemst. Argoyien Habo. — Helle
thonige Ealkbänke und graue Mergel von sehr verschiedener, bis Ober
100"" ansteigender Mächtigkeit. Bezeichnet durch die Menge von Spon-
gien oder Schwammkorallen, in Verbindung mit mannigfaltigen Echino-
dermen , Brachiopoden nnd Cephalopoden. Als Facies auf verschiedenen
Stufen der Oxfordgmppe auftretend. Im Aar g au, als Birmensdor/er"
schichten^ Crenularisschichien^ FlorigemmaschidUen y im Niveau der
Ghailleestufe des westlichen Jura.
QUBNSTEDT, Flötzgb. Würt. 1843; Oppel, Jnraf. 1858; — paläont.
Mitth. 1862; Amm. transv. in Beneckjb Btg. 1863; Msrian^ Leonh.
Jb. 1864; MöscH, Aarg. J. 1867.
Secnndärgebirge.
Dasselbe umfasst die Folge von Formationsgmppen iwisehen dem
Primftr- und Tertiärgebirge. Als älteste Secundärgruppe galt früher der
ältere Flötzkalk oder Zechstein ^ als Jüngste die Kreidegruppe. Das
Secundärgebirge enthielt also, von oben nach unten, die Gruppen der
Kreide, des Ooliths oder Jura^ der Trias und der Dyas. In neuerer
Zeit wird, nach Phillips, statt Secundärgebirge, häufig die Benennung
JtfesoftoiacAea Gebirge vorgezogen, die üyas davon abgetreiuit ind dem
Primär- oder Paläozoischen Gebirge beigefügt
Seet^Blderfischflchiefer — Seew«rkalk. 217
Seefelderflschschiefer.
Asphaltschiefer, Brandschiefer. Sehr bitominOse, dolomitische Mergel*
kalke, dick- bis dünnschiefrig , hell- ond dunkelbraune Lager unter sich
abwechselnd, mit FischabdrQcken von Triascharakter. Diese Schiefer,
nahe an zwei Stunden oberhalb Seefeld, NW von Innsbruck, sind
eiogeklemmt in eine mächtige, nackte Dolomitmasse, die Gombil als Haupt-
dolomit, MojsisoYics als Seefelder Dolomit beschrieben haben.
GCmbel, Bair. A. 1861 ; Mojsisovics, Jb. der RA. 1869.
Seelaffen (nicht Seelage^ wie Gohbsl schreibt).
Harte B&nke am Rorschacherberg, bei Staad und Grub. Dicht
verwachsene Schalen und TrtUnmer von Fectiniten^ Cardüen und anderen
marinen Conchjlien, durch ein dichtes, z. Th. sandiges Ealkcement ver-
kittet und in grauen Kalkstein übergehend. Als Einlagerung in der NW
fallenden marinen Molasse, und eher den lumachellartigen , keine grünen
Partie'n und Ueberreste von Säugethieren enthaltenden Molassebänken, als
dem Muschelsandstein der westlichen Schweiz und des Aargau's entsprechend.
In St. Gallen früher als Pflasterstein benutzt.
Deickb, Nützl. Mini. St Galler Verh. 1863, p. 15.
Seewerkalk Mousson.
Thoniger Kalkstein, hell- bis dunkelgrau oder roth, dicht, mit aus-
gezeichnet muschligem Bruch. Deutlich geschichtet, in meist dünnen Schichten
bis schieirig, die welligen Ablösungen oft bedeckt mit enge damit ver-
wachsenen fettglänzenden Thonblättern , die auch wohl durchgreifen und
üe Schichten in sphäroidische Knollen zertheilen. Häufig enthält der Kalk
Knauer von Feuerstein» Petrefacten sind selten. Zu den bezeichnendsten
geboren Ananch, ovata und Hier, co^-anguinum ^ welche die Stufe als
obere Kreide, oder Senonien erkennen lassen. Hiemit stimmen auch die
etwas häufiger vorkommenden Inoceramen^ einige Ammoniien und mikro-
skopische Faraminiferen überein, und die Lagerung auf Gault. — Der
Seewerkalk ist ein selten fehlendes, oft bis 50"" mächtiges Glied in der
Stufenfolge der äussern Kalkgebirge der Ostschweiz, und wird zu See wen
bei Schwyz als Baustein gebrochen. Dass auch die rothen, schiefrigen
Thonkalksteine, die, zwischen der Aare und Arve, den obersten Jura von
to Flysch trennen, dem Seewerkalk angehören, ist wahrscheinlich, doch
iUai noch entscheidende paläontologische Beweise. Als nicht zweifelhafte
obere Kreide, in der Steinart aber verschieden vom Seewerkalk, zeigen
218 Seiflsenchichteii — Senonien.
rieh hellgraue, oder weisse Ealkmergel im südlichen Savoien. Grössere
petrographische Uebereinstimmang zeigt der Seewerkalk mit der Tioeiitiiii-
sehen Scaglia, doch ist diese fester und weniger thonig.
EscBER, Leonh. Jh. 18i5, p. 547 ; MuBcmsoN, Str. of the Alps. GeoL
Jb. 1849; Studbr, G. d. S. II, 1853; Kaufmann in Heer, Urwelt,
1865; Th. Studer, Bern. Mitth. 1869; Mbbian, BaaL Veih. 1871,
p. 388.
Seisserschlchteii ▼. Richte.
Sandig merglichte, dünngeschichtete , grane Kalksteine, mit welliger
Oberfläche, die oft mit Glimmerschlamm bedeckt ist. Fossilien sind zahl-
reich, obgleich arm an Arten. Posidonomya ClarcB bedeckt oft ana-
schliesslich die Schichtflächen. Von oft bedeutender Mächtigkeit. Unmittd-
bar dem rothen Grödnersandstein aufgelagert und in der Tiefe damit ab-
wechselnd; bedeckt von den Campilerschichten. An den nntem Gehängen
der Seisseralp, des Schiern, im hintern Fassathal und andern
Gegenden yon Sad-Tirol.
Wissmann, Beitr. 1841: Emmrich, Leonh. Jb. 1844; v. Richthofsk,
Sftd-Tirol, 1860: Stur, S. Cassian, Jb. d. BA. 1868.
Sölagite CoRDiER.
Hyperit. S. Hypersthenit.
Semurstofe.
S. Sin6marien.
Senonien d'Orb.
Weisse Kreide, Obere Kreide. Kreide von Sens. — Der petrographi-
sche Charakter der Stufe wechselt mit der (regend. In den Umgebungen
von Paris (Meudon), im südlichen England und Russland
herrscht die weisse, erdige, oft abfärbende Kreide mit Knauem und Ein-
lagerungen von z. Th. schwarzem Feuerstein.; in anderen Gegenden von
Frankreich besteht die Stufe aus merglichtem, gelbem oder grauem Kalk-
stein; in den Schweizeralpen aus grauem oder rothem Seewerkalk (s. d.);
in den Yenetianischen Alpen aus Scaglia (s. d.). Als charakteristische
Fossilien gelten Belemniiella mucronata, verschiedene Inoceramus, Janita
4- coaiata, Spondylus spinosus, Osirea vesicularü^ Ananchytes ovatOy
Micraster corangvinum und viele andere. Die Stufe bedeckt das Tu-
ronien oder den Kreidemergel und liegt unter dem Danien, oder der Mast-
richter Kreide, oder, wo diese fehlt, unter dem Tertiärgebirge.
Sepeyoonglomerat — Sericitschiefer. 219
Sepeyconglomerat.
Blöcke Yon Alpengranit und Gneiss, Glimmer- and Talkschiefer,
Bchwarzem Thonschiefer, dichtem and kömigem danklem Kalkstein, Qaarzit
nnd Homstein, gerandet oder scharfkantig, von Elaftergrösse and kleiner,
durch Flyschsandstein fest verkittet, oder so dicht, cyklopischen Maaem
gleich, in einander gepresst, dass kein Cement erkannt wird. In dicken
Bänken dem Flusch eingelagert, oberhalb Sepey, von Aigle, and
mit dem Flysch gegen E t i y a z fortstreichend.
Von Buch, ges. Sehr. I, p. 576, ü, p. 41; Studeb, W. Alpen, p. 900;
— G. d. S. n, p. 123.
Septarien
heissen ellipsoidische Concretionen oder Knaaer von dichtem Mergel, thoni-
gem Sphärosiderit , oder Kalk, znweilen mehrere Fass im Darchmesser
haltend, im Innern darch Rflckzag zerklüftet. Die Klafte stehen meist
senkrecht aof dem grössten Darchmesser, verengern und spitzen sich aas
nach der Oberfläche za, oft aach darchziehen sie regellos netzartig die
Knaaer nach mehreren Sichtangen. Sie sind leer, oder mit Kalkspath,
Qnarz n. a. Mineralien aasgefallt.
Sequanien.
Groape Seq. Mabg. S. Astartien.
Sericitschlefer.
Graner Schiefer z. Th. Talkglimmerschiefer z. Th. Grflner, violetter,
bis blftnlich rother Schiefer des Taanasgebirges, dessen charakte-
ristischer Bestandtheil der iSeridt , eine dem Ealiglinmier nahe stehende
Glimmerart, weich and milde, laachgrttn bis grünlich weiss, seideglänzend,
bsrig, fett anzafühlen, bildet. Mit dem Sericit enthält der Schiefer Qaarz
und Albit Es liegt nahe, in dem Sericitschlefer anseren alpinen Grünen
Schiefer erkennen za wollen. Die Bestandtheile, vorherrschend Kieselerde,
Thonerde and Eisen, stimmen überein, and es glaaben aach Lipold and
Rolle die breite Zone von Grünem Schiefer , die im Gasteinerthal
zwischen dem Gneiss and dem Kalkgebirge darchstreicht and, weiter öst-
lich, bei Maraa, sich zeigt, dem Sericitschlefer beiordnen za sollen.
Jene Salzbarger Grünen Schiefer scheinen mir aber mit nnserem schweize-
rischen, petrographisch, ganz übereinzastimmen. Indess zeigen sich die
Baoschanalysen , die List von den Taanasschiefem, vom Ratb von den
220 SernfBchiefer — Serpentin.
Schiefern aas Oberhalbstein mitgetheilt haben, so schwankende Yerhfiltnisse,
dass einstweilen eine genauere Yergleichnng kanm za einem entscheidenden
Ergebnisse führen dürfte. Schabff betrachtet die Selbständigkeit des
Sericits, als besondere Species, nicht als sicher gestellt.
List, Nass. Jb. 1850; — Ann. d. Pharm. 1852; Lipold nnd Rolle,
Jb. d. RA. 1854 ; v. Rath, Zts. d. g. G. 1857, IX ; Scharff, Sericit,
Leonh. Jb. 1868.
Sernfschiefer.
S, Vermcano.
S. Vermcano.
Semifit.
Serpentin.
Ophiolith Bromo. Dunkelgrün bis grünlich schwarz, schwach wachs-
glänzend bis matt, undurchsichtig, dicht, von geringer Härte, mit splittri-
gern an muschligen grenzenden Bmch. Vielfach, z. Tb. linsenförmig zer-
klüftet, auf den Kluftflächen talkartig glänzend, oder mit gelblich oder
grünlich weissem Pikrolith bedeckt. Oft mit Adern yon fasrigem hell-
grünem Serpentin, oder Asbesty zuweilen von weissem Kalkspath ; seltener
mit Aussonderungen von blättrigem SckUl^spath, oder DialUig (Ga is-
pfad, Todte Alp bei Davos), oder mit Nestern und Adern iron
Magneteisenstein. Als Abänderungen, die eine chemische Prüfung wünschen
lassen, kommen, in Verbindung mit normalem Serpentin, Partie'n Ton
grösserer Härte und Zähigkeit, mit muschligem Bruch vor, die an die
Orundmasse von Grünporph3rr erinnern (Gravas alvas, Riffelhorn).
Grössere Massen, besonders im Gebiet der krjstallinischen Schiefer, sind
feinschuppig, von höherem Glanz, lebhafterem Grün, Chloritschiefer, oder
Hornblendschiefer ähnlich (M a 1 e n c o , Kamm oberhalb M. J o r i o. S.
Malencogestein). — Der Serpentin tritt in bedeutenden Massen auf in
Bünden (Davos, Oberh alb s t ein, Engadin), im südlichen Wallis
(Saas, Zermatt, Eringerthal), in den Thälern Ostlich und süd-
lich vom M. Rosa, im Aostathal, meist im Gebiete der Grauen
und besonders der Grünen Schiefer, die oft ohne schärfere Trennung in
Serpentin übergehen, indem der Schiefer im Querbruch als Serpentin er-
scheint und bald auch die Schieferstructur verliert und massig wird. Ans
dieser Schieferumgebung tritt der Serpentin in rauhen, schwarzen, oder, an
der Anssenfläche, braunrothen, massigen Felsstöcken hervor, mit aus-
gedehnten Trümmerhalden an ihrem Fnss.
Serragranit — Smaragdit-Gkkbbro. 221
Serragranit Theob.
Grob- oder mittelkömiges Gremenge von hellgrauem Qtcara^ weissem,
oft in grossen Individuen krystallisirtem Feldspath und braunem Glimmer,
Oft Hornblende fahrend und in Syenit übergehend. Mit eingewachsenem
TWmaitn und Granat. In der Serra, zwischen Bor mio und Boladore.
Theobald, Bünden II, 1866; Stubeb, G. d. S. I, p. 291.
Serylno.
Aschgrauer oder grünlicher glimmeriger Thonschiefer, Lagerstätte der
reichen Spath-Eisenerze in den Bergamasker Gebirgen und in V a 1
Trompia. Er liegt über dem Yerrucano oder Salese, und wird von
Kalkstein bedeckt. Sofern der Yerrucano dem Rothliegenden entspricht,
könnte der Servino dem thüringischen Kupferschiefer Terglichen werden.
Nach dem Yorkoomien von Myadtes Fassaensia und ifaiicella costata,
beide bezeichnend fQr die Campilerschichten , schliesst jedoch v. Hadxb
auf die Uebereinstimmung des Servino mit dem Werfenerschiefer, oder der
ontem Trias. Cubioki verbindet den Servino mit dem Muschelkalk.
Brocchi, trattw mineral. 11, 1808; v. Hauer, Lomb. Alp. Jb. d. BA.
rX, 1858, p. 456; Cürioni, Yal Trompia, 1870.
Silbererz.
Das einzige Erz, das in der Schweiz zur Silbergewinnung gebrochen
wnrde, ist der Bleiglanz, S. Bleierze,
Silex,
^esel, Quarz, Feuerstein, Homstein. In Frankreich werden zunächst auch
^e tertiären löchrigen Eiesellager, die zu Mühlsteinen benutzt werden
(Pierre meuli^re), als Suez bezeichnet.
Siniiatasschicliteii Moscu.
Grobkörnige Oolithbänke, im mittleren Hauptrogenstein, über den
Mfiandrinaschichten , unter den Homomyenmergeln, bezeichnet dyrch C/y-
P^ygus sinuatus. Die Oolithkörner bis erbsengross. Die Farbe hell-
^nian, seltener weiss. Die Mächtigkeit 5 bis 15 Meter.
MösoH, Aarg. Jura, 1867.
Smaragdit-Gabbro.
S. Euphotid.
222 SoiMonien — Spilit.
Soissonien G. Matkr.
S. Snessonien.
Solenhoferschiefer.
Lithographische Schiefer. In bayerisch Franken in zahlreichen
Brachen ansgebentet Die grösste Mächtigkeit betrftgt 80 F. IHe mannig-
faltigen organischen Ueberreste setzen sie in die Eimmeridgegmppe, und in
das gleiche Niveau fallen die feinen, dflnngeschichteten Kalksteine Yon
Nnsplingen auf der schwäbischen Alp und die, durch zahlreiche Fisch-
abdrücke bekannt gewordenen, von G i r i n, von B e 1 1 e y (Departement
de FAin). Die letzteren werden auch mit Erfolg zur Lithographie benatzt
Wenn nicht von gleichem Alter, doch demselben nahe stehend, ist das der
Kalke von Solothurn, bekannt durch die vielen Ueberreste Ton
Schildkröten^
Oppbl, Juraf. 1858; Thiollüsbb, Poiss. foss. du Bugey, 1851; —
Descr. des. poiss. foss. 1851; Lang u. Rf tiketsb, Schildkr. v. Soloth.
Schw. DkB. XXn, 1867.
Sowerbyischichten Mosch.
S. Sauzeizone.
Spatangenkalk Stud.
Nach Spatangus (Toxaster) compUmatus, S. Neocomien.
Studer, Mem. de Is Soc. gdol. III, 1838.
Spathkalke Mösch.
Krystallinisch späthige, zuweilen oolithische fi^alksteine, grau, braun
bis Ziegelroth, in Platten abgesondert und als solche benutzt Yon Fos-
silien sind nur einzelne Brachiopoden , u. a. Khynch, ^pmosa, bekannt
Die grösste Mächtigkeit im A arg au wird auf 17"* angegeben. Die Stufe
liegt zwischen dem Hauptrogenstein und den Yariansschichten , im hohem
Braunen Jura.
Mösch, Aarg. J. 1867.
Spilit Bbong.
Yariolith z. Th. Blatterstein, Mandelstein z. Th., Schalstein. Aphani-
tische Grundmasse, welche Kugeln von Hirsekorn- bis Erbsen-, selten bis
Wallnussgrösse , eines andern Minerals, meist von Kalkspath, umschliesst
S. Mandelstein, Schalstein, Yariolith.
SpoBgitenkalk — Steinkohle. 223
Spongitenkalk.
S. Scyphienkalk.
Starhembergschiehten Stob.
Fleischrother, versteckt kömiger Kalkstein, mit zahlreichen Bracldo^
poden and Megal. triquekr. Eine wenig m&chtige Einlagerung im Du^
stdnkaik, gegenüber der Raine Starhemberg bei Piesting, NW
TOD N e n 8 1 a d t bei Wien.
▼. Hausb, Gliedg. der Trias, Jb. d. EA. 1858.
Steaschiste Bbon.
8. Talkschiefer.
Steinkohle.
Schwarzkohle. Unter den vier, in der Schweiz vorkommenden Kohlen-
arten steht die mesozoische Steinkohle, neben dem Anthradt des antern
Wallis, der Pechkohle der Molasse and der Brannkohle des dilavialen
Kieses, im letzten, bescheidensten Rang. Man kennt sie in zwei For-
mationen verschiedenen Alters. In der Kimmeridgestufe , aof der Nord-
seite des Simmenthaies, wurde , noch in den ersten Jahrzehenden
dieses Jahrhunderts, in der C 1 a s und an der H o 1 z e r s f 1 u h, oberhalb
Boltigen, eine bitumenreiche, von vielen marinen Fossilien begleitete
Kohle gegraben, welche von Bbunneb analysirt wurde. Spuren davon
finden sich bis an den Ausgang des Simmenthaies und, westwärts, bei
Jaan, bei Vouvrier im Wallis und auf der Alp D a r b o n im
Chablais, wo die Kohle jetzt noch ausgebeutet wird. Eine zweite, nester-
weise vorkommende Kohlenbildung gehört der Stufe des Nummalitenkalks
an and ist, wie die Kimmeridgekohle , von marinen oder brackischen
Mollusken und Foraminiferen, aber niemals von vegetabilischen üeberresten
begleitet. Spuren derselben zeigen sich auf der Gadmenfluh, ober-
halb Engstlenalp. Bedeutender und früher wiederholt ausgebeutet sind die
Nester auf dem Kamm oberhalb Beatenberg, vom Thunersee nach
dem Hohgant zu. Sie zeigen sich wieder am Mittaghorn, gegenüber
Fru t i g e n, an den Diablerets und an mehreren Stellen in Savoien,
unter denen P e r n a n t und Entrevernes zu den bedeutendsten ge-
boren. Selbst in Dauphin^ fand noch ein Yersuchbau auf diese Kohlen
statt am G h a i 1 1 o 1 , oberhalb S. B o n n e t bei Gap.
Stuobb, WestL Alp. 1834; — G. d. S. 1853; Favbb, Savoie, 1867
LoBY, Danph. 1860.
234 Steimalfl — Steinabergerkalk.
Steinsals.
Im J a r a ist bis jetzt das Steinsalz nur dnrcb Bohrlöcher anfgefianden
worden, weiss oder grau, mehr oder weniger durchscheinend, durch Thon
verunreinigt, oder reines Chlomatrium, fein- bis kleinkörnig. Die vier, in nicht
grosser Entfernung von einander angesetzten Bohrlöcher von Schweizer-
hall, Kaiser-Augst, Rheinfelden und Ryburg haben das Salz, nadi
Darchbohrung des Hanptmuschelkalks, in ungefähr gleicher Tiefe von 100 bis
120 Meter gefunden, von verschiedener, bis 20*° starker Mftch'tigkeit Es
scheint linsenartige Nester in der Salzthon- und Anhydritstufe des Muschel*
kalks zu bilden, indem andere Bohrlöcher in der Nähe ohne Erfolg blieben.
Das Vorkommen ist beschränkt auf den äussern, oder Plateau- Jura, der
die Fortsetzung des salzreichen schwäbischen Muschelkalks bildet. Die
vielen Bolirversuche im innem, oder Gewölb- Jura sind stets erfolglos ge-
blieben. — In den Alpen besteht in der Schweiz nur die seit dem
16. Jahrhundert betriebene Saline von Bex. In bedeutender Entfemang
erst treffen wir, östlich, das Salzwerk von Hall in Tirol, westlich» das von
Moutiers in Tarentaise. Die Quellen bei Bex, welche bis in den
Zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts, einzig zur Salzgewinnung benatzt
worden sind, entspringen einer mächtigen Anhjdritmasse, umschlossen von
Kalkgebirgen, welche Liasammoniten der Arietenzone enthalten. Das
Steinsalz ist im Anhydrit und in dem damit verbundenen sandigen Thon-
schiefer, theils fein eingemengt, theils bildet es Nester, Adern und Cränge;
es ist gewöhnlich kleinkörnig, seltener fasrig, blass gelblich roth oder grau-
lich weiss. Im Jahr 1824 fand man im Anhydrit eine 30 bis 40 F. breite
EluftausfQllung, worin Trümmer von Anhydrit und Kalk mit vielem Anhy-
dritsand durch ein vorherrschendes Cement von Steinsalz sehr fest verkitte
^ind, und diese Masse liefeit nun eine vollkommen gesättigte Soole.
Merian, Basl. Verh. 1836 u. 1843; GCotbrt, Verh. d. schw. NG. 1867;
V. Ghabpsntibb, Ann. des Mines V, 1820; » Poggd. III, 1825.
Stefnsbergerkalk Thsob.
Rother, gelber und weisser Kalk, dicht, mit Crinoiden und Belemr
niten, auf dicken Bänken von grauem, krystalUnischem Kalk mit Tert'
bratein. Am Schlossberg von Steinsberg, oder A r d e z , im unter-
Engadin. Den rothen und, mit einigem Zweifel, auch den grauen Kalk
betrachtet Tükobald als Lias, dem Adneter- und Hierlatzer - Kalk entr
sprechend.
Theobald; Bünden I, 1864.
Steraspiszone — StraJüstomschiefer. 226
\ Steraspiszone Opp.
Lithographische Schiefer Yon Solenhofen and Nasplingen,
mit Ammon. sleraspiSf in deren Wohnkammer häufig Apiychus vorkommen.
Opfbl, jnr. Geph. Mitth. 1862.
Stlnkstein.
Bitamninöser Kalk. Dichter, seltener deutlich kOmiger, mehr oder
weniger Bitumen haltender Kalkstein, gran, hraon, schwarz, zuweilen auch
hell- oder gelblich grau, deutlich geschichtet bis schiefrig. Im Anschlagen,
oder gerieben, bituminös riechend. Gewöhnlich in Begleitung von Kohlen
und oft voll Fossilien. So, mit Pechkohle^ in der Molasse, als Süsswasser^
kalk, voll Planorben, Limneen u. a. Schneckenschalen, mit Steinkohle
im Nummulitenkalk und im Kimmeridge des Simmenthals und
Chablais, mit marinen Fossilien. Auch getrennt von Kohlen findet
man Stinkkalk, sowohl in den Alpen, als im Jura. In letzterem gehört
der Yon Asphalt durchdrungene Ui'gonien dazu.
Stockhomkalk Studkb.
Aschgrau, hell rauchgrau bis hellbraun, oft schwärzlich grau gefleckt,
dicht, mit ausgezeichnet glatt muschligem Bruch, deutlich und dünn ge-
schichtet, nicht selten durchzogen von bräunlich schwai'zen, matten oder
fettglänzenden Thonblättem ; häufig schwarze, gi*aue, oder braune Hornstein-
knaaer einschliessend, die an der Aussenfläche hervorstehen und von vielen
Rissen zerhackt sind, auch wohl zu knolligen Einlagerungen an einander
schliessen. Die nach E. Favbje vorkommenden Petrefacten, Bei. pistüli'
fwrmis, B, dilatatus, Naut, neocom.j Ämm, subßmbrialus^ A. asiierianus,
Oriaceras Duvalü, Apiychus Didayi u. a. bezeichnen diesen Kalk als
Neocom mit alpiner Facies. Es ist das herrschende Gestein der höheren
Gipfel und mittäglichen Gehänge der Stockhorngebirge und be-
gleitet dieselben, durch die Freiburger und Waadtländer Alpen, bis nach
Samen.
ÖTUDER, Westalp. ia34; — G. d. S. 11. 1853; Brükner, Stockh. Schw.
Dkschr. XV, 1867 ; E. Favre, Moldson, Arch. B. U. 1870.
Strahlstelnschlefer^
Aktinolithschiefer. Grasgrüner bis lauchgrttner Strahlstein, dUnn- und
kurzstänglicht bis fasrig. Deutlich geschichtet bis schiefrig. Ein nicht
seltener Begleiter der Granen Schiefer und des Serpentins , in Ober-
halbstein, bei Ghiaven;ia, imV. Malenco, auch im südlichen
Wallis, bei Zermatt, Evolena, in den Aostathftlern.
15
996 Sinadieigerbildiiiig — SireÜBnaeUafer.
Strambergerbildttiis.
Massige Kalksteine, von feinem Korn, zuweilen ddomifisch, weiss,
selten gran oder roHi. Reich an mannigfaltigen FossiUen, besonders Ce-
phcUopoden und Brachiapoden, Anstehend auf der Nordseite der K a r-
pathen, bei Stramberg, an der Ostgrenze yon Mähren, und bd
Andrichau in Galizien. Häufiger aber in oft hansgrossen, eckigen
oder gerundeten Blöcken, die im ELarpathen-Sandsteia und -ScUefer ein-
gewickelt sind und far den Hattenbedarf der dortigen Eisenwerke aus-
gebeutet werden. Frfiher als dem oberen Jura angehörend betraclitet, ist
nachher die Fauna des Strambergerkalks typisch far die untere tithonische Stufe
geworden. Neuere Ergebnisse bestätigen indess eher die ältere Ansicht und
erkennen in den Strambergerscbichten eine besondere Facies des Kirameridge.
HORBNBOOBR, Nordkarp. Jb. d. RA. in, 1852; — Yerii. der NonfL
1861; Oppbl, tith. Stufe, Zts. d. g. Ges. 1865; Sübss, Biachkp. äe§
Stramb. K. in v. Hauer's Beitg. mi Paläout. 1859 ; Zittsl, GspL
Strb. Paläont Mitth. n, 1868; Hi:BEST, BolL Soc g. 1869.
Streckung.
Naumann bezeichnet mit diesem Ausdruck, oder als lineare ParaUelr
structur ^ die Ausdehnung, welche oft Felsmassen nadi bestimmten Bich-
tungen erlitten haben. In gemengten Steinarten zeigt sie sich in einer
parallelen Lage ihr^ stänglichten Bestandtheile, in einfachen Gesteinen,
Quarzit, Thonschiefer, Glimmerschiefer, Kalkstein, in einer Streifong oder
Fältelung der Schicht- oder Sehieferungsflächen, die ihnen zuweilen das
Ansehen yon Holzstein gibt, oder den Thonschiefer als Griffelschiefer er-
scheinen lässt. Am klarsten erkennt man diese Streckung in den oft auf-
fallend auseinander gezogenen Fossilien. Shabpb fand ^irifer, Trilobiten
u. a. Fossilien in dem Thonschiefer yon England und Wales auf eine Weise
verzerrt, die sich nur durch eine Quetschung und Streckung begreifen lässt
Dasselbe ergibt sich aus der elliptischen Gestalt der Ammoniten in mehreren
Gegenden der Alpen, wie zu Unterheid bei Meiringen, besonders aber
aus der Zerstückelung der Belemniten, die, urspranglich kaum zwei Zoll
lang, jetzt in getrennten, durch Kalkspath yerbundenen Stttcken, zuweüen
mehr als ein Fuss lang ausgezogen sind, wie am M. Jo li in SaYOien,
im Mayenthal in Uri und anderwärts.
Nadmahn, Geognosie I; Sharps, on slaty cleayage Quart, g. J. 1817.
Strelfensehlefer Theob.
Schwarzgraue Thon- und Kalkschiefer, mit angelagerten Kalkbänken.
Die Oberfläche der Schichten rissig und knollig, oft brannrotb gestreift
Strembien ~ Stronagneifls. 227
und geflammt Fossilreste fehlen. Znweilen Quarz enthaltend, in Nestern
and Adern. Bis über 50 F. mächtig, oder aach ganz fehlend ; unter dem
Virgloriakalk, der in sie übergeht, auf Rauchwacke und Dolomit, die den
Guttensteinerkalk zu repräsentiren scheinen.
Thbobald, Bünden I, 1864.
Strembien.
Etage Str. S. Kimmeridgestufe.
Strombitenkalk v. Buob.
Nerineenkalk z. Th. Epivirgnlien Thubm. et Et. — Weisser mehligter,
t Th. oolithischer Kalkstein , so gedrängt voll mehrere Zoll langer Neri-
neen, dass die Steinart kaum bemerkt wird. Einzelne Bänke abwechsebd
mit gelblichem oder grauem dichtem Kalkstein, lithographischem Stein
ftlinlich. Typisch ist die Stelle auf der Hohe der alten Strasse von Neu-
cfaitel nach Valien gin, wo der Strombitenkalk unter 20"* mächtigem
Dolomit liegt, der ihn von den schwarzeu Mergeln trennt, die als Purbeck-
stafe betrachtet werden. Diesem Nerineenkalk von Yallengin yer-
gleicht man, als EpiTirgulien» ein Nerineen reiches Kalklager oberhalb
Chenevey, W von Porrentruy.
V. Buch, Catalogne de roches de Neuch. Werke I, 1867; Desob et
Gressly, Jura Neuch. 1859: ThubmaiIn et Etalon, Schw. Uk».
XVUI, 1861.
Stronagneiss Geblach.
Feinflasriger, leicht spaltbarer Gneiss, der bei R o n c o , am W Ufer
des Ortasees» als zolldicke Dachschieferplatten gebrochen wird. Hellere,
feldspathreichere Lager wechseln mit dunklem und bräunlich schwarzem
filimmerschiefer. Zuweilen haben sich im Gneiss auch grössere weisse
FeldspathzwilUnge aasgeschieden, die der Schieferung parallel liegen, oder
die 3teinart zeigt selbst Neigung, sich granitartig auszubilden. Charakte-
^isch sind zahllose Nester und Gänge von grobkörnigem weissem Eurit
^ (jianity die in jeder Richtung das schiefrige Gestein durchsetzen. Mit
^lem SO Einfallen liegt dieser Gneiss auf der breiten Zone von Horor
blendgesteinen der Thäler Mostallone und S t r o n a und stösst öst^
^ an den Granit der C o 1 m a von C i v i a s c o und von B a v e n o.
Gbblaoh, Fenn. Alp. Schw. Dkschr. 1869.
228 Snbapenninenbildang — SfiaBWBSserkalk.
Sabapenniiienbildang.
Aeltere Plioc^ne Bildung Lyell.; Etage Astien C. Matxs. — (relber
Sand oder Sandstein und darnnter liegende fossilreiche blaue MergeL In
Piemont (Asti, Ghieri), bei CastelT Arquato, bei Rom (BL
Mario, Trastevere) und in Sad-Italien. C. Matxb setzt in diese Zeit
die letzte Hebung der Alpen und die Auswaschung unserer MolassethSLler.
Marine Ablagerungen dieser Epoche fehlen der Schweiz; am nächsten im
Alter stehen die Panopseen- und Austerbänke des Belpberges. Elib
DB Bkauhont hält dagegen diese Zeit fOr eine Epoche der Ruhe, w&hrend
welcher sich in Binnensee'n der ältere diluviale Kies ablagerte.
Brocchi, Gonch. fot». fiubapen. 1814; Elib db B., Syst. de Hont
1852; Bbonn., Leth. geog. 3** Aufl. III; Ltbll, Eiern. 4. ed. 1858;
Parbto, Ball. geol. XXII, 1865.
Saessonien.
Etage Suess. d'Obb. Unteres Eoc^n Lyell. Benennt nach dem Tcff-
kommen bei S o i s s o n s. Zunächst, Aber der obersten Kreide, die Sabki
ei le Calcaire Uicustre de Billy, mit Land- und Sflsswasserconchylien, dann
die glauconitischen Sables de Bracheux, mit Lignit und brackischeD Fos-
silien, auf diesen die Ärgile plastiqtAej mit Braunkohlelagem, in den ober-
sten Massen mit Ceriihieny Cyrenen, Austern, als letzte Stufe die ScAles
supMeurs mit marinen Fossilien, mit welchen die ersten NurmmMien
auftreten. Auf diesen Sand folgt dann der Pariser Grobkalk oder das
Etage Parisien d*Obbignt. Obgleich brackische Conchylien der alpinen
Nummulitenbildung nicht fremd scheinen (Kohle auf den Ralligstöcken,
Pemant, Entrevernes), ist doch bis jetzt das Vorkommen des Suessonien
mit derselben keineswegs in Aussicht gestellt.
d'Orbiqny, cours ^Um. 1858; d'Archiac, bist. 11, 1849.
Sflsswasserkalk.
Der mit der Molasse in Verbindung stehende tertiäre Stlsswassei^
kalk ist von sehr ungleicher Festigkeit, z. Th. zerreiblich, abförbend und
in Kalkmergel übergehend, z. Th. dicht, deutlich in meterdicke Lager,
oder, wie bei e n i n g e n , in dttnne Platten abgesondert, mit mnschligem
Bruch; auch der fester scheinende zerfÄllt indess meist, an der Luft und
Feuchtigkeit, bald in zerreiblichen Mergel. Die Farbe ist graulich oder
gelblich weiss, durch beigemengtes Bitumen braun- oder dunkelgrau bis
schwarz; der Gehalt an Bitumen verräth sich, auch bei den hellem Ab-
änderungen, durch den Geruch im Anschlagen. Den Ursprung erkennt man aus
den, theils als Steinkerne, theils mit noch erhaltener Schale, bald nur sparsam,
Sflsswaaserkalk. 229
bald in Menge eingeschlossenen Sflsswasser-, Snmpf- oder auch Landconchylien.
m
Leere Eindrücke lassen auf verschwundene Gräser und Sumpfpflanzen
scUiessen; andere Poren und eckigte leere Räume erinnern an neueren
Kalktuf. Bei L o c 1 e , wo der Sasswasserkalk bei 100"* hohe Hügel über
dem Thalboden bildet, enthält er in der Tiefe Knollen von Leberopal mit
eingeschlossenen Conchylien, übergehend in Chalcedon und Honistein, —
Die grösseren Massen des Süsswasserkalks gehören dem Jura an ; so auf
der Hochfläche von Locle, in den Thälern von Court, Münster
und Delsberg und im Rheinthal unterhalb Basel. Nur die letz-
tem and die durch den Reichthum und die Mannigfaltigkeit ihrer organi-
Bchen Ueberreste berühmten Steinbrüche von e n i n g e n machen , in
ooserer Nähe, eine Ausnahme und entfernen sich, jenseits und diesseits,
TOD dem Haaptzuge des Jura. — Bei Locle, im Rheinthal und bei
Oeningen steht, nach unten zu, der Süsswasserkalk in Verbindung mit
Lagern von PecUcohle und bituminösen Schiefem. In dem Molasseland,
zwischen dem Jura und den Alpen, findet dieser enge Zusammenhang kaum
eine Ausnahme, und der auf wenige Bänke beschränkte Kalk erscheint als
der normale Begleiter der Kohlen ; so an der Paud^ze, von Lau-
sanne, bei S. Martin und ron, und bei Käpf nach am Zürchersee.
Einen andern Charakter tragen Kalksteinbänke, welche in der Ost-
schweiz, an beiden ufern des Z ü r i c h s e e' s und in den Umgebungen
^on P f ä f f i k n und Winterthnr, der Süsswassermolasse eingelagert
sind und als hydraulischer Kalk benutzt werden. Es sind knollige Lager
Ton einigen Zoll bis zu 2™ Mächtigkeit, dicht, gelblich grau, oder, wie
die Mergel, aus denen sie vielleicht bei vermehrtem Kalkgehalt, entstanden
sind, blau oder roth gefleckt.
V. Buch (über Locle), Mag. nat. Fr. lY ; Merian, Beitr. 1821 ; Studbb,
Molasse, 1825; Jaccard, Jura Yand. Snppl. 1870; Gbeppin, Jura
Bern. 1870; Delbos, Hant-Rhin, 1866; Heer, Tert Flora d. S.
18Ö5; — Urwelt, 1865; Esgher, Geol. v. Zürich (Gemälde d. S. 18Ü).
Eine ältere Bildung von Süsswasserkalk und -Mergel ist, als eine nur
^a 6** mächtige Einlagerung, zwischen der ältesten jurassischen Kreide-
büdung (ValangienJ und dem jungem Jurakalk (Portlandien)^ aufgefunden
^d, nach ihren organischen üeberresten, als übereinstimmend mit dem
Rüschen Purbeckkalk erkannt worden. Der Kalk stunmt mit dem tertiären
Sflsswasserkalk ziemlich überein, geht z. Th. ganz in Mergel über und
2^nt an der Luft, ist hellgrau oder braun, steht aber nirgends mit
Kohlen in Verbindung.
DB LoRiOL et Jaccard, f. d'ean donoe de Villers-le-Lac, M. de Gen.
XVni, 1865.
230 Syenit — Talkflysck.
Syenit.
KrTstalUnisch-kOrniges Gremenge von Orthoklas and Hornblende. Der
Orthoklas, in kleinem oder grossem Zwillingen, oder verwachsen, wein,
gran oder violett; rother ist in nnserm Alpensyenit nicht bekannt; die Harur
blende, in breiten Prismen, oder verwachsen, grflnlich schwarz. Als Bei-
mengnng erscheint anch stark verwachsener weisser OUgoklaSf schwarzer
Olimmer, Quarz and seltener Granat. — Am aasgezeichnetsten and in
bedeatender Verbreitang erscheint der Sjenit, SO vom Monte Rosa, in den
Gebirgen von Andorno and den Thälera der Sessera, Sesia ond von
Mostallone. Im letzera Thale wird die Homblende z. Th. verdrftngt
durch rothen, derb mit dem weissen Feldspath verwachsenen Granat
Diese Homblendgesteine setzen ostwärts, N von den drei See^n, nach
Graabflnden fort, oft in enger Yerbindang mit massigem Granit, oder mit
Ghloritgesteinen, oft aach inniger verwachsen, so dass anentschieden bleik,
ob das Gestein Sjenit oder Diorit za nennen sei.
Stüder, G. d. S. 1853; v. Rath, d. Geol. G. IX, 1857; Thsobaud,
Banden II, 1866; Gerlach, Penn. Alp. Schw. Dks. 1869.
Synklinale Linien
heissen Linien im Grande eines Maidenthaies, in welchen die dem Thal-
boden zufallenden Schichtflächen sich schneiden wfirden. EAurif ann hat einige
in der Molasse und Nagelflnh , in Verbindung mit der grossen antiklinalen
Linie hervorgehoben.
Kaufmann, schweis. Dksch. XVII, 1860.
Talcite CoRDixB.
Allgemeine Benennung fttr die Grappe der talkfahrenden Steinarten,
Talkschiefer, Topfsiein, Dolerine, SleaiiL
G. d'Obbiony, Boches, 1868.
Talkflysch.
Froher, als Flysch die Granen Schiefer bezeichnete (1839— 1844\,
hiessen Talkfljsch die Uebergftnge der Grauen Schiefer in Talksdiiefer.
S. Flysch.
Tükgnmm — Taftflchiefir. 281
Talkgneiss.
Im Allgememen ein Gneiss, worin, yorherrschend oder ausschliesslich,
der Glimmer durch Talk ersetzt ist Die Benennung ist aber auf wesent-
lich yerschiedenartige Steinarten angewandt worden. Als noch der Talk
als Haaptbestandtheil des Protogins galt, hiess Talkgneiss oder Protogin-
gneiss der gneissartige Rrotogin. Später gab ich und, in seiner Arbeit
über die Penninischen Alpen, Okblaco, diesen Namen dem eigenthflmlichen,
lebhaft grflnen Gneiss der Walliser Alpen, den GsBLiiGa jetzt, um Yer-
wechslang zu vermeiden, Arollagneiss (s. d.) nennt Thbobald gebraucht
den Namen, in seiner allgemeinen Bedeutung, fftr Gneisse die, theils mit
Grünem-, theils mit Glimmerschiefer in Verbindung stehen und in den
Bernina- und Yeltliner-Gebirgen vorkommen. Auch der Roflagneiss
ist zaweilen als Talkgneiss bezeichnet worden.
Studbb, G. d. S. 1853; Gbblacii, Pom. A. Schw. Dks. 1869; Thbo-
BAIJ>, Bonden IL 1866.
Talkquarzit.
S. Quarsit und Yerrucano.
Talkschiefer.
St^chiste. Kleine oder grössere TalkbUltter zu Schiefer verbunden,
weiss, gelb, grünlich gelb, grau. Oft mit eingemengtem Quarz, in KOmchen,
Bm die sich der Talk herumbiegt, oder in grossem Partie'n und Ueber-
gänge bildend in Talkquarzit, oder, wenn auch Feldspath hinzutritt, in
Talkgneiss. — Der Talkschiefer erscheint in unsem Alpen selten selb-
ständig in grossem Massen, h&ofiger in Verbindung mit Glimmerschiefer,
Grttnem oder Grauem Schiefer, besonders auch mit Casannaschiefer. MH
^rk glänzendem, meist tombackbraunem Glimmerschiefer, bedeckt Talk-
tiefer, häufig weiss, die Gebirgskämme auf beiden Seiten des Liviner-
thales und schliesst, wie der Glimmerschiefer, oft in Menge braunrothen
Granaly schwarzen Turmalin, Siaurolüh und Oyanit ein. — Dass unter
den mannigfiütigen Abänderangen der Granen, Grauen und Casannaschiefer
Mich Talkschiefer vorkommen, ist nicht wohl zu bezweifeln, aber häufig
bleibt man, ohne genaue Untersuchung, unschlfissig, ob man die Steinart
lucht eher als Chloritschiefer, Glimmerschiefer oder Thonschiefer zu be-
zeichnen habe.
232 Tairagnozkalk — TaTiglianamiidsteiii.
Tarragnozkalk.
Calcaire de la porte de Tarragnoz k Besan^on Mabcou. Dichter oder
oolithischen Kalkstein, grau, blau oder blassroth gefleckt, 10" mächtig.
Vielfach benutzter Baustein bei Besangen nnd Salins. Die selten vor-
kommenden Petrefacten sind nicht bestimmbar. In seinem Jnra salinois
bezeichnet Mabcou diesen Kalk als Great Oolite. Oppxl setzt ihn aof
die Grenze des Bajocien nnd Bathonien.
Makgou, Lettres, 1857.
Taylglianoassandstein.
Taveyanazsandstein, Gr^s monchete GusniABD nnd Lobt. Kleinkörniger,
fester Sandstein von erdigem, verwittertem Anssehen, dnnkel lanchgrtln mit
hellgranlich grünen , erbsengrossen Flecken , die sich aber auch bis hst
znr Verdrängung der Grundfarbe erweitern. Als Einschlösse hier und da
weisse Bruchtheilchen von Kalkfipath^ Launwntü^ Fddspaih^ weisser oder
schwarzer GUmmerbläüchm nnd schwarzer Hornblende. Auf Kluftflädken
Kalkspath und Laumoniii ; dieser in breiten Nadeln zuweilen zu Rosetten
vereinigt. Wo nicht Kalkspath sichtbar ist, braust der Stein nicht mit Säuren,
vor dem LOthrohr schmilzt das Cement zu schwarzen und weissen Glastrdpfchen
und hinterlässt eckigte Quarzkörnchen. Das Ganze macht den Eindruck
eines in Verwitterung begriffenen dioritischen Tufs. Am frischesten fyid
ich die Steinart zwischen LaClusaz und St Jean de Sixt in Savoien,
grfinlich schwarz und nicht gefleckt.
Diess Gestein erscheint, in stockförmigen, nicht weit fortsetzenden
Massen, meist als Begleiter des Nummulitenkalks. So bei St. Bonn et
bei Gap, der südlichste bekannte Punkt seines Vorkommens, wo es, in
einer Mächtigkeit von wohl 100™, dem Nummulitenkalk aufliegt und von
Fucoidensandstein bedeckt wird. So auch, in gleicher Lage, auf der Hochfläche
von Platet und Flaine, östlich von der Arve, in Savoien. Weiter öst-
lich zeigt sich die Steinart in dem westlichen Ausläufer der Diablerets,
auf den Alpen von Solalex und Taviglianaz, und scheint hier, wo indess,
durch viele Biegungen, sehr verwickelte Lagerungsverhältnisse vorkonmien,
tiefer zu liegen, als das eocene Petrefactenlager der Diablerets. Zu der-
selben Ansicht führt ihr ferneres Auftreten auf Oldenalp, im Kander-
thal, Kienthal und bei Merligen am Thunersee. Hier scheint sie
sogar zwischen der Rhätischen Stufe und Neocom zu liegen und enthält
unbestimmbare Ueberreste von Pflanzen. Weiterhin verlieren wir ihre
Spuren bis an den Nordabfall der Windgelle, den Hintergrund des
Schächenthals und Linththais in Glarus, und an diesen
Tegel — Tennikentafe. 233
Stellen schemt sie in enger Verbindung mit Flysch zu stehen. In den
St. Galler- und Bttndneralpen und weiter östlich ist sie bis jetzt nicht
gefunden worden.
Dieser Sandstein wird in den Bemeralpen oft mit Lavezstein yerwechselt
imd, wie dieser, G i 1 1 s t e i n genannt und zu Ocfen verwendet, wie schon
Hallxb berichtet (Salzwerke von Aelen, 1765, p. 140).
Wild, mont. sauf. 1788, p. 83; Gustmard, minlg. d. H** Alpes, 1880;
Lobt, Danph. 1860; Studer, Molasse, 1825; — Westl. S. A. 1834;
— Geol. d. S. 1853; — Bemer Mittb. 1871; v. Fibchsr-Oobteb,
Bemer Mitth. 1870.
Tegel.
Plastischer Thon der Wiener neogenen Tertiärbildung. Bläulich oder
grflnlich grau, feine Glimmerschuppen und etwas Quarzsand, auch etwas
kohlensauren Kalk und Gypskrystalle enthaltend. In der Höhe schiefrig,
tiefer ohne Schiefemng, aber abwechselnd mit Streifen von Quarzsand oder
Gerölllagem. An mehreren Stellen, bei Baden, Vöslau, Mollersdorf
Q. a. 0. zahlreiche, mit der Schale erhaltene, theils marine, theils brackische
oder Süsswasser- Fossilien, besonders Mollusken und Foraminiferen , ein-
schliessend, von denen eine beträchtliche Zahl mit denen der schweizerischen
Molasse flbereinstimmt Die Mächtigkeit ist sehr ungleich, steigt aber nicht
Belten auf mehrere hundert Fuss. In dem Bohrloch des Gloggnitzer Bahn-
hofs ist der Tegel mit 651 Fuss nicht durchsunken worden.
SUBSS, der Boden der Stadt Wien, 1862; HOrnes, foss. Moll. d. Tert
Beck. V. Wien, 1851 n. b. f.
Teimikerstafe.
Miocene Tertiärbildung, die, bei Tenniken und Biegten im Basler
Jara, bei WOlfliswyl im Frickthal, bei Ffletzen am Randen, directdem
Jurakalk aufgelagert ist« Die Steinart bei Tenniken ist ein rothes
Conglomerat, das als Baustein gebrochen wird; im Frickthal ist die
Steinart, ebenfalls roth, mehr thonig, von geringerer Festigkeit, bei
Ffletzen ein weisser oder röthlicher poröser Kalkstein. An allen diesen
Stellen ist die Bildung reich an meist wohl erhaltenen marinen Fossilien,
besonders Gastropoden, Melanopris dtharella, Nerita Pluionis, Conus
Mercaiiy C* ptmderosus, Fleurotama calcarata, Murex crisiaiuSy Cerühkm
Zele&ort, Patella scuiellariB etc., grossentheils verschieden von den in der
tthweizerischen Molasse vorkommenden. G. Matib setzt die Stufe in die
234 Tenulobfttiu-Zone — TertiftrbildiuigaiL
anterste Abtheilung seines Helvetien und h< sie für ftlter als 4m Hnsdiel-
Sandstein and die Muschellager vom Belpbeii^, Luzem und St Gallen,
dagegen ftlr jünger als die Graue Molasse Yon Lausanne oder sein Etoft
Langhien. Mösch dagegen betrachtet sie als der Mainzerstufe oder dem
Etage Langhien entsprechend.
Meriah, BosL Verh. 1837 u. 1847; MöBCH, Aarg. Jura, 1867; C. M^ltbb,
tabL 1868.
Tennilobatus-Zoiie.
Zone des Ammon. tenuilobatus. Schichten von Thalmässing Opphu
8. Badenerschichten.
Oppel, Pal. mtth. 1862.
Terrassenkies Favus.
Geschichteter Kies, der in der flachem Schweiz den Gletscherscbatt
bedeckt und unter der Dammerde den Boden der Ebenen und die Terrassen
der Stromthäler bildet. S. Eieslager.
Tertiärbildnngen.
Eainozoische, Supracretacische Bildungen z. Th. Deber den Secoodar^
biidungen, also zunächst über der Kreidegmppe; unter den QuartärbilduDgen,
also unter dem ftltem geschichteten Kies, der AUuvion ancienne, oder dem
Gletscherschutt, liegend. Yon Lyell, nach dem Yerhältniss der ausge-
storbenen zu den noch lebenden fossilen Species, eingetheilt, von unten
nach oben, in eocine, miocine und pliocine Bildungen. Da sich indess
eine grössere paläontologische Trennung zwischen den eoc^nen und mio-
c^nen, als zwischen diesen und den pliocönen Ablagerungen zeigte, fand
auch der Vorschlag von Höbnes Beifall, die Tertiärbildungen in nur zwei
Gruppen zu theilen, eine ältere, eoc^ und eine jüngere, neogene, welche
die miocenen und pliocänen enthielte. Es verdiente diese Classification
vorzüglich auch die Zustimmung aller Geologen des Alpengebietes, da hier,
zwischen den eoc^nen und neogenen Bildungen, auch die grosse orographische
Differenz hervortntt, dass nur die erstem an den Hebungen und Umwälzung«!
der Kalkgebirge Theil genommen haben und, mit diesen in enger Ver-
bindung, ganz den Charakter der Secundärgebirge tragen, während die
neogenen, oder die Molasse, in deren Fauna miocene und pliocene Arien
sich in gleicher Anzahl zeigen, auf das ausserhalb den Alpen Uegende
Htkgelland beschränkt sind. — Nach den in Frankreich und den angrenzeaden
Tefidnergneifls.
235
Lftndern yorkommenden YerhAltnissen kam, durch d'Obbiont, eine ftlnf-
gliedrige Theilnng zur Anerkennung, in die Etages SuessorUen, Parisien,
Tongrien, FahnUen, Subapennin, wovon die zwei ersten dem Eocen, die
zwei letzten dem Neogen entsprechen, das Tongrien, bald dem Eocen, bald
dem Neogen beigeordnet wird. Dieses Mittelglied wnrde denn auch, nach
seinem Vorkommen in Norddeutschland, von Bktrich, in Verbindung mit
der aber und unter ihm liegenden Sflsswasserstufe, als besondere Oligocine
Stufe hervorgehoben und zwischen die eoc^ne und mioc^ne Stufe ein-
geschoben. Endlidi hat auch einer der besten Kenner der tertiftren
Paläontologie G. Matsr, eine Eintheilung in 12 Stufen vorgeschlagen, die
in der folgenden Tafel angefahrt sind.
C. Matsb
12 Etage Saharien
U -
10 -
9 -
8 -
7 -
6 -
5 -
4 -
3 -
2 -
1 -
Astien
Tortonien
Helvetien
Langhien
Aqnitanien
Tongrien
Ligarien
Bartonien
Parisien
Londonien
Soissonien
1
D^OnBiGyr
^^ Subapenntn |
9
8 Falunien
7
6 Tongrien
5
4 Parisien
3
1?
Snessonien
Lyell
12 Postpliocen
-^ Pliocen
9
8
7
6
5
4
3
2
1
Miocen
Eocen
)
!
Bbteich Hobkbs Nauhakn
11
Pliocen
Miocen
10
9
8
7
6 Oligocen
5
4
3
2
1
Eocen
11
10
11
10
9 Neogen 9 } Neogen
8
7
6
5
4
3
2
1
Eocen
8
7
6
5
4
3
2
1
PaUogen
Im schweizerischen Tertiärgebirge sind von den 5 Stufen von D^OnBiginr
nur die drei mittleren, Parisien, Tongrien und Falunien, vertreten und durch
Fossilien bezeichnet.
Tesslnergneiss.
Brftnnlich schwarzer und grünlich weisser 6/tmmer, der erstere vor-
herrschend, zu blättrigen Aggregaten vereinigt, weisser Feldspath mit grau-
lich weissem feinkörnigem Quarz enge verwachsen, in breiten Streifen mit dem
Glimmer abwechselnd. Hier und da der Feldspath deutlicher entwickelt.
Abänderungen enthalten grössere Orthoklaszwillinge und neigen sich zu
porphyrartigem Gneiss. Herrschende Steinart der unteren Thalwände, im
Liviner-, Maggia-, Tosathal, und häufig zu Weinpfeilem und andern
Zwecken ausgebeutet. S. Aniigoriogneiss, Crodogneiss,
236 ThoB — ThoDMhiefer.
Thon.
Töpferthon, Plastischer Thon, Argile. WasserhalteDdes Thonerde-
Silicat. Grob- bis feinerdig, milde and zerreiblich, roth, grfln, blau, gelb,
grao, weiss, die Farben oft streifenweise abwechselnd. Trocken, an der Zunge
hängend, aber begierig bis 70 ^ •• Wasser anfoehmend and das letzte Wasser
erst in der Glflhhitze abgebend. In fenchtem Zustande plastisch, beim
Aastrocknen sich zasammenziehend and zerspaltend. Darch Mengang mit
kohlensaurer Ealkerde ttbergehend in Mergel, durch Eisenoxyde roth oder
grftn, durch Bitumen und Kohle braun oder schwarz geftrbt. S. Salzthon,
Keuper, Bohnerzthon, Lehm. Letten, Plastischer Thon.
Thonglimmersehlefer.
Glanzschiefer Gsblacb, Schistes lustr^ Lobt. Schwankend zwischen
Thonschiefer und Glimmerschiefer. Eine der verbreitetsten Steinarten in
der alpinischen Mittelzone. S. Graue Schiefer, Casannaschiefer, BOndner*
schiefer.
Zirkel, Petrographie.
ThonkalksteiiL
Kalkstein mit mehr oder weniger Thon gemengt, bei st&rkerem Thon-
gehalt übergehend in Mergel. Bei massigem , etwa 25 ^^ » betragendem
Thongehalt etwas weicher als reiner Kalkstein, oft Jedoch scharfkantig,
mit muschligem Bruch. Schwach glänzend bis matt, von denselben Farben
wie reinerer Kalkstein. Häufig vorkommend im Jura und in den Alpen.
Thonsandstein.
QuarzkOmer durch meist vorherrschendes Thoncement verkittet, ge-
wöhnlich mit eingemengten Glimmerblättchen. Meist feinkörnig, von lichten
Farben, weiss, grfln, gelb, roth, grau. — Thonsandsteine bilden in der
Regel die obersten Lagen des Buntsandsteins, den Roth (s. d.), kommen
indess auch in andern Formationen vor.
Thonschiefer.
Phyllade d^Aüb. Phyllit Kenno. Scheinbar homogen, deutlich schiefrig,
von verschiedenen Härtegraden, matt bis glänzend, vorherrschend grau
oder schwarz, aber auch roth, violett, gelb, grfln; von nicht constanter
Znsammensetzung, wesentlich und vorherrschend Thonerdesilicat , mit Bei-
mengung von Eisenoxyd, Magnesia, Alkalien, Kohle, Wasser und nicht
Thouarsien — Tithonische Stufe. 237
wIteD Kalkerdecarbonat, durch dessen Zanahme ein üebergang in Mergel-
sehiefer stattfindet Anch wohl mit Glimmertheilchen, oder Glimmerschlamm
Terwachsen nnd flbergehend in Thon- und Kalkglimmerschiefer, oder, mit
Chlorit oder Talk gemengt, übergehend in Chlorit- oder Talkschiefer. Häufig
ist Quany in Nestern, Adern, Streifen, oder anch in dickem Knoten nnd
Gängen. Je nach der Benutzung heisst der Thonschiefer auch Dachschiefer,
Tafebchiefer, Oriffelschiefer , Wetzschkfer. — Dunkle, durch Kohle
geftrbte Thonschiefer bilden in unsem Alpen einen wesentlichen Theil der
Casannaschiefer, Grauen und Anthracitschiefer; rothe und grüne Schiefer
begleiten 'den Quarzit und Yerrucano, oft auch den Serpentin, in Verbindung
mit dem chloritischen Grünen Schiefer. Die im Flysch vorherrschenden,
als Dach- und Tafelschiefer benutzten schwarzen Schiefer enthalten zu viel
kohlensaure Kalkerde, als dass sie mit dem wahren, filtern Thonschiefer,
dem sie zwar ganz ähnlich sind, vereinigt werden könnten. Ebenso sind
die im Jura vorkommenden Schiefer als mehr oder weniger feste Mergel-
sdiiefer zu bezeichnen.
Thoaarsien.
Etage Th. C. Mayib. S. Toarcien.
Tithonische Stufe Oppel.
Eine auf die Alpen, Karpathen, den Apennin und einen Theil der
mittelmeerischen Länder beschränkte Zwischenstufe, die den oberen Jura
von der unteren Kreide scheidet. Die Steinart ist nicht charakteristisch:
Si^aer, weisser oder rother dichter Kalk, der oft, ohne scharfe Trennung,
die Fortsetzung der liegenden oder hangenden. Jurassischen oder neocomen
Kalksteine zu bilden scheint, und vielfach als Baustein gebrochen wird.
I^e fossile Fauna, ausschliesslich marin, ist grösstentheils der Stufe eigen-
thflmlich und enthält wenig auch anderwärts vorkommende Species, im
tieferen Theil jurassische, im oberen Neocomarten. Charakteristisch für
den grösseren Theil der Stufe ist in mehreren Gegenden die Familie der
Terebr. diphya, im tiefern, jurassischen Theil Tereb. janitor , im oberen,
dem Neocom angehörenden Tercb« diphyoides. Ueberdiess lassen sich
Qiehrere Facies untei-scheiden. Die eine Gegend liefert eine grosse Zahl
^nd Mannigfaltigkeit von Ämmoniten, eine Bank ist erfüllt mit Aptychus,
^ bei Stramberg, Rogoznik, im südlichen Tirol, bei Grenoble;
•
^ andern Gegenden fehlen die Cephalopoden beinahe ganz, und an ihre
S^lle treten zahlreiche Gasiropoden und Acephalen, so bei Wimmis
^i^d am SaU ve. Es ist kaum zweifelhaft, dass diese Stufe in den Kalk-
ten eine grosse Verbreitung habe. Von mehreren Seiten wird indess
238 Toarcwn — Tongrien.
das Bedürfniss, diese neue Stafe einzufahren, bezweifelt, da es einfKher m
den tiefern Theil derselben dem Jnra, den h(yiiem dem Neocom einzaordBa
und jenen als eine eigenthflmliche Facies des Eimmeridge zn betrackten
Oppbl, Zte. d. d, g. G. 1865; PicrrBT, Mcl. paliont. 1867-1868;-
rapport & la Soc. helv. BiU. nniv. 1869 ; H6bkrt , BtSL Soc g.
1868—1869; Zittxl, paläont. Mitth. U, 1868; Pu^lbt et Pictst,
r^tage tiihon. de Lemenc. B. U. Aroh. Oct 1871.
Toarciea.
Etage T. d^Obb. Oberer Lias. Posidonienschiefer und Joroisismerfel
Schwarzer Jura c, g Qubbbt. Thonarsien C. Matbb. S. JnrensisDergd.
Todtliegendes.
S. Bothliegendes.
Tonalit v. Rate.
Krystallinisch kömiges Gemenge eines eigenthümlichen, triküKi
weissen Feldspaths, und graulich weissem Quarz, in nahezu gleicher Hof
hexagonale, bis 3 Linien grosse, schwarze OUmmerblättchen und schiSn-
lieh grüne Hornblende. Als nicht wesentliche Beimengungen erKbeum
unregelmässig begrenzter weisser Orthoklas, Orihit, TUanU und Mag^
eisen. Dieser schöne Granit ist das herrschende Gestein der Gebirge
masse des A d a m e 1 1 o und ist in zahlreichen Blöcken, am Pass des Tonalc
und in der ganzen Umgebung, zerstreut. S. Adamellogranit.
y. Eath, d. geol. Ges. XYI, 1864.
Tongrien.
Etage T. Dumont. Oligocen Bbtb. Grobkalk Gbessly. Brislacherkilk
Studib. Auf der Grenze stehend zwischen Eocen und Miocen und, baM
dieser, bald jener Abtheilnng des Tertiärgebirges beigeordnet In Belgi^
beiTongres, alsz. Th. glauconitischer Sand und grflne Mergel, ab
Mainzer Becken als Cyrenenmergtl , Septarienthon nnd Meeressand, in
nördlichen SchweizerJura durch den Brislacherkalk (s. d.) repräsentirt
Die Fossilien sprechen für die Verbindung mit der Eocengruppe, die strsti-
graphischen Verhältnisse in der Schweiz eher fftr eine Trennung von der
Nummulitengruppe. Das Tongrien ist weit verbreitet im obem ßssas,
aber meist von Kies bedeckt, durch Bohrlöcher aufimfinden und Dor i^
den Abhängen der Yogesen und des Schwarzwaldes herrortreteni ^
tiefere Masse besteht ans grauen Mergeln tou unbekannter Mftditig)^^
TSpferthon — Torenchichten. 239
die obere ans granen oder gelben Sandsteinen, die mit Gonglomerat ab-
sehliessen. In der Nfthe von Basel ist die Stufe durch Bohrungen an
terschiedenen Stellen nachgewiesen worden. Weiter sfldlich kennt man sie
in den Umgebungen TonPorrentruy, Rödersdorff, Brislach
and te DeHmont.
Delbos, Hant-Bhin, 1867; Qbeppin, Jura Bern. 1870; Mjuuan, BaaL
Verb. 1871.
TopferthoiL
S. Plastischer Thon.
Topf stein.
looesatetfi, Oiltstein, Pierre ollcdre. Ein Gemenge von Chlorit,
Ibft, Speckstein^ zuweilen Glimmer oder Serpentin, auch mit Garbonaten
ton Magnesia. Dblessi unterscheidet: 1. Chlorit-Topf siein ^ beinahe nur
m Chlorit bestehend, 2. Steatit^Topf siein ^ aus dichtem oder blättrigem
Talk bestehend, 3. Gemengter Topfstein, aus mehrem Mineralien zusammen-
gesetzt Die Bestandtheile sind meist verworren verwachsen, zuweilen auch
schiefrig. Etwas fett anzufühlen, sehr weich, aber zähe, leicht zu schneiden
«ad auf dem Drehstuhl zu bearbeiten, zu Kochgeschirr (Laveggi) und
Oefen benutzt und in vielen Gruben unserer Hochalpen (St. Anna bei
Hospesthalf Guttannen, Obergestelen, Yispach, Val Malenco,
Ghiavenna) seit ältester Zeit ausgebeutet — Er bildet Einlagerungen
nn GrOnen Schiefer, Casannaschiefer, Glimmerschiefer, Gneiss.
DBLB88B, BulL 8. G. XIV, 1856; Thbobald, Bfinden U, 1866.
Torerschielitoii Susss.
AmTorer-Sattely östlich von Rai hl in Kämthen. Danngeschichtete
Kalksteine von hell oder rOthlich grauen bis schwarzen Farben, äusserlich
braungelb. Reich an Petrefacten, zuweilen lumachellartig, Myoph. Wkate-
ieyoB, Pema Bouei^ Corbula Rosihomi, Peden filosus u. a. Die Torer-
schichten bedecken, auf dem Kamm des Gebirges, eine bei 400 Fuss
lAehtige Dolomitmasse, unter welcher die Raiblerschichten im engem Sinn,
mit Myoph. Kefersteini, liegen. Dem Dolomit wird der Schlemdolomit,
den Torerschichten die sogenannten Rothen Raiblerschichten, welche das
Plateao des Schiern bedecken, gleich gestellt
8CE88, Gliedg. der Trias, Jb. d. RA. 1867; Stub, Baibl. Jb. d. RA.
1868; Mojsaovica, Jb. d. RA. 1869.
240 l'orf — Tortonien.
Torf.
Das Prodact, unter dem Schatz öfters wiederkehrender oder fortr
dauernder Wasserbedeckung und niedriger Temperatur, verzögerter Yer-
moderung von Moosen, Kräutern, holzartigen Gewächsen und Baumstämmen.
An der Oberfläche ein lockeres, filzartiges, gelblich braunes Geflecht von
meist noch deutlich erkennbaren Pflanzen, als RoBen- oder Wiesentorf^
tiefer, stärker gepresst, dunkelbraun bis schwarz , als Moortorfe nach unten
übergehend in eine dichte, Pechkohle ähnliche Masse, als PeclUorf. Wichtiger
noch ist die Unterscheidung , ob der Torf sich, wie in See^n, unter Wasser-
bedeckung (marais imimrgi» oder Bousaquatiques Lesq.), oder in freier
Luft erzeuge (marcUs imergis oder supraquatiques Lxsq.), indem die
Vegetation, durch die er entsteht, in beiden Fällen verschieden ist. Die
Bestandtheile sind denen der Holzfaser nahe stehend : Kohle^ Ultnin^ Haru
und unorganische Stoffe, die nach der Verbrennung als Asche zurück bleibeo.
Sehr hygroskopisch und wie ein Schwamm grosse Mengen Wasser ein-
saugend und zurückhaltend. Die Grundlage bildet fester Felsboden, Gnmt,
Gneiss, seltener Kalkstein, häufiger Sandstein, Kies, Thon, zuweilen m
weisser Kalkleim, die Seekreide, z. Th. aus der Zerstörung von Sumpf-
conchylien hervorgegangen.
Der Torf erscheint, unter den oberflächlichen und noch im Anwadisen
begriffenen Bildungen der Schweiz, sehr häufig und bedeckt oft grössere
Flächen, in einer Mächtigkeit, die bis 20" betragen kann. Zuweilen zeigt
er Schichtung und enthält Einlagerungen von Thon oder Sand, oder auch
Einschlüsse von Schwefelkies, Limonit, oder Eisenblau. In den Hochalpen
kennen wir ihn, in Bünden, auf demGotthard, Simplen, auf vielen
der höhern Gebirge des Wallis und des Berner Oberlandes, in den
Mittelalpen in den Umgebungen von Einsiedeln, in Obwalden, bei
Schwarzenegg, auf den Hahnenmöösern, Saanenmöösern, Aelen-
möösern, in dem Tiefland besonders in der Umgebung der See*n, wie
auf den grossen Möösern zwischen Orbe und Büren, im Jura auf den
meisten Hochflächen, beiBellclay, Les Ponts, La Brevine,
St. Croix, Val de Joux.
Lesquereux, les marais tourbeox, M^m. de Nench. UI, 1844; Hess,
die Schieferkohlen von Utznach u. Dümten, 1858; Zirkel, Petrogr.
Tortonien.
Etage Tort. G. Mateb. Blaue Mergel von Tortona, Saubrignes bei
Dax, Baden bei Wien, der Subapennin- oder Pliocen-Stufe angehörend.
Im schweizerischen Jura setzt Matbr in dasselbe Niveau die rothen Mergel,
Tomlosnsschichten — Tn^pp. 241
welche die Grandlage der oberen Süsswasser-Molasse bilden, mit Helix,
am Zflrchersee und in St. Gallen. Die Tortonische Stofe liegt über
der Helvetischen, oder der marinen Molasse, anter der Messinischen, oder
der oberen SW. Molasse.
C. Mater, tabl. 1868.
Tornlosasschlchten.
Br. Jora a. Untere Opalinasschichten Qüekst. Dnnkle Mergel, die
Tielfach zar Agricaltar benatzt werden, bezeichnet durch Ammon. ioruloma
and andere Fossilien. Sie bilden, über dem Lias, das unterste Glied des
Brannen Jura oder Bajocien, nur durch eigenthttmliche Petrefacten von
den zunächst folgenden Opalinusthonen unterschieden.
QUBNSTBDT, Juia, 1858.
Transitionsgebirge.
S. üebergangsgebirge.
Transport
Terrain de Tr. S. Diluvium.
Transrersarius-Zone Oppil.
Argovien (pars infer.) Margou ; Spo&giten- oder Scyphienkalk Quknst.
S. Birmensdorferschichten Mosoh.
Trapp.
Aeltere, aus Schweden (fflr Treppengestein) stammende Benennung Air
meist dunkle, versteckt krTstallinische oder scheinbar dichte Steinarten, die
später als Grflnstein, Spilit, Aphanit, Basalt, Melaphjr oder anders benannt
worden sind. Saussübx, der die Benennung öfters benutzt, definirt den
Trapp, zu allgemein und ungenügend, als eine aus kleinen, ungleichartigen,
nnklar krystallisirten Körnern zusammengesetzte Steinart; die Körner seien
in einer Grundmasse eingeschlossen, oder auch, ohne dass eine solche zu er-
kennen sei, unter sich verbunden; regelmässige Krystalle sehe man selten
and ihr Vorkommen sei nicht wesentlich.
Db Saussürb, Vojages § 1945.
16
l
242 Travertik — TroBkalh.
TrayertiiL
Petra Tibnitina; Kalksiiiter (s. dL) Bei Rom wird die
besonders fttr die abgeschlossene, zu Baustein benutzte Ealksintdrablifenig
der Campagna gebraucht, die neuere, sich noch fortsetzende Sinterbüduig,
der Confetii di Titoli z. B., auch wohl, als Tartaro, daYon Unterschiedes.
TriM
heisst, nach y. Albbti, die dreitheilige Gruppe des BunUandsteku, MfUcUr
kcMcs und KevperSy die, Qber der Dyas des PrimirgebirgeB und «Dler da
Liftf, die unterste Abtheüung dce Secnnd&rgebirges bildet
Trientsandstoln Favu.
Kleinkörnige, Grauwacke ähnliche dunkle Sandsteine Aber dem Valorsoe-
Gonglomerat, bei Trient in Savoien.
Trigonia^nayls-Zone Oppxl.
Brauner Jura a. Obere Opalinusthone Quknst. — Blftolich oder
schwärzlich graue, seltener braune, glimmerreiche Mergelbänke, öften nit
Neigung zum Schiefrigen. Die Schichtflächen oft bedeckt mit einer Keose
kleiner Fossilien, besonders Gliedern von PefUacrinus. Trig. naris Mut in
der Schweiz, während Amm, opalinus nicht selten ist
MOsou, Aarg. Jons 1867.
Tropfstein.
S. Kalksinter.
Troskalk Esonsa.
Hellgrauer bis beinahe weisser, in einigen Schichten donkelgrutf
Kalkstein, zu Hohlenbildung geneigt, bis Qber 100 Fuss mächtig. ZaU-
teiche Korallen enthaltend, unter andern Astroccsnia pentagtmalis^ ausser*
dem Nenn, spedosa^ Ner. Üefrancii^ Card, corallintan, Diceras iMoi,
Ttreb, Bilimeki, Rhyneh. Asti&^ana. Der Kalk scheint dem Quinten- oder
Hochgebirgskalk aufgelagert und wird, theils dem jurassischen GoraffiA
theils dem Kalk von Wimmis verglichen. Ebohkr fand ihn auf TrostlPt
am Nordwestabfall des Mftrtschenstocks, und bei Filzbach, am SW BaiA
des Wallensees. Sein Vorkommen scheint eine locale Fades des oberes
Hochgebirgskalks zu sein.
Bacbmann, Bern. Mitth. 1868; ESobbr, sehrifIL Ktib. 1871.
TrtmmergeBteine — Tnmeritfaone. 248
Trftminergestdiie.
8. Oonglomerate, Breccien, Sandsteine.
TschierTaporphyr v. lUra.
Tsdüervagranit Tbbobald. Grünliche, mit dem Messer ritzbare
Gmndmasse Ton OligoklaSy welche ndlchweisse bis zoUgrosse Orthoklas^
krystalle, kleine QuarskOrner, kurze Sftulen von Hornblende and seltene
Bltttdien von dnnkelgrOnem Glimmer einschliesst. Die dem Juliergranit
oabe lerwandte Steinart bildet, in nicht grosser Verbreitung, die Ostaeita
degPiz Tschierya, eines der hohem Berninagipfel, und findet sich,
iB zahlreichen Blöcken, auf dem Morteratschgletscher und bei
Pontresina.
Y. Ratb, Bemina, d. geol. Ges. IX, 1867; TsBOBäLDy Btnden I, 1864.
Tnbercnlatuszone Oppbl.
Zone des Pentavr. tuberculatus. S. PentacrinUemione,
Tttftteln.
Kalktof. S. Kalksinter.
Tarmalingranft.
Tounnalite Cobd. Granit, der viele Nadeln von schwarzem TwmcUin,
der z. Th. den Glimmer zu vertreten scheint, einschliesst. Favbb flüirt
onen noch näher zu untersuchenden Turmalit an, der, wie es scheint, in
beschränkter Ausdehnung, auf der Nordseite des Montblanc, oberhalb
dem Glacier desBossons vorkommt Ausgezeichnet ist der rothe Turmalin-
Sranit von Predazzo, mit excentrisch strahligen schwarzen Turmalingruppen,
oft mehrere Zoll im Durchmesser haltend. Die Grundlage bildend des
Monte Mulatte, in dessen obere schwarze Masse der Granit in vielen
Oangen aufsteigt und sich verästelt. Auch der Pisciadellagranit (s. d.)
Utest sich hier anreihen.
Y. Buch, Leonh. Zts. 1824; Studsr, Leonh. Zts. 1829, p. 258;
v. Bjohthofbit, Predasco, 1860; Favre, Savoie, 1867.
Tnmeritlu^iie.
Idas ß QusKST. Ünter-Lias; Sinömurien d'Obb.; Oberer Arieteokalk
Hosoh; Zonen des Amm, obtusus, oxynotus und raricostalus Qffkl. —
244 Tnronien — üebergangsgebirge.
Bänke yon hartem tbonigen Kalk, bläulich gran bis schwarz, an der Anssen-
fläche z. Th. braun Ton zersetztem Schwefelkies. Der den Namen gebende
Ammon. Tumeri scheint im Schweizer-, wie im schwäbischen Jura selten,
MöscH fahrt ihn gar nicht an. Die Zone ist auch im Aargau Ton den
tiefem Arietenkalken nicht wohl zu trennen.
QüBNSTEDT, FlotÄg. Wüft. 1843; MöscH, Aarg. J. 1867.
Taronien.
Etage Tur. d'Orb. Ores vert, Craie tufau, Craie chlorit^. — Im nörd-
lichen Frankreich und England merglichte, graue oder weisse Kreide;
im mittäglichen Frankreich festere, weisse oder graue Kalksteine, z. Th.
erfallt mit Radiolitm und Hippvritm. — In der Schweiz bis jetzt, weder
im Jura, noch in den Alpen nachgewiesen. — Die zuweilen an 100*
mächtige Stufe liegt zwischen dem Genomanien und Senonien und bildet
mit diesen und dem Danien die obere Abtheilung der Kreidegruppe.
Turrltelleiisehicht.
In den Hageln S von Bern kommen, in verschiedenen Niyeaux der
jangem marinen Molasse, höchstens ein Fuss mächtige, vereinzelte Lager
merglichter Molasse vor, die dicht gedrängt voll Steinkeme von Turnteilen,
meist Turr. triplicaia, sind. — In dem Molassegebiet des Klettgau' s, bei
Schaffhausen, unterscheidet Wübtbnbebqkb eine Turritellenschicht mit
sehr häufigen Turr. turris und mannigfaltigen anderen Mollusken. Dieser
Turritellenkalk liegt auf der Austemagelfluh und wird bedeckt von
Melaniensand. — In dem von Emmrioh beschriebenen Molassenprofil des
Leizachthals in Sad-Baiern fahrt Gümbel eine Turritellenschicht an,
voll Turr, pilifera, nebst Cerith, plicaium und margaritaceum, die er als
oligocen betrachtet. Demselben Niveau mögen die tertiären Kalk- und
Mergellager von Tenniken und anderen Stellen im nördlichen Jura an-
gehören. S. Tennikerstufe.
Studer, Molasse, 1825; Emhrich, Jb. d. BA. 1855; GtMBSL, Bair.
Alpen, 1861; Würtenberqer, Klettgan, Zs. d. d. G. XXII, 1870.
Üebergangsgebirge.
Transitionsgebirge; Terrains interm6diaires; Primärgebirge; Paläozoische
Formationen. — Der jetzt meist verlassene Ausdruck wurde fraher ein-
gefahrt, um Steinarten und Formationen zu bezeichnen, welche, petro-
graphisch, z. Th. den Charakter der als Urgebirge betrachteten Gesteine
üebergangsgesteinle — Urgebirge. J245
tragen, aus Gneiss, krystallinischen Schiefern, salinischem Marmor n. s. w.
bestehn, doch aber, wie das Flötz- oder Secnndärgebirge, organische Ueber-
reste, oder, als Gonglomerate und Sandsteine, Trümmer älterer Gebirge
enthalten, die also den Uebergang der ursprünglichen zu späteren Ab-
lagerungen bilden. Als typische Steinarten des Uebergansgebirges galten
Granwacke, Thonschiefer, Kalkstein des Harzes. In den ersten Jahrzehenden
dieses Jahrhunderts wurde noch ein grosser Theil unserer alpinen Gesteine
denselben gleichgestellt. Wenn man aber yon der Steinkohlenbildung, die
früher noch dem Flötzgebirge beigezählt wurde, absieht, so kennt man in
der ganzen Ausdehnung der Westalpen, in der Schweiz und bis weit in
die Ostalpen hinein kein einziges Fossil des Uebergangsgebii'ges. An die
Stelle des Uebergangsgebirges sind nun das Deconische ^ das Silwische,
das auf dem Continent noch etwas schwankend stehende Cambrische und
das Laurentische System getreten, für deren Vorkommen in unsern Alpen
daher auch bis jetzt alle paläontologischen Beweise fehlen. Wenn man
jedoch das Eozoon als organisch anerkennt, oder den Massen -Meta-
morphismas als begründet betrachtet, so steht der Annahme, dass die
alpinen Gneisse und Glimmerschiefer sämmtlich dem Uebergangsgebirge
angehören, nichts Wesentliches entgegen.
Uebergangsgesteine.
Als solche wurden in der Werner'schen Schule angeführt: Grauwacke
und Grautcackeschiefef' y Thonschiefer, Kieselschiefer, Kalkstein, Trapp
und Gyps, jede, mit Ausnahme der Grauwacke und ihi-es Schiefers, mit
dem Vorsatzworte « Uebergangs > , da dieselben Steinarten, mit Ausnahme
der Grauwacke, auch im Urgebirge und Flötzgebirge auftreten.
Urgebirge ,
Primitivgebirge; Azoisches Gebirge. Als Urgebirge betrachtete man in der
altern Geologie, nach hypothetischen Voraussetzungen, den ältesten, vor
dem Auftreten organischer Wesen festgewordenen Felsboden der Erde. Der
Ausdruck ist aufgegeben worden, weil man auf keine Weise entscheiden
^n, ob ein Boden wirklich als ein ursprünglicher zu gelten habe, da
alle im sogenannten Urgebirge vorkommenden Steinarten auch in jungem
Gebirgen wieder erscheinen und das absolute Ausbleiben organischer Ueber-
teste niemals mit voller Sicherheit behauptet werden kann. Es haben auch
viele Gebirge und Felsarten, die früher als ursprüngliche angesehen wurden,
sich später als von neuerer Bildung erwiesen.
246 ürgebirgsarten — üi^nien.
Urgeblrg8«rten.
Es galten als Bestandtheile des ürgebirges : Granit, GneisSj GUmmer-
schiefer, Urihonschiefer, Porphyr und Syenit, Urkalk, Serpentin, Urirapp,
Quarz, Topasfels, ürgyps, UrHeselschiefer, Dieser Ansicht huldigend
nannte Jürine den Granit des Montblanc Protogin, den Erstgebornen,
weil die höchsten Gebirge als üeberreste des ältesten, grossentheils durch
Wasser oder Einsturz zerstörten Bodens galten.
Urgonien.
Etage ürg. d*Obb.; Hieroglyphenkalk Lusssb; Schrattenkalk Studib;
Caprotinenkalk; Rudistenkalk; Neocomien sup^rieur. — In den Alpen hell-,
zuweilen bräunlich grauer, selten dunkelgrauer Kalk, verwachsen schuppig
bis dicht, aller Vegetation feindlich, nackte von Karren durchzogene Fel»-
flächen, oder schroffe Abstürze darbietend. Aus S a v o i e n , wo die Bildung,
in den südlicheren Kalkgebirgen, bis 260°" mächtig auftritt, setzt sie Ober in
die breite Kette, welche Waadt und Bern vom Wallis scheidet, und tritt erst.
Ostlich vom Thunersee, in den äussern, nördlichen Kalkgebirgen auf, mit denen
sie, über Feldkirch nach Vorarlberg fortsetzt Am Pilatus unterscheidet
Elautmakn eine untere, bei 70°" mächtige Stufe von dunklerem Kalk, z. Th.
mit GlauconitkOrnern voll Mi/iuliten^ aber wenig grOssern Fossilien, von
denen nur Serpula Pilatana als charakteristisch zu nennen ist. Die obere
Stufe, zuweilen bis 150°* mächtig, an der Aussenfläche oft fast schneeweiss,
im Innern hellgrau, ist der Gaprotinen- oder Rudistenkalk, mit nicht selten
dicht gedrängten C^ipr, ammonia, RadioL Blumenbachi und auch vielen
Milioliten, In diesem Rudistenkalk bildet das Aptien, mit Orbitolina len-
ticularis, Pteroc, pelagi, Rhynch. Gibbsiana, eine Einlagerung von etwa
40" Mächtigkeit, aus wenig dicken dunkelgrauen, an der Oberfläche gelben
oder braunen Ealkbänken bestehend, die mit dünnen sandigen Schiefer-
lagern abwechseln. Auf dem obem Rudistenkalk liegt unmittelbar der
Gault, oder, wo dieser und der Seewerkalk fehlen, der Nummulitenkalk. —
Im Jura lässt sich das Urgonien ebenfalls, von Voreppe und Chambery
her, an seinem Ostlichen Fuss und in seinen Innern Thälem, bis gegen
B i e 1 zu verfolgen, und wird auch, wie in den Alpen, in eine untere und
obere Stufe getheilt. Die untere Stufe besteht in der Waadt aus meist
oolithischem grauem Kalk, im Jura von Neuchätel aus gelbem, theils, wie
bei Neuchätel, merglichtem oder erdigen^ theils, wie bei M o r t e a u ,
festem, dick geschichtetem, zu Bausteinen benutztem Kalkstein ; sie enthält
eine mannigfaltige Fauna, besonders von Gastropoden^ Acephalen, Bryo-
zoen, die für sich Lumachell-Lager bilden, und Echiniden^ und unter-
scheidet sich durch dieselbe von dem darunter liegenden gelben Kalk von
Valaogian. S4T
NeachAtel, der dem Neocomien angehört Die Mächtigkeit dieser nntem
Stafe kann 10 bis 15"* betragen. Die obere Stnfe, 80 bis 100"* m&chtig,
iit der Rndistenkalk, unklar in mächtige Bänke abgesondert, weisB, dicht
und von bedeatender Festigkeit, in den obersten Lagern aber kreide- oder
iDckerartig. Bezeichnendes Petrefact ist Ccipr. ammoma, die stellenweise
bemahe den Stein verdrängt; aber auch andere Fossilien, besonders Nerineen^
Turbo und Echimdmy kommen vor. Bei Annecj, im Yal Travers
ood an andern Stellen ist der Kalk durchdrangen und geschwärzt dnreh
AsphalL Die Orbitulitenschicht und das Aptien bildet im Jura nicht, wie
in den Alpen, eine Einlagerung im Rndistenkalk, sondern bedeckt den-
selben, als eine selbständige Stufe.
Studbb, G. d. S. II, 18&3; Favbe, Savoie, 1861; Kaufmann, PUstns,
1867; Dbsor et Grbsslt, Jura Nench. 1859; db Loriol et (Hhutär
BON, 8chw. Dks. XXIII, 1869; Jacgabd, J. Yandois, 1869.
Yalangien Dxsob.
Yalanginien; Yallengien; Neocomien inferieur. Kieselkalk (?) Kaotil
Eine zuerst im Neuchäteler Jura hervorgehobene Stufe der unteren
Ereidegruppe , zwischen dem Neocomien, mit dem sie theilweise früher
vereinigt wurde, und dem obersten Jurakalk. Sie zerfällt in drei Unter-
stafen. Eine obere , Umonü genannt , ist ein gelber eisenschüssiger, *
wenig fester Kalk, mit Einlagerungen und Nestern von kleinkörnigem,
linsenförmigem EisenooHthy der früher verschmolzen wurde, und zahlreichen
Fossilien, die ihn entschieden von dem aufliegenden Neocom trennen. Tiefer
folgt ein dichter, fester Kalk (Marbre bätard)^ bald rein weiss, bald röth-
lich gelb bis ocherroth, in dicke Bänke abgesondert und als Baustein benutzt.
Von Fossilien enthält diese Abtheilung, die mächtigste der ganzen Stufe,
vorzüglich Nerineen. Die Grundlage bilden graue Mergel, dolomitische
Kalksteine und Kalkbreccien, mit Fossilien, Terebrateln und Echmiden,
die ünmer noch den Typus der Kreidegmppe tragen. Die Mächtigkeit der
ganzen Stufe mag etwa 50*" betragen. — In den Alpen scheint eine gegen
200"" mächtige unter dem Neocom liegende Lagerfolge dem Yalangien zu
entsprechen, was indess paläontologisch noch bestimmter zu bestätigen ist.
unter dem alpinen Neocom liegen die Alimannsschichten ^ nach ihrem
Eisengehalt vielleicht den jurassischen Limonit repräsentirend, dann folgt
die Echmodermenbrecde (s. dl), als oberstes Glied des Kieselkalks, der
nun, als Hauptmasse der ganzen Stufe, bis zu den obersten Jurabildungen
fortsetzt
Desor et Grbsslt, Jura Neach. 1859; Jaocard, Jnra Yand. 1869;
DE homoh et Jaocard, Idss. d'Arsier, IL de Geaive KYIII, 1865;
Kaufmanv, Pilatus, 1867.
248 Yalonine-Gonglomerat — Yalonme-Gnuiit
Yalorsine-Conglomerat.
Poudingne de V. db Sausbubb. — Eckige, oder vorherrschend gerundete
Geschiebe, von Sandkorn- bis Kopfgrösse, bestehend aus Gneiss, Glimmer-
schiefer, Quarz, nach Favbk auch Quarz mit Turmalin, wie er in Gängen
der Aiguilles Rouges vorkommt , aber ohne massigen Granit, noch
Kalkstein, verkittet durch einen grauen, grünen, violetten oder rothen
Schiefer, der sich oft von wahrem Glimmerschiefer kaum unterscheiden
Iftsst und auch fflr sich eigene, mit dem Conglomerat abwechselnde Lager
bildet. Es ist dieses in deutliche, bis mehrere Fuss dicke Schichten abge-
sondert , und es ei*scheint , in der Kette der Geblancs oder der P o -
settes, zwischen Valorsine und dem Col de Balme, in verticaler
Stellung, mit grauem, glimmerigem Sandstein und glimmerigem Thonschiefer,
der Pflanzen der Anthracit- oder Steinkohlenbildung enthält. In ähnlicher,
steil S fallender SteUung, zeigt es sich an der Strasse von Trient nach
T6te-Noire und auf beiden Seiten der Rhone unterhalb Marti gny, hier
wieder vertical, mit dunkel grauem Glimmercement und nur wegen der ein-
gebackenen Trümmer nicht mit Gneiss oder Glimmerschiefer zu verwechseln.
Saussure, Voy. II; Necker, Valors. M. de Gen. 1828; Favre, Savoie,
1867.
Talorsine-Oranit.
Granit der Barberine. — Krystallinisch körniges Gemeng von weissem
Orthoklas, z. Th. porphyrartig, besonders an der Barberine in zoU-
grossen Zwillingen, ausgeschieden, weissem oder grünlich weissem OUgoklas,
Qtuirz, tombakbraunem und silbei-weissem Glimmer ^ der erstere vor-
herrschend und mit dem weissen oft innig verwachsen. Nach einer Bausch-
analyse fand Delesse die Zusammensetzung nicht wesentlich verschieden
von derjenigen des Protogins vom Montblancgipfel, der auch, mit Aus-
nahme des weissen Glimmers, aus denselben Mineralien besteht. — Der
Yalorsinegranit erfüllt, als Grundlage des Gneisses, den Thalboden der
Eau-Noire und steigt an mehreren Stellen , in meterdicken , in der
Höhe sich verästelnden Gängen, im Gneiss, der hier in eine dunkle,
Hornfels ähnliche, feinblättrige Masse übergegangen ist, aufwärts. Einige
dieser Gänge gehen, ohne schärfere Trennung vom Granit, nach oben, oder
an den Salbändern, in einen blass violetten Felsiiporphyr über, der jeden-
falls mineralogisch sich vom Granit weit mehr unterscheidet, als dieser
vom Montblancgestein.
Neckeb, Valors. M. de Gen. 1828; Delesse, Bull. See. g^L 1850;
Studer, G. d. 8. 1853; Favre, Savoie, 1867.
Yarennakalk — St. Veitschichten 249
Tarennakalk. .
Bei y a r e n Q a and Regoledo am Comersee. Schwarzer dichter
Kalk, in mehr als meterdicke Lager, oder in dünnere Platten bis beinahe
schiefrig abgesondert, z. Th. von weissen Spathadern durchsetzt Von
Fossilien fand sich an einer einzelnen Stelle Posidonomya Motissoni
MxKiAN. IMe Mächtigkeit beträgt mehrere hundert Meter. Nach oben
geht er, ohne schärfere Trennung, in die Perledoschiefer über; nach
unten folgen graue dolomitische Kalksteine und Dolomite mit Crinoiden,
die ihn von bunten Sandsteinen und Yerrucano trennen. Der Yarennakalk
wird als dem Muschelkalk entsprechend betrachtet und häufig als Marmor
verwendet.
GoLLEONO, Bull. S. gM. 1844; Escher, schw. Dks. XIII, 1853;
Stoppani, Studii, 1857.
Variansschichten Mosch.
Bathonien d'Ökb. ; Cornbrash; Forestmarble ; Bradfordclay ; Lagenalis
und Digonabett Oppel, z. Th. — Gelblich brauner, in der Höhe zuweilen
rothbrauner Mergelkalk, selten festere Bänke bildend ; im A a r g a u gegen
10" mächtig; über dem Uauptrogenstein, unter den Macrocephalusschichten.
Bezeichnet durch Rhynch. varians, die oft ganze Bänke und lumachellartige
Lager bildet. Ausserdem mannigfaltige andere Fossilien, Ämmoniten,
Gastropoderiy Trig, costata, viele Myen, Ostr. Marshi, Holectypfis de-
pressus u. s. w.
MöscH, Aarg. Jura, 1867.
Variolitj
Blatterstein. — Dunkelgrüne oder violette, verhärtetem Thon ähnliche,
aphanitische Grundmasse, mit schiefnger Anlage; erbsengrosse Kugeln ein-
scfaliessend, hellbräunlich, beinahe weiss, am Rande hellgrün, im Innern
dicht, von gleicher Härte wie die Grundmasse, daher an der Aussenfläche
and im Bruch nicht über dieselbe hervorstehend, auch wie diese zum
schwarzen Glas schmelzend. Am Hörnli in Erosa, in Yerbindung mit
Diorit, aber auch in andern Gegenden von Bünden.
Studer, DavoB, Schw. Dksch. I, 1837; Theobald, Bünden O, 1866.
St. Yeltschichteii Gbusbach.
8. Klippenkalk.
250 Ycltlmencliielier — YemcMio.
TelUinersdilefer Thmbald.
8. GasannaaGhiefer. Tbbobald erklärt beide BenennoBgeir als gleicb-
bedenteiuL
TnaoRAKD, BiadsB n.
Terde «itico*
Die Benennung wird auf zwei verschiedene Steinarten angewendet, die
beide in unseren Alpen , besonders in Bünden, vorkommen. Sie be-
zeichnet 1. einen Serpentin mit Adern von weissem körnigem Kalk. Bei
Manrin im Thal der übaye, SW vom Monte Yiso, wird derselbe
als ein sdir geschätzter Marmor gebrochen. In Bttnden stehen die Spatb-
adem anch wohl unter sich in Verbindung und der Stein erscheint als
Serpentinbreccie mit Kalkspathcement. — 2. Verde antico, oder besser
Porfido verde antico heisst auch der Grttn- oder Dioritporphjr, eine
dunkelgrüne aphanitische Grundmasse mit eingeschlossenen hellgranen
Oligoklaskrystallen , und findet sich, meist in beschränkter Ausdehnung,
mit Diorit oder OrQnem Schiefer.
Terde di Corsica
heisst der StnaragdU-Gabbro oder EuphoÜd, der in unsem Alpen nur
am Saassgrat anstehend bekannt ist, aber in Blocken Aber die game
Westschweiz sich verbreitet hat
Yerenaschichten Lang.
Weisser, oolithischer, kreideähnlicher Kalkstein, mit zahhreichen Fos-
silien, innig mit dem Stein verwachsen. Wenig ausgedehnte Anschürfung
am nördlichen Ausgang der Einsiedelei von S. Verena bei Solothnrn.
Die Verenaschichten bilden die Grundlage des zur Eimmeridgestufe ge-
hörenden Kalksteins der Steinbrüche von Solothurn und werden von
Lang als dem Diceraskalk angehörend, von Greppim als Epiastartien Thubm.
betrachtet.
Lang q. BCtdcbtsb, foss. Schildkr. v. Soloth. Schw. Dks. XXII, 1867;
Gbbppin, Jura B. 1870.
Terrncano^
Anagenite; Arenaria rossa; Salese. — Gonglomerat gerundeter oder eckiger
Trümmer von weissem oder blassrothem Quarz, von Eigrösse bis Sand-
komgrösse, verkittet durch ein rothes, violettes oder grünes Talk- und
Yerracano. 2ftl
Kiesekemont. Oft sind die einzelnen Körner and TrOmmer in eine dOnne,
gULozendeTalkhttlle eingeschlossen. Mit Einlagerungen von bräunlichem Qoane-
Sandstein und gelbem, rothem, oder violettem Talkschiefer und Thonschiefer;
Tielfach von Qnarzadern durchsetzt In dicke Bänke abgesondert und oft
zu mehreren hundert Meter mächtigen Massen anschwellend, die auch wohl
an krystallinische Steinarten erinnern und in Talkschiefer und Gneiss ttber-
zcgehen scheinen. Am Monte Pisano die Ruine Verruca tragend,
auf fossilleeren plattenförmigen Schiefem und Sandsteinen, von Kalkstein
bedeckt. Am M. di Torri bei Jano, N von Yol terra, liegt der
Yerrucano auf Thonschiefer, der Pflanzen der Steinkohlebildung, Anthracit
und Zinnober einschliesst und mit ihm in enger Verbindung steht. Nach
diesem Vorkommen kommt dem Verrucano die Stelle des Rothliegenden,
wenn nicht eines Gonglomerats der Steinkohlebildung selbst, zu. Mehrere,
besonders auch italienische Geologen, betrachten dagegen den Verrucano
als Buntsandstein. — Uebereinstimmend mit dem Verrucano von Toscana
erscheint ein rothes Conglomerat, das, in oft grosser Mächtigkeit, in den
lombardisch-venetianischen Alpen , den Gneiss und Glimmer-
schiefer von jungem Formationen scheidet, nur dass es häufig auch Trflmmer
von Porphyr, Felsit und anderen krystallinischen Steinarten einschliesst,
auch der Talk sich zuweilen gegen das rothe oder graue Thoncement etwas
zurückzieht. Dass auch dieses Conglomerat als Rothliegendes zu gelten
habe, hat Suess nachgewiesen. In ähnlichen Lagerangsverhältnissen tritt
der Verracano an vielen Stellen in Bünden auf. — Auf der andern
Seite der Alpen finden wir den Verracano, zwar nur wenige Meter mächtig,
aber übereinstimmend mit dem italischen Conglomerat, bei Argentidre,
im Thal der D u r a n c e , der Anthracit- oder Steinkohlebildung auf-
gelagert, über ihm, in grosser Mächtigkeit, Quarzit, worin Gänge von
silberhaltendem Bleiglanz aufsetzen, und noch höher Kalk. Ob auf den
C^blancs das rothe Conglomerat, das man als Abänderung der Pou-
dingues de Valorsine betrachtet und mit diesen dem Anthracitsandstein
beiordnet, nicht vielleicht etwas jünger und zwischen die grauen Sandsteine
eingeklemmt sei, ist bei der beinahe verticalen Schichtenstellung schwer zu
benrtheilen. In der Tiefe zeigt sich das rothe Conglomerat, weder am
Trient, noch am linken Ufer der Rhone, zwischen den schwarzen Anthracit-
gesteinen eingelagert. Auch auf dem rechten Rhoneufer, wo der rothe
Verrucano, oberhalb Outre-Rhöne, mächtig auftritt, bleibt man un-
gewiss, ob er als dem Anthracitsandstein ein- oder aufgelagert zu betrachten
sei. — Die auffallendste Entwicklung gewinnt der Verracano in G 1 a r u s
ond am südlichen Ufer des Wallensee's, von wo er, als Meherconglomerat,
Semifit^ oder unter andern Namen, längst bekannt geworden ist Schon
252 Verwerfang — VUlettekalk.
T. Buch (1809) glaubte das Rothliegende in ihm za erkennen und er-
wartete, wie in Thüringen, den rothen Porphjrr unter ihm hervortreten zu
sehen. Bdckland und neuere Geologen sind dieser Ansieht beigetreten.
Aber weder Porphyr, noch Steinkohlegebirge, werden sichtbar, und, im
Yorder-Rheinthal, geht die Steinart allmälig in Gneiss Aber.
Savi, Studii geol. 1833; Sa vi e Memeqhini, Toscana, 1851; Capellini,
Spc2äa, 1864; Stoppani, StiKÜi, 1857; Studer, G. d. S. 1853;
SiMLEB, Petrogenese des Yermcano in Glams, 1862; SuESS, BothL
in den Südalpen, Sitz. B. A. d. W. 1868.
Verwerfung,
Rttcken, Faille heisst die Lostrennung und Verschiebung eines Gebirgs-
theiles aus seinem Zusammenhang, längs einer Spalte oder Kluft Gewöhn-
lich ist die Spalte vertical, oder steil geneigt, und die losgetrennte Masse
ist längs derselben hinabgerutscht. Viele ^Lagerungs Verhältnisse in den
Alpen sind nur durch die Annahme sehr grossartiger Verwerfungen zu
erklären , und auch im Jura, besonders in Franche-Comt^, hat
man sie häufig zu gleichem Zwecke benutzt.
Vesnlmergel.
Marnes v^suliennes Mahcou; Fullers-earth ; Mames ä Ostrea acmninata
TuuRH. S. Acuminataschichten.
Viggiükalk.
«
Aschgrau, als kleinkörnige Breccie, durch helle und dunkle Körner Oolith
ähnlich. In grossen Steinbrüchen zu Bausteinen und, geschliffen, häufig als
Marmor benutzt. Er gehört, wie der Kalk der nahen östlichen Steinbrüche
von S a 1 1 r 1 und A r z o dem untern Lias an.
Lavizzari, Bocce, 1849; Stoppani, Studii, 1857; Neqri e Spreafico,
Lugano, Jst. Lomb. 1869.
Villarsmergel Rsnev.
S. Purbeckstufe. Die richtige Benennung, . statt Villars, ist Villers-
1 e - 1 a c.
Rene vier, Bull. Vaud. V, 259, 1857.
VUlettekalk.
Marbre bröche de Tarantaise. Mandeln von dichtem, weissem, gelbem,
selten schwarzem Kalkstein, verkittet durch violetten, kömigen, mit Talk
l
Vilserkalk — Virgloriakalk. 263
gemengten E[iükstein, mit Anlage znm Schiefrigen. Schlecht erhaltene
Belemniten und Pedinüen einschliessend. Die fraher als Marmor aus-
gebeuteten Schichten bilden die obere Masse eines isolirten, links von der
Is^re stehenden Hflgels, oberhalb Montiers. Die tiefere Masse besteht
aus schmutzig gelblich weissem, homogenem Kalkstein, der keine Petre-
facten enth<.
Bbochant, J. des M. 1808, XXIII, p. 343; Brard, Mini. appl. n, 361;
SlBMONDA, M. di Torino 2^ ser. in, p. 20.
Yilser-Kalk.
Der rothe Kalk Ton Y i 1 s im Lechthal, W von Füssen, mit meist
eigenthflmlichen Terebraieln, Rhynchanellen und Ammoniten, wird von
GoiiBKL dem Klippenkalk, Haselbergerkalk, Diphyenkalk, also der tithoni-
schen Stufe verglichen. Der daneben anstehende und tiefer liegende harte
weisse Kalk, ohne deutliche Schichtung, die nur durch fossilreiche Streifen
mit Tereb. antiplecia, T. pala, T. bifrons, Rhynch, trigona u. a. an-
gezeigt ist, unterscheidet sich auch paläontologisch von dem rothen und
zeigt die meiste Annäherung zu der Kellowaystufe. Oppbl hat denselben
auch eine Stunde N von Reichenhall u. a. a. Stellen der deutschen
Alpen wiedergefunden.
Oppbl, Vilserkalk, Württemb. Jb. XVn, 1861; — Zone des Amm.
transv.. Benecke Beit. I, 1866; GCmbel, Bair. Alpen, 1861.
Yirgloria-Kalk.
Schwarze, kieselreiche, harte Kalksteine, in zoll- bis meterdicke Platten
abgesondert, die sich von jeder Grösse erhalten lassen und vielfach benutzt
werden. Die Schichtflächen sind gewellt, uneben, und donnere Schichten
sind zuweilen in einzelne Knollen zertheilt. Die Trennbarkeit der Platten
wird erleichtert durch einen üeberzug der Schichtflächen mit einem fett-
glänzenden dunkelgrauen Thon. An einigen Stellen ist die Formation
ziemlich reich an Petrefacten, besonders an Retzia Irigonella, Terebr.
vulgariSy globosen Ammoniten u. a., die sie als Muschelkalk bezeichnen.
Sie erscheint, 50 bis 100 F. mächtig, am Yirgloriapass, N von
der Scesa plana in Vorarlberg, und weiter Ostlich, auf rothem Sand-
stein, den man als Buntsandstein betrachtet.
V. RiCHTHOFBN, Vorarlberg, Jb. d. g. RA. 1869; Thxobald, Blinden
I, 1864.
254 yirgala-Stnfe — Vogeflen-SandsteiD.
YirgularStiife Thdbm.
Oberster Jurakalk z. Th.; Portlandstafe s. Tk. In den Umgebimgen
ton Porrentrny, oben, als Epwirgulien, 14"* mftchtig, dicke dolo-
mitische oder merglicbte Kalkbänke, dicht oder oolithiBch, theils ohne
Fossilien, theils erfflllt mit oft fasslangen Nerineen (Sirod, Cham-
pagne 1 e) ; tiefer als Virguiien im engem Sinn, 5°" mfichtig, dunkle, th.
feste nnd dünnplattige , th. schiefrige Mergel, mit Ostr. foirgula , die oft
Lnmachelle bildet, nnd vielen Schlamm -Mollusken; nnten, als Hypo-
vbrgtUien, 32°* mächtig, eine Folge weisser oder gelber Kalkbänke, mit
Trigonien, Myen, Venus und Korallen, die mit braonen, z. Th. sandigen,
fossilarmen Mergeln abschliessen. In anderen Theilen des Jnra lässt sich
diese Yirgnlastafe mit ihren drei Abtheilnngen nicht mit Sicherheit wieder-
finden. Oppkl zieht die zwei untern Abtheilungen, ihren Fossilien gemäss,
noch zur Kimmeridgegmppe (Strombien Thubm.) und glaubt nnr das Epi-
virgulien möchte vielleicht dem englischen Portland entsprechen, (tbxpfih
hält sich, fflr den Bemer Jura, an die neue Abtheilung des oberen Jura
nnd giebt dem Virgnlien eine Mächtigkeit von 50 bis 70™, die jedoch an
einigen Stellen auf 8*" sinkt, setzt dann jedoch Aber die Virgnlastufe no<^
die Portlandstufe von 40" Mächtigkeit. Jaooard &sst Alles zwischen dem
Kimmeridge und Purbeck Liegende, in einer Mächtigkeit von 50 bis 100*,
als Portlandstufe zusammen, indem er die Benennung Virgnlastufe ganz
fallen lässt.
Thurmann et Etalok, Leih. Bmnt. Schw. Dks. XYIII, 1861 ; Jaccabd,
Jura Yaad. 1869; Greppik, J. Bern. 1870; Opp£l, Jnraf. 1858.
Titmanerkalk KAun.
Späthiger Kalkstein, bräunlich bis gelblich, zuweilen in Echinodermen-
breccie übergehend. Enthält kleine, meist mikroskopische Kieselkömchen,
auch Quarzkryställchen und ein aus geraden Stäbchen bestehendes, äusserst
feines, mikroskopisches Kieselgitter (Petrodictyon). Bildet mächtige, wohl-
geschichtete Bänke in der Kieselkalkstufe des Neocom. In der Pilatus-
kette, am Vitznauerstock und anderwärts.
Kaufmann, sdurifd. Mitth. 1871.
TogeBen-SandsteiiL
Ords Yosgien. QoarzkOmer von Hirs- bis Hanfgrösse, nmhällt von
sparsam vorhandenem Roth-, zuweilen auch Grelbeisenstein, der sie zu einem
Sandstein von geringer Festigkeit verbindet. Zurückstehend gegen den
WUderlrildniig — Wangenkalk. 255
Qiisn flfod iveisse, beinahe erdige Theile Yon zersetztem Feldspath bei*
gemengt^ selten einzelne, weisse Glimmerblättchen. Bald in der Tiefe, bald
nach oben hin schliesst der Sandstein rundliche oder linsenförmige Geschiebe
Ton dorchscheinendem, oder weissem, zuweilen anch rothem oder braunem
Quarz ein. Die Yorherrschende Farbe des Steins ist blassroth. Er ist
deutlich, meist horizontal geschichtet. Die Mächtigkeit ist sehr Terschieden
und scheint gegen N zuzunehmen ; sie beträgt bei Guebwiller 200*
und steigt, westlich von Strassburg, bis an 400°*. Die Mehrheit der
Geologen betrachtet den Yogesensandstein, der auch im Schwarzwald and
WMterhin auftritt, als die tiefere Abtheilung des Bnntsandsteins; französische
Geologen halten ihn fttr eine Fortsetzung des Rothliegenden, oder, nach
Bus DB Beaumomt fär den Repräsentanten des Zechsteins.
Elib de Bbaumomt, Explic. de la carte geol. de F. I, 1841; Daubr^,
Bas-Rhin, 1852; Dblbos, Haat-Rhin, 1866; v. Albbbti, Monogr. ete.
1834.
S. Wealden-day.
8. Fullersearth.
8. Graue Schiefer.
WUderblldnng.
Walkererde.
Wallisseldefer.
Wangenerschlchten Mosch.
Dic6ratten; Corallien d'Obb. ; Weisser Jura /?, Wohlgeschichtete Kalk»
hinke Qitbhst. ; Weisse Kalke Mosch; Calc. k N^rinto Thubm. — Dichte
Ua kreideartige, oft gross oolithische weisse Kalksteine, zuweilen brecden-
aräg, grau, bräunlich; an der oberen Grenze, im Aargau, knollig, Knollen-
kalk MöscH. An mehreren Stellen, im westlichen Jura, einen geschätzten
Baustein liefernd, so bei Wangen, W bei Iten. In der Gegend tou
Olien scheidet sich die Corallenfacies der Bildung, die westlich von Ölten
ihren Hauptcharakter bildet, Yon der Schlammfacies, Ostlich Yon Ölten.
Die Mächtigkeit mag im Aargau 4* nicht Qbersteigen, wächst aber bei
Wangen bis zu 20* und bei b e r b u c h s i t e n auf 6(r.
Wlngenkalk Kaum.
Aus erbsen- bis faustgrossen Concretionen zusammengesetzter, sehr
eompacter, weinliger Ms leberbrauner Kalkstein, kleine Nummuliten und
Orbitoiden enthaltend. Die Concretionen kommen auch isolirt, im Schiefer
Aaf WäBgen&lp
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g^:'rg.y=r^ p^ -c«^c'i.'c\: i. Al> rrf: Scxf-en S3»L «cvohl n Engibiid, als in
XrriiÄiscilüi. r»^i»:Ä az orrii.jcäifq U-fc«»rr«stda. Ibefls ^iföjsirasser-
■l'.^ «Ac». ü^ils Fw<:.a<; xü** f.^fj.^ tf». Friker als tiefetes Gfied der
ri:«. wtrx ix Wf-jJ-ieabü-roM jeöt gev5li]ilidi, als
Tzrx^TK'fiiL azz^r^üi. ism. Dir« Favia sic^ mehr an*
täibeTt. Hni^e G^l:e?ii x>f!&i?a ivr «iea PxrWek um. Jva md lassen
die xvei oberes Stzf-s Wi «ier Krei^. la der Sck»€ii md ibrer um-
gebaw ist die Par^eck5tx5? iSw d.i aUeia
Weiasar i
Oberste Gruppe d-er dixdi t. Bccb
deut^ben Jvra. cacb d^n- Firbe d^^r SceLs&rtea.
Gnipp<?xi« der braaise asd sclivar!« Jan* warde
dareb QrassTsrT in sechs Scalen cetbeilt. die
ersten Bacbstaben des griechiisdi^n Alphabets
T. Buch* d<fr Jorm m IVatsehL EL Ak.
WÄrtbc 1^43: — der Jwa. ISA
Kmtbpflni^ des
die zwei tieferen
aacb der wässe
lait den sechs
Weisse Kreide — Wengenchicliten. 257
Weisse Kreide.
Petrograplusch bezeichnet die Benennnng die weisse, schreibende oder
harte, Kreide, mit oder ohne Feuersteinknauer , wie sie im sfldöstlidien
England, in der Umgebung von Paris, auf der Insel Rügen und
anderwärts bekannt ist, in der Schweiz und den an sie stossenden Gebieten
aber nicht vorkommt. In stratigraphischem Sinn versteht man unter der
Weissen Kreide eine durch eigenthUmliche Fossilien charakterisirte Stufe
der Ereidegruppe , das Senonien d'Obb. , die in den Alpen den grauen
oder gelblichen Mergeln von Entremont, im Gebirge der Grande
Chartreuse, und in der Schweiz dem grauen oder rothen /Seewer/caft
entspricht, im Jura aber nicht vertreten ist
Wellendolomit.
Grüne, braune, oder schwarze Mergel mit eingelagerten, harten, dolo-^
fflitischen Platten, die aus den verwitterten Mergeln hervortreten, Quarz-
and und Glimmer und oft viele Fossilien des Muschelkalks enthalten. —
Der Wellendolomit bildet im Plateau-Jura am Rhein die tiefste Stufe des
Hoschelkalks, unmittelbar über dem Bnntsandstein. Bei Rheinfelden
12* mächtig. Im Ketten-Jura ist er nicht bekannt.
MöSGE, Aarg. Jura, 1867.
Wellenkalk.
Dfinnknotige oder wellige Kalklager, durch dünne Mcrgelkger ge-
trennt, unter der Anhydrit- und Steinsalzstufe des Muschelkalks. Bei
Rheinfelden 20*" mächtig. Selten und nur schlecht erhaltene Fossilien
einschliessend. Unter ihm liegt der Wellendolomit
Wengersehlchten Wissm.
Dunkelgraue bis schwarze, dickschiefrige Tufe und Kalkschichten, hart
nnd kieslig, oder weich bis erdig, z. Th. bituminös und verkohlte Ueber-
reste von Pflanzen enthaltend, besonders aber Mollusken; Halobia Lom-
meiü oft die Schichtflächen ganz bedeckend. Die Mächtigkeit sehr ver-
schieden, zuweilen nur wenige Fuss, aber auch bis 300 F. In Süd-Tirol,
an der Seisseralp, vorzüglich aber bei Wengen, N von S. Gassian.
In der oberen Trias, über den Buchensteinerschichten, bedeckt von Schiern*
Dolomit
Wissmann, Beitr. 1841; v. Bichthofbn, Süd-Tirol, 18G0.
17
geUkhcB Kalk-
■ift diBiMB,
Bei Werf ea nSalnc^
tUe, alf GrmztijM^ 4er K&extzfcm Kalkgebirge ies DudistdBs, TIucd-
pAir^ SieaerKs-Meeres, sad vcstbck Back Tinl fbctsetKod. Die vauecD
PeCreiKSeB, S-äktLa crß<aia, Myidiet /liiiiMfiii, i\mi. ClanB, ge-
kdraa 4er «ateni Tiiis aa vad Warahafa die WiifcMin,1ikhlfii als Baot-
suMblda. Bei Dieatea aerl^ äe aalerteaft voa daakda ThoasdiieCem,
«oria sJTrscte Pt^zefadea TortosMea: aa läiuca SteOea bededd sie
Gatteasteüer- oder aTpiaer MascMkalk. Toa dem Yenacaao, der öCten
dea WerfeaerscLi:htea beigforiaet vird, aatcrs^eidea sich diese doich
das Wegfallea grobkSrsifer Cosrk>Bente aad talldger Qaaizite, «dche
itücb dea Terrecaiko diarakterisireB « aad die origaaisriiea üeberreste
diesea ia albere Terbisiaag mit der SteJakohlehiMang. Es scbehit
Baatsaadätda aack dea WestiJpea bia aar so weit, als aach der Moscbel-
kslk, fortzasetzea; dieser leLh aber dea Westalpea, vibread der Y^racano
aad Tükqaaizit aiicbtlg aad z. Ib. ia eager Yerbiadaag Bit dem Aathrarit
liLL T. L, LeoBb. Jb. L 1S30: t. Hanaa, TViai i. d. A. Jb. d. BA.
1S53; T. Bkbtborx. Yondb. Jb. d. SA. X, 1899; GCmbbLi
BL A.186L
Wettcffkalk.
Walkero'ie.
& FUlerseartk
Wetterstebdudk.
Dicbt, laaeilea scbappig kjknig, seltener oolitbiadi bis grossoolitbisch;
miss oder r5tblicb weiss, bb intensiT rotb oder gelb; reia, oder dolooiitisdi
aad tlbergebead in Doloaüt Bezdchaeade Fossilien siad Korallen and
Gastropoden (Ckemm. Rosihonu, OL £scAer», Ch. exiaiia). In meist
nackten, lackigen, aber gesckkkteten, nüditigen Felsmassen die bObern
Qobinse der sQd-baieriscben and nord-tirolhchen Alpen bildend, sUdiich
^on Partenkirek, tom Zagspiti nack dem Aacbensee. Govbkl be-
tracbtat den Wettersteinkalk ab anterea Kenperkalk, entsprechend dem
Wefetingonchieliteii — Wildflyadi. 259
HallstSdterkalk, durch die Raiblerschichten getrennt vom Hanptdolomit
M0J8I9OVIOS dagegen setzt ihn in den oberen Keaper, unter den Dachstein-
kalk, parallel dem Esinokalk und den Torerschichten des Schlemdolomits.
GCmbel, Bair. Alp. 1861 ; Mojsisovics, Obere Trias, Jb. d. BA. 1869.
Wettingerschlehten Mosch.
Plumpe Felsenkalke, Weisser Jura e Quenst. Dichter oder verwachsen
körniger, gelblich, röthlich oder grOnlich weisser Kalk, ausgezeichnet durch
starken Kieselgehalt, der, theils in faust- bis kopfgrossen Knauern, theils
in vielfach sich kreuzenden Adern, theils als Yerkieselung der Fossilien,
den Kalk beinahe verdrängt, oder, durch innige Beimengung, ihm eine un-
gewöhnliche Härte mittheilt. Die Formation ist in dicke Bänke getheilt,
die an der Aussenfläche oft knollig und -zackig verwittern , und erreicht
eine Mächtigkeit von 20 bis 40°*. Den Fossilien nach setzt Mösch sie in
das mittlere Kimmeridgien. Sie bildet einen beträchtlichen Theil des süd-
lichen Abfalls des Banden und die Felsen des Bheinfalls; Regens
berg steht auf ihr und, als Decke des südlichen Abhanges der Lagere n»
erstreckt sie sich über Wettingen nach Baden.
MöfiOH, Aarg. Jura, 1867.
Wetzsteinschichteii.
S. Aptycfaenkalk.
Wienersandstein.
Karpathensandstein, Flysch, Macigno. — Es ist der dunkle Sandstein
von Siefring und vom Kahlenberg bei Wien, in dicke und dünne
Tafeln geschichtet, deren Oberfläche oft mit Fucoiden (Chondr. intricalus,
Ch. Targioni u. a.) und wnlstförmigen Erhabenheiten bedeckt sind. Die
Formation, von bedeutender Mächtigkeit, erstreckt sich von Wien westlich
nach den äussern Salzburger- und Bairischen Alpen, Ostlich nach den
Korpathen. Steinart und Fucoiden stimmen vollkommen flberein mit dem
Aber Nummulitenschichten gelagei-ten eocenen Flysch und Macigno. Gestützt
auf das Vorkommen von Inoceramen betrachtet ▼. Haukb den Wiener-
sandstein als der Kreide angehörend, so dass derselbe der Pietra forte (s d.)
und nicht dem eocenen Macigno entspräche.
Wildflyseh iUuFif.
Dunkelgraner bis schwärzlicher, weicher Schiefer, dünngeschichtet bis
blättrig, oh krammschaliK, mit gläoienden Flächen, tach wohl von weisaan
260 "* Wimmiakalk — Zechstein.
Spathadem durchzogen. Meist sehr unregelmässig gelagert, Blöcke, oder
harte Knauer umwickelnd, abwechselnd mit Facoidenschiefer and Macigna
Hit vielen Mulden, Sätteln und KrOmmungen aller Art. Ein Haapiglied
der untern Flyschbildung. Tiefbach bei Ger sau; kleine Schliere bd
Alpnach; Sörenberg am N Fuss der Brienzergräte, Habkern o. a.
Kaufmann, schriftl. Mitth. 1871.
Wimmiskalk.
Bei der Wimmisbrücke, am Ausgang des Simmenthalea, komiBeii
drei Kalkformationen vor, die sich auch westlich bis nach Savoien verfolgeB
lassen. Als Grundlage ein dunkelgrauer, beinahe schwarzer Kalk, dentli^
geschichtet, der, nach seinen zahlreichen Petrefacten, der Kimmeridgestofe
angehört, lieber demselben folgt ein hellrauchgrauer, unklar oder gar nicht
geschichteter, aber vielfach zerspaltener Kalk, mehr als 200* mftchtig ond
prallige Felswände bildend, deren Fuss meist mit Trflnmierhalden bedeckt
ist. Auf ihm liegen rothe thonige Kalkschiefer, welche Furaminiftren
der Kreide, ziemlich selten, Inoceramen und Crinoidenreste enthalten^
und wahrscheinlich dem Seewerkalk entsprechea. In dem mittlem, rauch-
grauen Kalk, der in engei*em Sinn Wimmiskalk genannt wird, ist in neuerer
Zelt, an einzelnen Stellen, eine grosse Menge von Fossilien gefunden worden»
welche grossentheils mit denjenigen des Corallien vom Salöve flberein-
Btimmen, Nerinea depressa, N. DefrancU, Cerith. nodososiriatum, Saiica
Dejanira, Cardium coralUnum, Dkeras Lucü, Peden subspinosus ^ P.
globosus, Terebr, Bieskidensis, Rhynch. Aslieriana, R, lacunosa, Gdaru
carinifera u. a. Pictet setzt den Wimmiskalk in die jurassische Zone der
Strambergerschlchten, oder in die tiefere Abtheilung der Tithonischen Stnfe,
und so auch Zittkl.
Studer, W. S. Alpen, 1834; Ooster et Fischer-Oobtxb, OuiOiBn
de Wimmis, 1869; Zittel, PaL Mitth. II, I, p. 5, 1868.
Wismntherze.
Im Thale Anniviers, an dem Gebirgsstocke, der die Thäler Zinal
und Torrent scheidet, kommen im GrUnen Schiefer Gänge von Wismuth*
kupfererz (Annivit Brauns) vor, auf deren Ausbeutung auf Wismuth in den
60er Jahren Bedacht genommen wurde.
Brauns, Bern. Mitth. 1854, p. 57; Kenngott, Min. d. Schweiz, 1866;
Obsent, Berg- und Hütten-Ztg. 1868 und 1869.
Zecbstelii^
Magnesian Umestone, heisst der dunkelgraue, oft bitominöse oder dak>^
mitische Kalkstein der Zechsteinbildnng, oder oberen I>ya8. Unter
Zellenkalk — ZwischenbildnogeiL 261
Kalk liegt der wenig mächtige, aber weithin fortsetzende, schwarze, bita-
mindsei erzreiche Kapferschiefer, mit zahlreichen Fischen, aber ihm Rauch-
wacke, Gyps und Stinkstein. Die untere Dyas ist das Rothliegende, lieber
der Zechsteinbildang folgt der Bantsandstein. — Im ganzen Gebiete der
Alpen, des Jura und Apennin scheint die Zechsteinbildang zn fehlen, von
ihren Fossilien, Pflanzen, Mollasken oder Rschen, haben sich noch keine
Sporen gefunden. Im Anfang des Jahrhunderts, als man, nach petro-
graphischer Aehnlichkeit, den thüringischen Zechstein in dem dunkeln Kalk
der deutschen und schweizerischen Alpen wieder erkannt zu haben glaubte,
wurde es Üblich, Zechstein und Alpenkalk als synonyme Ausdrücke zu
gebrauchen, was indess, nach gewonnener, besserer Kenntniss, bald wieder
aufgegeben wurde.
Zellenkalk und Zellendolomit
8. Rauchwacke.
Zinkerze.
Der Bleiglanz in nnsem Alpen wird nicht selten von Zinkblende be-
gleitet. In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts wurde auch die am
Silberberg bei Daves reichlich vorkommende Blende zu Klosters im
Prftttigau, in grossartigen Hüttenwerken , auf Zink zugut gemacht, was
indess keinen günstigen ökonomischen Erfolg hatte.
V. Saus, Graab. Jb. d. Natf. Ges. 1861.
Zopfj^latten Qubkst.
sind wenige Zoll dicke Platten im schwabischen Braunen Jura /}, auf deren
Oberfläche eine Menge dicker und dünner Stengel und Wülste, in mannig*
faltigen Formen, zuweilen auch am Ende an Crinoidenki*onen erinnernd,
vielfach auch sich durchkreuzend, reliefartig aus dem Sandstein hervor«
stehen. Von organischer Structur ist nichts zu bemerken, die Erhöhungen
sind Abdrücke, die mit der Platte derselben Masse angehören. Ganz ähn-
liche, kaum zu deutende Abdrücke sind auch nicht selten auf PUtten von
MoUisse, Flysch und älteren alpinen Steinarten.
Zwischenbildiingeii oder Zwischengestelne
beisst die Zone von Steinarten, die, besonders in den äussern alpinen
Centralmassen, zwischen dem Gneiss und dem Kalkgebirge, diesem und der
Gneissgrenze parallel stratificirt, eingelagert sind. Die Mächtigkeit der
Zone beträgt zuweilen nur wenige Fnss oder Klafter , oder sie fehlt ganz,
262 ZlamKachschichtciL
Zuweilen kann sie anch anf 20 bis 30 Klafter nnd mehr anwachsen, fn
der Regel liegt zunächst auf dem Gneiss dolomiiischer Kalk^ ROihikalk
EscBXB, abergehend in Raachwacke, oder durch sie vertreten. Der Gneiss
ist vertical, oder steil S fallend abgesondert, seine obere Grenzfläche ist
stärker oder schwächer N fallend, senkrecht auf seine Schieferung, und
der Röthikalk liegt daher auf seinen SchieferkOpfen, wie die Grenzfläche
N fallend. Auf den dolomitischen Kalk folgt Quarzit; auf diesem, oder
mit ihm abwechselnd liegen roihe oder grüne, oft schief rige Thane, und
den Schluss bildet schwarzer kömiger Kalkstein mit eingeschlossenen weissen
QuarzkOrnem und Nestern von EisenoolUh, der ihn auch wohl ganz verdrängt,
und ein Lager von 1 bis 5 Fuss Mächtigkeit bildet, oder sich zu Lagern oda
vereinzelten Mandeln von Rotheisen verdichtet hat In diesen Eisensteinen,
selten in dem schwarzen Kalk, findet man zahlreiche Petrefacten, besonders
Ammoniten, welche den obersten Stufen des untern Oolith entsprechen,
während die drei tiefern Glieder der Zwischenbildungen niemals noch eine
Spur organischer UebeiTCste gezeigt haben. Auf dem Eisen haltenden
schwarzen Kalk liegt dann, in einer oft tausend Meter Übersteigenden
Mächtigkeit, der bisher als Hochgebirgskalk bekannte Kalk, der die Haupt*
masse unserer Kalkgebirge bildet.
'Stüder, W. S. Alpen, 1834; — G. d. S. 1854.
Zlambachschichten .
Ueber dem Reichenhallerkalk , unter dem Hallstädterkalk. Es sind
unten helle, knollige, Schwefelkies fahrende, dem Wetterkalk ähnliche Kalke;
dann folgen graue oder bräunliche Mergel und Mergelkalke, den Flecken-
mergeln beizuordnen; zu oberst dunkle Mergelthone und Gyps, mit ein-
gelagerten Korallenbänken. Die Fauna besteht vorherrschend aus nicht
näher bestimmbaren Bivalven, zugleich aber findet sich Ammon. galei-
formiSf A. subumbilicatuSy A. respondens^ A. neojurensis n. a. Im Zlsm*
bachgraben bei St. Agatha, N vom Hallstädtersee.
Mojsisovics, Ob. Trias, Jb. d. RA. 1869.
Orts-Register.
Die Artikel, deren XTeberschrift einen Ortsnamen enthält, sind bei diesem
Orte nicht berücksichtigt
Aalen 1. 72.
Aar 100.
Aareu 34. 127.
Aargletscher 90.
Aarwangen 32.
Abondance 59.
Adamello 2. 238.
Adda 96.
Adnet 2.
Aesch 39.
Agordo 46.
Aigle 16. 83.
Aiglcpierre 209.
Aiguilles-Ronges 5. 248.
Airolo 97. 98. 103. 116.
Aizy 191.
Alagns 100.
Albinalp 61.
Aletschhora 125.
Alfensthal 7.
Allalin 73. 75.
AJle 209.
Alpnach 260.
Altmann 6.
AW Pi». 2.
^nuaergan 14.
Ampezzo 68. 214.
Amstsg 46. 50.
Andermatt 22.
Andomo 230.
Andr^ Fort St.- 9. 43.
Andrichan 226.
Anna St.- 239.
Annecy 20. 65. 247.
Anniviers V.- 141. 143. 170. 197. 260.
Antigorio 67.
Antrona V.- 100.
Anzasca V.- 100.
Aosta 19. 225.
AppenzeU 12. 92. 166. 167. 173. 174.
Aproz 59.
Arhaz 42.
Archamp 162.
Ardese 15.
Ardez 33. 224.
Ardon 71.
Aresche 86.
Argentiire 196. 251.
Arlberg 19.
Arolla 88.
Arvel M. 153. 154.
Arzo 7. 17. 20. 252.
264
Orto-Begüter.
Asti 21. 228.
Attingliausen d5.
An 22.
Aabenon L'- 22. 72.
Angst 9. 37. 224.
Anssee 193.
Ayer 170.
Bach 23. 159.
Baden i. A. 24. 259.
Baden bei Wien 5. 6. 233. 240.
Bagnethal 141. 170.
Baldo M»*- 27.
Baifries 25.
Balingen 25. 186.
Balme Col de 10.
Balmflnh 114. 164.
Bann^ Le- 25. 139.
Barberine 248.
Basel 49. 229. 239.
Batie La- 107.
Bancblen 12.
Baveno 104. 158. 227.
Bavona 11.
Beatenberg 6. 173. 174. 223.
Beatenhöble 133.
Beanges 127.
Becca-di-None 71.
Bedretto Val 67. 97.
Belin Fort 52.
Bellalnna 80.
Bellelay 240.
Belley 222.
Belmont 120. 182.
Belpberg 120. 145. 190. 228.
Beno 29.
Bergell 51. 53. 215.
Bergün 80.
Bern 49. %. 162.
Bemeralpen 50. 240.
Bemex 114.
Bernhard Gr. St. 197. 213.
Bernhard El. St. 44. 52. 115.
Bemina 2. 59. 64. 183. 188. 243.
Bemrent 6.
Berra 83. 113.
Berrias 191.
Besan^n 52. 209. 232.
Beversthal 131.
Bex 9. 16. 60. 115. 147. 205. 224.
Beznan 119.
Bianco lago 79.
Biel 164. 246.
Bifertengrat 10.
Binnenthal 67. 96. 172.
Bionaz 103.
Bionnay 57.
Blanbenren 127.
Blegny 25. 36.
Bleiberg 46.
Blumenstein 147.
Blumlisalp 122. 173.
Bois-de-Ranbe 156. 195.
Boisset 212.
Boladore 103. 221.
BoU 175.
Bollingen 36.
Boltigen 6. 83. 126. 139. 205. 823.
Bonhomme Col de 44. 57. 151.
Bonnet St. 26. 28. 198. 228. 232.
Bonneville 200.
Bormio 128. 221.
Born 93.
Borri M. 182.
Bossetan 92.
Botterens 50.
Bottstein 119.
Botzberg 93. 120. 168.
Botzen 72.
Bondry 114. 160.
Bouveret 200.
Bramois 11.
Branson 187.
Brembana V. 205.
Brenner 11.
Brevent M. 81.
Brevine La- 240.
Brezon M. 133.
Brianza 2. 7. 30. 57. 65. 105.
Brieg 115.
Brienzersee 64.
Brisen 78.
Brislach 239.
Bristenstock 10. 50.
Broc 200.
Brngg 120.
Bmneck 40.
l
Orts-Begitter.
d66
Bnomigletscher 51.
Biiet 173.
Bolle 127. 314.
Bfinden 52.
Büren 164. 240.
Bnrgdorf 214.
Burgen 173.
BfisBerach 63.
Bütsclieleck 145.
Calanda 100.
Camonica Val 2.
G&mpo-dei-Fiori 17.
Campolongo 52. 67. 97. 172.
Canaria Val. 67. 97. 115.
Canisflnli 14.
Gaprino M. 29.
Caquerelle 55.
Casanna 46.
CasBian St. 24. 120. 257.
Castell-Arqnato 21. 228.
Caatell-Gomberto 26.
Ciblancs 248. 251.
Celerina Y. 209.
Genere M. 98.
Cermontane 17.
Chambery 7. 65. 127. 165. 246.
Cliaillol 223.
Cbamoniz 106.
Cfaamoson 49. 71. 72.
Champagnole 16. 254.
Cbampotej 214.
Chandoline 11. 59.
Channaz 72. 150.
Chapelle La 55.
Charmouth 49.
Chavomay 20.
Ch&t Moni du 72.
Chätel St. Denis 50. 65. 127. 160. 167. 200.
Chanxdefonda La 120.
Chemin 71.
Clieneyej 227.
Cheville 47. 92.
Chiamnera Val 79.
Chiavenna 203. 225. 239.
Chieri 228.
Cipit 52.
Chippia 141.
Girin 222.
Civiasco 227.
Ciarens 134.
Clivio 7.
Clucy 150.
eins bei Boltigen 205. 223.
Clnsaz La 232.
Clnse 92.
Codera 104. 204.
Coenve 39. 139.
Comersee 115.
Concise 127.
Cordaz La 26. 28. 92.
Corfara 46.
Cornier G* 19.
Comol 156.
Comn Lac 73.
Cossonay 160.
Conrfaivre 63.
Courgenay 139.
Courmayeur 107.
Conrronx 35.
Conrt 35. 61. 229.
Conrtedonx 209.
Cramont 52.
CrSteseche Col de 17.
Crion M. 92.
Croix S-- 13. 47. 92. 240.
Ilalpe 97.
Bamvant 214.
Darbon 6. 139. 223.
Därstetten 126.
Danpbinä 13.
Davos 88. 220. 261.
Dax 240.
Degerfelden 43.
Degersheim 167.
Del6mont 26. 32. 33. 35. 111. 156. 168.
176. 229. 239.
Delsberg s. DeUmont.
Lent-Blancbe 19.
Dents-Blanches 71.
Develier 168.
Devolny 65.
Diablerets 6. 26. 28. 47. 178. 174. 228.
232.
Diegten 121. 288.
Dienten 258.
Dijon 205.
266
Orts-Begister.
DöUiwald 66.
Domlesclig 41.
Dossena 46.
Dranse 54.
Dröne 42.
Dorance V. 251.
Dürnten 38.
fibenalp 134
Egerkingen 36.
Eggishom 110.
Ehrendingen 2.
Einsiedeln 69. 83. 173. 240.
Elbingenalp 2.
Elgg 182.
Emmenthal 166. 167. 190.
Engadin 3.
Engelberg 122.
Engetbal 73.
Engl 95.
Entlebnch 12. 116. 167.
Entremont 257.
Entrevernes 6. 26. 28. 174. 223.
Enzi 101.
Erba 7. 65.
Erbignon 10.
Eringertbal 141.
Erosa 249.
Esino 66. 68. 102.
Etablon Col d' 11.
Etivaz 219.
Etzgen 74.
Etzlithal 50. 51.
Eaganeen 179.
Evolena 52. 225.
Pähnem 83.
Fain Val del 79.
Falkenflnh 12.
Fassa 68. 163.
Faudon 26. 28. 174.
Faalen 213.
Faulbom am Brienzersee 78. 169.
Faalhom bei Churw. 41.
Felsenaa 74.
Fermnnt 99.
Ferpecle 18.
Ferrera Val 70.
Ferret Val de 11. 80.
Fianel 70.
Fibbia 103.
Filisnr 143.
Filzbach 242.
Finsteraarbom 100. 125.
Fizs 83. 92.
Flaine 232.
Flond 71.
Florenz 3. 26. 187.
Fontanil 214.
Fomo Pizzo 66.
Fonbly 10. 133. 187. 201.
Fonrgs Les 72.
Franche-Gomt^ 49.
Frangy 160.
Franzensfeste 40.
Freiberg 95.
Freiburg 96.
Frick 60. 74. 119. 150.
Frienisberg 164. 182.
Frohnstetten 36.
Fnitigen 59. 223.
Füetzen 283.
Fnitigen 133.
Füssen 253.
«admen 153. 157.
Gadmenflnh 11. 223.
Gaispfad 62. 67. 220.
GaUen St. 120. 145. 162. 241.
Gana Val 78.
Gap 65.
Gassino 105.
Gastein 219.
Gasteren 104.
Gaveradi 98.
Geissberg 93.
Geisslingen 186.
Generöse M** 7. 17. 29.
Genf 3. 96. 127. 137. 160.
Gtonna 178.
Gersan 260.
Gingolph St.- 200.
Glämisch 32. 70. 122. 151. 212.
Glarus 31. 122. 251.
Goggeyen 151.
Gondo 11. 100.
Gonzen 71.
Gomergrat 51.
Gorno 46.
,t I
Orti-Bagister.
267
GoiÜiiid St. 5. SQ. d8. 125. 240.
eilte 87.
Omtok 182.
ernhoni 42.
foinaalvas 131. 220.
GraioMe 7. 65. 190. 214. 237.
Gnsoney 100.
uRston 6.
Griesm.
Griabach 152.
Gritttobel 50.
Grimsel 5.
Giindelwald 73. 154.
Gnmn 6.
Grab 165. 217.
Giingwyler 153.
^biriUer 265.
Guggisberg 160. 167.
GnmmiLiih 125.
GüobeTg 114.
Ovraigel 50. 83. 113.
Onrteji 214.
Qottaimen 239.
(htteiutem 114.
Habkeren 83. 87. 124. 256. 260.
Hacken 173.
Haldenstein 153.
M 19. 46. 117. 224.
HiSsladt 140.
Hbdeck213.
Haselberg 7.
HaaÜ 71. 122.
Hegau 27. 186.
Heiden 162.
Heriaanl89.
Herznach 120.
Hettange 147.
Heathal 79.
Hilferen 159.
Hinterbolz 6.
Hohen-Bohneo 144. 182.
Hoben-Saz 256.
Hobentwiel 186.
Hobgant 92.
Holzersflah 223.
HömU 166. 167. 249.
Honr200.
H<Kpeiitlua 289.
H&ügen 162.
HütUgen 22.
Jano 251.
Jann 223.
Jean de Conx St- 35. 127.
Jean de Säxt St- 232.
Jensberg 41.
Jeoire St- 133.
Illgraben 197.
Imfeid 67.
Indnno 7. 17.
Ins 137.
Interlaken 153.
Jochpaas 42.
JoU Gol 44.
JoH M. 226.
Jolimont 41. 164.
Jorio M. 124. 220.
Jonx Yal de 240.
Jschl 175.
Is^rable 11. 33.
JnUen S. 114.
JoUer 2. 104. 131.
Jungfrau 18. 32. 122. 196.
Justithal 14. 64.
Ivrea 64. 124.
Kaiser-Augst 224.
Eaiserstahl 27.
Ränder %. 137.
Eanderthal 232.
Käpfhach 182. 229.
Karpathen 14. 83.
Kärp&tock 152.
Kaufdorfanh 160.
Eienberg 74. 114.
Eienthal 232.
Kirchberg a. d. Pielach 6.
Kletigau 22. 35. 154. 168. 244.
Klosters 261.
Elostertbal 99.
Eöesen 54.
Eren 14.
Eressenberg 71. 72. 178.
Eriegsmatt 82.
Eronberg 150.
Eu&tein 117.
Eummerbeig 80.
Eftttigen 85.
S68
Ugeren 93. 299.
Langeneckgnt 16. 60.
Langkofel 46. 214.
La Tour 200.
L&afelfingeo 114.
Lanfenbarg 74.
Laiuttiiie 32. 121. 144. 148.
Lauterbmooen 33. 71. 73. 134.
Lauxanier Lac de 196.
Leehthal 7.
Lemenc 191.
Lengnaa 35.
Leuna 15. 75.
Lenibnrg 165.
Lenzerhaide 41.
Leonhard S. in Sfid-Tirol 120.
Leprese bei Bormio 103. 128.
Liddes 11.
Liebl34.
Ligometto 7.
Lindenthal 160.
Lintbthal 232.
LiBchana 80.
Livigno 2. 3. 59.
Livinallnngo 40.
Livinerthal 65. 67. 97. 103. 231. 235.
Lobsingen 160.
Locle 155. 156. 168. 182. 195. 229.
Lohner 92.
Longhin 131.
Loretto 47.
Lotschpass 196.
Lotschthal 33. 50. 125.
Lowerzenee 71. 72. 174.
Lncendro 103.
Lnganersee 78. 90.
Lugano 11. 68. 155.
Lngnetz 41.
Lnkmanier 67. 172.
Lnnz 6.
Lnxembonrg 147.
Lnsern 12. 38. 120. 144. 145. 159. 160.
162. 167. 189.
Lyme-Regis 49. 184.
Machilly Pointe de 48.
Mädelergabel 3.
Maderan 50. 51. 96. 125.
Kagereu 162.
MaggiaT. »5.
Mains 120.
Malenco 59. 220. 225. 239.
Manno 11.
Margarethen St. bei St Gallen 162.
Margarethen St. bei Wien 8.
Mario M. 228.
Manuels 88.
Marsens 214.
Martigny 10. 71. 76. 107. 187. M.
Martin 8. 182. 229.
Ma88a33.
Masserano 21. y
Matringe 37. 42. 48. 54. ^
Matt 59. 95.
Matterhom 19. 88.
Matteijoch 201.
Matiendorf 35.
Manrienne 37. 44.
Manrin 178. 250.
Maurice St- 10. 133.
Majenthal 226.
Meilen 151.
Meillerie 16. 60. 133. 147.
Meiringen 226.
Mellingen 130. 165.
Meltingen 63.
Mendrisio 2. 7. 60.
Merligen 153. 169. 174. 282.
Metabief 72.
Mettenberg 154.
Midi Aig. du 57.
Midi Dent du 83. 173.
Miesbacb 58.
Mittaghom bei Fmtigen 11.
Moiry 18.
Mdle 60.
Mol^n 83. 192.
Moliire Tour de la 165.
Möllersdorf 233.
Montanvert 80.
Montblanc 5. 17. 66. 80. 98. 100. 106.
127. 243. 246.
Montreux 133.
Mordes Dent de 10.
Morgez 197.
Mormont 36.
Moron M. 121.
Orts-Register.
269
Mörschwyl 38.
Mortean 114. 246.
Morteratsch 79. 243.
Mostallone V. 64. 124. 227. 230.
Montier 36. 229.
Moutiers 115. 224. 263.
Mühlenen 59.
Müllingen 37. 212.
Mumpf 43.
Münster s. Montier.
Mnran 219.
Mnretpass 51. 143.
Margenthal 32.
Murren 73.
Mürtschenalp 143.
Äantna 72. 205.
Napf 101. 144. 182.
Naye M. 134.
Nendaz 33.
Nenchätel 119. 169. 214.
Nenhans 173.
Nenkirchen 72.
Neustadt öster. 5. 114.
Niederhom 26. 28. 173.
Niesen 83.
Niremont 50. 113.
Noiraigue 127.
Nnfenen 98. 107. 115.
Nnsplingen 189. 222. 225.
Oberalm 14.
Oberalpstock 51.
Oberblegi 32. 62. 71. 140.
Oberbncbsiten 255.
Oberdorf 114.
Obergestelen 22. 239.
Oberbalbstein 41. 88. 129. 225.
Obersaxen 71.
Oberthäli 110.
Oeningen 156. 162. 228. 229.
Oldenalp 232.
Ollamont 143.
Ölten 55. 57. 93. 255.
Oppenitz 6.
Orbe 20.
Ormonds 65.
Oron 182. 229.
Ortenburg 47.
Ortles 46.
Ossola Domo d' 11.
Othmarsingen 165.
Outre-Rhöne 251.
Oye 47.
Paderno 105.
Pappenheim 189.
Parpan 124.
Partenkirch 258.
Paudfeze 144. 182. 229.
Paznann 98.
Peccia 11.
Pechgraben 6.
Pellina Val 44. s. Valpellina.
Perledo 29.
Pemant 6. 26. 28. 174. 223.
Perte du RhÖne 13. 92. 165. 208.
Pery 35.
Pfäffikon 229.
Pfirt 176.
Pierre Bourg St. 11.
Pilatus 6. 13. 26. 28. 53. 69. 83. 92. 123.
133. 134. 138. 173. 183. 198. 200. 203.
246. 254.
Pinperdu 25. 36. 216.
Pisciadella 183.
Pissevache 76. 100.
Platet 198. 232.
Plattenheide 140.
Point Lac St. 47.
Pommat 11.
Pontresina 79. 184. 243.
Ponts Les 240. •
Porrentruy 26. 111. 139. 176. 191. 208.
209. 239. 254.
Porte-de-France 65. 127.
Poschiavo 59. 88.
Posettes 248.
Prado 203.
Prasanz 61.
Prättigau 41.
Predazzo 163. 243.
Premia 97.
Prosta La 20.
Prosa 103.
Puntaiglias 71. 104. 143.
Pyrimont 20.
270
Orts-Begister.
€|nentin St. 72.
Raibl 46. 239.
RaUigstöcke 26. 28.
Randen 24. 70. 121. 259.
Rangiere 55.
Regensberg 259.
Regoledo 249.
Reichenbach 133.
Reichenhall 121. 253.
Rifling 102.
Reit-im- Winkel 117. 173.
Renan 92.
Reposoir 83. 92.
Reuss 100.
Rhätikon 3. 54. 59.
Rhein 100.
Rheinfall 259.
Rheinfelden 9. 43. 74. 114. 210. 224. 257.
Rheinthal 229.
Riffelhom 51. 220.
Rigi 12. 41. 166. 167.
Rimpfiflchwänge 88. ^*
Ripaldi M. 187.^ '
Roche 153. 154.
Rödersdorf 39. 239.
Rofla 100.
Rogoznik 7. 237.
Rom 228. 242.
Romainmötier 127. 189.
Ronca 26.
Ronco 227.
Rootenberg 159.
Rorschach 189. 217.
Rosa M. 100.
Rossberg 166.
Rossnra 97.
Rothen-Bühel 42.
Rougemont 83. 152. 190.
Roüsses 206.
Roveredo 7. 65.
Rüblihom 68. 125. 201.
Ruhpolding 7. 117.
Ruppletenalp 50.
Ryburg 9. 114. 224.
Haanen 58. 83. 125. 240.
Soanenmööser 115. 240.
Saass 73.
Saassgrat 75.
Sachsein 115.
Saiss 8. Seiss.
Sales 92.
SaUve 15. 198. 237. 260.
Salins 9. 16. 52. 55. 72. 108. 188. 209.
210. 216. 232.
SaUe La 11.
Saltrio 7. 16. 17. 252.
Salvan 59.
Salvatore S. 68. 75.
Samoens 92.
Sampuoir Y. 143.
Sandhnbel 80.
Sargans 71.
Sanbrignes 240.
Savien 41.
Savoien 13.
Saxonet 92.
Scalve Yal di 205.
Scarl 33.
Scesa-plana 2. 149. 253.
Schächenthal 232.
Schaffhausen 121. 154. 244.
Schafloch 133.
Schambelen 37. 74. 130. 147.
Schams 143.
Schanfig 41.
Schangnau 256.
Scheibbs 6.
Scheidegg 73.
Schienenberg 176.
Schilthom 73.
Schipsius 98.
Schieitheim 127. 214.
Schiern 46.
Schliengen 34.
Schmitten 33.
Schnottwyl 164.
Schön enwerth 24.
Schratten 83. 123.
Schweinsberge 113.
Schweizerhau 9. 114. 210. 224.
Schyn 41.
Scopi 107.
Secfeld 118. 176.
Seiaseralp 46. 52. 257.
Sella 98.
Semsales 182.
Orto-Begister.
271
Sentis 69.
Sepey 83.
Seprais 35.
Servoz 33.
Sesia V. 64. 124. 230.
Sessera Y. 230.
Sesvenna 33.
Sette-Comnni 65.
Sevelen 256.
SejBsel 20.
Siefring 259.
Silberberg 33.
Silsersee 143.
Silvretto 99. 124.
Simplon 11. 67. 97. 98. 124. 240.
Sinning 105.
Sirod 254.
Sittt^n 42. 107. 196. 197.
Sixt 71.
Solalex 232.
Solenbofen 189. 225.
Solothnm 35. 36. 119. 127. 153. 214.
222. 250.
Sonthofen 71. 72. 173. 174.
Sorenberg 260.
Sorescia 98.
Soaaillon 47.
Speer 166. 167.
Spezia 178.
Spiez 54.
Splfigen 153.
Sponda-alp 66.
Spullersalp 2.
Staad 159. 165. 189. 217.
Staffeleek 74.
Stalla 13. 52. 61. 88.
Stanz 2.
Stanzerthal 98. 99.
Steffisbarg 189.
Steinabnmn 47.
Steinacb 11.
Steinenbach 161.
Steinenbühl 63.
Steinhof 18.
Steinsberg 2. 224.
Stockhom 14. 54. 64. 126. 140. 169.
Stramberg 237.
Strassbnrg 255.
Strätligen 38.
Strona V. 64. 124. 227.
Stuttgart 213.
Snello 7.
Snmiswald 101. 167.
Snperga 105. 144.
Sorenhom 164.
Tägertscbi 162.
Tanninge 48. 107.
Tarasp 68.
Tanffers 46.
Taunus 219.
Tavannes 121.
Tavetsch 64.
Tenniken 121. 168. 244.
Terrible Mt. 1. 43. 62. 108.
T6te-Noire 248.
Teufen 162.
Theodule Col de St. 19.
Thones 115. 174.
Tbun 12. 105. 166. 167. 189. 190.
Tiefengletscher 110.
Tinzen 42. 74. 143.
Tinzerhom 68.
Tischalp 70.
Toce 8. Tosa.
Tödi 10. 206.
Todte-alp 62. 220.
Toffen 133.
Toppa V. 100.
Torri M. di 251.
Tosa 64. 99. 235.
Tour-de-Peilz s. La-Tour.
Trachselwald 101.
Travers Val de 13. 70. 247.
Trepalle 46.
Trient in Savoien 157. 248.
Trient in Tirol 7. 65.
Triesner-Culm 181.
Triftgletscher 80.
Triphon S. 153.
Trogen 162.
Trompia V. 208. 221.
Trons 64. 71. 193.
Tümitz 6.
Turtmann 11.
Ceken 72.
Uetliberg 137. 195.
272
Orts-Begister.
TJndervillier 120.
Unterheid 226.
Untersberg 121.
XJnterterzen 206.
üntervaz 153.
Urbach 157.
Uri 122.
Urirothstock 78.
TJtznach 12. 38. 96. 137.
Vaduz 181.
Yallalta 46.
Vallengm 227.
Vallorbe 20.
Valorsine 57. 80. 90. 104.
Valpellina 98. 107. 195.
Varenna 184.
Yarese 17. 182.
Veit St. 140.
Veltlin 53. 98.
Vernier 114.
Verpilliere La 72.
Yerzasca V. 124.
Vevaise 50.
Vevey 50. 160. 162. 167. 200.
Viamalav41.
Viceiiza'27. 28. 174.
Viggiü 7. 17.
Villers-le-Lac 252.
Vüs 14.
Viso M.' 178.1250.
Vispach 239.
Voirons 50. 65. 83. 105. 113.
Volpino 26.
Volterra 251.
Toreppe 246.
Töslan 233.
Yonosson-gletscber 88.
Vouvrier 223.
TuUy 41. 164.
Wabern 189.
WäggiB 41. 160.
Waidhofen 102.
Waldshnt 18. 43. 163.
Wallbach 43.
Wallensee 147.
Wallenstadt 127. 153. 213.
Wallis 52.
Wangen 176.
Wasseralfingen 72.
Weissenburg 133. 134.
Weisshom 19.
Wetterhorn 122. 173.
Wettingen 259.
Wien 53. 83. 145. 172.
Wilderewyl 153.
Wildhans 256.
Wildkirchli 133. 134.
Wimmis 83. 139. 237.
Windgelle 71. 80. 232.
Winterthur 161. 229.
Wölfliswyl 72. 74. 120. 121. 233.
Wollhansen 167.
Wöschnan 148.
Würenlos 165.
Yherg 87. 173.
Yverdon 160.
Zennatt 88. 225.
Zinal 18. 22. 260.
Zinkenstock 110.
Zirl 118.
Zngspitz 248.
Znllwyl 114.
Znrzach 119.
Znzgen 43.
Zweisimmen 126.
Zwingen 55.
Zwischbergen 100.